TRIFELS
 

Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 1004
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Trifels,
eine der frühesten Höhenburgen an der Haardt (bei Annweiler, Krs. Südl. Weinstraße), erstmals 1081 erwähnt in Zusammenhang mit dem Eintritt Diemars de Triveils, der möglicherweise Lehnsmann der Salier war, in das Kl. Hirsau. Die Burg gehörte damals zu den Positionen der Gregorianer. Vielleicht hängt Diemars Weggang mit dem regionalen Gegensatz zw. Reformpartei und dem ks.treuen Bf. Huzmann v. Speyer zusammen. Die Burg war später in der Hand des Ebf.s Adalbert I. v. Mainz und der Gf.en v. Saarbrücken, mußte dann 1113 an Ks. Heinrich V. ausgeliefert werden. In stauf. Zeit ausgebaut, diente sie oftmals als Staatsgefängnis, Ks. Heinrich VI. hielt hier Kg. Richard Löwenherz v. England und eine Reihe von siz. Großen gefangen. Der T. war von 1125-1298 mit Unterbrechungen Aufbewahrungsort der Reichsinsignien (Verzeichnis 1246), auch Hort des Normannenschatzes und vieler Lösegelder in Heinrichs VI. Zeit. Nach wechselvollem Schicksal seit dem Thronstreit 1198/1218 verpfändete Ks. Ludwig d. Bayer die Burg mit umfängl. Reichsgut an die Kurpfalz, von der sie 1410 an die Linie Zweibrücken bis zum Ende des Alten Reiches kam. - Kapellenturm und Palas wurden Ende des 12. oder Anfang des 13. Jh. erbaut. Baumaßnahmen sind 1309/10, 1359, 1366 und nach 1525 bekannt. 1602 großenteils verbrannt, wurde die Burg bis Mitte des 19. Jh. weitgehend abgebrochen.

A. Gerlich