Judith von Böhmen                          Gräfin von Groitzsch
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um 1065-17.12.1108 (9.12.1108 Wegener)
                Bautzen
 

Begraben: Kloster Pegau
 

Einzige Tochter des Königs Vratislav II. von Böhmen aus dem Hause der PREMYSLIDEN seiner 3. Ehe mit der Swatawa von Polen, Tochter von Herzog Kasimir I.
 

Schwennicke Detlev: Tafel 13 B
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I, 1"

WIPRECHT II. VON GROITZSCH
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    + Pegau 22.V.1124

Begraben: Kloster Pegau

1084/1113 und seit 1115 m NISSANGAU und GAU BUDISSIN und dem ELBTAL zwischen PRNA und DRESDEN
1106 GRAF
1118 BURGGRAF von MAGDEBURG und VOGT von STIFT NEUWERK zu Halle
1123 (TIT-)MARKGRAF von MEISSEN und der NIEDER-LAUSITZ
Gründet 1091 Kloster Pegau, 1104 Kloster Lausigk

  I. oo um 1085
          JUDITH VON BÖHMEN
                  + 9.XII.1108

ERBIN des NISANGAUES und des LANDES BUDISSIN (BAUTZEN)
Tochter von König Wratislaw II.



Brandenburg Erich: Tafel 37 Seite 74
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XI. 193 c. JUDITH
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* ca. 1070, + ...

Gemahl:
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1090
WIPRECHT VON GROITZSCH
           + 1124 



Thiele Andreas: Tafel 80
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

JUDITH, Erbin von Raum Dresden
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    + 1108

1088
  oo WIPRECHT I. VON GROITZSCH
              + 1124



Fenske Lutz: Seite 259,267
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"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen"

Zu den wichtigen Ereignissen, die zum Aufstieg Wiprechts in den Kreis der Reichsfürsten beitrugen, gehörte auch seine Heirat mit Judith, der böhmischen Herzogs-Tochter, die nach seiner Rückkehr aus Italien stattgefunden zu haben scheint. Durch diese ehrgeizige Heirat gelang ihm nicht nur der verwandtschaftliche Anschluß an einen der bedeutendsten und mächtigsten Reichsfürsten kaisertreuer Parteistellung, der 1085 oder 1086 sogar zum König erhoben wurde, sondern die Tochter Wratislaws brachte als Mitgift auch den Nisangau und das Land Bautzen mit in die Ehe
Die Weihe des Kloster Pegau fand 1096 statt. Die 5-tägige Feier erhielt ihr besonderes Gepräge durch das beeindruckende Auftreten von Wiprechts Gemahlin Judith in kostbaren Gewändern. Der Pegauer Annalist, dem dieses Ereignis nur durch mündliche Berichte bekannt geworden sein dürfte, war davon anscheinend so überwältigt, dass sich ein Abglanz dieser Feierlichkeiten noch in seinem Bericht niederzuschlagen scheint. Judith zeigte sich an diesem Tag mit einer Krone und in golddurchwebten Gewändern gekleidet. Die wertvollen Stücke legte sie zusammen mit der Krone am Altar des heiligen Jakobus in der Klosterkirche nieder. Patze hat diesen Akt als ein "Kronenopfer" der Judith interpretiert. Jedoch verdient diese Erklärung den ergänzenden Hinweis auf die Ausführung von Kahl, der in treffender Kennzeichnung Wiprechts dazu anmerkt, dass wohl weniger an die Darbringung einer Krone als "Kronopfer" im Sinne eines Herrschaftszeichens zu denken sei, sondern dass hier mehr das Bestreben Wiprechts sichtbar werde, den Glanz des von seinem Schwiegervater errungenen Königtums zur Repräsentation seines eigenen Hauses auszunutzen.

Friedheim, Rainer: Seite 582,583,588,598
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"Wiprecht von Groitzsch. Sturz in die Tiefe."

Nach seiner Rückkehr aus Italien begab sich Wiprecht von Groitzsch mit Borivoi zu Wratislaw von Böhmen, der ihn mit allerlei reichen Kostbarkeiten beschenkte, und ihm seine Tochter Judith zur Gemahlin gab. Diese erhielt als Mitgift die Gaue Nisen und Budesin. Nisen war das Gebiet zu beiden Seiten der Elbe von der böhmischen Grenze, die damals auf dem nördlichen Abhang des Erzgebirges hinlief bis in die Nähe der Stadt Meißen. Budesin war die Gegend an der oberen Spree bis unterhalb Bautzen. Herzog Wratislaw besaß die Gegenden seit 1076, allerdings nur auf dem Papier. Er gab nun seinem Schwiegersohn den Auftrag, diesen Besitz zu realisieren,w as diesem auch gelang.
Am 20. Juli 1096 wurde das St-Jakobs-Kloster zu Pegau von Erzbischof Hartwig von Magdeburg, Bischof Albuin von Merseburg und Bischof Walram von Zeitz sowie Bischof Etzel von Havelberg in Gegenwart Wiprechts II. und seiner Gemahlin Judita von Böhmen sowie ihrer beiden Söhne Wiprecht III. und Heinrich dem Apostel Jakobus geweiht.
Judita von Groitzsch war am 17.12.1108 auf ihrem väterlichen Erbgut in Budisin (Bautzen) gestorben. Wiprecht veranlaßte die Überführung ihrer Leiche nach Pegau, die er mitsamt seinen eintreffenden böhmischen Verwandten bereits nach seiner Rückehr dort vorfand. Sie wurde unter Teilnahme der Bischöfe von Meißen, Alboin von Merseburg und Bischof Walrab von Zeitz in der Klosterkirche zu Pegau begraben. Wiprecht beschenkte darauf das Kloster mit allerlei Kostbarkeiten aus dem Besitz seiner Gemahlin.
Wir dürfen aber auch nicht vergessen, welch einen bedeutenden Anteil Wratislaw von Böhmen und seine Tochter Juditha an der Gründung des Klosters Pegau an der Elster genommen haben. Ohne die finanzielle Hilfe des Königs von Böhmen wäre Wiprecht - damals noch nicht einmal Graf geschweige denn Markgraf - kaum in der Lage gewesenm, das für die Kultur Sachsens und Thüringens so bedeutsame Werk zu beginnen und zu vollenden.
 
 
 
 

 1086
  oo 1. Wiprecht II. der Ältere Graf von Groitzsch
           1050-22.5.1124
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Wiprecht III. der Jüngere
  um 1088-27.1.1116

  Heinrich Burggraf von Magdeburg
  um 1090-31.12.1135

  Bertha Erbin von Groitzsch
         -16.5.1144

  oo Dedi IV. Graf von Wettin
              -16.12.1124
 
 
 
 

Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 37 Seite 74 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 259,265,267,269 - Friedheim, Rainer: Wiprecht von Groitzsch. Sturz in die Tiefe. Schütze-Verlag München-Solln 1958 Seite 582,588, 598 - Keller Hagen: Zwischen regionaler Begrenzung und universalem Horizont. Seutschland im Imperium der Salier und Staufer 1024 bis 1250 Verlag Ullstein GmbH Frankfurt am Main 1990 Seite 99 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 39,219 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I, 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 13 B - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 80-