Heinrich                                          Graf von Groitzsch
-----------                                         Markgraf der Nordmark
um 1090-31.12.1135                      Burggraf von Magdeburg
               Mainz
 

Jüngerer Sohn des Grafen Wiprecht II. der Ältere von Groitzsch und der Jutta von Böhmen, Tochter von König Vratislav I.
 

Brandenburg Erich: Tafel 37 Seite 74
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XII. 300. HEINRICH, Burggraf von Magdeburg 1124, Markgraf der Nieder-Lausitz 1131
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* ..., + 1135 30. XII.

Gemahlin:
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BERTHA
    +



Schwennicke Detlev: Tafel 13 B
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

HEINRICH
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    + Mainz 31.XII.1135

1124 BURGGRAF von MAGDEBURG
nach 1128 MARKGRAF der OSTMARK
1131 MARKGRAF der LAUSITZ und VOGT von KLOSTER NEUWERK zu Halle
Stiftet mit seiner Gemahlin 1133 Kloster BÜRGEL

  oo BERTHA VON GLEISSBERG
                + nach 1137

Tochter von Friedrich III. von Goseck



Thiele Andreas: Tafel 181
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

HEINRICH
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    + 1135

1110/11 in kaiserlicher Haft mit dem Bruder; 1118 Burggraf von Magdeburg, bekommt Zwickau dazu, zu Groitzsch 1124; ständig von WETTIN bekriegt; zieht mit König LOTHAR III. gegen Böhmen 1126: Schlacht bei Kulm; 1131 Markgraf der Nieder-Lausitz anstelle des abgesetzten Markgrafen Albrecht des Bären; dessen Gegner daher; sein Besitz fällt an die WETTINER, Burggrafen werden die QUERFURTER.

  oo BERTHA VON SCHWARZBURG, Tochter des Grafen Günther I.
  x          +



Heinrich war 1110/11 mit dem Bruder in kaiserlicher Haft und erhielt 1118 die Burggrafschaft von Magdeburg, die sein Vater vom Erzbischof Adalgoz erworben hatte. Nach dem Tode seines Vaters waren LOTHAR und seine Bundesgenossen nicht gewillt, Heinrich, den Freund und Anhänger des salischen Hauses, die Mark Lausitz zu überlassen. Von verschiedenen Seiten brachen Albrecht von Ballenstedt und Konrad von Meißen in die Lausitz ein und vertrieben Heinrich, der vom fernen Kaiser keine Hilfe erwarten konnte. Von allen seinen Besitzungen im Wendenlande blieb ihm nur Bautzen, welches seine Mutter Judith einst seinem Vater als Heiratsgut zugebracht hatte. Er bekam 1124 zu Groitzsch noch Zwickau dazu und wurde ständig von den WETTINERN bekriegt. Er zog mit LOTHAR III. 1126 gegen Böhmen und wurde 1131 Markgraf der Nieder-Lausitz anstelle des abgesetzten Markgrafen Albrecht des Bären, dessen Gegner er daher war. Er gründete 1133 mit seiner Gemahlin das Kloster Bürgel in Thüringen. Nach seinem kinderlosen Tod fiel sein Besitz an die WETTINER, Burggrafen von Magdeburg wurden die Grafen von Querfurt.

CHRONIK VOM PETERSBERG nebst der GENEALOGIE DER WETTINER: Seite 25
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1136
Markgraf Heinrich III., Burggraf von Magdeburg, Sohn Wiprechts, starb auf der Reise zum Hoflager in Mainz am 31. Dezember; ihm folgte als Graf von Magdeburg Burchard II. von Querfurt, der Bruder des Erzbischofs. Die Mark Lausitz, die Heinrich innegehabt hatte, heute die Ostmark genannt, verlieh der Kaiser dem Markgrafen Konrad von Meißen; dieser wurde zugleich zum Erben des gesamten Eigenguts Heinrichs von Groitzsch eingesetzt, weil dieser keinen anderen Erben hinterlassen hatte.

Friedheim, Rainer: Seite 588,591,592,596
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"Wiprecht von Groitzsch. Sturz in die Tiefe."

Nach  Beendigung des Feldzuges treffen Wiprecht II. und seine beiden Söhne, Wiprecht III. und Heinrich, beim König in Mainz ein, der dort das Weihnachtsfest zu feiern beabsichtigt. Wiprecht II. wird jedoch durch die Trauernachricht vom Tode seiner Frau vom Hoftag abgerufen (1108).
Nachdem erst am 6. April 1113 der gefangene Erzbischof von Mainz die Burg Trifels an den Kaiser herausgegeben hatte, wurde Wiprecht von Groitzsch zu einer dreijährigen Kerkerhaft dortselbst festgesetzt und seine Söhne, Wiprecht der Jüngere und Heinrich, die sich daraufhin den aufständischen Sachsen anschlossen, unter Beraubung all ihres Besitzes der Not preisgegeben.
Auch die Einziehung der WEIMARER Allode, die den Erben Siegfrieds von der Pfalz hätten zufallen müssen, und die grausame Behandlung der Söhne Wiprechts von Groitzsch erregten aufs neue Zorn und Verbitterung bei den sächsischen Großen. Unter dem Eindruck der Niederlage HEINRICHS V. am Rhein und der Freigabe Adalberts von Mainz fiel nun zunächst Reinhard von Halberstadt, in der Folge Pfalzgraf Friedrich und Markgraf Rudolf sowie die Söhne Wiprechts von Groitzsch und viele andere Unzufriedene erneut vom Kaiser ab und schlossen zusammen mit Lothar von Sachsen und Adelgot von Magdeburg zu Kreuzburg ein Schutz- und Trutzbündnis gegen Hoyer von Mansfeld, befestigten Walbeck unweit Hettstedt, von wo sie Ausfälle gegen Hoyer von Mansfeld machten. HEINRICH V. berief an Weihnachten 1114 einen Hoftag nach Goslar, zu dem aber nur Erzbischof Adelgot von Magdeburg erschien. Da er sofort aus Goslar floh, wurde er wie alle anderen Verschworenen in die Reichsacht getan, das Herzogtum Sachsen Hoyer von Mansfeld und die Nordmark dem Grafen Heinrich, dem Neffen Rudolfs, übertragen.
Wiprechts Erbe wurde sein jüngerer Sohn Heinrich. Er wurde zugleich Burggraf von Magdeburg und kämpfte fortan um den Besitz der Lausitz mit Albrecht von Ballenstedt. Er erhielt im Jahre 1130, als Albrecht von Ballenstedt bei Kaiser LOTHAR in Ungnade fiel, neben der Ober-Lausitz auch noch die Nieder-Lausitz, wie sei schon sein Vater besessen hatte. Im Jahre 1133 gründete er das Kloster Bürgel. Er starb am 23.12.1135 auf dem Hoftag zu Mainz.

Partenheimer Lutz: Seite 34,39,43-45
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"Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt."

Wiprechts Sohn Heinrich versuchte zwar den Anspruch auf die Lausitz aufrechtzuhalten, wurde aber von Albrecht dem Bären und Konrad von Wettin aus dieser Mark vertrieben. Dietrich Claude vermutet, daß der BALLENSTEDTER die Niederlage der GROITZSCHER, die seit 1118 als Burggrafen von Magdeburg Hochvögte des Erzstifts waren, ausnutzte, um magdeburgische Besitzungen an sich zu reißen. Dabei denkt er an Güter des Magdeburger Klosters Unser Lieben Frauen sowie an Burgwerben an der Saale.
Nach der Schlacht bei Kulm (18. Februar 1126) erreichte schließlich Heinrich von Groitzsch, Sohn einer Schwester Sobeslaws, bei seinem Onkel einen Waffenstillstand.
Der am 1. Februar 1131 noch als Markgraf bezeichnete Albrecht, der offenbar auf dem von wichtigen ostsächsischen Dynasten besuchte Hoftag Anfang 1131 in Goslar fehlte, verlor Ende 1131 in Lüttich die Lausitz. Mit ihr wurde der Magdeburger Burggraf Heinrich von Groitzsch, der Sohn des alten Wiprecht, belehnt. So erfüllte LOTHAR in diesem Punkt doch noch den Willen HEINRICHS V., dessen Vergabe der Lausitz an die GROITZSCHER der SÜPPLINGENBURGER zwischen 1123 und 1125 gerade mit Hilfe Albrechts durchkreuzt hatte.

Pätzold Stefan: Seite 126,166,233,250
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"Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221"

Nachdem ein Jahr später Bertha, die Schwester Heinrichs von Groitzsch und Witwe von Konrads Bruder Dedo IV., gestorben war, fielen überdies Teile des GROITZSCHER Erbes an die WETTINER.
Die Marienkirche in Osterweine, einem in jener Zeit nördlich von Zwickau gelegenen Dorf, war im Jahre 1118 durch Bertha, der Ehefrau Heinrichs von Groitzsch, gestifteet und dem Kloster Posa geschenkt worden.
Das südlich von Eisenberg gelegene Augustinerchorfrauenstift Lausnitz war um 1132 von der Edelfreien Cuniza mit der Unterstützung ihres Verwandten Gerhard von Hainspitz, der Gräfin Bertha und ihres Gatten Markgraf Heinrich von Groitzsch sowie des Grafen Sizzo gegründet worden.
Die Pegauer Annalen überliefern schließlich, daß Wiprecht von Groitzsch und Hermann von Winzenburg zu den Nachfolgern Heinrichs II. (+ 1123) gemacht wurden. Wiprecht starb jedoch bereits im Jahre 1124, so daß die Herrschaftsrechte an seinen Sohn Heinrich übergingen. Daraufhin - so berichtet der Pegauer Annalist weiter - griffen die beiden Grafen Albrecht und Konrad dessen Mark an, die der BALLENSTEDTER für einige Zeit unter seine Kontrolle bringen konnte. Als Hermann von Winzenburg dann 1130 abgesetzt wurde, machte LOTHAR III. Konrad von Wettin zum Markgrafen von Meißen. 1131 gelang es Heinrich von Groitzsch schließlich, Albrecht zu vertreiben und selbst die Herrschaft in der Nieder-Lausitz auszuüben.
 
 
 
 

  oo Bertha von Schwarzburg-Käfernburg, Tochter des Grafen Günter I.
  x          - nach 1137
 
 
 
 

Literatur:
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Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen Geschichte Lothar von Supplinburg, Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1879 - CHRONIK VOM PETERSBERG nebst der GENEALOGIE DER WETTINER, fliegenkopf verlag Halle 1996 Seite 25 - Friedheim, Rainer: Wiprecht von Groitzsch. Sturz in die Tiefe. Schütze-Verlag München-Solln 1958 Seite 588,591,592,596 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. 1. - 7. Band, Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 34,39,43-45, 49,54,73,229,231,236 - Pätzold Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997, Seite 126,166,233,250,284,311 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I, 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 13 B -