Ludat, Herbert: Seite 24, Anm. 144,199
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"An Elbe und Oder um das Jahr 1000. Skizzen zur Politik des Ottonenreiches und der slavischen Mächte in Mitteleuropa."

Aber mit Billigung des Kaisers war es hier Dietrich, dem Markgrafen der Nordmark aus dem Hause HALDENSLEBEN, zu dessen Amtssprengel das Gebiet um Magdeburg und die Landschaften der Diözesen Brandenburg und Havelberg mit Ausnahme der Lausitz gehörten, gelungen, die wohl schon vor dem Tod Thietmars (979), des Neffen Geros [144 Vgl. u.a. S. Lüpke, aaO; Seite 11, n. 66, R. Schölkopf, a.a.O., Seite 47f.; Thietmar, Sohn des Markgrafen Christian und der Hidda, der Schwester Geros, Bruder Erzbischof Geros von Köln, nach Wigberts Tod in markgräflicher Stellung im Gau Daleminzi, Gemahl der Schwanhild, der Tochter Hermann Billungs, seit 976 auch Nachfolger des Markgrafen Gunther in Merseburg (vgl. W. Schlesinger, Kirchengeschichte Sachsens, Band 1, Seite 302). Zur historischen Rolle der GERO-Familie und ihrer Herkunft haben sich schon die von W. Schlesinger ausgesprochenen Vermutungen (Die Entstehung der Landesherrschaft, Seite 160, n. 220), daß der berühmte "Legat" Siegfried mit einem Grafen Asic/Esicho zur Zeit HEINRICHS I. identisch, dazu über Hatheburg mit dem Königshaus verwandt und ferner ein Bruder des Markgrafen Gero gewesen sei, dessen Nachfolge er 937 angetreten habe, durch die Forschung von K. Schmid, in: Zs. f. württemb. Landesgesch., 1964, Seite 218 f., voll bestätigt. Die häufig in der Forschung noch begegnenden Vorstellungen von Gero als homo novus sind damit endgültig abgetan und die Identität der sogenannten Merseburger Grafen mit der SIEGFRIED-GERO-Familie gesichert (vgl. auch H.K. Schulze, Das Stift Gernrode, 1965, Seite 2.] eingetretene Schwäche des GERO-CHRISTIAN-Hauses für den Ausbau seiner markgräflichen Stellung zu nutzen.
[199 Gero II., Sohn Thietmars I. (+ 979) und der Schwanhild, seit 993 Nachfolger Markgraf Hodos. - Wenn 993 nicht Hodos Sohn Siegfried, sondern Gero II. die umfänglichen Gebiete der sächsischen Ostmark erhielt, so dürfte dies nicht zuletzt dem Einfluß seiner Mutter Schwanhild und ihres zweiten Gemahls, Ekkehard von Meißen, zu verdanken gewesen sein. Seine hohe Stellung am Hofe, besonders OTTOS III. (mit Geros II. Namen sind allein 14 Königsurkunden verknüpft! - vgl. S. Lüpke, a.a.O., Seite 71, n. 138), und die Verbundenheit der ekkehardinischen Halbbrüder bei seinem feierlichen Begräbnis in Nienburg lassen keinen Zweifel an dem Bestehen einer dauerhaften und engen familiären und politischen Bindung zu. Vergeblich hat sich Siegfried während dieser Jahre darum bemüht, seine Rechte geltend zu machen (vgl. Thietmar IV, 60) und hat schließlich mit Boleslaw konspiriert (VII, 18); vgl. dazu S. Lüpke,a.a.O., Seite 21f.]