Annalista Saxo:
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"Reichschronik"

Das Jahr 965.

Der Bruder des Markgrafen Gero, Sigefrid, übergab einen Theil seines Erbgutes dem heiligen Vitus, indem er demselben an dem Orte, der Gronigge heißt, ein Kloster erbaute. Ihre Schwester, eine heilige Frau Namens Hidda, welche der  Anbetung wegen nach Jerusalem zog und daselbst starb, gebar den Markgrafen Thietmar und Gero, den Kölner Erzbischof, welche auf ihrem Gute am Flusse Sala eine Abtei erbauten zur Ehre der heiligen Gottesmutter und des heiligen Märtyrers Ciprian, als OTTO II. Kaiser war.

Das Jahr 970.

Gero, der Erzbischof der Kölner Kirche nach Folmar, und sein Bruder Markgraf Thietmar gaben an die Kirche der heiligen Gottesmutter in Thancmaresfelden einen Theil ihres Erbgutes. Geschehen öffentlich in genannter Kirche am 29. August.

Das Jahr 978.

Markgraf Thietmar, der Bruder des Kölner Erzbischofs Gero, starb und wurde in Nuwenburch begraben. Er hatte zur Gemahlin eine Tochter des Herzogs Herimann, Namens Suanehild, welche ihm den Margrafen Gero gebar. Die Kaiserin Adelheid reiste mit ihrer Tochter, der Aebtissin Adelheid, nach Italien wegen mancher Mißhelligkeiten, welche zwischen ihr und ihrem Sohne entstanden waren.

Das Jahr 1002.

[Herimann empfing die Leiche des Vaters mit außerordentlicher Trauer und ließ sie in seiner Burg Namens Gene bestatten,] in der Mainzer Parochie, an der Stelle, wo Sala und Unstrod zusammenfließen. Nach mehreren Jahren jedoch wurde er mit vielen Anderen von demselben Geschlechte versetzt in die Stadt Nuenburh, nicht weit von dem  früheren Platze am weiteren Laufe des Flusses Sala, eine Stadt, welche die nachfolgenden Erben sammt ihrem sämmtlichen  Erbgute in Demuth zum Dienste Gottes und seiner Mutter und des heiligen Petrus und anderer Heiligen hergaben, da leibliche Nachkommenschaft fehlte. Seit dieser Zeit ward der  Bischofsitz, der bisher in der Stadt Ciz gewesen, in selbige Stadt versetzt. [Nachdem aber der dreißigste Tag vorüber war, reiste Frau Suanehild mit ihren Söhnen nach Misni. Sie war die Tochter Herimanns des Herzogs von Liuniburch, die Schwester des Herzogs Benno oder Bernhard, des Grafen Liudiger und der Gräfin Machtildis, welche den Grafen Baldwin von Flandern und nach dessen Tode den Herzog Godefrid geheirathet hatte. Suanehild selbst aber hatte zuerst den Markgrafen Thetmar geheirathet, des Kölner Erzbischofs Gero Bruder, und von ihm gebar sie den Markgrafen Gero, später aber  gebar sie von dem genannten Markgrafen Ekkihard den Herimann, Ekkihard und Gunter.

Das Jahr 1029.

In diesen Zeiten starb Markgraf Thietmar, des Markgrafen Gero Sohn von der Markgräfin Athelheid, und er wurde begraben, wie man glaubt, in dem Kloster Helmwardeshusen. Sein Sohn war Markgraf Odo, der kinderlos starb. Sein Vater Gero aber hatte zum Vater den Markgrafen Thietmar und zum Oheim den Kölner Erzbischof Gero, von denen das Kloster Nienburg an dem Flusse Sala gestiftet worden ist. Seine Mutter war Suanehildis, die Tochter des Herzogs Herimann, Bernhards Schwester, welche nach dem Tode ihres Mannes den Markgrafen Ekkihard, Guntars Sohn, heirathete und ihm Herimann, Ekkihard, Guntar und Liutgarde gebar.