Hodo II.                                          Markgraf der Nieder-Lausitz (1030-1032)
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    - nach 30.VI.1032
 

Einziger Sohn des Markgrafen Thietmar II. von der Nieder-Lausitz
 

Schwennicke Detlev: Tafel 149
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

ODO
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    + nach 30.VI.1032

1030 MARKGRAF der OSTMARK



Thiele Andreas: Tafel 217
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

HODO II.
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    + 1032

Folgt 1030; Markgraf; quellenmäßig kaum greifbar.



GENEALOGIE DER WETTINER: Seite 232
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Sein zweiter Sohn Dedi <II.> erhielt <nach dem Tode Ekkehards II. 1046> die Mark des Markgrafen Odo [Hodo] <Markgraf der Ostmark 1030-1032>, der keinen Erben hatte, und heiratete 1069 Oda.

Annalista Saxo:
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"Reichschronik"

Das Jahr 1030.

Der Kaiser feierte Weihnachten in Paderbrunnen und nahm sich vor, nach dem Schlusse der Feiertage über den Rhein zu gehen. Am 16. Januar geschah eine bejammernswerthe und von allen Getreuen Christi zu betrauernde Sache. Miseko, der Herzog der Polanen, welcher gegen das römische Kaiserreich für sich den Königstitel in Anspruch nahm, hat, als er den Tod des Markgrafen Thietmar erfuhr, ein Heer von Heiden in die heilige Kirche geführt, nachdem er heimlich des Teufels Trabanten, Sigefrid und andere Verbrecher, an sich gezogen hatte. Dieser Sigefrid ist ein Oheim des Grafen Esic von Ballenstide, ein Sohn des berühmten Markgrafen Odo, der unter OTTO III. gestorben und in Nienburg begraben war. In diesem Kloster hat jener Sigefrid lange unter den Mönchen im Mönchsgewande gelebt; aber nach dem Tode des Vaters warf er Gewand und Gelübde fort und wurde abtrünnig. Miseko also hat zwischen der Albia und Sala mehr als hundert Dörfer mit Brand und Mord verheert, neuntausendfünfundsechzig christliche Männer und Frauen elendiglich gefangen, den ehrwürdigen Brandenburger Bischof Liuzo wie einen gemeinen Sklaven ergriffen, auch die heiligen Altäre nicht geschont, sondern alles mit Mord und Blut besudelt und fromme und edle Frauen mit gewaffneter Hand sich angeeignet. Ein Mittel allein gab es gegen so großes Unglück, nämlich den köstlichen und ersehnten Tod. Ehrbare, selbst schwangere Frauen tödtete die rohe Hand der Heiden mit den Schwertern oder durchbohrte sie mit den Lanzen. Er ließ alle durch Waffen umkommen, denen hohes Alter oder zarte Jugend oder Schwäche von Krankheit Kräfte versagt hatte. Inzwischen kam Graf Theoderich mit Streitern herbei, tödtete mehrere von ihnen und verjagte die Uebrigen.

Lüpke Siegfried:
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"Die Markgrafen der Sächsischen Ostmarken in der Zeit von Gero bis zum Beginn des Investiturstreites (940-1075)"

Noch weniger ist über den letzten Markgrafen aus Christians Hause bekannt: Odo (1030-1032), den Sohn Thietmars II. Nur an zwei Stellen wird er überhaupt namentlich aufgeführt, und wenig mehr läßt sich aus anderen Stellen erschließen. Danach folgte er wie selbstverständlich seinem Vater in der Mark. Nur scheint es, dass jetzt der oben genannte Siegfried den letzten verzweifelten Versuch unternahm, das Gebiet zu erlangen, auf das er ein gutes Recht zu haben vermeinte. Diese Anstrengung muß den gegenteiligen Erfolg gehabt haben, da die Hildesheimer Jahrbücher ausdrücklich verzeichnen, Miseko habe die Lausitz (die ja unter Thietmar II. an Boleslaw verloren gegangen war) zurückerstatten müssen. Doch steht hierbei die Person des Kaisers im Vordergrund. Abermals hatte sich der Erbgedanke in der Ostmark durchgesetzt, und gleichzeitig hatte der Pole, der als Helfer des verräterischen Siegfried aufgetreten war, den vor kurzer Zeit erworbenen Landstrich wieder herausgeben müssen. Sonst läßt sich nichts mit Klarheit erkennen. Über die Bedeutung des Markgrafen Odo bleiben wir schon infolge der kurzen Zeit seiner Wirksamkeit im Dunkel, da ihn ein früher Tod an der vollen Entfaltung seiner Tätigkeit hinderte. Jedenfalls hat sein Wirken keinen Widerhall in den uns erhaltenen Quellen gefunden.

Schölkopf Ruth:
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"Die sächsischen Grafen 919-1024"

Thietmar II. hinterließ von einer ungenannten Gattin einen Sohn Odo, mit dem die Familie ausstarb. Der Annalist bezeichnete Odo als Markgrafen, was durch eine einzige Urkunde bestätigt wird. Diese Urkunde bezeugte ihn im Schwabengau um Wernrode.
Vielleicht darf man aus dem Überfall Misecos schließen, dass Odo zu dieser Zeit noch sehr jung war und er ihm keinen wirksamen Widerstand zutrauen konnte. Markgraf Odo bleibt aus Mangel an Nachrichten für uns nur eine schemenhafte Gestalt. Sein Todesjahr ist unbekannt.
Durch Heiratsverbindungen waren sie mit dem mächtigen Geschlecht der Markgrafen der Ostmark versippt, die im Mannesstamm mit Siegfried, Hodos Sohn, und dem unbedeutenden Markgrafen Odo (= Hodo) ausstarben.

Assing Helmut: Seite 180,182
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"Brandenburg, Anhalt und Thüringen im Mittelalter. Askanier und Ludowinger beim Aufbau fürstlicher Territorialherrschaften."

Nach 1015 gibt es keine Quellen mehr, die Rechte dieses Geschlechts in Serimunt bezeugen, weder für Geros Sohn Thietmar noch für Geros Enkel Hodo, mit dessen kinderlosem Tode zwischen 1032 und 1034 das Geschlecht ausstarb [Sowohl die Kinderlosigkeit Hodos als auch das Sohnesverhältnis zu Thietmar dem Jüngeren beim Annalista Saxo (MGH. SS. VI, Seite 678).].
In einem Fall, der aber für den benachbarten Schwabengau gilt, ist eine solche Übertragung so gut wie erwiesen: Das nicht genau lokalisierbare Wyrinthagorod lag 1032 in der Grafschaft Hodos, des letzten Vertreters der CHRISTIAN-Sippe, und 1041 in der Esicos.

Partenheimer Lutz: Seite 15,17
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"Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt."

Mit dem Tod von Thietmars Sohn, Markgraf Hodo (II.), erlosch die CHRISTIAN-Sippe zwischen 1032 und 1034.
Das bereits genannt Wirintagaroth im Schwabengau gehörte 1032 zur Grafschaft Markgraf Hodos (II.), des Letzten vom Stamme Christians, und 1041 zur Grafschaft Esicos.
 
 
 
 

Literatur:
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Annalista Saxo: Reichschronik a. 1030 - Assing Helmut: Brandenburg, Anhalt und Thüringen im Mittelalter. Askanier und Ludowinger beim Aufbau fürstlicher Territorialherrschaften. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997 Seite 180,182 - CHRONIK VOM PETERSBERG nebst der GENEALOGIE DER WETTINER, fliegenkopf verlag Halle 1996 Seite 232 - Lüpke, Siegfried: Die Markgrafen der Sächsischen Ostmarken in der Zeit von Gero bis zum Beginn des Investiturstreites (940-1075), Dissertation Halle 1937 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 15,17,203 - Pätzold Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997, Seite 244,277,279 - Schölkopf Ruth: Die sächsischen Grafen 919-1024. Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens 22. Göttingen 1957 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 149 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 217 - Wolfram Herwig: Kaiser Konrad II. Kaiser dreier Reiche. Verlag C.H. Beck München 2000 Seite 236 -