Christian                                         Markgraf im Gau Serimunt
------------                                       Graf im Schwaben- und Nordthüringgau
    -15.7. oder 5.11. um 950
    -15.6. um 950 (Althoff)
 

Sohn des Grafen NN aus der Familie der BILLINGE
 

Althoff Gerd: Seite 401
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                             G 65

Lü:   15.6.   Cristin com

Der Name Christian begegnet in der Sippe des Markgrafen Gero, die mit den BILLUNGERN mehrfach verschwägert war; vgl. Schmid, Neue Quellen, S. 211 ff. und den Kommentar zu Markgraf Thietmar (G 2).
Ein Todestag Markgraf Christians, der mit Geros Schwester Hidda verheiratet war, ist nicht überliefert, - er starb wohl um 950 -, vgl. Schölkopf, Die sächsischen Grafen S. 45.
Angesichts einer neu entdeckten necrologischen Quelle aus dem Bereich der Sippe des Markgrafen Gero, in der auch der ins Lüneburger Necrolog eingetragene Christian erscheint, ist gesichert, dass es sich bei dem Grafen um einen Angehörigen oder Verwandten der Sippe Geros handelt; vgl. dazu oben S. 26.



Althoff Gerd: Seite 421
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                             G 153

Lü:     5.11.    Cristin com
                      Vgl. Kommentar G 65.



Thiele Andreas: Tafel 217
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

HIDDA
-----------
    + 970
      in Jerusalem
 

  oo CHRISTIAN, Graf im Schwabengau
               + 966



Schwennicke Detlev: Tafel 149
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

CHRISTIAN
-----------------
    +

937 GRAF im NORDTHÜRING- und SCHWABENGAU
945 MARKGRAF im GAU SERIMUNT

  oo HIDDA
               + Jerusalem nach 945-975



Annalista Saxo:
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"Reichschronik"

Das Jahr 945.

Der König schenkte einem seiner Getreuen, dem Markgrafen Christian, gewisse Besitzungen im Gaue Seronunti an einem Orte Namens Steno und an einem Orte Namens Quicma in der Grafschaft desselben Christian.

Das Jahr 965.

Der Bruder des Markgrafen Gero, Sigefrid, übergab einen Theil seines Erbgutes dem heiligen Vitus, indem er demselben an dem Orte, der Gronigge heißt, ein Kloster erbaute. Ihre Schwester, eine heilige Frau Namens Hidda, welche der Anbetung wegen nach Jerusalem zog und daselbst starb, gebar den Markgrafen Thietmar und Gero, den Kölner Erzbischof, welche auf ihrem Gute am Flusse Sala eine Abtei erbauten zur Ehre der heiligen Gottesmutter und des heiligen Märtyrers Ciprian, als OTTO II. Kaiser war.

Thietmar von Merseburg: Seite 52
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"Chronik"

Auch kostbaren Marmor, Gold und Edelsteine ließ der Caesar nach Magdeburg schaffen. In alle Säulenkapitelle befahl er sorgsam Heiligenreliquien einzuschließen. Den Leib des bewährten Grafen Christian [im Nordthüring-, Schabengau und Serimunt, + vor 28. Juli 951, Gemahlin: Hidda, Schwester des Markgrafen Gero. Söhne: Markgraf Thietmar (965-979), Teilnachfolger Geros in Serimunt, Nicici und seit 976 in Merseburg und Meißen; Erzbischof Gero von Köln (969-976).] und anderer Vertrauter ließ er neben der Kirche bestatten, in der er sich selbst schon zu Lebzeiten die Grabstätte zu bereiten wünschte.

Assing Helmut: Seite 180-183
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"Brandenburg, Anhalt und Thüringen im Mittelalter. Askanier und Ludowinger beim Aufbau fürstlicher Territorialherrschaften. "

Indem wir es tun, wollen wir auch gleich die Rechte jenes Geschlechts in Serimunt beachten. Der erste bekannte Vertreter ist ein gewisser Christian. Er wird 945 in einer Urkunde Markgraf genannt und erhällt darin von König OTTO I. die Orte Steene und Kühnau im nordöstlichen Serimunt, wo er auch Grafschaftsrechte innehatte [CDA I, Nr. 12].
Auch für das Grafenamt im südlichen Serimunt führt Heinemann ein entsprechendes Beispiel an: 945 befanden sich die Orte Pohchutikie und Vuizekiani in der Grafschaft Christians, 1043/44 die Orte Bochutize und Wizega - wahrscheinlich die gleichen - in der Grafschaft Esicos.

Partenheimer Lutz: Seite 15,279
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"Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt."

Christian, 945 als Markgraf bezeugt, war mit Hidda, der Schwester des berühmten Gero, verheiratet [D O I., Nr. 64; Lübke 2, Nr. 75. Das ist zugleich die Urkunde, in der Christian letztmals als lebend belegt ist.].
[Anm. 854 Seit König OTTO I. den Burgbezirk 945 dem Markgrafen Christian geschenkt hatte (D O I., Nr. 64), lassen die Quellen bis 1147 nichts über Kühnau verlauten. Nach dem Aussterben der CHRISTIAN-Sippe 1032/34 könnte der Burgward an das Königtum zurückgelangt sein, das dann die ASKANIER mit ihm belehnte.]

Lüpke, Siegfried: Seite 7
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"Die Markgrafen der Sächsischen Ostmarken in der Zeit von Gero bis zum Beginn des Investiturstreites (940-1075)"

Wenn in der Zeit seiner Markverwaltung die Grafen Christian, Thietmar, Dietrich, Adalbert und Bruno in den Gauen Grafschaften innehatten [Thietmar im Nordthüringgau DD O I. 14 (937),16,21 (939; 37 (941), Schwabengau D O I. 56 (944), Zitice D O I. 65 (945), Serimunt D O I. 134 (951), Hardagau DD O I. 1 (936), 41 (941), Derlingau D O I. 43 (941). Hier scheint es sich allerdings um zwei Grafen desselben Namens zu handeln. Dabei dürfte die Unterscheidung Dümmlers, Jahrb. 70 Anm. 3 und von Heinemanns, Gero 125 und 133 Anm. 52-56, die Thietmar, Christians Sohn, Serimunt als Grafschaft seines Vaters zuteilen, mehr Wahrscheinlichkeit für sich zu haben als die Unterscheidung von Sikkels (Verzeichnis der DD I, Seite 714), der N-Thüringen für einen Thietmar abtrennt. Vielleicht darf man den Sohn Christians auch die Grafschaft im benachbarten Gau Zitice zuerkennen. Jedoch läßt sich Genaueres nicht sagen, da jegliches bestimmte Zeugnis für die eine oder andere Möglichkeit fehlt. Christian im Nordthüringgau DD O I. 14,16 (937), Schwabengau D O I. 17 (937), Serimunt DD O I. 64,69 (945). Dietrich in N-Thüringen D O I. 180 (956). Adabert in N-Thüringen DD O I. 232 (961), 281 (965). Bruno im Derlingau D O I. 306 (965).], als deren Markgraf Gero erscheint, dann liegt die Vermutung nahe, daß sie in irgendeiner Form seiner Oberhoheit unterstenden.
 
 
 
 

 oo Hidda, Tochter des Grafen Thietmar
              -   970        Schwester Geros
              Jerusalem
 
 
 
 

 Kinder:

  Thietmar I.
         -3.8.979

  Gero Erzbischof von Köln (967-976)
         -29.6.976
 

 ? Frederuno
         -   1015

  oo Hodo
              -13.3.993
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff, Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Wilhelm Fink Verlag München 1984 Seite 28,89,401,421 - Annalista Saxo: Reichschronik a. 945, a. 965 - Assing Helmut: Brandenburg, Anhalt und Thüringen im Mittelalter. Askanier und Ludowinger beim Aufbau fürstlicher Territorialherrschaften. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997 Seite 180-183,185-188, 194-195 - Claude, Dietrich: Geschichte des Erzbistums Magdeburg bis ins 12. Jahrhundert, Mitteldeutsche Forschungen 67, Böhlau Verlag Köln 1972 Band I Seite 42 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 134 - Ludat, Herbert: An Elbe und Oder um das Jahr 1000. Skizzen zur Politik des Ottonenreiches und der slavischen Mächte in Mitteleuropa, Böhlau Verlag Weimar Köln Wien 1995, Seite 13,24,39,44,46, 144,168,342 - Lüpke, Siegfried: Die Markgrafen der Sächsischen Ostmarken in der Zeit von Gero bis zum Beginn des Investiturstreites (940-1075), Dissertation Halle 1937 Seite 7 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 15,17,20,203,279 - Schölkopf Ruth: Die sächsischen Grafen 919-1024. Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens 22. Göttingen 1957 Seite 45 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 149 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 217 - Thietmar von Merseburg: Chronik Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1992 Seite 52 -