Rainald II. der Schwarze                Graf von Geldern (1320-1339)
------------------------------               Herzog von Geldern (1339-1343)
um 1295-12.10.1343
              Arnheim
 

Begraben: Kloster Graefentahl
 

Einziger Sohn des Grafen Rainald I. von Geldern aus seiner 2. Ehe mit der Margarete de Dampierre, Tochter von Graf Guido III. von Namur-Flandern
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Seite 417
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Rainald II., Graf, seit 1339 Herzog von Geldern
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     + 1343

Bereits 1318 von den Ständen und den benachbarten Territorialherren als Regent anerkannt, wurde nach dem Tod seines Vaters Rainald I. 1326 Graf von Geldern. Er regelte in den ersten Monaten seiner Regierung die rechtlichen Verhältnisse auf dem platten Lande, umschrieb die Aufgaben der Amtleute, erweiterte den Aktionsraum der Gerichte, kodifizierte verschiedene alte Landrechte und schuf damit die Grundlage für die Vereinheitlichung des Territoriums. Die Finanzpolitik wurden mit den Ständen zweckgebunden zum Vorteil des Landes abgestimmt und Sondersteuern auf Ausnahmen beschränkt, zum Beispiel bei Heirat von Grafenkindern als Ausgleich für die Primogenitur oder bei Rainalds 2. Ehe mit Eleonore, der Schwester König Eduards III. von England. Die gefestigte Machtposition Gelderns fand ihre Anerkennung durch die Erhebung zum Herzogtum 1339. Rainald starb, bevor er sein Ziel, das deutsche Königtum, erreichte.



Thiele, Andreas: Tafel 3
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

RAINALD II. "DER SCHWARZE"
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* um 1295, + 1343

Rainald II. der Schwarze setzte 1320 nach jahrelangen erbitterten Bürgerkriegen den Vater ab und folgte 1326 als Graf von Geldern-Zütphen. Er stritt besonders viel mit Brabant, den Bischöfen von Paderborn, Münster, Utrecht und Lüttich, ging eng mit Holland zusammen und ging im Thronkrieg zu Kaiser LUDWIG IV. über. Er zog mit ihm nach Italien und wurde von ihm am 19.3.1339 zum Herzog von Geldern erhoben und gleichzeitig mit Ostfriesland belehnt. Er wurde damit endgültig Reichsfürst, was er de facto schon vorher wie die Vorfahren war. Er geriet gegen Frankreich wegen dessen Bündnis mit den Friesen, schloss sich dem deutsch-englischen Bündnis an und wurde damit in den Hundertjährigen Krieg hineingezogen. Er beherrschte mit Holland das Bistum Utrecht, sorgte für die Urbarmachung friesischer Gebiete und verschuldete stark, was den Ständeeinfluss zunehmen ließ. Er erwarb unter anderem Berenbroich und Issum, erbte Mecheln und erreichte damit die größte territoriale Erstreckung Gelderns.

  1. oo um 1315
           SOPHIE DE BERTHOU
                    + 1329

Tochter und Erbin des Florenz von Mecheln und der Gräfin Mechthild von Mark

  2. oo ELEONORE VON ENGLAND
                    + IV. 1355

Tochter des Königs Eduard II. Eleonore förderte 1350 im Bürgerkrieg ihren jüngeren Sohn.



GELRE GELDERN GELDERLAND: Band I Seite 34
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"Geschichte und Kultur des Herzogtums Geldern."

XI. 1. RAINALD II. DER ROTE/DER SCHWARZE
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* um 1295, + 12.10.1343
                    Arnheim

Begraben im Kloster Graefentahl

Graf von Geldern 9.10.1362-12.10.1243, Erhebung in den Reichsfürstenstand als "Herzog von Geldern und Graf von Zutphen" am 19.3.1339

a) Erste Heirat am 11.1.1311 zu Roermond mit Sophie de Berthour (+ 6.5.1329, begraben im Kloster
    Graefenthal), Erbin der Herrschaft Mecheln, Tochter von Floris de Berthout (+ 1332), Herrn
    von Mecheln, und der Mathilde von Mecheln. Sophie war die Nichte des Bischofs Wilhelm von
    Utrecht (1296-1301).
b) Zweite Heirat zu Nimwegen am 20.10.1331 mit Eleonore von England (* 8.6.1318, + 22.4.1355
    Deventer, begraben im Minoritenkloster zu Deventer), als Vormund Regentin des Herzogtums
    Geldern 1343-1344, Tochter des Königs Eduard II. von England (* 25.4.1284, + 22.9.1327) und
    der Isabella von Frankreich (* ca. 1292, + 27.8.1357).

Kinder aus erster Ehe:
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XII. 1. Margareta, Erbin von Mecheln
(* um 1320, + 4.10.1344, begraben im Minoritenkloster zu Mecheln)
Verlobt am 1.3.1333 und verheiratet am 4.7.1342 mit Gerhard von Jülich, Sohn des Grafen Wilhelm von Jülich. Margareta verkauft am 1.12.1333 die Herrschaft und die Vogtei Mecheln an die Grafschaft Flandern.
XII. 2. Mechthild
XII. 3. Elisabeth/Isabella
(+ 10.12.1376 Kloster Graefenthal, dort auch begraben), Äbtissin des Klosters Graefenthal.
XII. 4. Maria

Kinder aus zweiter Ehe:
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XII. 5. Rainald III. der Dicke
XII. 6. Eduard



   um 1315
  1. oo Sophie de Berthout, Erbtochter des Grafen Florenz von Mecheln
                  -   1329

    1332
  2. oo Eleonore von England, Tochter des Königs Eduard II.
           8.6.1318-22.4.1355
                          Deventer
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Margarete
          -4.10.1344

  Elisabeth Äbtissin zu Grafenthal
        -   1376

  Mechthild Herzogin von Geldern (1371-1379)
  um 1325-   1384

  1. oo Gottfried Graf von Heinsberg-Millen
                  -   1342

  2. oo Johann Graf von Kleve
                  -   1368

  3. oo Johann II. von Chatillon Graf von Blois
           um 1340-   1381

  Maria Erbin von Geldern
         -   1397

   1362
  oo Wilhelm II. Herzog von Jülich
              -13.12.1393

2. Ehe

  Rainald III.
  13.5.1333-4.12.1371

  Eduard
  12.3.1336-24.8.1371
 
 
 
 

Literatur:
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GELRE GELDERN GELDERLAND. Geschichte und Kultur des Herzogtums Geldern. Verlag des Historischen Vereins für Geldern und Umgebung 2001 Band I Seite 34 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 3 -