Rainald I.                                         Graf von Geldern (1271-1320)
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um 1255-9.10.1326
               Montfort
 

Begraben: Kloster Graefenthal
 

Ältester Sohn des Grafen Otto III. der Lahme von Geldern aus seiner 2. Ehe mit der Philippa de Dammartin, Tochter von Graf Simon von Ponthieu
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Seite 415
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Rainald I., Graf von Geldern
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     + 1326

Trat 1271 die Nachfolge seines Vaters Otto I. in der Grafschaft Geldern an. Schon zu Beginn der Regierungszeit trugen die Stände (Ritterschaft, Städte) die gräfliche Territorialpolitik mit. Sie standen hinter Rainalds Expansionsbestrebungen nach Süden, die nach der 1. Ehe Rainalds mit der Erbtochter von Limburg, Ermengarde (+ 1283), möglich wurden, und billigten nach deren Scheitern in der Schlacht von Worringen (1288) die Verpfändungen der Landeseinkünfte an den Grafen von Flandern, dessen Tochter Rainald I. 1285 in zweiter Ehe heiratete. Sie trugen auch die Ablösung der Pfandschaft durch eine Landessteuer (1293) mit. In der Folgezeit widmete Rainald sich der inneren Konsolidierung des Landes, vor allem durch Erneuerung von Stadtprivilegien. Eine 1312 ausbrechende Geisteskrankheit führte zu Auseinandersetzungen mit seinem Sohn Rainald II., die 1318 durch Eingriff der Stände beigelegt wurden. Rainald I. blieb bis zu seinem Tod nominell Graf von Geldern, aber die Regierung führte sein Sohn.



Thiele, Andreas: Tafel 2
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

RAINALD I.
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* um 1255, + 1326

Rainald I. folgte 1271 und nahm ab 1280 am Erbkrieg um Limburg, mit dem ihn RUDOLF I. VON HABSBURG schon 1274 belehnt hatte, teil. Er erhob gegen Adolf, Graf von Berg, Ansprüche auf das Herzogtum Limburg, besetzte es und wurde von Luxemburg, Nassau und den Erzbischöfen von Köln gestützt. In dem ausbrechenden Kriege kam es am 5.6.1288 bei Worringen zur Schlacht, in der Rainald vom Herzog von Brabant gefangengenommen wurde. Gegen die Verzichtleistung auf alle Ansprüche in Limburg wurde er freigelassen. Er erhielt 1290 als Ersatz die Reichsstatthalterschaft für Friesland ohne dieses Amt wegen seines ständigen Streites mit den Friesen jemals voll ausüben zu können. Er musste 1288/93 Geldern an Flandern verpfänden und löste es mit Hilfe der Stände wieder ein, die damit erstmals politisch aktiv wurden, was der Anlass für ständigen Streit in der Zukunft und Schwächung der gräflichen Macht wurde. Er setzte das weibliche Erbrecht durch, wurde 1308 eine Stütze für Kaiser HEINRICH VII. und 1313 für den Gegen-König FRIEDRICH III. VON HABSBURG, der ihn am 1.8.1317 die Fürstenwürde zugestand, die Kaiser LUDWIG IV. aber nicht bestätigte. Er erwarb unter anderem Montfort und die Grafschaft Kessel westlich der Maas und Cuylenburg und unterstützte das Haus AVESNES 1320 im Holland-Erbkrieg. Er geriet wegen seiner Verschwendungssucht gegen den Sohn, der ihn 1320 für geisteskrank erklärte, was er wohl wirklich war, und wurde abgesetzt.

  1. oo um 1276
          IRMGARD VON LIMBURG-BERG
                    + 1282

Tochter und Erbin des Herzogs Walram V.

  2. oo 1286
          MARGARETE DE DAMPIERRE
                      + 1331

Tochter des Grafen Guido von Namur-Flandern, Witwe des Erbprinzen Alexander von Schottland
(6 Kinder)



GELRE GELDERN GELDERLAND: Band I Seite 34
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"Geschichte und Kultur des Herzogtums Geldern."

X. 3. RAINALD I. DER STREITBARE
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* um 1255, + 9.10.1326
                    Montfort

Begraben am 21.10.1326 im Kloster Graefenthal

Graf von Geldern 10.1.1271-9.10.1326 (1318 abgesetzt), Herzog von Limburg 1280-1288, 1317 Erhebung in den Reichsfürstenstand durch den deutschen Gegen-König FRIEDRICH DEN SCHÖNEN VON ÖSTERREICH.

a) Erste Heirat um 1276 mit Ermgard von Limburg (+ Juni 1283, begraben im Kloster Graefenthal),
    Erbin des Herzogtums Limburg, Tochter von Herzog Walram VI. von Limburg (+ 1280) und der
    Jutta von Kleve (+ 1275).
b) Zweite Ehe zu Namne/Namur am 3.7.1286 mit Margareta von Flandern (+ 1331), begraben im
    Kloster Graefenthal), Tochter von Guido de Dampierre (* 1225/26, + 1304), Graf von Flandern
    und Namen/Namur, und der Isabella von Luxemburg (+ 1298); Cousine ersten Grades von
    Kaiser HEINRICH VII. (1308-1313) und Witwe des Prinzen Alexander von Schottland.

Kinder (alle aus zweiter Ehe)
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XI. 1. Rainald
XI. 2. Guido
(+ nach 1315 Arnheim, begraben zu Arnheim).
XI. 3. Philipp
(+ jung).
XI. 4. Elisabeth (Isabella), Äbtissin von St. Klara zu Köln
(+ 1354 Kloster St. Klara), verlobt am 9.8.1299 mit Gottfried von Brabant, Herrn von Aerschot (+ 1302); versprochen 1314 dem Herzog Albrecht II. von Österreich (* 1298, + 20.7.1358) oder dessen Zwillingsbruder, Herzog Heinrich von Steiermark (* 1298, + 3.2.1327), beide Söhne von König ALBRECHT I. (1298-1308) und der Elisabeth von Görz-Tirol (* 1262/63, + 1313) sowie Brüder des Gegen-Königs FRIEDRICH DES SCHÖNEN (* 1298, + 1330).
XI. 5. Philippa
(+ 23.8.1352), Nonne von St. Clara zu Köln.
XI. 6. Margareta



   um 1276
  1. oo Irmengard von Limburg, Tochter des Grafen Walram IV.
                  -   1283

   3.7.1286
  2. oo 2. Margarete de Dampierre, Tochter des Grafen Guido von Namur
                        -   1331

        15.9.1282
        1. oo Alexander Erbprinz von Schottland
                 26.1.1263-28.1.1283
 
 
 
 

Kinder:
2. Ehe

  Rainald II. der Schwarze
  um 1295-12.10.1343

  Isabella (Philippa) Nonne zu Köln
        -   1352
         Köln

  Elisabeth Äbtissin in Köln
       -   1354

  Margarete
          -   1333

  oo Dietrich VIII. Graf von Kleve
              -7.7.1347
 
 
 

Literatur:
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GELRE GELDERN GELDERLAND. Geschichte und Kultur des Herzogtums Geldern. Verlag des Historischen Vereins für Geldern und Umgebung 2001 Band I Seite 34 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 2 -