Gerhard I. der Flaminius                Graf von Geldern (1096-1129)
------------------------------               Graf von Wassenberg
1085?-24.10.1129
 

Sohn des Grafen Dietrich I. Flamens
 

Thiele, Andreas: Tafel 1
*************
Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 -

GERHARD I. "FLAMINIUS"
-------------------------------------
    + vor 1138

Gerhard I. der Flaminius war unter anderem Vasall der deutschen Könige, der Erzbischöfe von Köln, der Bischöfe von Utrecht und der Herzöge von Brabant, was Anlass vieler Fehden seines Hauses mit diesen Lehensherren wurde. Er war neben dem Grafen von Luxemburg und dem Herzog von Brabant größter Territorialherr in Nieder-Lothringen. Er blieb als einziger Fürst dieser Region strikt kaiserlich und geriet damit besonders gegen die Erzbischöfe von Köln. Er stritt mit ihnen auch wegen dem Erzstift, entfremdeter Vogteien und wegen Zollrechten. Er war unter anderem Vogt von Erkelenz, Roermund und Utrecht, dehnte im Stift Utrecht seine Macht bedeutend aus und geriet damit gegen die Bischöfe und die Grafen von Holland, die in Utrecht gleiche Interessen verfolgten.

  oo CLEMENTIA-ERMENGARD VON POITOU
                          + nach 1129

Tochter des Herzogs Wilhelm VII. von Aquitanien, Witwe des Grafen Konrad I. von Luxemburg



GELRE GELDERN GELDERLAND: Band I Seite 32
*******************************
"Geschichte und Kultur des Herzogtums Geldern."

IV. 1. GERHARD III. (I. VON GELDERN)
--------------------------------------------------------
* um 1060, + vor dem 8.3. um 1129

[55 Merckens (Anm. 6), Seite 80.]

[56 Sloet, Oorkondenboek, Nr. 253: Gerhardus Longus de Gelere. Es wird hierbei vorausgesetzt, dass Gerhard der Lange (also Gerhard der Junge) zu diesem Zeitpunkt seinem Vater bereits gefolgt ist. Gerhards III. Sohn hieß ebenfalls Gerhard: Gerhardus comes de Gelleren et filius eius Gerhardus (ebd., Nr. 228). Der Zeitpunkt des Todes Gerhards I. von Geldern ist unbekannt, und es ist nicht geklärt, ab wann ihm ein mündiger Nachfolger zur Verfügung stand. Gerhard I. könnte inzwischen so alt gewesen sein, dass es ihm unmöglich wurde, den Königshof aufzusuchen. Dies könnte erklären, warum nach dem März 1131 (MGH DD L III, Nr. 33) kein Graf von Geldern mehr eine Urkunde LOTHARS III. bezeugte, obwohl der König sich öfter am Niederrhein aufgehalten hatte (Schiffer, Seite 38.)]

1085 Graf von Wassenberg, 1096 erstmals als Graf von Geldern erwähnt [57 Gerhard III. benannte sich abwechselnd nach Wassenberg (erster Beleg: Sloet, Oorkondenboek = MGH DD H IV, Nr. 394 aus dem Jahr 1087) und nach Geldern (erster Beleg; Sloet, Oorkondenboek, Nr. 196 aus dem Jahr 1096): 1085 Graf von Wasserberg, mit seinem avunculus Goswin I. von Heinsberg, 1087; 1096 und 1099 Graf von Geldern; 1101 von Wassenberg; 1104-1111 von Geldern; 1112 mit Sohn Gerhard; 1117 von Wassenberg und von Geldern, jedesmal mit Sohn Gerhard; 1118 mit Bruder Heinrich; 1122 von Geldern, 29. März mit Sohn; 1122/25 mit Sohn Gerhard; 1123,1128,1129 von Geldern. 1118 setzte sich Geldern bei der Benennung durch. Gerhard III. muss mindestens bis 1129 gelebt haben und hatte nachweislich einen Sohn gleichen Namens, der erstmals 1112 erwähnt wurde. Es lässt sich nicht feststellen, wann die beiden Gerharde gestorben sind und ob der Sohn die Grafenrechte ausgübt hatte. Zwischen März 1131 (MGH DD L III, nr. 33) und dem 9. April 1138 (MGH DD K III, Nr. 3) findet sich kein Quellenbeleg für einen geldrischen Grafen, bis Ostern 1138 Heinrich I., der Enkel Gerhards III., als Graf von Geldern erwähnt wird. Ob die zwischen 1085 und 1131 belegten Gerharde eine Person sind oder nicht, ist nicht entscheidbar.]. "Landgraf" 1096 [58 MGH DD H IV, Nr. 459. Schiffer (Seite 25), vermutet, dass der König den Ausfall der niederlothringischen Herzogsgewalt (der Herzog führte den Ersten Kreuzzug an) mit der Einsetzung zumindest eines Landgrafen ausgleichen wollte.]

Sohn von Heinrich (III. 1.)

a) Erste Ehefrau unbekannt
b) Zweite Ehefrau (nach 1086): Clementia von Poitou gt. von Gleiberg (* 1046/59, + nach 1129), Tochter des Grafen Wilhelm Aigret von Poitou (1023-1058), Herzog von Aquitanien, und der Ermesinde von Longwy (+ nach 1058). Witwe des Grafen Konrad von Luxemburg (* 1086)

Tochter aus erster Ehe:
----------------------------
V. 1. Jolante
(* um 1090). Verheiratet in erster Ehe (ab ca. 1107) mit dem Grafen Balduin III. von Hennegau (* 1087/88, + 1120), Sohn des Grafen Balduin II. von Hennegau und der Ida von Löwen; in zweiter Heirat (ab ca. 1122) mit Gottfried de Bouchain, Burggrafen von Valenciennes.

Kinder aus zweiter Heirat:
--------------------------------
V. 2. Jutta/Judith, Erbin von Wassenberg
(* um 1090, + 24.6.1151)
Sie heiratet um 1107 Walram I. den Heiden, Grafen von Arel/Arlon und von Limburg (um 1085-1139), Sohn des Grafen Heinrich von Limburg (um 1060-1119), des Pfalzgrafen bei Rhein und von Lothringen, und der Adelheid von Botenstein.


  oo 2. Clementia von Poitou, Tochter des Herzogs Wilhelm VII.
                   - nach 1129

     1. oo 2. Konrad I. Graf von Luxemburg
                  um 1040-8.8.1086
 
 
 
 

Kinder:

  Adelheid
         -

  oo Ekbert Graf von Tecklenburg
              -

  Gerhard II. der Lange
        - vor 14.9.1141

  Jutta Erbin von Wasserberg
         -24.6.1151

 1110
  oo Walram III. Graf von Limburg
               -16.7.1139 (6.8.1139 Isenburg)

  Jolanthe
       -

 um 1107
  1. oo Balduin III. Graf von Hennegau
          um 1087-    1120

  2. oo Godefroi de Ribemont de Bouchain
                   -
 
 
 
 

Literatur:
-----------
GELRE GELDERN GELDERLAND. Geschichte und Kultur des Herzogtums Geldern. Verlag des Historischen Vereins für Geldern und Umgebung 2001 Band I Seite 32 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 1 -