Liutfrid I.                                                   Graf von Tours
-----------                                                 Laienabt von Münster-Granfelden
um 800/05-  865/66
 

Sohn des Grafen Hugo von Tours und der Ava
 

Heinrich Büttner:
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"Die Geschichte des Elsaß"

Liutfrid, Vertrauter Lothars II., förderte dessen Verbindung mit Walderada aufs lebhafteste.
Unter LOTHAR I. war Münstergranfelden an den Bruder seiner Gemahlin Irmgard, den Grafen Liutfrud aus dem Elsaß gekommen. Im dem Geschlecht Liutfrids erbte sich der Besitz der Abtei fort, bis auf das Eingreifen OTTOS I. hin Münstergranfelden dem Haus der LIUTFRIDEN 961 oder 967 wieder entzogen wurde.
 
Gerd Tellenbach: Seite 57
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"Der großfränkische Adel"

Von ihren Söhnen überlebte die Eltern Liutfrid, der gewiß schon bei Aussöhnung LOTHARS mit seinem Vater die Familiengüter nördlich der Alpen zurückerhielt. Liutfrid I. und sein Sohn Liutfrid II. hatten wohl im Elsaß ihre eigentliche Basis, aber auch in Italien sind sie durch ihre Verbindungen und ihren Einfluß bedeutend gewesen. Sie halten sich bald diesseits, bald jenseits der Alpen auf. An ihnen erkennt man recht deutlich, wie es im späteren 9. Jahrhundert noch möglich war, in verschiedenen Teilreichen zu leben und zu wirken. Es ist bezeichnend, dass Liutfrids I. Tochter Ava Gattin des mächtigen Unruoch von Friaul wurde.

Franz Vollmer: Seite 139,170
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"Die Etichonen"

Hugos Sohn Liutfrid ist nur noch im Elsaß und in Oberitalien interessiert.
Neben den um 835 jung und ohne erkennbare Nachkommen verstorbenen Hugo hat Hugo von Tours einen 2., gut bezeugten Sohn Liutfrid, der bei KAROLINGER-Herrscherns seiner Zeit eine beachtliche Rolle spielt und Stammvater einer bis um das Jahr 1000 als Inhaber der Sundgaugrafschaft und der Laienabtrechte des Juraklosters Granfelden nachweisbaren Linie der LIUTFRIDE wird. Liutfrid wird mehrfach ausdrücklich Onkel Lothars II. genannt und steht bei diesem in hoher Gunst. Er tritt offen für das Konkunbinat dieses Sohnes seiner Schwester Irmingard mit Waldrada ein. Er hat eine große Stellung in der zeitgenössischen Politik und ist der Erbe des Ansehens seines Vaters Hugo von Tours. 849 spricht ihn LOTHAR I. als "illuster comes" an, 860 nimmt er am Tage zu Koblenz teil. Im Auftrag Lothars II. geht er ein Jahr danach nach Italien zu Papst Nikolaus und 865 zu Kaiser LUDWIG II. Wie sein Vater Hugo ist auch Liutfrid eng mit Italien verbunden. Hier hat er von seinen Eltern die Stellung in der Lombardei übernommen. Monza wird als sein Lehen namentlich genannt. Wie der Vater Hugo wird Liutfrid in Oberitalien ebenfalls als dux angeredet; in dieser Eigenschaft wohl hält er 845 im Herzogshof von Trient Gericht. Beim Aufgebot von 846 war Liutfrid "missus in prima sacra", er rechnet ganz eindeutig zu den Großen Italiens.
Neben der oberitalienischen Stellung hat Liutfrid aber auch am Oberrhein feste Wurzeln. Hier tritt er vor allem als "dominus" der Juraabtei Münster-Granfelden hervor. Auch LOTHARS I. Diplom von 849 anerkennt ihn in dieser eigenkirchlichen Rechtsstellung, und vielleicht geht der Verleihung dieser Abtei an den Bruder der Kaiserin Irmingard gerade auf LOTHAR selbst zurück. Sein Todesdatum läßt sich recht eindeutig auf 865/66 festlegen.
Liutfrids Gemahlin ist nicht bekannt, doch wissen wir von einer Tochter und 2 Söhnen. Als seine Tochter ist mit großer Wahrscheinlichkeit Ava, die Gemahlin des Markgrafen Unruoch aus der Friauler Herzogsfamilie, ausgemacht worden , und als Kind dieser Ehe hat man eine Gisela erschlossen.
 
 
 
 
  oo N.N.
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Kinder:

  Hugo
         -
 
  Liutfrid II.
       -
 
  Ava
        -
 
  oo Unruoch III. Herzog von Friaul
      840-1.7.874