Otbert I.                                          Pfalzgraf von Italien
-----------                                         Markgraf
    - vor 15.10.975
 

Sohn des Grafen Adalbert I. aus altem langobardischen Adel
 

Thiele, Andreas: Tafel 29
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

OTBERT I.
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    + 975

Sohn des Grafen Adalbert aus altem langobardischen Adel

Otbert I. folgte seinem Vater zu Tortona, wurde Graf, erschien als Gegner von König Berengar II. von Italien und wurde deshalb von Kaiser OTTO DEM GROSSEN gefördert und um 962 zum Pfalzgrafen von Italien ernannt. Er erhielt das Kloster Bobbio als kaiserliches Lehen und baute eine Hausmacht aus.



 

Adalbert: Seite 215
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"Fortsetzung des Regino." in: Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte Band VIII

Die Jahre 958-960.
 
Im J. d. g. M. 958 feierte der König das Osterfest in Inglenheim, von wo er zu Schiffe nach Köln ging, um dort einen Hoftag zu halten. In demselben Jahre wird auf Betrieb des Erzbischofs Brun Graf Reginher verhaftet und zu den Slaven in die Verbannung  geschickt. Frideric wird mit Herolds Zustimmung in Inglenheim  in Gegenwart des Königs in der Osterwoche auf einer Synode  von 16 Bischöfen, die dort gehalten wurde, als Erzbischof von Salzburg ordinirt. Alewic der Abt des Klosters Reichenau verschied. Ekkehard folgte auf ihn. Gralo, der Abt des Klosters St. Gallen, verschied. Burchard folgte auf ihn. Im J. d. g. M.
 
959 griff der König wieder die Slaven an, wobei Thietmar getödtet wird. Gesandte von Helena der Königin der Ruger, die unter Romanus, dem konstantinopolitanischen Kaiser getauft worden ist, kommen zum Könige (fälschlich wie man nachher erkannte) um zu bitten, daß ein Bischof und Priester für dasselbe Volk ernannt werden möchten. In demselben Jahre wird Hagano der Abt von Heresfeld vom Schlage getroffen. Im J. d. g. M.
 
960 feierte der König Weihnachten in Franconofurt, wo Libutius aus den Klosterbrüdern von St. Alban von dem ehrwürdigen Bischof Adaldag für das Volk der Ruger als Bischof ordinirt wird. Günther wird auf das Verlangen Haganos als Abt einsetzt. In demselben Jahre zieht der König wiederum gegen die  Slaven. Es kommen auch der Diakon Johann und der Geheimschreiber Azo als Gesandte vom apostolischen Stuhl, um den König zur Vertheidigung Italiens und der römischen Republik gegen die  Tyrannei Berengars aufzurufen. Auch Walbert der Erzbischof von Mailand und Waldo der Bischof von Como und der Markgraf Opert kamen, flüchtig vor Berengar, zu dem Könige nach Sachsen;  aber auch beinahe alle übrigen Grafen und Bischöfe von Italien fordern ihn durch Briefe oder Gesandte auf, zu ihrer Befreiung zu kommen. Geilo, der Abt von Wizenburg, starb und Gerric folgte ihm.

Pauler Roland: Seite 30,46
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"Das Regnum Italiae in ottonischer Zeit"

Recht bald nach OTTOS I. Ankunft in Italien scheint sich Bischof Ingo ihm angeschlossen zu haben, denn am 27. September 962 nahm er an einem placitum in Pavia teil, in dem unter Leitung des Pfalzgrafen Otbert dem Bischof Bruning von Asti ein zwei Tage zuvor ebenfalls in Pavia ausgestelltes Privileg OTTOS I. bestätigt wurde.
Die Markgrafschaft der OTBERTINER, die in der 1. Hälfte des 10. Jahrhunderts entstanden war, umfaßte in der Zeit HEINRICHS II. die Grafschaften Mailand, Tortona, Genua und Luni. Spätestens 1021, wahrscheinlich aber schon unter OTTO II. oder OTTO III., gehörte Mailand zu dieser Mark; Genua stand spätestens 994 unter der Herrschaft der OTBERTINER, doch bewahrten sich die Bürger der Stadt große Eigenständigkeit. Tortona dürfte schon unter Otbert I. (+ 975) zur Mark gehört haben, während Luni vielleicht erst von Otbert II. (+ 1014) erworben wurde.
Ohne Zweifel begünstigten die OTTONEN den Aufbau dieses Machtkomplexes, der sich von der Lombardei über Ligurien bis in die Toskana erstreckte, denn, wie gezeigt, gelangte ein Großteil der Grafschaften erst unter den OTTONEN in den Machtbereich dieses Hauses. Als Erklärungsmöglichkeit für den Aufstieg der OTBERTINER bietet sich an, daß Otbert I. an der Gesandtschaft beteiligt war, die OTTO I. 960 nach Italien gerufen hatte. Diesen rein persönlichen Motiven für die Begünstigung widerspricht jedoch, daß die Grafschaft Pavia, die nach der Absetzung des Grafen Bernhard vakant geworden war, dem Markgrafen von Turin und nicht Otbert I. übertragen wurde, obwohl er OTTOS Pfalzgraf war, und die Grafschaft Pavia seinen Herrschaftsbereich, zu dem sicher schon Tortona gehörte, abgerundet hätte. Noch deutlicher zeigt sich die Tendenz der kaiserlichen Politik, keinen zusammenhängenden Großraum für die OTBERTINER schaffen zu wollen, als unter OTTO III. die Grafschaft Pavia wieder vakant wurde, den OTBERTINERN wahrscheinlich schon Mailand unterstellt war, und der Kaiser die Grafschaft Pavia wiederum nicht an einem OTBERTINER vergab, sondern an den Grafen Otto von Lomello, wodurch gleichsam ein Keil zwischen die otbertinischen Machtbereiche Mailand und Tortona getrieben wurde.

Holtzmann Robert: Seite 188-190
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"Geschichte der sächsischen Kaiserzeit"

Jetzt glaubte Berengar, nachdem er seine Herrschaft in Oberitalien wieder gefestigt und seine Widersacher, wie den Erzbischof Walpert von Mailand, den Bischof Waldo von Como und den Markgrafen Otbert, den Stammvater des Hauses ESTE, vertrieben hatte, die Zeit gekommen zu einem Krieg gegen das Herzogtum Spoleto.
Die vertriebenen geistlichen und weltlichen Herrn wurden in ihre Ämter zurückgeführt, Markgraf Otbert zum Pfalzgrafen von Italien ernannt.

Bresslau Harry: Band I Seite 415-430
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"Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II."

Der zweifellos feststehende Ahnherr des Otbertinischen Hauses ist Otbert I.; und diesem begegnen wir zum ersten Mal mit absoluter Sicherheit im Jahre 960, als er schon Markgraf genannt (Cont. Regin. 960: Opertus marchio; Liudpr. Hist. Ott. cap. 1: illustris marchio Otbertus), bei OTTO I. Zuflucht vor dem Wüten Berengars suchte. Bei zwei früheren Urkunden, die man mit ihm in Verbindung gebracht hat, ist es doch nicht so völlig gewiß, daß wir es wirklich mit unserem Mann zu tun haben. Wenn in einer Urkunde des Markgrafen Amlarich von Mantua von 948 ein Opertus comes im Text und als erster Zeuge erwähnt wird, so haben wir doch außer dem nicht seltenen Namen und den eben so wenig ausgiebigen Tatsachen, daß spätere OTBERTINER, wie in ganz Mittelitalien, so auch in der Gegend von Rovigo und Ferrara begütert waren, keinen Anhaltspunkt, den Grafen von 948 mit unserem Markgrafen von 960 zu identifizieren. Etwas günstiger steht es mit einem Diplom Berengars und Adalberts vom 23. Januar 951, das interventu ac petitione Odeberti marchionis erlassen ist, und in welchem auch Dümmler unseren Ahnherrn der OTBERTINER zu erkennen glaubt; doch ist auch hier nicht völlig ausgeschlossen, daß etwa der Markgraf Hubert von Tuszien, der wiederholt Obertus genannt wird, gemeint ist. Fest steht dagegen, daß unser Otbert I. der Sohn eines Adalberts I. war, der gleichfalls schon marchio heißt; sein Sohn Adalbert II. wird in einer Urkunde von 1011 einmal als Adalbertus marchio, fil. b. m. Obberti qui Oppitio, ein anderes Mal als Adalbertus fil. b. m. Obberti et nepus b. m. Adalberti qui fuit similiter marchio bezeichnet.
Otbert I. ist dann spätestens im September 962 zum Pfalzgrafen ernannt worden, und die Zeugnisse für seine Tätigkeit im Hofgericht sind häufig genug. Sie reichen dafür bis zum 20. August 972; an diesem Tage ist das letzte Placitum Otberts, von dem wir wissen, abgehalten; aus der Urkunde darüber erfahren wir zugleich, daß er Kloster Bobbio von Kaiser zum Besitz erhalten hatte. Gestorben ist er vor dem 15. Oktober 975; von diesem Datum an ist ein Vertrag seiner Söhne Adalbert II. und Otbert II. mit dem Bischof Alberich von Pisa (Adalbertus et Obertus germani marchiones, filli b. m. Otberti marchio et comes palatii). Außer diesen beiden Söhnen muß aber Otbert I. noch einen dritten, gleichfalls Adalbert (III.) oder Albert genannt, hinterlassen haben; denn in einem Placitum OTTOS III. von 996 (St. 1064) werden beklagt: Adalbertus marchio et Alberto germani filii quondam Holberti. Nun läge zwar die Vermutung nahe, daß hier Alberto für Atberto oder Otberto verlesen oder verschrieben wäre, so gut wie Holberti offenbar für Otberti oder Hotberti verlesen oder verschrieben ist. Allein die Existenz eines dem ersten gleichnamigen dritten Sohnes Otberts I. läßt sich auch anderweit erweisen. Adalbert II. nämlich, den wir als den ältesten Sohn Otberts I. zu betrachten Grund haben, da er im Juli 972 seinen Vater im Hofgericht als Pfalzgraf vertrat und auch in dem oben angeführten Vertrag von 975 zuerst genannt wird, war im März 1000 bereits verstorben; damals urkundet Adelbertus marchio filius beatae memoriae item Adelberti, der zu Langobardischem Recht lebt; und seinen Tod bestätigt eine Urkunde seiner Tochter Bertha (Berta filia beatae memoriae Adelberti marchio), die mit dem Grafen Lanfrank von Piacenza vermählt war, vom Juli 1002. Da nun aber ein Albertus marchio (so unterschreibt er sich) der Sohn Otberts I. noch 1002, ja vielleicht noch 1011 lebt, so müssen wir in der Tat außer Otbert II. zwei Adalberte als Söhne Otberts I. angenommen werden. Verfolgen wir nun diese Nachkommen Otberts I. im Einzelnen, und beginnen wir mit demjenigen, dessen Linie sich am sichersten nachweisen läßt.
 
 
 
 

  oo N.N.
              -
 
 
 
 

Kinder:

  Otbert II.
         - nach 1014/21

  Adalbert II.
         - um 1000

  Adalbert III.
        - ca. 1002
 
 
 
 

Literatur:
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Adalberts Fortsetzung des Regino. in: Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte Band VIII Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1977 Seite 215 - Bresslau Harry: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II. Verlag von Duncker&Humblot Leipzig 1879 Band I Seite 415-430 - Brunhofer, Ursula: Arduin von Ivrea. Untersuchungen zum letzten italienischen Königtum des Mittelalters. Arethousa Verlag Augsburg 1999 Seite 50,53,55,57,95,100,101,211,213,241,367,377, 379 - Gregorovius Ferdinand: Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter. dtv-Bibliothek 1978 Band I Seite 616 - Hlawitschka, Eduard: Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962), in Forschungen zur Oberrheinischen Landesgeschichte Band VIII Eberhard Albert Verlag Freiburg im Breisgau 1960 Seite 74,95,106,118,136,188,201,218,231,239, 244-245 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 188-190 - Liudprands von Cremona: Werke in: Quellen zur Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Band VIII Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1977 Seite 496 - Pauler Roland: Das Regnum Italiae in ottonischer Zeit. Max Niemeyer Verlag Tübingen 1982 Seite 10,19,30,46,48,50,66, 77,106,112,118,136 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 29 -