Mathilde von Meißen                     Gräfin von Eilenburg
---------------------------                    Markgräfin der Lausitz
um 997-2.2. um 1030
 

3. Tochter des Markgrafen Ekkehard I. von Meißen und der Suanehild Billung von Sachsen, Tochter von Herzog Hermann
 

Althoff, Gerd: Seite 389
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                             G 13

Lü:    2.2.      Matthild com

Diesen Namen trug einmal die mit dem WETTINER Thiadrich (G 156) verheiratete Tochter Ekkehards von Meißen (G 42), deren Todestag nicht bekannt ist. Da sich viele Mitglieder der EKKEHARDINER im Lüneburger Necrolog finden (vgl. Kommentar G 42), ist ihre Aufnahme ins Necrolog denkbar. Hinzuweisen ist aber auch auf Mathilde, die Gründerin von Helmarshausen, da deren Mann Ekkehard, der wohl mit den BILLUNGERN verwandt war, wahrscheinlich im Lüneburger Necrolog genannt ist, vgl. dazu den Kommentar G 10.



Schwennicke Detlev: Tafel 143
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

MATHILDE
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    +

  oo DIETRICH (WETTIN)
              + 19.XI. 1034 ermordet

Graf 1017 in Eilenburg
1021 Graf im Hassegau



Thiele Andreas: Tafel 180
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

MATHILDE
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  oo DIETRICH I. Markgraf der Nieder-Lausitz
             + 1034



Glocker Winfrid: Seite 335
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"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik"

VIII. 8. MATHILDE
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    + (?) II 2

  oo DIETRICH, Graf ("comes orientalium")
            + 1034 XI 19

Zu Mathilde vgl. Schölkopf, Grafen Seite 68, und Althoff, Adelsfamilien G 13, zu Dietrich Schölkopf Seite 103 f. und Althoff G 166.



CHRONIK VOM PETERSBERG nebst der GENEALOGIE DER WETTINER: Seite 231-232
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Graf Dietrich <II.> also nahm zur Frau eine Tochter des Markgrafen Ekkehard <I. von Meißen, 985-1002>, der auf einem Königshof namens Pöhlde [Polite] <Krs. Osterode> erschlagen worden war, namens Mathilde [Machtildis], eine Schwester der <meißnischen> Markgrafen Hermann <I., ? 1009-1031> und Ekkehard <II., ? 1028-1046> sowie Gunthers <Eb. von Salzburg 1024-1025> und mütterlicherseits <aus der ersten Ehe von Mgf. Ekkehards I. Frau Schwanhild> des Markgrafen Gero <II. von der Nieder-Lausitz, 979?-1015?>.
Graf Dietrich <II.> also zeugte folgende Söhne: Friedrich, Dedi <II.>, Thimo, Gero, Konrad und Rikdag [Riddag] sowie eine Tochter Hidda.

Rupp Gabriele: Seite 202
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"Die Ekkehardiner, Markgrafen von Meißen, und ihre Beziehungen zum Reich und zu den Piasten"

Die dritte Tochter Ekkehards und Swanhildes hieß Mathilde. Zwar erwähnt Thietmar sie nicht in seiner Chronik, doch die Genealogia Wettensis nennt sie "filiam Eckihardi marchionis, qui in regia curte, que Polite dicitur, interfectus est, Machtildam nomine, sororem Herimanni et Eckehardi marchionis et Guntheri et ex matre Geronis marchionis". Insofern ist ihre Herkunft und Identität sichergestellt.
Mathilde heiratete den WETTINER Dietrich, der 1034 von Vasallen ihres Bruders Ekkehard II. getötet wurde. Aus dieser Ehe gingen sechs Söhne und eine Tochter hervor. Mathilde und ihre Kinder wurden zwar im Testament Ekkehards II. nicht bedacht, doch übernahmen ihre Söhne in der Folgezeit die Stellung der EKKEHARDINER im östlichen Grenzgebiet. Die Hauptbesitzungen - die Nieder-Lausitz und die Gaue Nizizi und Siusili-Eilenburg - gingen auf Mathildes und Dietrichs ältesten Sohn Dedi über.
Die beiden jüngeren Söhne, Thiemo - im Naumburger Westchor als Stifter verewigt - und Gero, erhielten die Güter im Gau Neletici, die Grafschaften Brehna und Wettin, die nun zuerst mit dieser Bezeichnung auftauchen. Mathilde kann somit als Stammutter des wettinischen Geschlechts bezeichnet werden.
Eventuell ist ihr Todestag zum 2. Februar im Lüneburger Nekrolog verzeichnet.

Fenske, Lutz: Seite 54 A. 146
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"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen"

Dieser Mangel ist durchaus verständlich. Beide waren Enkel des Markgrafen Dietrich, der mit Mathilde, der Tochter Markgraf Ekkehards I., verheiratet war und 1034 ermordet wurde. Aus dieser Ehe waren sechs Söhne hervorgegangen. Das Erbgut Markgraf Dietrichs zerfiel also bereits in viele Teile.

Hlawitschka Eduard: Seite 25,36
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"Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands. Zugleich klärende Forschungen um „Kuno von Öhningen“

Wichtigere Argumente aber waren das Auftauchen ottonischerNamen wie Liudgard, Oda, Mathilde und Brun unter den Kindern und Geschwistern Ekkehards von Meißen [Zur Familie Ekkehards vgl. R. Schölkopf, Die sächsischen Grafen (918-1024), Göttingen 1957, Seite 64f; E. Hlawitschka, Merkst Du nicht Seite 290 und 306 Anm. 58.] sowie das zweimalige Auftreten des Namens Ekkehard in einem Reichenauer Gedenkeintrag der Familie HEINRICHS I. aus dem Jahre 929.
Althoff lehnt es ab, im Auftauchen ottonischer Namen - Liudgard, Oda, Mathilde und Brun - innerhalb der Familie Ekkehards von Meißen einen Hinweis auf Verwandtschaftsbeziehungen der EKKEHARDINER zu den OTTONEN zu sehen; die Namen Oda und Mathilde seien durch Swanhild, die Gemahlin Ekkehards von Meißen, an die EKKEHARDINER gekommen.

Hlawitschka, Eduard: Seite 290,306 Anm. 58
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"'Merkst Du nicht, daß Dir das vierte Rad am Wagen fehlt?‘ Zur Thronkandidatur Ekkehards von Meißen (1002) nach Thietmar, Chronicon IV c. 52"

Einen ersten Anhaltspunkt, um in unserer Frage weiterzukommen, scheint mir indessen ein Blick auf die Namen der Kinder und Geschwister Ekkehards von Meißen zu liefern. Unter seinen Kindern findet man da zum Beispiel eine Liudgard, eine Oda und eine Mathilde [Zu Ekkehards Tochter Mathilde vgl. die Genealogia Wettinensis, hg. von E. Ehrenfeuchter (MGH SS 23, 1874) Seite 227. Diese nennt sie 'filiam Ekehardi marchionis, qui in regia curte, que Polite dicitur, interfectus est, Machtildem nomine, sororem Hermanni et Ekkehardi marchionis et Guntheri et ex matre Geronis marchionis'. Da Markgraf Gero aus Schwanhilds erster Ehe mit Markgraf Thietmar stammte, ist kein Widerspruch oder Zweifel möglich.]. Es sind Namen aus dem Bereich der OTTONEN-Familie. Mathilde war der Name der Gemahlin HEINRICHS I. und nach ihr sind mehrere ottonische Prinzessinnen benannt worden; so eine Tochter OTTOS DES GROSSEN (Äbtissin von Quedlinburg, gest. 999), eine Tochter von OTTOS DES GROSSEN Schwester Gerberga (2. Gemahlin König Konrads von Burgund), eine Tochter Liudolfs, des Sohnes OTTOS DES GROSSEN (Äbtissin von Essen, gest. 1011), eine Tochter OTTOS II. (Gemahlin des Pfalzgrafen Ezzo), die selbst auch wiederum eine Tochter Mathilde hatte (Äbtissin von Villich) etc.

Pätzold Stefan: Seite 15,95,272
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"Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221"

Der hervorragende Rang von Dietrich, welcher mit Mathilde, der Tochter des Markgrafen Ekkehard I. von Meißen, verheiratet war [Gen. Wettinensis, Seite 227, Zeile 6f. und Chronicon Montis Sereni zu 1171, Seite 155, Zeile 8-19. Mathilde wird nur in den beiden Lauterberger Texten erwähnt; vgl. Lübke, Regesten 3, 421 und unten Seite 272 und 275.], wird auch daran erkennbar, daß er zusammen mit Markgraf Hermann von Meißen sowie dem kaiserlichen Kämmerer Friedrich im Jahre 1018 den Frieden von Bautzen beschwor.
Mit Ekkehard I. von Meißen waren die WETTINER durch die Ehe zwischen dessen Tochter Mathilde und Dedos Sohn Dietrich II. verbunden.
Der Verfasser setzt mit Dietrich I. ein, fügt Nachrichten über Dedo I. an und erwähnt dann Dedos Sohn Dietrich sowie dessen Ehefrau, die EKKEHARDINGERIN Mathilde, bevor er auf Friedrich I. eingeht.
 
 
 
 

1010
  oo Dietrich II. Graf von Eilenburg
       um 990-19.11.1034 ermordet
 
 
 
 

Kinder:

  Dedi II. Markgraf der Lausitz
          -  10.1075

  Thimo Graf von Wettin
          -9.3. um 1091

  Gero Graf von Brehna
          - um 1089

  Friedrich Bischof von Münster (1063-1084)
         -18.4.1084

  Konrad Graf von Camburg
          -17.1.

  Rikdag
         - jung

  Hidda
        -

  oo Spitignew II. Herzog von Böhmen
      1031-28.1.1061
 
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff, Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Wilhelm Fink Verlag München 1984 Seite 389 - CHRONIK VOM PETERSBERG nebst der GENEALOGIE DER WETTINER, fliegenkopf verlag Halle 1996 Seite 231-232 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 54 A. 146 - Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989 Seite 335 - Hlawitschka, Eduard: ‚Merkst Du nicht, daß Dir das vierte Rad am Wagen fehlt?‘ Zur Thronkandidatur Ekkehards von Meißen (1002) nach Thietmar, Chronicon IV c. 52, in: Geschichtsschreibung und geistiges Leben im Mittelalter. Festschrift für Heinz Löwe zum 65. Geburtstag, hg. Von Karl Hauck und Hubert Mordeck, Köln/Wien 1978, Seite 290,306 Anm. 58 - Hlawitschka Eduard: Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands. Zugleich klärende Forschungen um „Kuno von Öhningen“, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1987, Seite 25,36,41 - Pätzold Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997, Seite 15,95, 272,275 - Rupp, Gabriele: Die Ekkehardiner, Markgrafen von Meißen, und ihre Beziehungen zum Reich und zu den Piasten, Peter Lang GmbH Frankfurt am Main 1996 Seite 202 - Schölkopf Ruth: Die sächsischen Grafen 919-1024. Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens 22. Göttingen 1957 Seite 64 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 143 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 180 -