Ekkehard II.                                    Markgraf von Meißen (1038-1046)
----------------                                   Graf im Gau Chutici und im Burgward Teuchern
um 985-24.1.1046

Begraben: Naumburg
 

Jüngerer Sohn des Markgrafen Ekkehard I. von Meißen und der Suanehild Billung von Sachsen, Tochter von Herzog Hermann
 

Althoff Gerd: Seite 389
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen."

                                           G 11

Lü:   24.1.   Eggibertus com      + 1046   Markgraf von Meißen

Neben Markgraf Ekkehard II. erscheinen auch mehrere seiner Verwandten im Lüneburger Necrolog; vgl. dazu Kommentar G 42. Zu den engen Verbindungen verwandtschaftlicher und politischer Art zwischen BILLUNGERN und EKKHARDINERN siehe ausführlich oben Seite 57f. Zu Ekkehards Tätigkeit vgl. Lüpke Margrafen, Seite 38ff.; Posse, Die Markgrafen von Meißen, Seite 100f.; Schölkopf, Die sächsischen Grafen, Seite 71f., dort auch (Seite 72) Belege zu seinem Todesdatum.



Glocker Winfried: Seite 335
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"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik"

VIII. 5. EKKEHARD II., Graf im Gau Chutici und im Burgward Teuchern
-------------------------------  1038 Markgraf von Meißen
* ..., + 1046 I 24

  oo Uta (von Ballenstedt)

Vgl. Schölkopf, Grafen Seite 68 und Althoff, Adelsfamilien G 11



Schwennicke Detlev: Tafel 143
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

EKKEHARD II.
---------------------    + 24I.1046

Begraben: Naumburg

Graf im Gau CHUTIZI und in Burgward TEUCHERN
1032 MARKGRaf der OSTMARK

  oo UTA (VON BALLENSTEDT)
               + 23.X....

Tochter von (Esiko Graf im Schwabengau)



Thiele, Andreas: Tafel 180
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

EKKEHARD II.
---------------------
    + 1046 (ermordet?)

Ekkehard II. war Graf in Thüringen und den Marken und eine treue Stütze der SALIER. Er folgte 1034 dem ermordeten Schwager als Markgraf der Nieder-Lausitz und 1038 seinem Bruder Hermann im Besitz der Mark Meißen. Er wurde von Böhmen bekriegt  und war 1040 Heerführer eines erfolgreich verlaufenen Feldzuges Kaiser HEINRICHS III. gegen Böhmen. Er dehnte die Machtposition in Thüringen auf Kosten von Weimar-Orlamüpnde weiter aus, das ehemals dominierend war. Er führte viele Grenzkriege und war ähnlich angesehen und machtvoll wie der Vater. Er sorgte für eine Zeit relativer Ruhe in den Marken.

  oo UTA VON BALLENSTEDT
               +

Tochter des Grafen Adalbert I. von Askanien
Ebenfalls Stifterfiguren im Dom/Naumburg.


Hermann von Reichenau: Seite 680
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"Chronicon." in: Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters Band XI

1046. Der König feierte das Geburtsfest des Herrn in Sachsen zu Goslar. Ein großes Sterben raffte allenthalben viele hinweg. Der äußerst reiche Markgraf Eckart [258 Eckart II. von Meißen.] starb plötzlich und hinterließ dem König als Erben seiner Güter.

Patze Hans: Seite 109
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"Die Entstehung der Landesherrschaft Thüringen"

Schließlich erscheinen unter Ekkehard II. Kizerin (Wü. bei Beutitz an der Wethau) in pagus Wethau, Kösen im pagus Zurba, Niwolkesthorp im pagus Scudizi, im Burgward Leisnig, Taucha (bei Weißenfels) im Burgward Treben, Gladitz im Burgward Teuchern, Nerkewitz (?) im pagus Gönna (oder Großjena), Scutoprei im Burgward Gvodezi.

Black-Veldtrup Mechthild: Seite 130-133,138-141,151-159
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"Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien"

In die ersten Regierungsjahre des Königs fielen die enge Zusammenarbeit mit Ekkehard von Meißen und der Beginn der Förderung der GOSECKER. Es ist zu beachten, dass Naumburg das "Hausbistum der EKKEHARDINER" war, deren letzter Repräsentant Ekkehard II., Markgraf von Meißen, von der Ostmark und der Lausitz, durch sein Amt auch über erheblichen Einfluß im Gebiet der Diözese Meißen verfügte. Naumburg, im Herrschaftsbereich der EKKEHARDINER gelegen, war auf deren Hausgut erbaut worden: Nach 1021 verlegten Hermann und Ekkehard II. das am ursprünglichen Stammsitz ihres Geschlechts, Kleinjena, befindliche Kloster, in dem Markgraf Ekkehard I. und seine Gemahlin Schwanhild begraben waren, nach Naumburg, wo sie als neue Grablege ihrer Eltern das Georgenkloster stifteten. Bereits vor 1021 hatten sie in Naumburg das Burgstift, ihre spätere eigene Grablege, neu gegründet und in diesem Zusammenhang wohl auch den Stammsitz der Familie von Kleinjena nach Naumburg verlegt. Im Jahre 1028 genehmigte der Papst auf Veranlassung Kaiser KONRADS II. sowie auf Bitten des Erzbischofs von Magdeburg, Markgraf Hermanns und seines Bruders Ekkehard II. die Verlegung des Bistums Zeitz nach Naumburg. Ihrer Burg wurde in der Urkunde über die Verlegung des Bistums die Schutzfunktion über den Bischofssitz zugesprochen, das heißt die EKKEHARDINER wurden Schutzherren des Naumburger Bistums. Sie werden es auch gewesen sein, die die Umsiedlung von Kaufleuten aus dem alten Sitz des Geschlechts in Kleinjena nach Naumburg betrieben; im Jahre 1033 wurden den Händlern von Bischof Kadaloh weitreichende Freiheiten gewährt. Auf sie geht schließlich die Gründung des Moritz-Klosters in Naumburg zurück. Mit Hilfe KONRADS II., der dem Bistum eine Schenkung und die Verleihung eines Wildbanns verbriefte, und des Papstes entstand so in Naumburg ein ekkehardinisches Machtpotential, gegründet auf umfangreiches Hausgut, Wirtschaftskraft und die Schutzherrschaft über die Bischofskirche.
Die Brüder Hermann und Ekkehard II., kinderlose Söhne des 1002 ermordeten "großen" Markgrafen Ekkehard I. von Meißen, waren Vertraute KONRADS II. und HEINRICHS III. Als einzige weltliche Fürsten, die mit KONRAD nach Italien gekommen waren, nahmen sie 1027 an dessen Kaiserkrönung in Rom teil, waren offenbar als Berater der beiden ersten SALIER tätig. Die Wertschätzung der beiden Herrscher für die EKKEHARDINER spiegelt sich in der Art und Weise wider, wie diese in den Herrscherurkunden genannt werden: Hermann wird in einem Diplom KONRADS II. einmal als inclytus marchio bezeichnet, Ekkehard II. sogar - und das ist kennzeichnend für die noch engere Beziehung, die zwischen HEINRICH III. und ihm bestanden hat - als fidelissimus fidelis noster Ekkardus marchio, dem der König nichts verwehren könne. Sie ist aber auch abzulesen an den vielen Urkunden KONRADS und HEINRICHS für die EKKEHARDINER selbst, für deren Gefolgsleute und das von ihnen geförderte Bistum Naumburg.
Der Plan für das Vorgehen gegen die Böhmen wurde jedenfalls am 20. und 21. Juli 1040 in Goslar besprochen: Danach sollte Markgraf Ekkehard von Meißen eines der beiden Heere gegen die Böhmen anführen; er war es auch, der sich bei dieser Gelegenheit zusammen mit Erzbischof Hunfried von Magdeburg und Kadaloh für eine Bestätigung des Besitzes der bischöflichen Kirche in Meißen einsetzte, worüber am 20. Juli eine Urkunde ausgefertigt wurde.
Die Einsetzung HEINRICHS III. zum Erben durch Ekkehard und die Teilnahme des Königs am Begräbnis seines Markgrafen markieren den Schlußpunkt nicht nur einer persönlichen Freundschaft, sondern weitreichender politischer Zusammenarbeit. Denn die Machtbasis der EKKEHARDINER beschränkte sich nicht auf Naumburg. Ekkehard I. und sein Sohn Hermann waren nacheinander Markgrafen von Meißen; Ekkehard II. folgte ihnen 1038 in diesem Amt, nachdem er wohl schon 1032 Markgraf der Ostmark geworden war. Der Kern dieses Herrschaftsgebietes, die Mark Meißen, erstreckte sich seit 981 über die Bistümer Meißen, Merseburg und Zeitz-Naumburg. Offenbar hatten die EKKEHARDINER unter HEINRICH II. und KONRAD II. mehrfach vergeblich versucht, im Naumburg benachbarten Merseburg Einfluß auf die Bischöfe zu gewinnen. Dies hatte zu Verstimmungen, aber  nicht zu einem dauerhaften Bruch mit der Merseburger Kirche geführt.
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass im Laufe des Jahres 1043 weitreichende Absprachen zwischen HEINRICH, Ekkehard und Esicho von Ballenstedt erfolgten, die darin gipfelten, dass Ekkehard den König zu seinem Erben einsetzte und dass Esicho auf den nach Ekkehards Tod zu erwartenden Rückfall von UtasHeiratsgut an seine Familie unter der Bedingung verzichtete, dass dieses zum Teil an das Stift Gernrode fiel, in dem gerade zu dieser Zeit seine Schwester Hazecha vom König als Äbtissin eingesetzt wurde.

Pätzold, Stefan: Seite 15
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"Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221"

1034 starb Dietrich II. wie vor ihm sein Vater eines gewaltsamen Todes. Er wurde von Gefolgsleuten seines Schwagers Ekkehard II., zu jener Zeit Markgraf der Ostmark, erschlagen [55 Ann. Hildesheimenses zu 1034, Seite 39, vgl. Lübke, Regesten 4,620. - Lübkes Argumenten, der eine Urheberschaft Ekkehards II. an der Ermordung Dietrichs in Abrede stellt, steht die Überlegung entgegen, daß der EKKEHARDINGER, der erst kurz zuvor in das Amt des Marklgrafen der Ostmark eingesetzt worden war, seinen unterlegenen, aber mächtigen Rivalen ausschalten wollte, um seine Machtposition zu sichern.].
 
 
 
 

  oo Uta von Ballenstedt, Tochter des Grafen Adalbert I.
  x         -23.10. vor 1046
 
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 57,113,115, 124,389 G 11 - Annalen von Hildesheim ad a 1034 - Annalista Saxo: Reichschronik Seite 40,49,58,61, 62,65,69 - Black-Veldtrup, Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien, Böhlau Verlag Köln 1995, Seite 114-359 - Böhmenchronik des Cosmas von Prag mit zwei Fortsetzungen - Boshof, Egon: Die Salier. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1987, Seite 72,119 - DEUTSCHE FÜRSTEN DES MITTELALTERS. Fünfundzwanzig Lebensbilder. Edition Leipzig 1995 Seite 109 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 107,283/Band II Seite 381,441/Band III Seite 304,309 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 70 A. 231, 226,280 - Hermann von Reichenau: Chronicon. in: Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters Band XI Seite 680 - Hlawitschka Eduard: Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands. Zugleich klärende Forschungen um „Kuno von Öhningen“, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1987, Seite 26-28,30,34, 41 - Lampert von Hersfeld: Annales/Annalen Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 2000 Seite 46 - Ludat, Herbert: An Elbe und Oder um das Jahr 1000. Skizzen zur Politik des Ottonenreiches und der slavischen Mächte in Mitteleuropa, Böhlau Verlag Weimar 1995 Seite 224 - Lüpke, Siegfried: Die Markgrafen der Sächsischen Ostmarken in der Zeit von Gero bis zum Beginn des Investiturstreites (940-1075), Dissertation Halle 1937 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 22,205,208 - Patze, Hans: Die Entstehung der Landesherrschaft Thüringen, Böhlau Verlag Köln/Graz 1962 Seite 109 - Pätzold, Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln 1997 Seite 15-17,96,239,244,277 - Rupp, Gabriele: Die Ekkehardiner, Markgrafen von Meißen, und ihre Beziehungen zum Reich und zu den Piasten. Peter Lang GmbH Frankfurt am Main 1996 Seite 141-156 - Schneidmüller, Bernd/Weinfurter Stefan/Hg.): Otto III. - Heinrich II. Eine Wende?, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1997, Seite 113A,126,136A - Schölkopf Ruth: Die sächsischen Grafen 919-1024. Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens 22. Göttingen 1957 Seite 71,72 - Schulze Hans K.: Das Reich und die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler Verlag, Seite 378,396 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 143 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 180 - Thietmar von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Seite 200,302,338,376,462,464 - Wipos Leben Konrads II. in: Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters Band XI Seite 532 - Wolfram Herwig: Kaiser Konrad II. Kaiser dreier Reiche. Verlag C.H. Beck München 2000 Seite 105,203,230,234,253, 346 -