Sophie von Bayern                       Deutsche Königin
------------------------                      Königin von Böhmen
1376-26.9.1425
         Preßburg

Begraben: St. Martinsdom zu Preßburg
 

Einzige Tochter des Herzogs Johann II. von Bayern-München aus dem Hause WITTELSBACH und der Katharina von Görz, Tochter von Graf Meinhard VI.
 

Bosl’s Bayerische Biographie: Seite 734
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SOPHIE, deutsche und böhmische Königin
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* 1376, + 26.9.1425
             Preßburg

Begraben: St. Martin, Preßburg

Vater: Herzog Johann II. (um 1341-1397)

Mutter: Katharina von Goerz (+ 1391)

  oo 1389 WENZEL, dt. und böhm. König (1361-1419)

Die Legende erzählt, dass ihr der Gatte mißtraute und von ihrem Beichtvater, dem Prager Generalvikar Johannes Nepomuk, ihre Verfehlungen erfahren wollte. Der Beichtvater lehnte ab, was er 1393 mit dem Leben bezahlte.
Gesichert ist, dass 1400 WENZEL als deutscher König abgesetzt wurde.
Sein Nachfolger war der WITTELSBACHER  RUPRECHT I.
In Böhmen führte sie nach WENZELS Tod die Regentschaft.

Literatur:
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G. Weisskopf, Johann v. Pomuk, 1941.



Schwennicke Detlev: Tafel 82
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

WENZEL (IV.)
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* Nürnberg 26. II 1361, + Schloß Konratitz 16. VIII 1419

Begraben: Prag Veitsdom

Frankfurt 10. VI 1376 KÖNIG gewählt
Aachen 21. VII 1376 gekrönt
Bacharach 24. III 1400 abgesetzt
15. VI 1363 als KÖNIG VON BÖHMEN gekrönt
1383/86 HERZOG VON LUXEMBURG und GRAF VON CHINY

  1. oo
           JOHANNA VON BAYERN
           * (1361), + 31. XII 1386

Begraben: Königsaal

Tochter von Herzog Albrecht in Straubing, Graf von Holland, Seeland und Hennegau

  2. oo Prag 2. V 1389
           SOPHIA VON BAYERN
           * 1376, + Preßburg 26. IX. 1425

Begraben: ibidem

Tochter von Herzog Johann II. in München



Schwennicke Detlev: Tafel 106
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

SOPHIE
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* 1376, + Preßburg 26. IX 1426

Begraben: ibid Dom

  oo Prag 2. V 1389
       WENZEL VON LUXEMBURG, 1376/1400 König
                  + Kunratitz 16. VIII 1419



Veltrup Dieter: Seite 475
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„Zwischen Eherecht und Familienpolitik“

WENZEL VON LUXEMBURG (König Wenzel IV. von Böhmen, dt. König)
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* 26.2.1361, + 16.8.1419
Nürnberg      Schloß Kunratis (Wenzelstein) bei Prag

Begraben: Veitsdom zu Prag

1.) – Prag 3.6.1361 Generaldispens Avignon 31.10.1361; Beziehung aufgelöst Prag 24.12.1365

      ELISABETH VON NÜRNBERG

      * 1358, + 26.7.1411
                     Heidelberg

Begraben: Hl.-Geist-Kirche zu Heidelberg

Tochter von Burggraf Friedrich V. und der Elisabeth von Meißen

2.) - ... Ende 1365 Dispens wegen Verwandtschaft im 4. Grade Avignon 23.2.1366

      ELISABETH VON UNGARN
      * 2. Jahreshälfte 1354, + (vor 6.4.)1380

Tochter von Herzog Stefan von Dalmatien und der Margaretha von Wittelsbach

3.) - ... Ende 1369 Dispens wegen Verwandtschaft im 4. Grade Rom vor 5.12.1369

      ANNA oder KUNIGUNDE VON POLEN
      * 1366, + 1425

Tochter von König Kasimir III. dem Großen und seiner 4. Frau Hedwig von Sagan

4.) – Kemnath/Allgäu 13.6.1370 Dispens wegen Verwandtschaft im 3./4. Grade Marseille 21.9.1370, ~ symbolisches Beilager Nürnberg 29.9.1370, 1. oo Prag 1376

       JOHANNA VON WITTELSBACH
       * 1356, + 31.12.1386
                     Prag

Begraben: Zisterzienserkloster Königsaal bei Prag

Tochter von Herzog Albrecht I. von Bayern-Straubing, Graf von Holland und seiner 1. Frau Margaretha von Brieg

5.) – Barcelona 2.8.1387-Saragossa 27.8.1388

     JOHANNA VON ARAGON
     * 10.1375, +  9.1407
      Saragossa   Valencia

Tochter von König Johann I. und seiner 1. Frau Marta von Armagnac

6.) 2. oo Prag

      SOPHIA VON WITTELSBACH
      * 1376, + 26.9.1425
                    Preßburg

Begraben: St. Martinsdom Preßburg

Tochter von Herzog Johann II. von Bayern-München und der Catharina von Görz



Hoensch Jörg K.: Seite 100
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„Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit 1368-1437.“

Sophie wurde am 15. März 1400 in Prag zur Königin von Böhmen gekrönt. Die eingeladene Verwandtschaft blieb jedoch aus, so dass die angestrebte Versöhnung nicht zustande kam. Königin Sophie hatte sich vor allem für Jan Hus eingesetzt, der aber nach seiner Bannung am 18. Oktober 1412 Prag verlassen musste. Königin Sophie wurde später unterstellt, eine eifrige Förderung der neuen Lehre zu sein. Die nach dem Tode WENZELS (+ 16.8.1419) von SIGISMUND als Regentin Böhmens eingesetzte Königs-Witwe Sophie suchte vergeblich, die sich ausbreitenden Greuel durch eine allgemeine Landfriedenseinung zu unterbinden. In Begleitung seiner Gemahlin Barbara und seiner Schwägerin Sophie, die als seine Gefangene galt und als Mätresse verleumdet wurde, erreichte SIGISMUND Ende Mai 1420 die Hauptstadt. Sophie, die Witwe König WENZELS, wurde 1421 dem polnischen König zur Ehe angetragen, wobei ihr SIGISMUND ganz Schlesien als Mitgift überschreiben würde.

Hoensch, Jörg K.: Seite 209,214,230,262,267
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"Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437."

Mit seiner 1389 geschlossenen zweiten Ehe mit Sophie von Bayern-München dürfte er die Hoffnung verbunden haben, angesichts der bisherigen Kinderlosigkeit seiner Brüder und Vettern doch noch einen Erben zu erhalten; auch an engeren Kontakten zu den wittelsbachischen Nachbarn war ihm gelegen.
Die Initiative des durch eine abermalige schwere Erkrankung geschwächten Königs, bei der auf den 15. März 1400 angesetzten Krönung seiner Gemahlin Sophie eine Aussöhnung mit seinen Verwandten zu erreichen und mit den nach Prag eingeladenen Reichsfürsten die politischen Meinungsverschiedenheiten auszuräumen, scheiterte, weil die Gäste ausblieben.
Daraufhin bröckelte die ihm bisher gewährte Unterstützung durch die Universität und bei Hofe, wo sich Königin Sophie für ihn eingesetzt hatte, an, und Jan Hus mußte Prag verlassen.
Trotz der früh erkennbaren revolutionären, die bisherige Gesellschaftsordnung in Frage stellenden Strömungen und der verbreiteten nationalen Ressentiments erfaßten die Reformströmungen inzwischen auch den Hochadel und den königlichen Hof, wobei vor allem Königin Sophie unterstellt wurde, eine eifrige Förderin der neuen Lehre zu sein.
Bevor König SIGISMUND, der legitime und anfangs auch nicht in Frage gestellte Erbe der luxemburgischen Hausländer, die ihm eine verbesserte Machtposition im Reich bieten konnten, die Nachfolge seines kinderlos verstorbenen Bruders anzutreten vermochte, mündeten die inwerböhmischen Auseinandersetzungen in den ersten Hussitenkrieg. Die Königs-Witwe Sophie  versuchte vergeblich, die sich ausbreitenden Greuel durch eine allgemeine Landfriedenseinung zu unterbinden.
 
 
 

2.5.1389
  oo 2. WENZEL Deutscher König
  x       26.2.1361-16.8.1419
 
 
 
 

Literatur:
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Bosl, Karl: Bosls Bayerische Biographie, Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1983 Seite 734 - Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000 Seite 209,214,230,262,267 - Hoensch, Jörg K.: Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit 1368-1437. Verlag C.H. Beck München 1996 Seite 93,100,203,274,286,292,301,468 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 82,106 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 - Veldtrup, Dieter: Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit Verlag Fahlbusch/Hölscher/Rieger Warendorf 1988 Seite 475 -