1. Nachkommen Gerbergas
***************************
A Herzog Otto von Nieder-Lothringen
-----------------------------------------------
970/75- 1005/06/12
Als Urenkel HEINRICHS I. und
Großneffe
OTTOS
I. wäre
Otto
von Nieder-Lothringen wie viele andere
Verwandte der OTTONEN
bei Wahl nach Geblütsrecht durchaus zum Kandidatenkreis der Thronanwärter
zu rechnen gewesen. Als Verwandter OTTOS
III. stand er diesem recht nahe und verfügte
über Einfluß an dessen Hofe.
Mir ist nichts bekannt bekannt, daß Otto
1002
irgendwo als Kandidat für den Thron erwähnt wurde. Seine schmale
Machtbasis schloß wohl Ambitionen in dieser Richtung aus.
Wahl nach Geblütsrecht: Negativ
B Rudolf III. König
von Burgund
--------------------------------------------
970-5./6.9.1032
Als Urenkel HEINRICHS I. über
seine Mutter Mathilde und
Großneffe
OTTOS
I. wäre
Rudolf III. von Burgund wie viele andere
Verwandte der OTTONEN
bei Wahl nach Geblütsrecht durchaus zum Kandidatenkreis der Thronanwärter
zu rechnen gewesen.
Mir ist nichts bekannt bekannt, daß
Rudolf 1002 irgendwo als Kandidat für den Thron erwähnt
wurde.
Aufgrund seiner Probleme im eigenen Land wäre an
eine Thronfolge in Deutschland nicht zu denken gewesen und ehelich geborene
Söhne, für die er eine Thronfolge hätte anstreben können,
besaß er nicht.
Wahl nach Geblütsrecht: Negativ
2. Nachkommen Hadwigs
*************************
C Otto Heinrich Herzog von Burgund
--------------------------------------------------
948-15.10.1002
Als Enkel HEINRICHS I. über
seine Mutter Hadwig und
Neffe
OTTOS
I. wäre
Otto
Heinrich wie viele andere Verwandte der
OTTONEN
bei Wahl nach Geblütsrecht durchaus zum Kandidatenkreis der Thronanwärter
zu rechnen gewesen. Sein Anspruch war gegenüber Heinrich
von Bayern sogar
besser, da er nur Enkel HEINRICHS I.
war und dem Thron somit näher gestanden hätte als dieser.
Mir ist nichts bekannt bekannt, daß Otto
Heinrich 1002 irgendwo als Kandidat
für den Thron erwähnt wurde.
Wahl nach Geblütsrecht: Negativ
D Robert II. der Fromme
König von Frankreich
---------------------------------------------------------------
20.7.972-20.7.1031
Als Urenkel HEINRICHS I. und
Großneffe
OTTOS
I. wäre
Robert II. der Fromme wie viele andere
Verwandte der OTTONEN
bei Wahl nach Geblütsrecht durchaus zum Kandidatenkreis der Thronanwärter
zu rechnen gewesen.
Mir ist nichts bekannt bekannt, daß
Robert II. der Fromme 1002 irgendwo als Kandidat für den
Thron erwähnt wurde.
Wahl nach Geblütsrecht: Negativ
E Dietrich I. Herzog von Ober-Lothringen
---------------------------------------------------
965-11.4.10126
Als Urenkel HEINRICHS I. und
Großneffe
OTTOS
I. wäre
Dietrich
von Ober-Lothringen wie viele andere Verwandte
der OTTONEN
bei Wahl nach Geblütsrecht durchaus zum Kandidatenkreis der Thronanwärter
zu rechnen gewesen.
Mir ist nichts bekannt bekannt, daß Dietrich
1002
irgendwo als Kandidat für den Thron erwähnt wurde.
Wahl nach Geblütsrecht: Negativ
F Adalbero II. Bischof von Metz
----------------------------------------
958-14.12.1005
Obwohl Urenkel HEINRICHS I. und Großneffe OTTOS I. kam er durch das Bischofsamt bedingt, als Thronbewerber 1002 nicht in Frage.
Wahl nach Geblütsrecht: Negativ
Zusammenfassung:
-------------------------
Die Nachkommen Gerbergas
und Hadwigs spielten im Thronstreit
von 1002 keine Rolle, obwohl sich noch 983 Lothar
von Frankreich als Enkel HEINRICHS
I. nach dem Tode OTTOS II.
um die Vormundschaft für OTTO III. bemüht
hatte und fast gleichrangig neben Heinrich dem
Zänker aufgetreten war. Sowohl
Herzog Dietrich I. von Ober-Lothringen als auch Herzog
Otto von Nieder-Lothringen spielten 1002 keine Rolle, obwohl
sie als Urenkel HEINRICHS I. und Großneffen
OTTOS
I. in weiblicher Linie genau so nahe mit OTTO
III. verwandt waren, wie der spätere
König HEINRICH II. Offensichtlich waren sie im Ostfränkisch/Deutschen
Reich ohne Anhang und ohne Bedeutung, denn auch 1024 wird Dietrich
I. von Ober-Lothringen nie als Thronkandidat genannt, obwohl
er nach Geblütsrecht eigentlich gute Chancen hätte haben müssen.
Er unterstützte seinen anscheinend mit besseren Aussichten versehenen
Stiefsohn Konrad den Jüngeren, obwohl dieser kein Amt innehatte.
3. Nachkommen Heinrichs
von Bayern
*************************************
G Herzog Heinrich IV.
von Bayern
----------------------------------------------
6.5.973-13.7.1024
Als Urenkel HEINRICHS I. in
männlicher Linie und Großneffe
OTTOS I. setzte er sich schließlich
in den Thronkämpfen mit zweifelhaften Mitteln durch. Mit ihm
konkurrierten alle anderen Herzöge. Dazu kamen Markgraf Ekkehard von
Meißen und Pfalzgraf Erenfried Ezzo von Lothringen und vielleicht
der sächsische Graf Bruno.
Aber keiner von denen, die damals die Leiche begleiteten,
mit Ausnahme des Augsburger Bischofs, habe Heinrich
als neuen König gewollt, so der Bericht Thietmars. In der engsten
Umgebung des verstorbenen Kaisers stieß der bayerische Herzog auf
eisige Ablehnung. Ganz eindeutig: Heinrich
war nicht der Kandidat der Anhänger OTTOS
III. Auch der baldige Verzicht des schon betagten SALIERS
Otto von Worms, des nächsten Verwandten OTTOS
III., änderte daran nichts [Thietmar, Chronicon, lib. V,
cap. 25, Seite 249].
Heinrichs Anhang
im Reich war nicht gerade bedeutend, aber die bayerischen Großen
standen offenbar ziemlich geschlossen hinter ihm. Viele Große des
Reiches schienen den Herzog Hermann II. von Schwaben zu bevorzugen, wie
die Quellen immer wieder erkennen lassen. Ihn hätten sie geschätzt,
weil er die Eigenschaft der Milde besessen habe.
Heinrichs Anspruch
nach Geblütsrecht war selbstverständlich nicht besser, als der
der anderen Bewerber. Es gab Kandidaten mit deutlich besseren geblütsrechtlichen
Voraussetzungen.
Durch die Rebellionen von Großvater und Vater glaube
ich nicht, daß sich Heinrich
großer Beliebtheit unter seinen Standesgenossen erfreut hat, auch
wenn schon sein Großvater glaubte, 936 zu Unrecht übergangen
worden zu sein. Wäre OTTO II. ein
längeres Leben beschieden gewesen, hätte es einen Kaiser
HEINRICH II. vermutlich nie gegeben, denn er wäre dann
als Geistlicher hinter Klostermauern geblieben.
Heinrich besaß
einen sehr fiesen Charakter und war in seinen Handlungen oft sehr unberechbar.
Beim Begräbnis OTTOS III.
einigten
sich die anwesenden Fürsten darauf, daß
Heinrich
von Bayern wegen Krankheit als König ungeeignet sei.
Bis auf HEINRICH VI. gab
es bis zum Untergang der STAUFER keinen
deutschen König, der so skrupellos zu Werke ging, wie die Wortbrüche
gegenüber Markgraf Heinrich von Schweinfurt, seinem Bruder Brun
und Bischof Heinrich von Würzburg sowie das Bündnis mit den heidnischen
Liutizen gegen den christlichen Polen-Fürsten deutlich zeigen.
Meiner Ansicht nach gab nicht das Geblütsrecht für
Heinrich
den Ausschlag, auch wenn es wiederholt in den Quellen bezeugt wird, sondern,
daß er sich in Bayern eine feste Machtposition geschaffen hatte und
nach einem Konzept handelte, das er rigoros umsetzte. Im Gegensatz zu Hermann
von Schwaben ergriff er sofort die Initiative und wartete nicht, bis irgendwann
und irgendwo ein Wahltag angesetzt werden würde.
Seine ernsthaftesten Konkurrenten waren nach meiner Ansicht
Markgraf Ekkehard von Meißen und Herzog Hermann von Schwaben, die,
wenn überhaupt, nur seine bescheidene geblütsrechtliche Ansprüche
hätten geltend machen können, wobei es auch möglich ist,
daß sie mit den OTTONEN überhaupt
nicht verwandt waren. Allein ihre Machtposition und ihr Ansehen unter OTTO
III. waren die ausschlaggebenden Kriterien für ihre Thronkandidatur.
H Brun Bischof von Augsburg
-------------------------------------
975/80-24.4.1029
Als Urenkel HEINRICHS I. und Großneffe OTTOS I. wäre Brun wie viele andere Verwandte der OTTONEN bei Wahl nach Geblütsrecht durchaus zum Kandidatenkreis der Thronanwärter zu rechnen gewesen. Da aber sein Bruder erfolgreich kandidierte, hatte Brun keine Chance, da er meines Wissens nach auch über keine Machtpositionen in Bayern verfügte.
4. Nachkommen OTTOS I.
***********************
4. 1. Nachkommen Liudgards
****************************
I Otto Herzog von Kärnten
----------------------------------
um 948-4.11.1044
Als Urenkel HEINRICHS I.,
Enkel OTTOS I. und
Vetter
OTTOS II.stand
Otto
von Worms Kaiser OTTO III.
geblütsmäßig näher als Heinrich
von Bayern.
OTTO
I. holte seine Enkel aus 1. Ehe an den
Hof und ließ sie gemainsam mit seinen Kindern aus 2.. Ehe erziehen,
das heißt, daß Otto gemeinsam
mit Kaiser OTTO II. aufwuchs.
Gegen den Trend seiner Zeit scheint Otto
ein friedlicher, ruhiger und mit wenig Ehrgeiz ausgestatteter Charakter
gewesen zu sein. Obwohl seinem Cousin Otto,
Sohn Herzog Liudolfs,
973 das Herzogtum Schwaben übertragen wurde und dieser 976 nach der
Absetzung Heinrichs des Zänkers
auch noch das Herzogtum Bayern erhielt, stand bei diesen Entscheidungen
Otto
anscheinend nicht zur Debatte, obwohl er über die selben guten Kontakte
zu seinem Vetter OTTO II. verfügte.
Ich führe diese Zurückhaltung auf seinen Charakter zurück.
Schließlich erhielt er 978 das kleine Herzogtum Kärnten, in
dem er sich aber auch nicht voll durchsetzen konnte und auf das er sogar
später wieder verzichtete. In einer Zeit, in der Landgewinn und Machterweiterung
alles war, ist seine Handlungsweise mehr als ungewöhnlich. Wiederholt
war er derjenige, auf dessen Kosten die Reichsregierung Kompromisse mit
anderen Fürsten aushandelte. Ein so nachgiebiger Mann konnte nicht
das Ansehen und die Autorität genießen, die ihn 1002 befugt
hätte, König zu werden, wobei man aber auch nicht vergessen darf,
daß sein Sohn Brun 996 als Gregor V. als erster Deutscher den Papststuhl
bestieg. Auch ist mir nicht bekannt, daß Otto
bis 1002 an der Spitze von Reichsheeren gestanden hätte oder sich
sonst irgendwie im Reichsdienst an hervorragender Stelle ausgezeichnet
hätte.
Den von Thietmar, Chronicon, lib. V, cap. 25, Seite 249
bezeugten Verzicht des betagten SALIERS
halte ich für nicht sehr wahrscheinlich, denn Hermann von Schwaben
muß im selben Alter gestanden haben wie der SALIER.
Auch die oft zitierte zu schmale Machtbasis als Ursache des Verzichtes
scheidet aus, denn 1024 reichte diese Machtbasis sogar für zwei
salische Thronkandidaten aus, wobei Konrad
der Ältere nur geringe Teile des salischen
Erbes erhalten hatte. Bei einer Thronbesteigung hätte dem betagten
Otto
sein Sohn Konrad, der im Alter
Heinrichs von Bayern
stand, zur Seite stehen können. Auch war er 1003 nicht zu alt, um
ein kleines Heer gegen Arduin von Ivrea
zu führen. Aufgrund der Ehe seines Sohnes Konrad mit der KONRADINERIN
Mathilde, Tochter Hermanns von Schwaben, halte ich es für möglich,
daß er eine eigene Kandidatur deshalb nicht anstrebte, weil er zugunsten
Hermanns von Schwaben verzichtete.
Wenn er auf eine Thronkandidatur zugunsten Heinrichs
von Bayern verzichtet hätte, dann hätte dieser eine
seltsame Art von Dankbareit bewiesen, wenn er durch den Bischof die SALIER-Burg
in Worms (sicher ein Symbol) niederlegen ließ und im folgenden Jahr
Ottos
Sohn Konrad auf der Synode von Diedenhofen der verbotenen Nahehe bezichtigte.
Das Vorgehen Heinrichs gegen KONRADINER
und SALIER in den folgenden Jahren
untermauert meine Vermutung.
Wahl nach Geblütsrecht: Negativ, denn die Behauptung Thietmars ist abzulehnen
J Konrad I. Herzog von Kärnten
----------------------------------------
um 975-12./15.12.1011
Als Ururenkel HEINRICHS I. und Urenkel O^TTOS I. war Konrad 1002 ohne Bedeutung, da sein Vater noch über die Machtpositionen des Hauses verfügte. Ob sich der Angriff des Königs auf der Synode zu Diedenhofen gegen seine Ehe mit Mathilde von Schwaben nur gegen Hermann von Schwaben richtete, möchte ich bezweifeln. Offensichtlich hatte HEINRICH II. bei seinem Angriff auch die SALIER im Visier.
K Wilhelm Bischof von Straßburg
------------------------------------------
um 980-7.11.1047
Als Ururenkel HEINRICHS I. und Urenkel OTTOS I. war Wilhelm 1002 ohne Bedeutung, da sein Vater noch über die Machtpositionen des Hauses verfügte.
4.3. Nachkommen Ottos
II.
***************************
L Liudolf Vogt von Brauweiler
--------------------------------------
um 995-11.4.1031
Als ältester Enkel OTTOS II. und Neffe OTTOS III. war Liudolf der nächste Verwandte des verstorbenen Königs, auch wenn dies in der Fachliteratur kaum zur Kenntnis genommen wird. Selbst die Minderjährigkeit des eventuellen Thronkandidaten wäre kein Hindernis gewesen, da sowohl der Vater als auch seine Mutter Mathilde noch lebten.
Daß eine Kandidatur Liudolfs
nirgends auch nur andeutungsqweise erwähnt wird, zeigt, daß
1002 keine Wahl nach Geblütsrecht stattfand. Auch 1024 wäre
Liudolf der Topkandidat für den Thron gewesen; seine Wahl
stand aber meines Wissens niemals zur Diskussion.
M Hermann II. Erzbischof von Köln
---------------------------------------------
-11.2.1056
Als Enkel OTTOS II. und Neffe OTTOS III. war Hermann der nächste Verwandte des verstorbenen Königs, auch wenn dies in der Fachliteratur kaum zur Kenntnis genommen wird. Selbst die Minderjährigkeit des eventuellen Thronkandidaten wäre kein Hindernis, da sowohl der Vater als auch seine Mutter Mathilde noch lebten.
Daß eine Kandidatur Hermanns
nirgends auch nur andeutungsweise erwähnt wird, zeigt, daß 1002
keine Wahl nach Geblütsrecht stattfand.
N Otto II. Herzog von Schwaben
-----------------------------------------
-7.9.1047
Als Enkel OTTOS II. und Neffe OTTOS III. war Otto der nächste Verwandte des verstorbenen Königs, auch wenn dies in der Fachliteratur kaum zur Kenntnis genommen wird. Selbst die Minderjährigkeit des eventuellen Thronkandidaten wäre kein Hindernis, da sowohl der Vater als auch seine Mutter Mathilde noch lebten.
Daß eine Kandidatur Ottos nirgends auch nur andeutungsweise erwähnt wird, zeigt, daß 1002 keine Wahl nach Geblütsrecht stattfand.
4. Als weitere Thronkandidaten traten auf, wobei ein geblütsrechtlicher Anspruch kaum oder gar nicht vorhanden war:
I. Bruno Graf von Braunschweig (BRUNONE)
---------------------------------------------------------
960/80- ca. 1010
Ebenso auf unseren Bruno bezieht
sich der Bericht von der Thronkandidatur eines "princeps"
Bruno im Jahr 1002 in der Vita Bernwardi c. 38, SS IV 775, und
in der Vita Meinwerci c.7, S. 13 f.
Wenn hier, wie in verschiedenen Werken gezeigt, ein geblütsrechtlicher
Anspruch vorhanden wäre, dann müßte dieser bis auf den
Herzog Brun von Sachsen aus dem Hause der LIUDOLFINGER
zurückgeführt werden.
Worauf sich Bruns Thronanspruch
überhaupt stützt, ist mir verborgen geblieben.
II. Hermann II. Herzog von Schwaben
--------------------------------------------------
945/50-4.5.1003
Nach Prof. Armin Wolf und Johannes Fried war der Herzog
Hermann von Schwaben ein Enkel Herzog
Liudolfs von Schwaben und Urenkel OTTOS
I., seine
Mutter Richlint wäre
gleichzeitig die Cousine Kaiser OTTOS II.
Aus mir unverständlichen Gründen wird für
Hermann
von Schwaben unbedingt OTTONEN-Verwandtschaft
nachzuweisen versucht. Aufgrund des Ansehen seines Vaters Konrad, seinen
verwandtschaftlichen Beziehungen, seiner eigenen Machtpositionen und seiner
nahen Beziehungen zum Hof OTTOS III.
muß Hermann als einer der drei
bedeutenden Thronkandidaten des Jahres 1002 gelten. Die Ehe mit der ottonen-
und karolinger-blütigen Gerberga
von Burgund, einer Nichte der Kaiserin
Adelheid, ersetzt die zum Teil konstruierten Versuche der OTTONEN-Verwandtschaft
Hermanns.
Man sollte in diesem Zusammenhang nicht den Einfluß der Kaiserin
Adelheid unterschätzen, die fast 50 Jahre lang Einfluß
auf die Politik der Reichsregierung nahm. Den Gemahl ihrer Nichte wird
sie sicher gefördert haben, denn sie zeigte oft einen beinahe schon
übertriebenen Familiensinn.
Hermann unterhielt
verwandtschaftliche Beziehungen zu den Grafen von Stade und Walbeck, zu
den Königen von Burgund, zu Markgraf Heinrich im Nordgau und über
seine Gemahlin sogar zu Heinrich von Bayern.
Erzbischof Heribert von Köln und Bischof Heinrich von Würzburg
gehörten ebenfalls dem Hause der KONRADINER
an.
Viele Große des Reiches schienen den Herzog
Hermann II. von Schwaben zu bevorzugen, wie die Quellen immer
wieder erkennen lassen. Ihn hätten sie geschätzt, weil er die
Eigenschaft der Milde besessen habe.
Ob diese Eigenschaft der Milde unbedingt positiv zu sehen
ist, möchte ich doch bezweifeln. Vermutlich war Hermann
das,
was man heute ein "Weichei" nennen würde. Vielleicht war sogar Gerberga
die
treibende Kraft war [Die Töchter Mathilde und Gisela
waren
außergewöhnlich tatkräftige, politisch engagierte und ehrgeizige
Frauen, ihr Vater dagegen, wenn wir Thietmar glauben wollen, ein zurückhaltender
und milder Mann. Könnten dann die Töchter den politischen Ehrgeiz
von ihrer Mutter geerbt haben?]. Sein fast schon passiv zu nennendes Verhalten
in den Thronkämpfen war erschreckend. Auch wenn ihn die beim Begräbnis
OTTOS
III. anwesenden Fürsten die Zusicherung zur Wahl gegeben
hatten, so wartete er auf die Ansetzung eines Wahltages, den es dann nie
gab. Er griff erst in die Kämpfe ein, als sich schon alles gegen ihn
entscheiden hatte.
Ich würde zusammenfassend sagen, daß Hermann
ein Mann von weichem Charakter war, der sich auf die Zusage seiner Standesgenossen
verließ und anscheinend erwartete, daß ihn diese zum Königsthron
verhelfen würden. Vielleicht fühlte er sich aufgrund seines Ansehens
und seiner Beliebtheit des Thrones zu sicher. Auch von Hermann
von Schwaben sind mir große Erfolge bei der selbständigen
Durchführung von Reichsaufgaben nicht bekannt.
III. Ekkehard I. Markgraf von Meißen
--------------------------------------------------
um 960-30.4.1002
Nach Eduard Hlawitschka war Ekkehard
von Meißen ein Ururenkel von HEINRICHS
I. Bruder Liudolf (+ vor 912).
Wie
bereits bei Hermann von Schwaben ausgeführt, glaube ich nicht, daß
die aufgezeigte Verwandtschaft Bedeutung für seine Thronfolge hatte.
Ekkehard war während
der gesamten Regierung OTTOS III. der
einflußreichste weltliche Fürst und glaubte sogar eine zeitlang,
den Kaiser als Schwiegersohn gewinnen zu können. Ich glaube, auf militärischem
Gebiet war er einer der Besten seiner Zeit, während ihm doch wiederholt
politische Fehler unterliefen.
Er war ein rauher und harter Fürst und machte sich
auch durch seinen Hochmut Feinde im sächsischen Adel, jedoch waren
seine Chancen nicht aussichtslos. Ekkehard von
Meißen war mit BILLUNGERN und GERONEN verwandt und wurde
vom unter Otto III. einflußreichen
Bischof Bernward von Hildesheim unterstützt, der ihn sogar als König
begrüßte.
Auch wenn sich nicht nachweisen läßt, daß
Heinrich
von Bayern in die Ermordung
Ekkehards
von Meißen verwickelt war, so war er doch eindeutig der
Nutznießer dieser Freveltat.
IV. Pfalzgraf Ezzo von Lothringen
---------------------------------------------
ca. 954-21./22.5.1034
Als Schwager OTTOS III.
wird er von verschiedenen Quellen als Thronkandidat des Jahres 1002 genannt.
Erzbischof Heribert von Köln sollte ihm die Reichsinsignien überbringen.
Nach geblütsrechtlichen Gesichtspunkten hätte
er keinen Thronanspruch. Er konnte, wenn er dies überhaupt tat, im
eigenen Namen aufgrund seiner Machtpostion oder im Namen seiner Söhne
auftreten, die als Neffen Kaiser OTTOS III. die
besten geblütsrechtlichen Ansprüche hatten. Sein bei seinen Standesgenossen
geringes Ansehen hätte seine Thronkandidatur wenig erfolgreich gemacht.
5. Gegen eine Wahl nach Geblütsrecht spricht
auch das Verhalten Herzog Bernhard I. Herzog von Sachsen (+ 7.2.1011).
Stefan Weinfurter bezeichnet in seiner Biographie über Heinrich
II. alle Herzöge als potentielle Thronkandidaten. Die Annales
Quedlinburgenses (S. 80) nennen Bernhard a
rege secundus. Adalbold von Utrecht berichtet, er sei 1002 zu klug gewesen,
um selber die Königswürde anzustreben. Die Erlangung der Königswürde
lag also offensichtlich nicht völlig außerhalb der billungischen
Möglichkeiten (und Pläne?) in dieser Zeit. Zunächst unterstützte
Bernhardseinen
Schwager Ekkehard von Meißen in der Nachfolgefrage, anerkannte nach
dessen Tod jedoch Heinrich II.