Gunhild von Dänemark                Deutsche Königin
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1019-18.7.1038
          unweit Parmas

Begraben: Limburg an der Hardt
 

Einzige Tochter des Königs Knut I. der Große von Dänemark-England aus seiner 2. Ehe mit der Emma von der Normandie, Tochter von Herzog Richard I.
 

Schwennicke Detlev: Tafel 12
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

HEINRICH III.
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* 28. X 1017, + Bodfeld/Harz 5. X 1056

Begraben: Speyer Dom

  I oo (29.) VI 1036
         GUNHILD (KUNIGUNDE) VON DÄNEMARK
                    + 18. VII 1038

Begraben: Kloster Limburg

Tochter von Knut dem Großen König von England, Dänemark und Norwegen



Schnith Karl Rudolf: Seite 195
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"Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern."

KAISER HEINRICH III.
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* 28.10.1017
+ 5.10.1056 in Bodfeld am Harz

Grabstätte: Dom zu Speyer

  1. oo Juni 1036 in Nimwegen
           GUNHILD/KUNIGUNDE
           * um 1018
          + um den 18.7.1038 in der Nähe der Adriaküste

Grabstätte: Kloster Limburg an der Hardt

Eltern: Knut der Große, König von Dänemark und England und Emma/Aelgifu, Tochter Herzog Roberts I. von der Normandie



Im Mai 1035 kam es zur offiziellen Verlobung der Königskinder. Obwohl ihr Vater im gleichen Jahr starb, kam es 1036 in Nymwegen zur geplanten Vermählung, wobei ein glänzendes Fest gefeiert wurde, zu dem auch eine Gesandtschaft von Gunhilds Bruder Hartaknut anreiste. Die zarte und kränkliche Gunhild hatte an der Seite der herrischen Kaiserin Gisela nicht viel zu sagen. Anläßlich ihrer Vermählung wurde sie zur Königin gekrönt und war von jetzt an gezwungen, mit dem Kaiser, mit ihrem Gemahl und seinem Gefolge zu reisen. Weihnachten feierte sie in Regensburg, ehe sie HEINRICH nach Italien folgte. Dort muß ihre Tochter Beatrix auf die Welt gekommen sein. Am 19.6.1038 begegnete man ihr letztmals in Mittelitalien; einen Monat später ist sie gestorben, als das Heer wegen der Seuche, die in der Fieberhitze Italiens grassierte, den Rückzug antreten mußte. Königin Gunhild wurde im Kloster Limburg bestattet.

Trillmich Werner: Seite 301,303,362,380
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"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"

KONRADS II. Wahl fiel auf Gunhild, die etwa 16-jährige Tochter des nordischen Großkönigs und seiner Gemahlin Emma, der normannischen Herzogstochter. Um dem wertvollen Bündnis mit dem kriegerischen Nachbarn für lange Zeit durch eine verwandtschaftliche Bindung an sein Haus Dauer zu verleihen, war auch KONRAD zu Zugeständnissen bereit. Er verzichtete auf die strittige, kaum besiedelte ottonische Mark nördlicher der Eider. Zur eidlichen Bekräftigung der Verlobung HEINRICHS fand sich eine Gesandtschaft Knuts auf dem Bamberger Reichstage ein. Welche Mitgift er seiner Tochter bestimmte, ist unbekannt. Den Gepflogenheiten der Zeit, wikingischer Freigiebigkeit und dem Range der fürstlichen Partner entsprechend wird sie beträchtlich gewesen sein. Selbstverständlich wurden schon jetzt kostbarste Gaben ausgetauscht. Die edlen Überbringer empfingen nicht minder reiche Geschenke.
König HEINRICHS Eheschließung mit Gunhild verlor durch Knuts Tod (+ 12.11.1035) und die sich daran anschließenden nordeuropäischen Wirren viel von ihrem politischen Wert. Trotzdem hielt KONRAD daran fest, da er wegen des bevorstehenden Italienzuges die Unruhe im Norden nicht durch eine leichtfertige Herausforderung Hardeknuts vermehren durfte. Die Hochzeitsfeierlichkeiten fanden im Juni 1036 in der Pfalz Nymwegen statt. Der Dänen-König ließ seine Schwester mit ansehnlichem Gefolge, nach Wikingerart aufs kostbarste ausgestattet, zu Schiff an den Rhein geleiten. Ihr dänischer Kapellan Tymmo folgte ihr in die neue Heimat. Von deutschen und italienischen Großen wurde sie herzlich empfangen. Erzbischof Pilgrim von Köln, der im Jahre 1024 Gisela und 1028 HEINRICH gekrönt hatte, wird als eine seiner letzten Amtshandlungen am Peter und Pauls-Tage in der Pfalzkapelle die Brautmesse für das junge Paar gefeiert haben. Dabei erhielt Gunhild den neuen Namen Kunigunde, um das Thronfolgerpaar als Erben des letzten liudolfingischen Kaiserpaares und bewußte Fortsetzer seiner politischen und religiösen Haltung zu kennzeichnen. HEINRICH war seiner jungen Gemahlin in inniger Liebe zugetan. Sie war von schmächtiger Gestalt, noch kindlich naiv, ängstlich und empfindsam. Die neue, fremde Welt, die sich ihr auftat, schüchterte sie ein, obwohl ihr der Hof freundliche Zuneigung entgegenbrachte. Bischof Azecho von Worms gelang es, ihren Kummer durch väterlichen Zuspruch, Mandeln und kleine Geschenke zu lindern. Zusammen mit Gisela blieb das junge Paar noch für mehrere Wochen in der bequemen niederrheinischen Pfalz. Der Wormser Domherr Immo berichtete seinem Herrn, die junge Königin sei über seine Abreise sehr betrübt gewesen, bald danach erkrankt, aber schnell wieder genesen.
Die Kaiserin Gisela begab sich nach Regensburg, um dort mit Sohn und Schwiegertochter den Winter 1036 zu verbringen. Gunhild mag schwanger gewesen sein. Wohl noch in Deutschland gebar sie im folgenden Jahre Beatrix, die einzige Tochter des Paares.
Der Rückmarsch des deutschen Heeres auf der Via Emilia ging bei drückender Hitze wegen der vielen Malariakranken nur langsam vor sich. Am 18. Juli verstarb die junge Königin Gunhild. Ihr Leib wurde von den erfahrenen jüdischen Ärzten des Kaisers, wohl in Parma, sorgsam einbalsamiert, um ihn in Rheinfranken bestatten zu können. Der Kaiser, der in Italien einen schweren Anfall von Podagra erlitten hatte, fühlte sich krank und ließ Gisela und HEINRICH Gunhild das letzte Geleit nach Limburg an der Haardt geben.

Black-Veldtrup, Mechthild: Seite 111
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"Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien."

KONRAD II. hatte den salischen Sitz auf der Limburg in ein Kloster umgewandelt, in dem die ein halbes Jahr vor ihm verstorbene Königin Gunhild bestattet wurde. Das neue Hauskloster Limburg sollte offensichtlich denjenigen Familienangehörigen als Begräbnisstätte vorbehalten bleiben, die nicht Träger der Dynastie waren: Gunhild hatte in ihrer kurzen Ehe "nur" eine Tochter, aber keinen Thronfolger geboren und wurde wohl aus diesem Grund, vielleicht aber auch deshalb nicht im Speyerer Dom bestattet, weil sie nicht zur Kaiserin gekrönt war.
Über die Ausstattung Gunhilds durch HEINRICH III. wissen wir so gut wie nichts. Wenn Schwarzmaier recht hat und ihre spätere Grabkirche Limburg an der Haardt zu ihrer dos gehörte, dann hat sie, anders als Agnes, Güter im salischen Kernland um Speyer und Worms erhalten.
 
 
 

1036
  oo 1. HEINRICH III. König des Deutschen Reiches
Nymwegen 28.10.1017-5.10.1056
 
 
 

Kinder:

  Beatrix Äbtissin von Quedlinburg
  1045-13.7.1062
 
 
 
 

Literatur:
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Black-Veldtrup, Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien, Böhlau Verlag Köln 1995, Seite 15-347 - Boshof, Egon: Die Salier. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1987, Seite 49,74,82,93,161 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 67,105,113,162/Band II Seite 110,200,499,518 - Erkens, Franz-Reiner: Konrad II. Herrschaft und Reich des ersten Salierkaisers. Verlag Friedrich Puset Regensburg 1998, Seite 86,135,175,189,195,197 - Jäschke, Kurt-Ulrich: Notwendige Gefährtinnen: Königinnen der Salierzeit als Herrscherinnen und Ehefrauen im römisch-deutschen Reich des 11. und beginnenden 12. Jahrhunderts, Verlag Rita Dadder Saarbrücken 1991, Seite 87-94 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. 1. - 7. Band, Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 115,118,124 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 189, 193,195,204 - Schwarzmaier Hansmartin: Von Speyer nach Rom. Wegstationen und Lebensspuren der Salier. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1992, Seite 17,54,68,72-77,80,95,100,107,121 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 12 - Steindorff, Ernst: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich III. 1. und 2. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963 - Trillmich Werner: Kaiser Konrad II. und seine Zeit. Europa Union Verlag Bonn 1991 Seite 301,303,362,380 - Wies, Ernst W.: Kaiser Heinrich IV. Canossa und der Kampf um die Weltherrschaft, Bechtle Esslingen 1996, Seite 34 - Wipos Leben Konrads II. - Wolfram Herwig: Kaiser Konrad II. Kaiser dreier Reiche. Verlag C.H. Beck München 2000 -