Gisela von Schwaben                   Deutsche Königin
--------------------------                   Römische Kaiserin
13.11.989-15.2.1043                    Herzogin von Schwaben
                Goslar

Begraben: Dom zu Speyer

2. Tochter des Herzogs Hermann II. von Schwaben und der Gerberga von Burgund, Tochter von König Konrad
Mütterlicherseits Cousine von Kaiser HEINRICH II. und Nichte König Rudolfs von Burgund
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Seite 1465
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Gisela, Deutsche Kaiserin
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* um 990, + 15. Februar 1043
                  Goslar
Das anderslautende Geburtsjahr auf einer in ihrem Grab gefundenen Bleitafel ist offenkundig falsch.

Begraben: Dom zu Speyer

Eltern: Herzog Hermann II. von Schwaben und Gerberga, Tochter König Konrads I. von Burgund
 

  1. oo Bruno Graf von Braunschweig
                  -   1013?

  2. oo Ernst I. Herzog von Schwaben
                 -   1015

  3. oo KONRAD II.
 

Söhne:
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von 1.: Graf Liudolf

von 2.: Ernst II. von Schwaben

von 3.: HEINRICH III.

Wegen der kanonisch anfechtbaren Verbindung mit dem SALIER KONRAD (gemeinsame Abstammung von HEINRICH I.) entzog Kaiser HEINRICH II. ihr die Verwaltung des Herzogtums Schwaben für ihren minderjährigen Sohn Ernst. Als ihr nach KONRADS Wahl zum deutschen König Erzbischof Aribo von Mainz aus nicht klar ersichtlichem Grund die Krönung verweigerte, wurde Gisela am 21. September 1024 vom Erzbischof Pilgrim von Köln zur Königin gekrönt. Damit wurde der Kölner Anspruch auf das Recht der Königskrönung bekräftigt. Am 26. März 1027 empfing Gisela zusammen mit KONRAD II. in Rom von Papst Johannes XIX. die Kaiserkrone.
Nach Ausweis ihrer Interventionen in den Diplomen KONRADS II. nahm sie an der Reichspolitik lebhaften Anteil: Aufgrund ihrer Vermittlung übertrug ihr Oheim Rudolf III. von Burgund im Vertrag von Basel (August 1027) KONRAD II. die Nachfolge in seinem Reich. Dadurch fiel nach Rudolfs Tod (1032) das regnum Burgund an das deutsche Reich. Durch ihre Fürsprache kam 1033 zu Merseburg ein Friedensschluß mit Mieszko von Polen zustande. Wiederholt trat sie als Fürsprecherin ihres aufständischen Sohnes Ernst auf, sagte sich aber nach dessen Absetzung und Ächtung 1030 endgültig von ihm los. Gisela förderte die Kirche und nahm Einfluß auf die Besetzung von Bistümern und Reichsabteien. 1027 ließ sie sich zusammen mit dem ThronfolgerHEINRICH III. in die Gebetsbrüderschaft des Klosters St. Gallen aufnehmen. Nach dem HerrschaftsantrittHEINRICHS III. (1039) ging ihr Einfluß auf die Reichspolitik jedoch infolge persönlicher Spannungen zurück.

Quellen und Literatur:
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NDB VI, 413f. - MGH DD IV. 1909 [Nachdr. 1980] - RI III, I - H. Bresslau, JDG K. II, 1-2, 1879-1884 [Nachdr. 1967] - E. Steindorff, JDG H. III, I, 1874 [Nachdr. 1963] - E. Brandenburg, Probleme um die Ksn. G., BAL 80, 4, 1928 - N. Bischoff, Über die Chronologie der Ksn. G. und über die Verweigerung ihrer Krönung durch Aribo von Mainz, MIÖG 58, 1950, 285-309 - H. J. Rieckenberg, Das Geburtsdatum der Ksn. G., DA 9, 1952, 535-538 - Th. Vogelsang, Die Frau als Herrscherin im hohen MA, 1954, bes. 40 - P. E. Schramm-F. Mütherich, Die dt. Ks. und Kg. in Bildern ihrer Zeit, 1983, 227 mit Abb. 142, 143,144 und 185.


Brandenburg Erich: Tafel 3 Seite 7
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

IX. 19. GISELA
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* 990, + 1043 14. II.

Gemahl:
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a) 1013/14 Ernst I. Herzog von Schwaben
                         + 1015 3.V.

b) 1015 Bruno Graf von Braunschweig
                      + 19015/16

c) Anfang 1017 Kaiser KONRAD II.
                          * ca. 990, + 1039 4. VI.

Anmerkungen: Seite 129
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IX. 19. Gisela

siehe Brandenburg, Probleme um die Kaiserin Gisela 29f.; Bollnow, Grafen von Werl 89f., hat meine Ausführungen über ihre Geburtszeit und Ehen in einem besonderen Exkurs zu widerlegen versucht und kommt auf die ältere Annahme zurück, daß Graf Bruno ihr erster Gemahl gewesen und das Datum ihrer Geburt in der in den Kaisergräbern zu Speyer gefundenen Grabinschrift unrichtig sei. Ich finde das Wesentliche meiner Beweisführung durch seine Einwendungen nicht erschüttert; einen stichhaltigen Grund für die Anzweifelung des urkundlich so gut wie irgend möglich gesicherten Geburtsdatums der Kaiserin hat er nicht beigebracht; daran hängt alles Weitere.

Ergänzungen (Wolf):
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Die Reihenfolge der Ehen und somit auch die der Kinder ist nach neuerer Forschung wie folgt:
Gemahl a) ca. 1002 Bruno Graf von Braunschweig
Sohn 27a: Ludolf (statt 29 b), * ca. 1002/03 (statt 1016/17)
Gemahl b) Ernst, + 1015 31 V (Thietmar VII 14)
Kinder 28b: Ernst II. (statt 27 a)
            29b: Hermann IV (statt 28 a)
Gemahl c) KONRAD


Althoff Gerd: Seite 362
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                                  K 3

Lü:     15.2.   Gisla imp.  Germahlin KONRADS II.

Die Berücksichtigung Giselas im Lüneburger Necrolog zeigt, wie mehrere Einträge von Beratern und Vertrauten KONRADS II., die Verbesserung der Beziehungen der BILLUNGER zum Königtum, siehe oben Seite 121ff.
Allgemein zu Gisela vgl. NDB 6 Seite 413ff.; Biographisches Wörterbuch 2, Spalte 2392.; FW K 43.


Glocker Winfrid: Seite 322
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"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik"

VII. 38. GISELA VON SCHWABEN
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* (990) XI 11, + 1043 II 15

c 1002
1. oo Bruno "Graf von Braunschweig"
                + c 1010

c 1010
2. oo Ernst I. Herzog von Schwaben
               + 1015 V 31

c 1016
3. oo Konrad, seit 1024 als KONRAD II. König im Deutschen Reich
               + 1039 VI 4

2. Tochter des Herzogs Hermann II. und der Gerberga von Burgund, Tochter von König Konrad

Wie aus der Nachricht Ekkehards IV. in den Casus s. Galli c. 66, S. 142 (als Schwester der Mathilde, Gemahlin Konrads von Kärnten, bezeichnet), und aus den Angaben des Annalista Saxo a. 1026, SS VI 676, zur Gemahlin KONRADS II. hervorgeht, war die Kaiserin Gisela eine Tochter der Gerberga, Gemahlin Herzog Hermanns II. von Schwaben. Die Filiation der Kaiserin Gisela von Herzog Hermann bezeugt Wipo, Gesta Chuonradi c. 4, S 24 f.
Die "Probleme um die Kaiserin Gisela" (so der Titel einer Akademieschrift Brandenburgs) begannen mit der Öffnung des Sarkophags in Speyer, wobei eine Bleitafel mit einer Inschrift gefunden wurde (gedruckt bei Ehrentraut, Inschrifttafeln S. 194 und Taf. 38); dieser zufolge wäre Gisela am 999 XI 11 geboren worden, während man vor diesem Fund unter Kenntnis der drei Ehen Giselas und der Geburtszeit ihrer Kinder angenommen hatte, Gisela sei wie ihr dritter Gatte, KONRAD II., c 989/90 geboren. Bei Anerkennung des in der Tafel genannten Geburtsjahres wäre der am 1017 X 28 geborene spätere Kaiser HEINRICH III. das vierte Kind aus der dritten Ehe einer gerade erst 18-jährigen Frau gewesen. Die Forschung war in ihrem Urteil in der sicherlich authentisch und als Überrest auch nicht einfach abzuqualifizierenden Quelle geteilt. Neben energischen Verfechtern für deren Richtigkeit, die freilich - was hier nicht näher ausgeführt werden kann - auch bei der Zahl der Kinder und bei der Frage einer angemessenen Trauerzeit zwischen den drei Ehen Giselas in chronologische Schwierigkeiten gerieten, fanden sich von Anfang an Stimmen, die die Tafelangaben für fehlerhaft hielten, zumal die fragliche Bleitafel ganz offensichtlich flüchtig angefertigt und auch nicht fertiggestellt war. In ihrer Mehrheit sieht die Forschung 999 nicht mehr als das Geburtsjahr der Kaiserin Gisela an; Rieckenberg, Geburtsdatum passim, hat einleuchtend erklärt, wie aus der Vorlage 990 XI 11 der Inschriftentext 999 XI 11 werden konnte, wobei die auf der Tafel gegebene Indiktion zum ersteren Datum paßt; ich habe daher das von Rieckenberg ermittelte Geburtsdatum eingesetzt.
Vgl. im übrigen zu diesem Problemkomplex Jakobs, Adel S. 190 (Forschungsbericht), Hlawitschka, Bleitafelinschrift (weitere Fehler auf der Tafel) und dens., Untersuchungen Kap. III d, jeweils mit Hinweisen auf die einschlägige Literatur.
Es sei noch erwähnt, daß alle drei Ehen der Kaiserin Gisela nur beim Annalista Saxo a. 1026, SS VI 676, bezeugt sind, allerdings in der irrigen Reihenfolge Ernst von Schwaben - Bruno von Braunschweig - KONRAD II.
Vgl. dazu Leidinger, Untersuchnungen S. 61-65.


Eigene Anmerkung:
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In der Forschung werden immer neue Theorien im Zusammenhang mit den Familienverhältnissen der Gisela von Schwaben entwickelt. Die im Artikel aufgestellte Behauptung der zu nahen Verwandtschaft zwischen Gisela und KONRAD II. über HEINRICH I. ist für mich nicht schlüssig, da eine Verwandtschaft im 9. Grad vorlag, während die Ehe ihrer Schwester Mathilde auf der Synode in Diedenhofen wegen Verwandtschaft im 8. Grad angegriffen wurde. Dass Erzbischof Aribo von Mainz nach A. Wolf die Krönung Giselas verweigerte, weil deren Eltern zu nahe verwandt waren, kann nicht zutreffen, da der siegreiche König HEINRICH II. auf der Synode in Diedenhofen nicht nur die Ehe von Hermanns Tochter Mathilde, sondern Hermann von Schwaben selbst angegriffen und gedemütigt hätte, wenn er in seiner Ehe angreifbar gewesen wäre. Ich vermute, dass Erzbischof Aribo in Überschätzung seiner Mittel die Krönung Giselas verweigerte. Er hatte sich für den älteren Konrad entschieden, seine Wahl durchgesetzt und ihn zum König gekrönt. Jetzt wollte er ihm zeigen, daß der König sein Geschöpf und von ihm abhängig war. Dazu eignete sich die demonstrative Verweigerung der Krönung für Gisela vortrefflich, weil sie die Relationen klarstellte und dem König seinen Platz weit unter dem Königsmacher zuwies. Dieses Vorgehen war eine konsequente Weiterentwicklung der Linie der Staats- und Kirchenpolitik HEINRICHS II., die die Kirchenfürsten über die weltlichen weit hinaushob. Papst Johannes XIX. nahm im Jahre 1027 ohne Bedenken die Kaiserkrönung des deutschen Herrscherpaares vor. Auch ein Fehlverhalten Giselas (eventuell bei der Ermordung Bruns von Braunschweig) würde zu weit zurückliegen, um bei der Krönung zur Königin noch von Bedeutung zu sein.

Verwandtschaft zu Kaiser KONRAD II.

                                   König HEINRICH I.
 

                             --------------------------------------------------------
                    Gerberga                                             OTTO I. DER GROSSE

                 2. oo Ludwig IV. von Frankreich                    1. oo Edgitha
 

                         --                                                                       --
            Mathilde                                                             Liutgard

          oo 2. Konrad König von Burgund                               oo Konrad der Rote
 

                    --                                                                                --
          Gerberga                                                                 Otto von Worms

        2. oo Hermann II. von Schwaben
 

  -----------------------------------------                           ---------------------------------
 Beatrix              Gisela       Mathilde     oo    Konrad Herzog von Kärnten    Heinrich
 

                                                                                                                     --
                     3. oo ----------------------------------------------------------------- KONRAD II.



Schwennicke Detlev: Tafel 9
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

GISELA
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* 11. X (990), + Goslar 16. II 1043

Begraben: Speyer Dom

  I oo um 1002
        BRUNO Graf von (Braunschweig)
                  + 1012/14

  II oo um 1014
           ERNST 1012 Herzog von Schwaben (BABENBERGER)
                    + Jagdunfall 31. III (V) 1015

Begraben: Würzburg

  III oo vor I 1017
            KONRAD II., 1024 König (SALIER)
                      + 4. VI 1039



Schnith Karl: Seite 90
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"Frauen des Mittelalters in Lebensbildern."

KAISERIN GISELA
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* wohl 13.11. um 990
+ 14. oder 15.2.1043

Grabstätte: Dom zu Speyer (neben ihrem Gemahl Kaiser KONRAD II.)

Eltern: Hermann II., Herzog von Schwbaen (+ 4.5.1003), und Gerberga, Tochter  König Konrads von Burgund und Mathilde von Frankreich (+ 7.7. nach 1016/um 1020)

Geschwister:
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1. MATHILDE (+ 1031/32)

  1. oo Konrad, Herzog von Kärnten

  2. oo Friedrich, Herzog von Ober-Lothringen

2. BEATRIX

  oo Adalbero, Herzog von Kärnten

3. Berthold, + 993

4. Hermann III., Herzog von Schwaben, + 1012
 

  1. oo wohl etwa 1004
           BRUN VON BRAUNSCHWEIG, BRUNONE, sächsischer Graf
                     + wohl vor 1010

Eltern: möglicherweise ein Graf Liudolf
 

  2. oo um 1010
           ERNST I., BABENBERGER, Herzog von Schwaben ab 1012
           * vor 984, + 31.5.1015

Begraben: Würzburg

Eltern: Liutpold, Markgraf der bairischen Ostmark (976-994)
 

  3. oo wohl 1016
           KONRAD II., "SALIER"
           * um 990, vielleicht an einem 12.7.
           + 5.6.1039 Utrecht

Grabstätte: Dom zu Speyer

Eltern: Heinrich "von Worms", + 28.3., nach 28.9.989/vor 1000, und Adelheid von Metz, + 19.5. (ß) 1039/46, Tochter des Garfen Richard von Metz

21.9.1024 in Köln zur Königin gekrönt
26.3.1027 in Rom zusammen mit KONRAD II. zur Kaiserin gekrönt



Gisela wuchs in Werl in Sachsen auf und vermählte sich in erster Ehe mit dem Grafen Brun von Braunschweig. Nach dem Tode ihres zweiten Gatten wurde sie 1016 von KONRAD II. entführt, der sich anschließend mit der reichen Erbin vermählte. Gisela versuchte wiederholt, im Streit ihres Mannes mit ihrem Sohn Ernst zu vermitteln. Der Erwerb Burgunds war zum Teil ihr Werk, denn als Nichte Rudolfs III. von Burgund bewirkte sie, daß letzterer ihren Gemahl 1027 als Erben an erkannte. Unter der Regierung ihres Sohnes HEINRICH III. schwand ihr Einfluß. Ihren Eigenbesitz Regenbach im Maulgau verschenkte sie 1033 an ihren Neffen Bruno, der den Besitz dem Bistum Würzburg überließ. Nach dem Tode ihrer Schwester Mathilde adoptierte sie deren Töchter Beatrix und Sophie und ließ sie am kaiserlichen Hof erziehen. Sie weilte wiederholt im Kloster Corvey und nahm in Goslar ihren Alterssitz, wo sie im Jahre 1043 starb.

Trillmich Werner: Seite 138
***************
"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"

Da Gisela von edelster Abstammung war, schön, feingebildet, geistreich und vermögend, dürften sich zahlreiche Bewerber um ihre Hand eingestellt haben. Zunächst führte sie der in Friesland östlich der Zuidersee und in Ostfalen begüterte Graf Bruno von Braunschweig heim, dem sie einen Sohn Liudolf gebar. Die Heirat mit dem stammfremden Herrn mag dadurch vermittelt worden sein, dass ihre Mutter sich in erster Ehe einem Grafen von Werl vermählt hatte, einem der reichsten und mächtigsten Herren Westfalens und Südengerns.
Zum zweitenmale verband sich Gisela bald nach dem frühen Tode des Gatten dem Bruder des Markgrafen von Österreich, dem BABENBERGER Ernst. Als 1012 unerwartet Giselas Bruder, der junge Herzog Hermann III. (1013-1012) starb, der letzte männliche KONRADINER in Schwaben, betraute der König ihren Gemahl mit der Nachfolge. Durch ihre Hand verschaffte sie ihm eine gewisse Legitimität im Lande, durch die ererbten Allodien des Toten den erforderlichen materiellen Rückhalt. Leider kam der Herzog schon drei Jahre später, am 31. Mai 1015, durch einen Jagdunfall ums Leben.

Black-Veldtrup Mechthild: Seite 166,190
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"Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien"

Darauf, dass das Dotalgut der Königinmutter zum Zeitpunkt der Verheiratung des Thronfolgers erhöht wurde, deutet eine Schenkung KONRADS II. für Gisela vom 17. Januar 1035, die zeitlich nahe an die Konsenserklärung HEINRICHS und Gunhilds im Mai/Juni 1035 heranreicht. Damals erhielt Gisela das Gut Eichen, das sie noch am selben Tag dem Kloster Limburg übertrug - eben jenem Kloster, das mit seinen reichen Besitzungen als zum Dotalgut Gunhildsgehörend vermutet worden ist. Möglich wäre allerdings auch, dass KONRAD Gisela bereits vor der Heirat seines Sohnes absichern wollte. Gut Kölbigk westlich von Bernburg ist im Besitz von Gisela und Agnes nachweisbar. KONRAD II. hatte das reiche billungischen Gut Lesum konfisziert und offenbar seiner Gemahlin Gisela geschenkt.
Bereits Kaiserin Gisela hatte erfahren müssen, was es bedeutete, aus einer Ehe von zu nah verwandten Personen zu stammen: Der Mainzer Erzbischof Anno hatte sich 1024 geweigert, sie zu krönen, weil - wie Armin Wolf überzeugend nachgewiesen hat - zwischen ihren Eltern eine Verwandtschaft im 3. Grad bestand. Die Forschung hat lange angenommen, dass Aribos Verhalten auf ein zwischen Gisela und KONRAD selbst bestehendes Ehehindernis zurückzuführen sei, konnte aber dann nicht erklären, warum er KONRAD krönte und Gisela nicht. Giselawurde erst am 21. September 1024 in Köln vom dortigen Erzbischof gekrönt, der Ostern 1028 in Aachen auch HEINRICH III. am selben Ort krönte.
 
 
 
 
 

   um 1002
  1. oo Brun Graf von Braunschweig
          ca 975/80- ca 1010

    um 1010
  2. oo Ernst I. Herzog von Schwaben
          970-31.5.1015

   um 1016
  3. oo Kaiser KONRAD II.
           um 990-4.6.1039
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Liudolf
  c 1003-23.4.1038

  Gisela
   c 1005-

  oo Bertold Graf von Sangerhausen
              -

2. Ehe

  Ernst II.
  c 1012-17.8.1030

  Hermann IV.
  c 1014-28.7.1038

3. Ehe

  HEINRICH III.
  28.10.1017-5.10.1056

  Beatrix
  c 1030-30.1.1034/25.10.1036

  Mathilde
  1027- 1.1034

 1033
  oo Heinrich I. König von Frankreich
      1007/08-4.8.1060
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Althof Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 122,125,305, 362 K 3 - Annalista Saxo: Reichschronik a. 1026 - Bischoff, Norbert: Über die Chronologie der Kaiserin Gisela und über die Verweigerung ihrer Krönung durch Aribo von Mainz, in: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichte 58 (1950) Seite 285-309 - Black-Veldtrup, Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien, Böhlau Verlag Köln 1995, Seite 15-382 - Bollnow, Hermann: Die Grafen von Werl. Genealogische Untersuchungen zur Geschichte des 10. bis 12. Jahrhunderts. Dissertation Stettin 1930 - Boshof, Egon: Die Salier. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1987, Seite 8,28,30,35,38,47,64,66,85,88,94,96,165 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 3 Seite 7,129 - Bresslau, Harry: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II. 1. und 2. Band, Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1879 - Brüsch, Tania: Die Brunonen, ihre Grafschaften und die sächsische Geschichte. Herrschaftsbildung und Adelsbewußtsein im 11. Jahrhundert. Matthiesen Verlag Husum 2000 Seite 19,26,28-30,33,45,48-50,61,72,87,90-92,100,109,130,223,271,274 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 27,46,90,105, 110,113,125,189,222,226,231,240,243,251,320,485/Band II Seite 3,162,164,201,204,208,236,381,386, 392,419,433/Band III Seite 16,23,57,265,315,323,447,496 - Ennen, Edith: Frauen im Mittelalter. Verlag C.H. Beck München 1994, Seite 67-70,75,236 - Erkens Franz-Reiner: Konrad II. Herrschaft und Reich des ersten Salierkaisers. Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1998 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 23 A. 41,75 A. 279,343 A. 20 - Frommer, Hansjörg: Die Salier und das Herzogtum Schwaben, INFO Verlagsgesellschaft Karlsruhe 1992 - Frommer, Hansjörg: Spindel, Kreuz und Krone, Herrscherinnen des Mittelalters, Fourier-Verlag Wiesbaden 1996 - Giesebrecht Wilhelm von: Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Band 1- Band 6, Mundus Verlag 2000 - Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989 Seite 315,318,322 - Goez Elke: Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995, Seite 10,12,15,134,136,176,195,199 - Hilsch, Peter: Regenbach und die Schenkung der Kaiserin Gisela, in: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte 42 1983 Seite 52-81 - Hlawitschka, Eduard: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen. Genealogische Studien zur Geschichte Lothringens und des Reiches im 9.,10. und 11. Jahrhundert, Saarbrücken 1969, Seite 46,65,67,81,138 - Hlawitschka Eduard: Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands. Zugleich klärende Forschungen um „Kuno von Öhningen“, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1987, Seite 51,56,75,82,103,116,118,119,126-128,130,132-146,151-154,169,173,175,178 - Hlawitschka, Eduard: Zur Bleitafelinschrift aus dem Grab der Kaiserin Gisela. In: Historisches Jahrbuch der Görresgesellschaft 97/98 1978 Seite 439-444 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 419,436,447,466 - Jäschke, Kurt-Ulrich: Notwendige Gefährtinnen: Königinnen der Salierzeit als Herrscherinnen und Ehefrauen im römisch-deutschen Reich des 11. und beginnenden 12. Jahrhunderts, Verlag Rita Dadder Saarbrücken 1991, Seite 47-83 - Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 55,66,70,79,86,89, 317 A 25;321 A 35;323 A 49,53 - Leidinger, Paul: Untersuchungen zur Geschichte der Grafen von Werl. Ein Beitrag zur Geschichte des Hochmittelalters. Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens Abteilung Paderborn 1965 - Maurer, Helmut: Der Herzog von Schwaben. Grundlagen, Wirkungen und Wesen seiner Herrschaft in ottonischer, salischer und staufischer Zeit, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1978 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. 1. –7. Band, Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 - Plaßmann I. O.: Das Leben Kaiser Konrads des Zweiten des Saliers. Verlegt bei Eugen Diederichs in Jena 1928 - Pleticha, Heinrich: Deutsche Geschichte in 12 Bänden. Verlagsgruppe Bertelsmann GmbH/Lexikothek Verlag GmbH, Gütersloh 1982 - Schieffer Rudolf: Die Karolinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1992 Seite 224 - Schmid Karl: Gebetsgedenken und adliges Selbstverständnis im Mittelalter. Ausgewählte Beiträge, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1983, Seite 454-456 - Schneidmüller Bernd: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 90, 97,102,121 - Schneidmüller, Bernd/Weinfurter Stefan/Hg.): Otto III. - Heinrich II. Eine Wende?, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1997, Seite 13A,27A,365 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. 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