FRIEDRICH (III.) DER SCHÖNE        Deutscher König (1314-1330)
-------------------------------------------      Herzog von Österreich
um 1289-13.1.1330
Wien      Schloß Gutenstein

Begraben: Kartause Mauerbach bei Wien (von ihm 1316 gestiftet)
 

2. Sohn des Königs ALBRECHT I. VON HABSBURG und der Elisabeth von Görz-Tirol, Tochter von Herzog Meinhards II.
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 939
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FRIEDRICH DER SCHÖNE (Beiname aus dem 16. Jh.)
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* 1289, + 13. Januar 1330
         Gutenstein (Niederösterreich)

Begraben: Kartause Mauerbach bei Wien (von ihm 1316 gestiftet)

deutscher (Gegen)-König, Herzog von Österreich aus dem Hause HABSBURG

Begraben: Kartause Mauerbach bei Wien (von ihm 1316 gestiftet)

Eltern: König ALBRECHT I. und Elisabeth von Görz-Tirol

  oo 1313 Isabella, Tochter König Jakobs II. von Aragon (+ 12. Juli 1330)

Seit Herbst 1306 führte FRIEDRICH DER SCHÖNE die Verwaltung in Österreich, stand aber, wie später auch, unter dem Einfluß des jüngeren Bruders, Leopold I. Aspirationen auf die Krone Böhmens scheiterten und wurden durch die LUXEMBURGER finanziell abgegolten. Ein Konflikt mit Bayern führte zur Niederlage bei Gammelsdorf (9. November 1313). Am 19. Oktober 1314 wurde FRIEDRICH DER SCHÖNE von vier Kurfürsten uin Sachsenhausen zum König gewählt, am nächsten Tag sein bayerischer Vetter LUDWIG am anderen Mainufer ebenfalls von vier Wählern. Da Papst Johannes XXII. (seit 1316) keinen der Konkurrenten als rechtmäßig anerkannte udn sich LUDWIG mehrmals sder militärischen Entscheidung entzog, bemühte sich FRIEDRICH DER SCHÖNE um die Vergrößerung seiner Anhängerschaft und um diplomatische Unterstützung durch seinen Schwiegervater. Um LUDWIG zuvorzukommen, griff FRIEDRICH DER SCHÖNE in Italien ein, wobei er sich vor allem auf Robert von Neapel stützte, dessen Sohn 1316 eine österreichische Prinzessin heiratete. Er geriet schnell in einen Konflikt mit Cangrande della Scala, gegen den er Padua und Treviso (dort1318 Universitätsprivilegien durch FRIEDRICH DEN SCHÖNEN) zu Hilfe kam. FRIEDRICH DER SCHÖNE unterhielt aber auch Verbindungen zu Ghibellinen wie Castruccio Castracani, dem er das Reichsvikariat verlieh. Zur Entscheidungsschlacht zwischen ihm und LUDWIG kam es am 28. September 1322 bei Mühldorf, wo FRIEDRICH DSER SCHÖNE gefangengenommen wurde (Haftort: Burg Trausnitz, Oberpfalz). Militärische und diplomatische Bemühungen Leopolds I. (Treffen mit dem französischen König in Bar-sur-Aube 1324) blieben ergabnislos. Im März 1325 entließ LUDWIG FRIEDRICH DEN SCHÖNEN aus der Haft und schloß mit ihm am 5. September 1325 in München den Vertrag, der ihm Mitkönigtum und gemeinsame Regierung zusicherte. Trotz diüplomatischer Bemühungen lehnte Johannes XXII. das Königtum FRIEDRICHS DES SCHÖNEN weiterhin ab. In seinen letzten lebensjahren griff er nicht mehr in die Reichspolitik ein und zog sich nach Österreich zurück, wo Wien mehr und mehr den Charakter einer Hauptstadt erhielt.

Quellen:
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Reg. Habsburgica III, bearb. L. Gross, 1924 -

Literatur:
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NDB V, 487 - G. Tabacco, La politica it. di Federico il Belo, ASI 108, 1950, 3-77 - A. Lhotsky, Geschichte Österreichs seit der Mitte des 13. Jh., 1967 - G. Hödl, F. und die Residenz Wien, Jb. des Vereins für Geschichte der Stadt Wien 26, 19760, 7-35 - H. D. Homann, Kurkolleg und Königtum im Thronstreit, 1974 - Die Zeit der frühen Habsburger (Auss. Kat. Wiener Neustadt, 1979).



Schwennicke Detlev: Tafel 41
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

FRIEDRICH I. DER SCHÖNE
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* 1289, + Gutenstein/NÖ 13. I 1330

Begraben: Mauerbach, 1783 Wien St. Stephan

1306 resp.1309 HERZOG VON ÖSTERREICH und STEIERMARK
Frankfurt/Sachsenhausen 19. X 1314 Wahl
Bonn 25. XI 1314 Krönung KÖNIG
1322/25 gefangen Burg Trausnitz

  oo Ravensburg 11. V 1315
       ISABEL(LA) INFANTIN VON ARAGON (BARCELONA)
       * 1305, + 12. VII 1330
Begraben: Wien Minoriten-Kloster

Tochter von Jakob (Jaime) II. König von Sizilien und Aragon Graf von Barcelona



FRIEDRICH (III.) DER SCHÖNE übernahm die Regierung in Österreich und Steiermark, nachdem sein älterer Bruder Rudolf am 4.7.1307 bei Prag gestorben war. Nach dem überraschenden Tod seines Vaters wurde HEINRICH VON LUXEMBURG von den Kurfürsten zum deutschen König gewählt. Erst nach einem feierlichen Verzicht auf alle Ansprüche auf die deutsche Krone erhielten FRIEDRICH und sein Bruder Leopold die Belehnung mit Österreich, Steiermark, Krain und die Windische Mark. Ebenso erhielten sie die österreichischen Besitzungen in Schwaben und im Elsaß bestätigt. Nach dem Tode HEINRICHS VII. machte FRIEDRICH seinen Anspruch auf die deutsche Krone geltend, den ihm der WITTELSBACHER LUDWIG VON BAYERN streitig machte. Am 19.10.1314 wurde er von der habsburgischen Partei (Köln, Pfalz, Kärnten für Böhmen und Sachsen-Wittenberg) zum deutschen König gewählt, während sich die luxemburgische Partei für LUDWIG VON BAYERN entschied. Durch die Niederlage der HABSBURGER bei Morgarten (15.11.1315) gegen die drei Schweizer Waldstätte Uri, Schwyz und Unterwalden wurde FRIEDRICH gegenüber LUDWIG entscheidend geschwächt. Der durch die Doppelwahl ausgelöste Thronstreit wurde durch den militärischen Sieg LUDWIGS am 28.8.1322 bei Mühldorf am Inn zugunsten des WITTELSBACHERS entschieden. FRIEDRICH, der die Ankunft seines Bruders Leopold nicht abwartete, geriet in dieser letzten großen Ritterschlacht auf deutschem Boden mit seinem Bruder Heinrich in Gefangenschaft und blieb bis 1325 auf der Burg Trausnitz (Oberpfalz) in Haft. Um das Bündnis der Kurie mit Frankreich sowie den HABSBURGERN und LUXEMBURGERN zu sprengen, erkannte LUDWIG IV. am 5.9.1325 FRIEDRICH als Mitregenten an. FRIEDRICH übte aber praktisch nur die Herrschaft in seinem Herzogtum aus, wo er mit grossen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, die sich aus der finanziellen Erschöpfung des Landes und der schweren Niederlage 1315 bei Morgarten ergaben. König FRIEDRICH war ein völlig unbegabter Politiker. Unsicher in seinen Handlungen, vertrat er kaum eine eigene Meinung und war von seiner Umwelt leicht zu beeinflussen. Den Mord an seinem Vater rächte er gemeinsam mit seinem Bruder Leopold. Unter dem Einfluß der einst so friedliebenden Königin-Witwe Elisabeth richteten die Brüder in ihrem Stammland ein furchtbares Blutbad an, das Schuldige und Unschuldige gleichermaßen traf.

Reifenscheid Richard: Seite 36
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"Die Habsburger. Von Rudolf I. bis Karl I."

KÖNIG FRIEDRICH "DER SCHÖNE"
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* um 1289, + 13.1.1330
  Wien           Gutenstein/Niederösterreich

Grabstätte: Stephansdom in Wien - Herzogsgruft

  oo 11.5.1314 auf Schloß Gutenstein
      ELISABEHT, Infantin von Aragonien
      * um 1296, + 25.3.1330
        Montpellier  Wien

Grabstätte: Krypta in der Minoritenkirche in Wien

Eltern: Jakob II., König von Aragonien, und Blanka, Prinzessin von Neapel und Sizilen, Tochter Karl II., König von Neapel und Sizilien

WAHLSPRUCH: Ad huc stat = Noch steht er

19.10.1314 in Frankfurt am Main zum römisch-deutschen König gewählt.
25.11.1314 in Bonn im Münster zum römisch-deutschen König gekrönt durch den Kurfürsten und Erzbischof von Köln Heinrich II. Graf von Virneburg



 11.5.1314
    oo Elisabeth von Aragon, Tochter des Königs Jakob II.
        um 1296-25.3.1330
        Montpellier Wien
 
 
 
 

Kinder:

  Friedrich
  um 1316- um 1322
  Wien    Rheinfelden

  Elisabeth
  um 1317-23.10.1336
  Wien    Wien

  Anna
  um 1318-14.12.1343
  Wien    Wien

   21.9.1328
  1. oo Heinrich III. Herzog von Nieder-Bayern
           28.8.1312-18.6.1333

   20.9.1336
  2. oo Johann Graf von Görz
           um 1322-17.3.1338
           Görz    Görz
 
 
 
 

Literatur:
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Die Zeit der frühen Habsburger. Dome und Klöster 1279-1379 Wiener Neustadt 12. Mai bis 28. Oktober 1979 - Jaeckel, Gerhard: Die deutschen Kaiser. Die Lebensgeschichten sämtlicher Monarchen von Karl dem Großen bis Wilhelm II., Weltbild Verlag Augsburg, Seite 123 - Reifenscheid, Richard: Die Habsburger. Von Rudolf I. bis Karl I. Verlag Styria Graz Wien Köln, 1982, Seite 28,30,35-40,43 -
Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 41 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 -