Elisabeth von Pommern                Königin von Böhmen (Krönung 18.6.1363)
------------------------------              Königin von Deutschland
vor 13.11.1347-14.2.1393            römische Kaiserin seit 1.11.1368
                         Königsgrätz

Begraben: Veitsdom zu Prag
 

Einzige Tochter des Herzogs Boguslaw V. von Pommern-Wolgast aus seiner 1. Ehe mit der Elisabeth von Polen, Tochter von König Kasimir III.
 

Schwennicke Detlev: Tafel 82
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

WENZEL
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* Prag 14. V 1316, + Prag 29. XI 1376

Begraben: Prag Veitsdom

1323 KARL IV.
1334 MARKGRAF VON MÄHREN
Rhens 11. VII 1346 zum KÖNIG gewählt
Bonn 26. XI 1346 gekrönt2. IX 1347 KÖNIG VON BÖHMEN
Frankfurt 17. VI 1349 2. Wahl
Aachen 25. VII 1349 Krönung als KÖNIG
Mailand 6. I 1355 gekrönt als KÖNIG VON ITALIEN
Rom 5. IV 1355 gekrönt als KAISER
Arles 4. VI 1365 KÖNIG VON BURGUND

  1. oo Prag 8. I 1329
           BLANCHE (MARGUERITE) DE VALOIS (CAPET)
           * 1317, + Prag 1. VIII 1348

Begraben: Prag Veitsdom

Tochter von Charles I. von Frankreich Comte de Valois

  2. oo  (Kontrakt Babarach III 1349)
            ANNA PFALZGRÄFIN, HERZOGIN IN BAYERN
            * 26. IX 1329, + Prag 2. II 1353

Begraben: Prag Veitsdom

26.VII 1349 gekrönt

Tochter von Pfalzgraf Rudolf II.

  3. oo 27. V 1353
           ANNA VON SCHLESIEN
           * 1339, + 11. VII 1362

Begraben: Prag Veitsdom

ERBIN VON SCHWEIDNITZ UND JAUER

  4. oo V 1363
           ELISABETH VON POMMERN
           * 1347, + 15. IV 1393

Begraben: Prag Veitsdom

 Tochter von Herzog Bogislaw V. in Hinter-Pommern



Elisabeth wuchs am polnischen Hof auf und brachte sechs der elf Kinder des Kaisers zur Welt.

Hoensch Jörg K.: Seite 34,42,45
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"Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit 1368-1437."

Elisabeth, von den zeitgenössischen Chronisten als "ein schones und zuchtiges Freulin", als "eine hupsche Tochter" und sogar "überaus schön von Gestalt"[4 Einzelnachweise bei Wilbertz, Gisela: Elisabeth von Pommern - eine Kaiserin im späten Mittelalter, in: Bohemia 28 (1987) I, Seite 45-68, hier Seite 55. Siehe auch Zdrenka, Joachim: Elzbieta, corka Boguslawa V ksiecia Pomorskiego, zona cesarza Karola IV [Elisabeth, Tochter des pommerschen Fürsten Boguslaw V., als Frau Kaiser Karls IV.], in: Slaski Kwartalnik historyczny Sobotka 32 (1977), Seite 1-11.] charakterisiert und ihrem Gemahl in Liebe zugetan, muss die Umwelt durch ihre außergewöhnlichen Körperkräfte beeindruckt haben. Nach einem Bericht des mehrfachen Augenzeugen Benes von Weitmühl konnte die 168 cm große Frau unbeschadet ihres "äußerliche schwachen Aussehens" Hufeisen zerbrechen, große Messer und selbst Schwerter wie Strohhalme knicken sowie Panzerhemden zerreißen. Dennoch prahlte sie nicht mit ihren Fähigkeiten "und wurde nicht hochmütig, sondern sie schrieb ihre Kräfte dem Höchsten zu, und niemals gebrauchte sie diese, außer wenn der Kaiser es anordnete"[5 Kronika Benes z Weitmile, Seite 542f. Ähnliche Eigenschaften - sie soll in der Lage gewesens ein, einen Nagel bis an den Kopf in ein Brett aus Fichtenholz zu drücken, Haselnüsse zwischen Daumen und Zeigefinger zu knacken oder einen beladenen Heuwagen anzuschieben - wurden mit der Elisabeth verwandten Cimburgis (Czimburga) von Masowien, der Gattin Herzog Ernsts des Eisernen von Österreich und Mutter Kaiser FRIEDRICHS III. zugeschrieben. Siehe Hödl, Günther: Habsburg und Österreich 1273-1493. Gestalten und Gestalt des österreichischen Mittelalters. Wien usw. 1988, Seite 157; Vajda Stephan: Felix Austria. Eine Geschichte Östrreichs. Wien,. Heidelberg 1980, Seite 169.]. Obwohl sich aus den wenigen sicher überlieferten Informationen kein Persönlichkeitsbild erschließt, muss Elisabeth ihrem Sohn außer seinem angenehmen Äußeren Lebenskraft, Mut, Energie und vielleicht auch die Großzügigkeit in finanziellen Angelegenheiten [6 Vor dem Romzug hatte der Kaiser mit 1.200 Gulden die in Nürnberg verpfändeten Schmuckstücke Elisabeths auszulösen. In Pisa erwarb sie kostbares Pelzwerk, das sie bei ihrem Einzug zur Krönung in Rom tragen wollte. In Florenz kaufte sie Perlen im Wert von 1.200 Gulden, die ihr Gemahl zu begleichen hatte. KARL IV. hatte zuvor angesichts einer gewaltigen Schuldenlast eine seiner Kronen bei den Florentiner Bankiers versetzen müssen; Elisabeth konnte allerdings die Bürgerschaft von Siena bewegen, sie wieder einzulösen. Wilertz: Elisabeth von Pommern, Seite 58f.; Pirchan, Gustav: Italien und Kaiser Karl IV. in der Zeit seiner zweiten Romfahrt. Band 2, Prag 1930, Seite 195f., Seite 214.] vererbt haben.
Am 2. April 1368 verließ das Königspaar mit großem Gefolge die Residenz Prag. Der Höhepunkt der langen, mühseligen und gefahrvollen Reise war die Salbung und Krönung Elisabeths zur Kaiserin am 1. November 1368 in Rom. Nach Aufenthalten in fast allen bedeutenden italienischen Städten zog Elisabeth erst am 20. August 1368 wieder in Prag ein.

Veldtrup Dieter: Seite 377-380
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„Zwischen Eherecht und Familienpolitik“

Der Kaiser, der seit 1362 zum dritten Mal verwitwet war, heiratete „mitten unter seine Feinde“ - und zwar die Enkelin Kasimirs von Polen. Von den beiden Töchtern des Polen-Königs war die jüngere, Kunigunde, bereits 1357 als Gattin Ludwigs des Römers gestorben; die ältere, inzwischen ebenfalls verstorbene Tochter des Polen-Königs, war mit Herzog Bogislaw V. von Pommern verheiratet gewesen und hatte aus dieser Ehe zwei Söhne sowie eine Tochter, Elisabeth, hinterlassen, die Kasimirs einzige legitime Nachkommen waren.
Elisabeth von Pommern, wahrscheinlich 1347 geboren, war am 26. Juli 1358 mit Otto von Brandenburg verlobt worden, dem wenige Wochen vor ihrer eigenen Eheschließung mit KARL ihre nunmehrige Stieftochter Elisabeth zur Ehe versprochen worden war. Sie war am Hofe ihres königlichen Großvaters erzogen worden, und in Krakau bestieg der Kaiser auch mit ihr - höchstwahrscheinlich am Pfingstsonntag, dem 21. Mai 1363, - das „politische Hochzeitsbett“. Am 18. Juni wurde sie in Prag zur böhmischen Königin und am 1. November 1368 in Rom auch zur Kaiserin gekrönt. Im September 1363 wurden ihr die Städte Königsgrätz, Hohenmauth und Chrudim als Leibgedinge vermacht, denen 1371 noch Melnik und Kosteletz folgten. Elisabeth, deren gewaltige Körperkräfte Benesch von Weitmühl staunend rühmt - sie konnte angeblich ein Hufeisen mit bloßen Händen zerbrechen - gebar ihrem Gemahl vier Söhne und zwei Töchter, überlebte den Kaiser und starb erst am 15. Februar 1393, höchstwahrscheinlich in ihrer Leibgedingestadt Königsgrätz.

Hoensch, Jörg K.: Seite 156,162,170
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"Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437."

Doch durch sein Werben um die 16 Jahre alte Elisabeth von Pommern-Wolgast, die Enkelin Kazimierz' III., und die rasch vollzogene Eheschließung am 21. Mai in Krakau konnte KARL die Reihen seiner Gegner sprengen udn sich für künftige Kinder der Hoffnung hingeben, ihnen vielelicht eiens Tages die Nachfolge im Königreich Polen zu ermöglichen.
Höhepunkt des Aufenthalts in der Ewigen Stadt war die Krönunng von KARLS Gemahlin Elisabeth zur Kaiserin am 1. November durch Urban V.
In ungewöhnlich festlichem Rahmen fand die Krönung WENZELS am 6. Juli 1276 in Aachen statt, an der im vollen kaiserlichen Ornat KARL IV. und seine Gemahlin Elisabeth teilnahmen.

Stoob Heinz: Seite 122,196,268,287
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"Kaiser Karl IV. und seine Zeit."

Nicht von ungefähr liegt hier eine der Wurzeln dafür daß der 1362 zum dritten Male verwitwete Kaiser 1363 eine pommersche GREIFEN-Tochter Elisabeth zur vierten Frau nahm, deren Person als Enkelin des alternden und söhnelosen Kasimir von Krakau-Polen - die Hochzeit wurde in Polen begangen! - überdies höchst erwünschte Möglichkeiten bot, die alte böhmische Option auf eine polnische Nachfolge wieder aufzunehmen.
Bevor es anschließend zur Aushandlung des Friedens mit Ungarn und Österreich kam, verblüffte der Kaiser seine fürstlichen Zeitgenossen durch einen weiteren folgenreichen Coup: er knüpfte mit Kasimir von Polen Verhandlungen über eine vierte Heirat an, für die er nun Kasimirs Enkelin Elisabeth von Pommern ausersehenhatte. Die Achtzehnjährige überragte den fast 30 Jahre älteren Kaiser zwar um Haupteslänge und soll seine Tafelrunde später noch oft belustigt haben, weil sie mit bloßen Händen Hufeisen zu brechen verstand; sie paßte also nur sehr bedingt zu dem körperlich zarten und längst kahlköpfigen Herrscher, aber dafür brachte sie Kasimir endgültig ins kaiserliche Lager und vollendete durch ihre pommerischen Verwandten die Einkreisung der Kurmark, auf deren abschließenden Erwerb KARL nun konzentriert hinarbeitete.
Unterdessen wurde im Mai 1363, und bezeichnenderweise zu Krakau, KARLS Hochzeit mit Elisabeth von Pommern gefeiert, kurz darauf in Prag sein zweijähriger Sohn WENZEL zum König von Böhmen gekrönt.
Seit 1364 ist KARL zum vierten Mal verheiratet. Erst seine vierte Frau - Elisabeth von Pommern -, eine Enkelin Kasimirs III. von Polen, mit der sich der Kaiser 1363 verbunden hatte, überlebte ihn schließlich um 15 Jahre.
KARL kam nach Italien, um die Kurie wieder in Rom seßhaft zu machen und um seine Frau zur Kaiserin krönen zu lassen. Für die genaue Planung spricht schon die Wahl des Allerheiligenfestes als Krönungstag der Kaiserin, und von ihm aus war es gewiß berechnet, daß Elisabeth am 29. Oktober mit ihrem Gefolge in Rom eintraf. Die vorangehenden acht Tage dürften den ersten Verhandlungen zwischen Kaiser und Papst gedient haben. Senatoren und Adel sowie das gesamte Kardinalskolleg empfingen die Kaiserin und brachten sie zum Vatikan, wo sie Urban zu Fuß- und Handkuß erwartete. Drei Tage später fand die Krönung selbst dann in Anwesenheit natürlich auch des Kaisers statt, der bei diesem Anlaß vor dem Petersaltar viele seiner Begleiter zu Rittern schlug. Nachmittags ritt die Kaiserin dann, die Krone über offenem Haar, durch die Altstadt zum Lateran hinüber, wo das übliche Festmahl stattfand. Das Kaiserpaar wohnte anschließend im Vatikan, so daß der persönliche Verkehr mit dem Papst sich recht eng abspielen konnte. Es dürfte bezeichnend sein, daß KARL die Kaiserin vorsorglich bereits am 23. November, also wenige Tage nach der schließlich ausgehandelten Übereinkunft, von Rom aus aufbrechen ließ. Er wollte sie vermutlich aus den etwaigen Schwierigkeiten heraushalten.
Anfang Juli schickte er die Kaiserin nach Bologna voraus, ritt selbst nochmals nach Montecarlo di Lucca zu einem Besuch seiner Jugendgründung hinauf. Von Bologna aus zog das Kaiserpaar nach Ferrara weiter; auf venezianischen Schiffen ging esa dann über Po und Adria nach Friaul, und Ende Juli zog man in Markwards Residenz Udine ein. Von dort reiste die Kaiserin wieder voran, sie traf am 20. August 1369 in Prag ein
 
 
 
 

21.5.1363
   oo KARL IV. König des Deutschen Reiches
       14.5.1316-29.11.1378
 
 
 
 

Kinder:

  Anna
  11.7.1366-7.6.1394
                  Schloß Sheen

  1382
  oo Richard II. König von England
       7.1.1367-14.2.1400

  SIGISMUND
  15.2.1368-9.12.1437

  Johann Herzog von Görlitz
  22.6.1370-2.3.1396

  Karl
  13.3.1372-24.7.1373

  Margarete
  29.9.1373-4.6.1410

 1381
  oo Johann III. Burggraf von Nürnberg
      1369-11.6.1420

  Heinrich
  1377-   1378
 
 
 
 

Literatur:
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Fischer Otto: Karl IV. Deutscher Kaiser König von Böhmen, Angelsachsen-Verlag Bremen 1941 -
Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000 Seite 156,162,170 - Hoensch, Jörg K.: Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit 1368-1437. Verlag C.H. Beck München 1996 Seite 20,32-35, 42,45 - Palacky Franz: Geschichte von Böhmen 1842 - Pfitzner Josef: Kaiser Karl IV. Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion Potsdam 1938 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 82 - Seibt Ferdinand: Karl IV. Ein Kaiser in Europa 1346 bis 1378 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH&Co. KG München 1994 Seite 282,307,309,339,355 - Stoob Heinz: Kaiser Karl IV. und seine Zeit. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 122,169,196,206,229,268,287,383,403 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 - Veldtrup, Dieter: Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit Verlag Fahlbusch/Hölscher/Rieger Warendorf 1988 Seite 377-380 -