Beatrix von Brabant                     Deutsche Königin
-------------------------                     Landgräfin von Thüringen
1225-11.11.1288                           Gräfin von Flandern

Begraben: Marquette
 

2. Tochter des Herzogs Heinrich II. von Brabant aus seiner 1. Ehe mit der Maria von Schwaben, Tochter von König PHILIPP
 

Schwennicke Detlev: Tafel 145
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

HEINRICH RASPE
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* (1204), + Wartburg 16. II 1247

Begraben: Eisenach Katharinenkloster

IV 1227 Vormund von Hermann II.
1241 Landgraf von Thüringen
1242/43 Prokurator für Deutschland
Veitshöchheim 22. V 1246 Gegen-König
1231 Gründung von Frankenberg/Eder
1236 von Wolfshagen

  1. oo vor 16. V 1247
           ELISABETH VON BRANDENBURG (ASKANIER)
                   + 1237

Tochter von Markgraf Albrecht II.

  2. oo Wiener Neustadt II 1238
           GERTRUD VON ÖSTERREICH (BABENBERGER)
                     + 1241

Tochter von Herzog Leopold V.

  3. oo Kreuzburg/Werra 10. III 1241
          BEATRIX VON BRABANT
           * (1225)  + 11. XI 1298

Begraben: abbaye de Marquette bei Lille

Tochter von Herzog Heinrich

(oo II Löwen XI 1247 Guillaume III de Dampierre (-sur-Aube) Seigneur de Courtrai + Turnier zu Trazegnies 6. VI 1251 Begraben: Marquette)



Schwarz, Hilmar: Seite 92
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"Die Ludowinger. Aufstieg und Fall des ersten thüringischen Landgrafengeschlechts."

VI. Generation

(45) HEINRICH RASPE IV.
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* 1203/04, + 16. Februar 1247 auf der Wartburg

Begraben: Katharinenkloster zu Eisenach (das Herz im dortigen Dominikanerkloster)

Regent bzw. Landgraf von Thüringen 1227
Reichsverweser 1242/43
König 22. Mai 1246 Veitshöchheim

Gemahlinnen:
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  1. oo
          ELISABETH VON BRANDENBURG
                   + Sommer 1231

Begraben: Reinhardsbrunn

Tochter des Markgrafen Albrecht II. von Brandenburg

  2. oo Februar 1238 in Wiener Neustadt
          GERTRUD VON BABENBERG
                    + vor 10. März 1241

Tochter des Herzogs Leopold VI. von Österreich

  3. oo März 1241
           BEATRIX VON BRABANT
                   + 11. November 1288

Begraben: Marquette

Tochter des Herzogs Heinrich II. von Brabant (späterer Gemahlin Wilhelm III., Graf von Flandern, vermählt 1247, gestorben 6. Juni 1251)



Mühlbacher Josef: Seite 199-202
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"Lebenswege und Schicksale staufischer Frauen"

Dadurch, dass Beatrix die Gattin Heinrich Raspes, Landgrafen von Thüringen wurde, geriet sie in die Wirren der beginnenden kaiserlosen Zeit. Er war vor der Eheschließung mit Beatrix 1241 bereits zweimal verheiratet gewesen, mit Elisabeth, der Tochter des Markgrafen Albrecht von Brandenburg, und Gertrud, der Tochter Herzog Leopolds VI. von Österreich.
Die päpstliche Bannung des Kaisers 1239 brachte den kirchentreuen HEINRICH RASPE in einen Gewissenskonflikt. In dieser Zeit vermählte er sich 1241 in 3. Ehe mit der staufisch-brabantischen Beatrix. Er geriet unter den Einfluß von deren wankelmütigen Vater Heinrich II. von Brabant und des päpstlichen Agenten in Deutschland, des Archidiakons Albert Beham von Passau.
Beatrix erlebte das schwere Sterben und den Tod ihres Gatten am 16. Februar 1247. Die Ehe hatte sechs Jahre gedauert. HEINRICH RASPE war etwa 46 Jahre alt geworden. Seine drei Ehen waren kinderlos geblieben.
Beatrix überlebte ihren Gatten um 41 Jahre. Sie starb im hohen Alter 1288. Bittere Schicksale blieben ihr nicht erspart. 1256 wurde ihre Schwester Maria von ihrem Gemahl Ludwig II. von Bayern aus grundloser Eifersucht ermordet; sie erlebte auf der Wartburg die unglückliche und schmachvolle Ehe der Tochter Kaiser FRIEDRICHS II., Margarete, mit dem Markgrafen Albrecht von Meißen. Beatrix überlebte Sturz und Ende ihrer staufischen Verwandtschaft um 20 Jahre.

Schwarz, Hilmar: Seite 76
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"Die Ludowinger. Aufstieg und Fall des ersten thüringischen Landgrafengeschlechts."

Die zweite Ehe schloß HEINRICH RASPE im Februar 1238 in Wiener-Neustadt mit Gertrud, der Schwester des regierenden österreichischen Herzogs. Bereits HEINRICHS Schwester Agnes hatte einen Mann aus dem gleichen Hause geheiratet: Gertrud starb jedoch zwei oder drei Jahre später, so daß HEINRICH RASPE 1241 noch ein drittes Mail heiratete, und zwar die BRABANTERIN Beatrix, die ihn zwar überlebte, ihm jedoch keine Kinder schenkte. Diesmal hatte er sich mit dem gleichen Herzogshaus wie seine Nichte Sophie verbunden.

Schnith Karl: Seite 251
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"Frauen des Mittelalters in Lebensbildern."

Sophia, die 1224 geborene Tochter des Landgrafen Ludwig IV. und der Elisabeth, wurde 1240/41 dem Herzog Heinrich II. von Lothringen und Brabant vermählt. Es war eine Doppelhochzeit für beide Dynastien, denn HEINRICH RASPE, der Bruder und Nachfolger Ludwigs IV., vermählte sich mit Beatrix, der 23 Jahre jüngeren Tochter des genannten Herzogs Heinrich II. von Brabant. Diese Ehe blieb freilich kinderlos.

Goez, Werner: Seite 483,487
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"Lebensbilder aus dem Mittelalter. Die Zeit der Ottonen, Salier und Staufer."

Man ließ Sophia nicht lange Zeit, um den Bruder zu weinen. Nur neun Wochen nach dem Begräbnis veranstaltete man eine Dppelhochzeit. HEINRICH RASPE, durch den erbenlosen Tod seines Neffen wider alles Erwarten plötzlich selber Landgraf von Thüringen geworden, heiratete Beatrix, die um dreiundzwanzig Jahre jüngere Tochter des Herzogs Heinrich II. von Brabant. (Auch diese Ehe des Letzten aus dem ludowingischen Mannesstamm war nicht mit Kindern gesegnet). Gleichzeitig vermählte man Sophia - ungefähr im gleichen Alter wie Beatrix stehend - mit deren verwitweten Vater. So wurde sie die Stiefmutter ihrer eigenen Tante!
HEINRICHS Witwe Beatrix, zugleich Sophias gleichaltrige Stieftochter, verließ umgehnd Mitteldeutschland. man spielte ihr übel mit: Geldforderungen an den Erzbischof von Mainz, die zu ihrem Witwengut gehörten, wurden vom Papst niedergeschlagen. Es handelte sich um Zahlungen in beträchtlicher Höhe, doch da der Landgraf verstorben war, gab es für Innovcenz IV. keine Gründe mehr, auf die ungekrönte Königin Rücksicht zu nehmen. Beatrix kehrte nach Brabant zurück; noch im gleichen Jahr vermählte sei sich mit dem Grafen von Flandern. Auch diese zweite Ehe blieb kinderlos und dauerte nicht lange; aber Beatrix wurde nicht einsam. Sie sammelte um sich einen Freundeskreis; Sophias Sohn Heinrich schrieb ihr bisweilen und bat sie einmal darum, ihr geschmackvoll gestaltetes Siegel zur Bekräftigung an eine auf Brabant bezügliche Urkunde zu hängen.
 
 
 
 

    10.3.1241
  1. oo 3. HEINRICH RASPE Landgraf von Thüringen
      x      1201-17.2.1247

    1247
  2. oo Wilhelm III. Graf von Flandern
      x   1224-6.6.1251
 
 
 
 

Literatur:
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Goez, Werner: Lebensbilder aus dem Mittelalter. Die Zeit der Ottonen, Salier und Staufer, Primus Verlag Darmstadt 1998 Seite 483 - Mühlbacher, Josef: Lebensweg und Schicksale der staufischen Frauen, Bechtle Verlag Esslingen 1977 Seite 199-202 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 251 - Schwarz, Hilmar: Die Ludowinger Aufstieg und Fall des ersten thüringischen Landgrafengeschlechts, Wartburg-Stiftung 1993 Seite 76,92 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 145 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 -