Adelheid von Turin                      Deutsche Königin
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um 1050/53-   1079
(nach 1052-1079 Isenburg)

Jüngere Tochter des Grafen Otto von Savoyen und der Adelheid von Turin, Tochter von Manfred II. Odelrich; Schwester der Königin Bertha
Nach Prinz von Isenburg war Adelheid die Witwe von Guigues I. Comte d'Albon.
 

Adelheid wurde 1069 der nicht bewahrten Keuschheit mit Werner von Habsburg beschuldigt und verstoßen. 1071 wurde sie rehabilitiert und von ihrem Gatten wieder angenommen.

Hlawitschka Eduard: Band I Seite 192,205
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"Zur Herkunft und zu den Seitenverwandten des Gegenkönigs Rudolf" in: Die Salier und das Reich

Hlawitschka, Eduard: Band I Seite 180,189,204,210,215
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"Zur Herkunft und zu den Seitenverwandten des Gegenkönigs Rudolf von Rheinfelden - Genealogische und politisch-historische Untersuchungen" in Die Salier und das Reich

Denn für Rudolf steht ja fest, daß er erst 1057 für uns in das helle Licht der Geschichte tritt, als er von der Kaiserin Agnes, der Witwe HEINRICHS III., mit dem Herzogtum Schwaben belehnt wurde, und daß er gegen Ende 1059 die ihm bei der Übernahme des Herzogtums anverlobte, noch sehr junge Kaiser-Tochter Mathilde heiratete (welche freilich schon am 12. Mai 1060 verstarb) [19 Lampert von Hersfeld, Annales ad 1058 (richtig 1057) (wie Anm. 16), Seite 73 berichtet von der Übergabe des Herzogtums Schwaben. Den Tod Mathildes kurz nach der Verehelichung vermeldet Lampert zu 1072, Seite 137f., anläßlich der Verschärfung der Oppositionsrolle Rudolfs 1072; dazu vgl. unten Seite 219. Das Jahr des Eheschlusses überliefern die Bertholdi Annales ad 1059, MGH SS V, Seite 271: Roudolfus Alemannorum dux Mathildam, Heinricis regis sororem, duxit uxorem. Ebd. ad 1060, Seite 271, auch die Todesnachricht: Mahthilt soror regis obiit. Den genauen Todestag hat man in Speyer festgehalten; vgl. J.F. Boehmer, Fontes rerum Germanicarum IV, Stuttgart 1868, Seite 317: IIII. Id. Mai: Mathilt Agnetis imperatricis filia obiit (1060); H. Grafen; Spuren der ältesten Speyerer Necrologüberlieferung. Ein verlorenes Totenbuch aus dem 11. Jahrhundert, in: Frühmittelalterliche Studien 19, 1985, Seite 402; W. Metz, Das älteste Necrolog des Speyrer Domstifts und die Todesdaten salischer Königskinder, in: AfD 29, 1983, Seite 202, Anm. 31.], ja daß er anfangs der 60-er Jahre eine zweite Ehe mit Adelheid von Turin einging [20 Rudolfs zweite Ehe mit Adelheid von Turin wird am deutlichsten in der Nachricht über Adelheids Tod bei Berthold, Annales ad 1079, MGH SS V, Seite 319: Uxor vero regis Roudolfi nomine Adelheit, filia Adelheidae marchionissae, soror Berthae reginae uxoris Heinrici, ... moriens spiritum ssum commandavit, et ad monasterium sancti Blasii cum omnifario exequiali debito officiose satis sepeliebatur. Das Hochzeitsdatum ist nicht überliefert. Da aber Rudolfs von Rheinfelden Tochter Adelheid vielleicht schon 1078 mit dem Ungarn-König Ladislaus verheiratet wurde (vgl. G. Meyer von Knonau, Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V., Band 3, Leipzig 1900, Seite 133f. mit Anm. 53), Rudolfs Tochter Agnes 1079 den ZÄHRINGER Berthold II. ehelichte (vgl. ebd., Seite 199) und im gleichen Jahr 1079 Rudolfs Sohn Berthold zum Herzog von Schwaben erhoben wurde (ebd., Seite 198f.), er also schon großjährig gewesens ein dürfte, ist es sehr naheliegend, daß Rudolfs zweite Ehe wohl schon 1062 geschlossen worden ist.].
Die Nachricht aus St. Gallen ergänzt zunächst in vorzüglicher Weise das, was wir durch die Weißenburger Annalen wissen, daß nämlich 1069 Herzog Rudolfs Gemahlin Adelheid fälschlich der nicht bewahrten Keuschheit beschuldigt worden sei und daß RUDOLF sie deshalb ihrer Ehre beraubt und verstoßen hat bzw. dass RUDOLF (1071) seine Frau, von der er sich wegen ihres schlechten Rufes getrennt hatte, nach Untersuchung und Unschuldsanerkenntnis durch Papst Alexander II. wieder annahm; ja der St. Galler Text erweitert unser Wissen über diesen Vorgang erheblich. Wir erfahren erstmals von der Hilfe durch einige Bischöfe, die die Beschuldigte offenbar durch Bekleidung mit dem Nonnenschleier vor der Todesstrafe schützten; die Einschaltung des Papstes und dessen Freispruch werden bestätigt; dazu aber noch mehr: die Reinigung des als Verführer beschuldigten Grafen Werner durch das Gottesurteil der Wasserprobe ist bislang unbekannt wie ebenso ein Besuch RUDOLFS in dieser Angelegenheit beim Papst, und als Folge davon ein SinneswandelRUDOLFS gegenüber König HEINRICH IV., der fast zur gleichen Zeit seine Scheidung von seiner jungen Frau Berta, der Schwester Adelheids betrieb, aber mit seinen Scheidungswünschen scheiterte. Aber nicht diese Zusammenhänge, die ein ganz neues Licht auf die Hintergründe von RUDOLFSParteiwechsel werfen und die Ausgangsmotive der sich (1072/1. Hälfte) zu eine coniuratio gegen HEINRICH IV. konkretisierenden inneren Ablehnung des jungen Königs besser als bisher erhellen dürften, sind zunächst in unserem Interesse von erhöhtem Interesse.
Herzogenbuchsee mit den dazugehörenden Kirchen Buchsee, Seeberg und Huttwil waren von RUDOLF herkommende Allodien. Besitzverankerung RUDOLFSin Burgund geht auch aus den Berthold-Annalen hervor, in denen berichtet wird, daß sich RUDOLFS Frau, Adelheid, nach der Königserhebung RUDOLFS (1077) von Zürich aus in partes Burgundiae begab, wo sie in quodam castello suo den Ansturm der Feinde abwehrte.

Heyck, Eduard: Seite 117
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"Geschichte der Herzoge von Zähringen"

In dieser Osterzeit war des Gegen-Königs RUDOLF Gattin Adelheid, gestorben. Sie, die Schwester der Königin Berta, hatte, getrennt von ihrem Gemahl, seit dieser sich nach Sachsen hatte zurückziehen müssen, zuerst auf burgundischen Burgen in Flucht und Not gelebt, war dann in das Konstanzer Bistum zurückgegangen und hatte hier auf dem Twiel und anderen Burgen nahe beim Rhein Sicherheit gesucht. Dürftigkeit, Gefahr und unablässiger Kummer hatten sie auch hier in ihren letzten Tagen umgeben, mußte doch jeder Triumph, jedes Ungemach der einen, wie der anderen Partei ihr Herz als Gattin oder als Schwester treffen! Nun war durch ihren Tod die einzige Tochter, die sie noch bei sich gehabt hatte - Adelheid und Berta waren vermählt - Agnes mit Namen, tatsächlich verwaist; der ferne Vater vermocht sie nicht zu schützen, wenn sich etwa kaiserliche Parteigänger ihrer als Geisel zu bemächtigen suchen.

Engels, Odilo: Seite 102
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"Stauferstudien. Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert."

Vom Hohentwiel aus hatte Adelheid in Stellvertretung ihres Gatten RUDOLF VON RHEINFELDEN die Funktionen eines gegenköniglichen Herzogs wahrgenommen.

Stälin Paul Friedrich: Seite 221
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"Geschichte Württembergs"

Im Beginn des Jahres endete nämlich RUDOLFSGemahlin Adelheid ihr mühevolles Leben. Sie hatte sich, während ihr Gemahl in Sachsen weilte, zuerst in Burgund, dann auf dem Hohentwiel und anderen benachbarten Burgen aufgehalten und scheint, übrigens in festem Kampfe mit Dürftigkeit und vielem Ungemach, gewissermaßen als seine Stellvertreterin in seinem Herzogtum angesehen worden zu sein.
 
 
 
 

 1062
  oo 2. RUDOLF Graf von Rheinfelden
          um 1025/30-16.10.1080
 
 
 

Kinder:
2. Ehe

  Adelheid
          -   1090

  1078
   oo Ladislaus I. König von Ungarn
              -29.7.1095 (20.6.1095 Isenburg)

  Bertha Gräfin von Kellmütz
        - (20.1. nach 1128 Isenburg)1133

vor 1077
 oo Ulrich X. Graf von Bregenz
              -26./28.10.1097

  Otto
        - klein

  Agnes
          -19.12.1111

  1079
   oo Berthold II. Herzog von Zähringen
       um 1055-12.4.1111
 
 
 
 

Literatur:
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Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I, Seite 180,192, 205,216 - Die Zähringer. Schweizer Vorträge und neue Forschungen. Hg. von Karl Schmid; Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1990, Seite 58,59,60 - Engels, Odilo: Stauferstudien. Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996, Seite 102 - Heyck, Eduard: Geschichte der Herzoge von Zähringen. Freiburg im Breisgau 1891 Seite 117 - Hlawitschka Eduard: Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands. Zugleich klärende Forschungen um „Kuno von Öhningen“, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1987, Seite 56,114,116,175 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. 1. - 7. Band, Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 219 - Schwarzmaier Hansmartin: Von Speyer nach Rom. Wegstationen und Lebensspuren der Salier. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1992, Seite 115 - Stälin, Paul Friedrich: Geschichte Württembergs, Gotha 1882 Seite 221 - Wies, Ernst W.: Kaiser Heinrich IV. Canossa und der Kampf um die Weltherrschaft, Bechtle Esslingen 1996, Seite 70 -