Adela von Vohburg                      Deutsche Königin
------------------------                     Herzogin von Schwaben
1110/27-25.5. nach 1187
              Kloster Weißenau bei Ravensburg
 

Tochter des Markgrafen Diepold III. von Vohburg aus dem Hause der DIEPOLDINGER aus seiner 1. Ehe mit der Adelheid von Polen (+ 25./26.3.1127), Tochter von Herzog Wladislaw I.
Prinz Isenburg und W. Wegener sehen Adela als Tochter Diepolds III. von Vohburg aus seiner 2. Ehe mit Kunigunde von Northeim, Tochter von Graf Kuno, an. Das Geburtsjahr wäre dann um 1128 anzusetzen.
 

Bedürftig Friedemann: Seite 8
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"Taschenlexikon Staufer"

ADELA VON VOHBURG
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* Ende 1128, + nach 1187
                     Kloster Weißenau (bei Ravensburg)

Vater Diepold, Markgraf der Oberpfalz, hatte das Egerland für seine Familie gewonnen. Als er 1146 starb, zog es König KONRAD III. für das Reich ein und sorgte für die verwaiste Tochter Adela, indem er sie im selben Jahr oder im darauf folgenden mit seinem Neffen Herzog Friedrich III. von Schwaben, dem späteren Kaiser FRIEDRICH I. BARBAROSSA, verheiratete. Diese Fürsorge erwies sich für das Paar nicht als Segen, denn die Ehe blieb nicht nur kinderlos, sondern wurde auch unglücklich. An der Königskrönung ihres Mannes am 9. März 1152 in Aachen nahm Adela nicht teil, und im Jahr darauf ließ BARBAROSSA die Ehe durch Bischof Hermann von Konstanz scheiden. Offiziell wurde als Grund „zu nahe Verwandtschaft“ genannt, doch geben viele Quellen einen Ehebruch Adelas als Begründung an, wofür manches spricht. Zum einen konnte es sich ein König nicht leisten, als betrogener Ehemann dazustehen, zum anderen hätte Ehebruch allenfalls zu einer Trennung geführt, als Scheidungsgrund hätte er auch bei einer Königin nicht ausgereicht. Das Verwandtschaftsargument war natürlich nur vorgeschoben, denn es war ja schon bei der Eheschließung bekannt und stellte in vielen anderen Fällen kein Hindernis dar. Zudem bemühte sich BARBAROSSA nach der Scheidung sogleich, allerdings vergebens, um die byzantinische Prinzessin Maria Komnena (* um 1139, + nach 1154), mit der er enger verwandt war als mit Adela. Ein anderer möglicher Scheidungsgrund wäre gewesen, dass die Ehe nicht „vollzogen“ worden sei, doch mag das nach fünf Jahren wenig glaubhaft gewesen sein oder doch als Makel auf der königlich-männlichen Ehre gegolten haben. Darauf, dass dem dennoch so gewesen sein könnte, deutet die Tatsache, dass beide einstigen Partner in den nächsten Verbindungen eine Reihe von Nachkommen hatten. Adela verheiratete sich schon sehr bald nach der Scheidung mit dem Ministerialen Dietho von Ravensburg (* um 1130, + nach 1187); und auch diese „Mesalliance“ ist wohl ein Beleg für den Tatbestand Ehebruch, denn nur die Macht inniger Liebe vermochte Standesschranken zu überwinden, wie sie die Fürstin Adela vom Dienstmann Dietho trennten. Dass BARBAROSSA gegen die Neuverheiratung nicht einschritt, ist erstaunlich; gewöhnlich verschwand die verstoßene Ehefrau eines Königs stillsschweigend in einem Kloster.



GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 189
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25. ADELA
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(Aus 2., nicht 1. Ehe von 18).
Adela kann nicht gut älter gewesen sein als ihr 1125/26 geborener erster Gatte, daher stammte sie nicht aus 1. Ehe Dietpolds  III., die damals schon etwa 25 Jahre währte; ihr Name geht außerdem auf ihre Urgroßmutter Adela von Löwen zurück.

Gemahl:
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1.) Herzog Friedrich III. von Schwaben, der nachmalige Kaiser, in Eger 1147, geschieden März 1153 zu Konstanz SS 9, 582; 16, 9, 89; 17, 509
2.) Dieto von Ravensburg, welfischer Ministerial.


GENEALOGISCHES HANDBUCH ZUR BAIRISCH-ÖSTERREICHISCHEN GESCHICHTE
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Dungern Prof. Dr. Otto: Seite 56
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15. ADELA
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Aus 1. Ehe. + 25.V.... (Nec. II.333, St. Lambrecht); heiratete
1. in Eger 1147 (MG. SS. 15/2. 1088)
Kaiser FRIEDRICH I., von dem sie ..III.1153 (MG. SS. 17. 390) zu Konstanz geschieden wurde, um
2. Dietho von Ravensburg, einen kaiserlichen Ministerialen, zu heiraten (MG. SS. 9. 582; 16. 9; 16. 89)


Decker-Hauff Hansmartin: Band III Seite 351
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"Die Zeit der Staufer"

VIII. GENERATION

44 (35) KAISER FRIEDRICH I. BARBAROSSA
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         * um 1122 - etwa 1124, + 10.6.1190
 

  1. oo 1146/47; geschieden Konstanz März 1153 wegen einer angebliche zu nahen Blutsverwandtschaft
          ADELA/ADELHEID VON VOHBURG
           * um 1128/Anfang 1129, +  wohl nach 1187
                                                     Kloster Weißenau bei Ravensburg

Tochter des Markgrafen von Giengen (Brenz), von Vohburg, von Cham, von Nahburg, Markgrafen auf dem Nordgau Diepold III. (um 1080-1146) und seiner 2. (nicht 1.!) Gattin N von Polen (1106/09-um 1129), Tochter des Königs Boleslaw III. ("Schiefmaul") von Polen.

  2. oo Ende 1153/54
          Dietho von Ravensburg
          * um 1130, + nach 1187

Ministeriale des Herzogs Welf VI., dann des Herzogs Friedrich V. von Schwaben, Wohltäter des Prämonstratenser-Klosters Weißenau, urkundet 1152-1187
(Aus dieser Ehe Nachkommen; die Ehe mit BARBAROSSA kinderlos)



Höflinger Klaus: Seite 275
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"Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1152-1190)" in: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern

KAISER FRIEDRICH I. BARBAROSSA
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* 20.-23.12. (?) 1122
+ 10.6.1190, ertruken im Fluß Saleph in Kleinasien

Grabstätte: Fleisch in der Kathedrale St. Peter in Antiochia, Herz und Eingeweise in Tarsus, Gebeine in der Kathedrale in Tyrus, ihre Beisetzung in Jerusalem war vorgesehen

Eltern: Friedrich (II.) der Einäugige (+ 1147), Herzog von Schwaben, und die WELFIN Judith (+ 1130/31) (siehe Seite 263)

  um 1130-1145
  freie Verbindung mit einer Hochfreien (?)

  1. oo 1147 oder 1149 in Eger (?)
           ADELA VON VOHBURG
          * Ende 1128/Anfang 1129
          + wohl nach 1187, Prämonstartenserstift Weißenau bei Ravensburg (?)

Eltern: Markgraf Diepold III. von Vohburg (+ 1146) und eine Tochter des Polen-Königs Boleslaw III.

Die Ehe wurde unter dem Vorwand zu naher Verwandtschaft im März 1153 im Dom zu Konstanz in Anwesenheit der päpstlichen Legaten Bernhard von S. Clemente und Gregor von S. Angelo und Bischof Hermann von Konstanz geschieden. Ende 1153/54 heiratete Adela Dietho von Ravensburg (+ nach 1187), einen Ministerialen im Dienst Welfs VI., später Herzog Friedrichs V. von Schwaben.



Schwennicke Detlev: Tafel 15
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

FRIEDRICH I. BARBAROSSA
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* wohl nach 1122, + ertrunken im Fluss Saleph, Kleinasien 10. VI 1190

als Friedrich III. HERZOG VON SCHWABEN
Frankfurt/Main 4. III 1152 als KÖNIG gewählt
Aachen 9. III 1152 gekrönt
Rom 18. VI 1155 KAISER
1156 GRAF VON BURGUND
Arles 20. VII 1178 gekrönt als KÖNIG VON BURGUND
nimmt 1188 das Kreuz

Begraben: Eingeweide Tarsus, "Fleisch" zu St. Peter in Antiochia, Gebeine Kathedrale zu Tyrus

  I oo Eger vor 2. III 1147
         ADELA VON VOHBURG

Tochter von Diepold III. Markgraf von Vohburg und Cham
Erbin des EGERLANDES, geschieden Konstanz III 1153

        II oo Dieto von Ravensburg 1152/80 welfischer Ministerialer



Adela war die Erbin des Egerlandes.
Die erste Ehe Adelas wurde wegen zu naher Verwandtschaft (6. Grad), wegen Unfruchtbarkeit oder wegen Ehebruchs mit päpstlicher Erlaubnis geschieden. Die zweite Ehe Adelas mit einem weit unter ihr rangierenden, abhängigen Ministerialen deutet möglicherweise an, dass das Gerücht des Ehebruchs nicht aus der Luft gegriffen war.

Mühlbacher Josef: Seite 30-31
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"Lebenswege und Schicksale staufischer Frauen"

Die erste Ehe FRIEDRICH BARBAROSSAS mit Adela von Vohburg hätte nach heutigen Begriffen der Boulevardpresse Schlagzeilen eingebracht.
Adela (geboren zwischen 1110 und 1127) war die Tochter des Markgrafen Diepold II. von der Ober-Pfalz, dem Grenzland gegen Böhmen, das 1077 durch Kaiser HEINRICH IV. dem ihm getreuen Diepold I. aus dem ehemaligen Nordgau erweitert worden war. Die Mutter Adelas war Adelheid, die Tochter des Herzogs Wladislaw I. von Polen. Die DIEPOLDINGE waren schwäbischer Herkunft, standen als Grafen von Acerra und Herzöge von Spoleto im Dienst BARBAROSSAS und starben 1204 aus.
FRIEDRICH BARBAROSSA heiratete Adela um 1147, im März 1153 wurde die Ehe geschieden. Die Gründe, die FRIEDRICH vorbrachte, waren fadenscheinig. Auch mit seiner zweiten Frau Beatrix von Burgund war er im selben Grad verwandt; als weiterer Scheidungsgrund wurde die Unfruchtbarkeit Adelas angeführt, schließlich wurde ihr, um das Maß der Beschuldigungen vollzumachen, Ehebruch vorgeworfen.
Die Ehe wurde zwar mit päpstlicher Erlaubnis getrennt, aber nicht geschieden, so dass FRIEDRICH sich nicht wieder hätte verheiraten können. 1153 sprachen sich in Konstanz der Kardinal Johann Orsini und mehrere Prälaten für die Scheidung aus. FRIEDRICH lag daran, Adela loszuwerden.
Adela heiratete in zweiter Ehe Dietho von Ravensburg, der 1179 als Ministeriale BARBAROSSAS, ein Jahr später als Ministeriale der WELFEN erwähnt wird. Er war der Ahnherr der Kämmerer von Ravensburg. Der Ehe entstammten Kinder.
Ein Nachkomme, Heinrich, wurde Dienstmann Konradins. Wann Adela, die in zweiter Ehe unter ihrem Stand geheiratet hatte, starb, ist unbekannt.

Lebe Reinhard: Seite 58
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"Ein Königreich als Mitgift"

FRIEDRICH hat etwa im Jahre 1147, wohl auf Betreiben seines Onkels, König KONRADS III., Adela (alias Adelheid) von Vohburg geheiratet, die Tochter des Markgrafen Diepold von Vohburg-Cham-Nabburg-Giengen. Es war fraglos eine pragmatische Mitgiftheirat, denn Adela brachte dem jungen Schwaben-Herzog beträchtliche Güter ein. Nie aber trat FRIEDRICH mit Adela offiziell auf, sie wurde nicht zur Königin gekrönt, und sie gebar ihm keine Kinder; ja es ist "in neuerer Zeit schlüssig festgestellt" worden, dass "der Grund für die Scheidung", die FRIEDRICH schon nach wenigen Ehejahren betrieb, "in einem Ehebruch seiner Frau gelegen haben dürfte" (Helmut Hiller).
Als offizieller Grund für die vom Papst taktisch bereitwillig gebilligte Auflösung der Ehe wurde freilich zu nahe Blutsverwandtschaft mit Adela angegeben. Wir haben davon gesprochen: eine in solchen Fällen gängige Spitzfindigkeit, mit der das kanonische Recht ausgetrickst wurde, denn so "verwandt" miteinander wie FRIEDRICH und Adela waren die Partner in sehr zahlreichen, ja fast den meisten dynastischen Ehen. Die überlieferte Tabula consanguinita aber bewies mit feiner Manipulation: allzu nah "verwandt".
Später ist - fast so "schlüssig" wie ihr "Ehebruch" - auch Adelas Kinderlosigkeit als eigentlicher Scheidungsgrund genannt worden. Adelas Mitgiftbesitzungen jedenfalls behielt der STAUFER, als er sich 1153 von ihr trennte - und wenn sie ihn denn wirklich schuldhaft betrogen haben sollte, mag's ihr recht geschehen sein. Nicht zu verschweigen übrigens, dass die Verstoßene in einer zweiten Ehe keineswegs kinderlos geblieben ist.

Lehmann Johannes: Seite 40,77
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"Die Staufer. Glanz und Elend eines deutschen Kaisergeschlechts"

Als FRIEDRICH BARBAROSSA vom Kreuzzug nach Schwaben zurückkam, war Friedrich Einaug gestorben, so dass das Herzogtum Schwaben auf ihn überging. In diese Zeit fällt möglicherweise ein Ereignis, das FRIEDRICH BARBAROSSA und seine Chronisten erstaunlicherweise schlichtweg totgeschwiegen haben, so dass wir wieder einmal keinerlei Daten besitzen: Es war die Hochzeit FRIEDRICH BARBAROSSAS mit Adelheid, der Tochter des Markgrafen Diepold III. von Vohburg. Aber nicht einmal bei seiner Krönung im Jahre 1152 wurde die Königin mit einem einzigen Wort erwähnt. Dass FRIEDRICH BARBAROSSA überhaupt verheiratet war, erfahren wir erst nach seiner Krönung aus der Tatsache, dass er vom Papst die Annullierung seiner Ehe verlangte und auch bekam.
Die Ehe FRIEDRICHS mit Adelheid von Vohburg hatte der Papst schon im März 1153 annulliert. Als Trennungsgrund wurde offiziell angegeben, BARBAROSSA sei zu nah - nämlich im 6. Grad - mit Adelheid verwandt gewesen, eine Entdeckung, die er freilich reichlich spät machte und die ihn dann auch nicht hinderte, Beatrix von Burgund zu heiraten, die ebenfalls eine Verwandte 6. Grades war.
Man hat früher vermutet, BARBAROSSA habe wirklich befürchtet, die Ehe werde kinderlos bleiben, während andere Historiker meinten, die Ehe mit der Markgrafen-Tochter habe nicht seiner Stellung als König und Kaiser entsprochen. Ob dies die für BARBAROSSA ausschlaggebenden Gründe waren, läßt sich jedoch nicht nachweisen. Dagegen gibt es vier mittelalterliche Quellen, die von einem Ehebruch der Adelheid berichten. Man hat diese Berichte immer wieder als Verleumdung abtun wollen; für ihre Korrektheit spricht aber, dass Adelheid nach der Scheidung weit unter ihrem Stand einen unfreien Dienstmann, einen sogenannten Ministerialen, heiratete, was den Historiker Friedrich von Raumer schon im letzten Jahrhundert zu der Bemerkung veranlaßte, dass Adelheids zweite Heirat "an allerhand obige Beschuldigungen erinnernde Bedenken erregt" habe, weil ein solcher Abstieg nur mit echter Liebe erklärt werden könne. Man nimmt daher heute allgemein an, dass Ehebruch der wahre Trennungsgrund gewesen ist und  sicherlich auch der Anlaß dafür, dass FRIEDRICH BARBAROSSA Adelheid mit keinem Wort erwähnte und auch nicht zur Königin krönen ließ. Da Ehebruch den Mann zur Verstoßung seiner Frau, aber nicht zu einer kirchlich anerkannten Ungültigkeitserklärung berechtigt hätte, wurde zu nahe Verwandtschaft vorgeschoben.

Lechner Karl: Seite 354 A 37
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"Die Babenberger Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246"

FRIEDRICH I. war bereits vorher mit Adela, der Tochter Markgraf Diepolds II. von Cham-Vohburg, verheiratet, hatte sich aber im März 1153 auf einem Hoftag zu Konstanz von ihr getrennt, angeblich wegen "fornicatio", wie Otto von St. Blasien in seiner Chronik sagt. Der Vorwurf ist ebenso wie eine angebliche Blutsverwandtschaft unbegründet. Der Grund dürfte die Unfruchtbarkeit der Gemahlin nach mehrjähriger Ehe gewesen sein.

Cardini Franco: Seite 68
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"Friedrich I. Barbarossa. Kaiser des Abendlandes"

In welchem Jahr FRIEDRICH sich mit Adela, der Schwester von Markgraf Gebhard von Vohburg, vermählt hatte, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Manche nehmen an, die Hochzeit habe noch ehe FRIEDRICH Herzog von Schwaben geworden war, also in den ersten Monaten des Jahres 1147, stattgefunden; nach anderen erst in der 2. Hälfte des Jahres 1149. Adela, die einige Jahre älter als FRIEDRICH war, hatte als Mitgift das direkt vom König abhängige Lehen Egerland in die Ehe mitgebracht. Wie hinter einem Nebelschleier bleibt vor unseren Blicken diese deutsche Dame verhüllt, die lange abseits stand, die bei der Thronbesteigung ihres Gemahls nicht mit ihm gekrönt wurde und die sich schließlich mit der der Auflösung der Ehe abfinden mußte. Da ihre Ehe kinderlos geblieben war, andererseits aber die Zweitehen beider Partner mit Nachwuchs gesegnet waren, besteht in der Tat der Verdacht, dass intime Beziehungen zwischen FRIEDRICH und seiner Gemahlin eher selten gewesen sein dürften. Zwischen Kreuzzug, der Sorge um das Herzogtum und dann dem Kampf um die Krone wird FRIEDRICH wohl nicht viel Zeit geblieben sein, um sich einer nicht mehr ganz jungen und obendrein aus einer zweitrangigen Familie stammenden Frau zu widmen.
Die Gerüchte über Adelas Untreue mögen allenfalls zu den Rechtfertigungsbelegen für die Annullierung des Ehebundes gehört haben, aber es ist kaum anzunehmen, dass sie vom Hof und schon gar nicht von FRIEDRICH ausgegangen sind. Die Entwicklung der ganzen Affäre veranlaßt uns jedenfalls eher zu der Annahme, dass FRIEDRICH der verlassenen Adela gegenüber Gefühle entfernter Reue, wenn auch vermischt mit Unduldsamkeit, hegte. Die Auflösung der Ehe erfolgte ohne Schwierigkeiten und mit Billigung der Kirche aufgrund des damals üblichen Vorwandes einer vorhandenen Blutsverwandtschaft 6. Grades.
Adela vermählte sich in zweiter Ehe mit dem standesgemäß unter ihr stehenden Ritter Dietho von Ravensburg, einem Ministerialen, wobei Ungewißheit darüber besteht, ob er Anhänger der STAUFER oder WELFEN war.

Opll Ferdinand: Seite 32,46,238
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"Friedrich Barbarossa.!"

Friedrich verstand es in diesen Jahren seine Stellung als schwäbischer Herzog durch seine Ehe mit mit der Tochter des Markgrafen Diepold von Vohburg, Adela, weiter zu festigen und damit zugleich seine territoriale Machtbasis nach dem osten entscheidend auszuweiten.
Der STAUFER nahm gerade dabei ganz bewußt Maßnahmen seines Vorgängers wieder auf, wobei es parallel zu deutsch-byzantinischen Eheverhandlungen darum gegangen war, die als Mitgift für die Gemahlin Kaiser Manuels, Bertha von Sulzbach, vorgesehene Abtretung italienischen Bodens wieder rückgängig zu machen. In der tat nahm FRIEDRICH derartige Pläne  gerade ab diesem Tag von Konstanz in verstärktem Maße auf, war damals doch seine erste Ehe mit Adela von Vohburg - offiziell wegen zu naher Verwandtschaft faktisch aber wohl eher wegen weiter ausgreifender, poltischer Motive - von den päpstlichen Legaten getrennt worden. Damit konnte der STAUFER selbst als Brautwerber in den ab dem Sommer 1153 geführten Verhandlungen mit Ostrom auftreten.
Der STAUFER selbst war in seiner ersten, 1153 geschiedenen Ehe mit Adela von Vohburg vermählt gewesen und hatte damit seine Macht und seinen Einfluß in den ostfränkischen Raum hinein ausdehnen können.
 
 
 
 
 
 
 
 

    1147
  1. oo 1. FRIEDRICH I. BARBAROSSA König des Deutschen Reiches
1153 x    1122/25-10.6.1190

  2. oo Dietho von Ravensburg (Ministeriale)
           um 1130- um 1180
 
 
 
 

Literatur:
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Bedürftig Friedemann: Taschenlexikon Staufer. Piper Verlag GmbH München 2000 Seite 8 - Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen Geschichte Konrad III., Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1883 Seite 478 - Cardini, Franco: Friedrich I. Barbarossa. Kaiser des Abendlandes, Verlag Styria Graz 1990, Seite 68,86,94 - Decker-Hauf Hansmartin: Die Zeit der Staufer. Geschichte - Kunst - Kultur. Katalog der Ausstellung Stuttgart 1977 Band III Seite 351 - Engels, Odilo: Die Staufer. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1972, Seite 7,59,60 - Engels, Odilo: Stauferstudien. Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996, Seite 88 A,101,181 A,133 - Giesebrecht Wilhelm von: Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Band 1- Band 6, Mundus Verlag 2000 - Hiller, Helmut: Friedrich Barbarossa. Kaiser - Ritter - Held. Wilhelm Heine Verlag München 1977 Seite 67 - Hiller, Helmut: Friedrich Barbarossa und seine Zeit. Eine Chronik Paul List Verlag KG München 1977 Seite 69 - Jordan Karl: Friedrich Barbarossa. Kaiser des christlichen Abendlandes. Musterschmidt-Verlag Göttingen 1959 - Jordan, Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher Taschenbuch Verlag München, Seite 62 - Lebe Reinhard: Ein Königreich als Mitgift. Heiratspolitik in der Geschichte. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1998 Seite 58 - Lechner, Karl: Die Babenberger Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Köln 1985 Seite 354 A 37 - Lehmann, Johannes: Die Staufer. Glanz und Elend eines deutschen Kaisergeschlechts, Gondrom Verlag Bindlach 1991, Seite 40,77 - Mühlbacher, Josef: Lebensweg und Schicksale der staufischen Frauen, Bechtle Verlag Esslingen 1977 Seite 30-31 - Opll Ferdinand: Friedrich Barbarossa. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1998 Seite 32,46,230,238,275 - Schmid Karl: Gebetsgedenken und adliges Selbstverständnis im Mittelalter. Ausgewählte Beiträge, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1983, Seite 415-418,420,462 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 275, 282 - Schwarzmaier, Hansmartin: Die Heimat der Staufer. Bilder und Dokumente aus einhundert Jahren staufischer Geschichte in Südwestdeutschland, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1976 Seite 16,61,76 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 15 - Simonsfeld, Henry: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Friedrich I., 1. Band 1152-1158, Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1908 Seite 27,156,157, 167,168,169,217,469 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 - Stürner, Wolfgang: Friedrich II. Teil 1: Die Königsherrschaft in Sizilien und Deutschland 1194-1220, Primus-Verlag Darmstadt 1997, Seite 202 - Wies, Ernst W.: Kaiser Friedrich Barbarossa. Mythos und Wirklichkeit, Bechtle Esslingen 1999, Seite 59,96 -