Burchard III.                                            Herzog von Schwaben (954-973)
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um 906-11.11.973
 

Begraben: St. Erasmuskapelle des Klosters Reichenau
 

Sohn des Herzogs Burchard II. von Schwaben und der Regilinde im Sülichgau, Tochter von Graf Eberhard
 

Lexikon des Mittelalters: Band II Spalte 941
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Burchard II.,  Herzog von Schwaben
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     + 11. oder 12. November 973

Begraben: Reichenau

Folgte 954 auf Liudolf, der wegen des Aufstands gegen seinen Vater, König OTTO I., dem schwäbischen Dukat entsagen mußte. Da Burchard II. als Sohn Herzog Burchards I. gelten darf, spielten bei seiner Erhebung offenbar Ansprüche des hunfridingischen Hauses wie auch die Verwandtschaft Burchards II. mit Königin Adelheid eine Rolle. Die Verbindung zum ottonischen Königshaus bekräftigte Burchard II.durch seine Heirat mit Hadwig, der Tochter von König OTTOS I. Bruder Heinrich.
Burchard II. gehörte zum Gefolge OTTOS I., 955 beteiligte er sich mit einem schwäbischen Aufgebot an der Lechfeldschlacht, 962 und 967 begleitete er OTTO auf seinen Italienzügen und führte 965 im Auftrag des Kaisers Krieg gegen Adalbert, König von Italien, und dessen Bruder Wido, welche die ottonische Oberhoheit nicht anerkennen wollten.
In Schwaben läßt sich Burchards II. Herrschaft im Bodenseegebiet und im Breisgau nachweisen: zeitweise hatte der Herzog die Grafschaft im Thurgau inne, Zürich und Breisach sind als herzogliche Münzstätten bekannt. Besondere Förderung ließ Burchard II. den Klöstern Reichenau und Einsiedeln zukommen, von den süddeutschen Bischöfen war ihm Hartbert von Chur eng verbunden. In der Burg Hohentwiel, die als Herzogspfalz fungierte, gründeten Burchard II. und seine Gemahlin Hadwigein Kloster, das als Zentrum des Georgskultes und Stätte der Bildungspflege dienen sollte. Gleichzeitig tradierten sie das burchardingischeEigenkloster in Waldkirch an OTTO I., behielten aber für Hadwig eine Nutzung auf Lebenszeit vor.
Durch die Verwandtschaft Hadwigs mit den bayerischen LIUDOLFINGERN geriet das schwäbische Herzogtum zur Zeit Burchards II. unter den starken Einfluß Heinrichs II. des Zänkers. Das zeigt deutlich die Nachfolgeregelung für Bischof Udalrich von Augsburg 973, in der Burchard II. eine wenig rühmliche Rolle spielte: Gegen den Willen Udalrichs und durch Täuschung des Domkapitels betriebBurchard II.die Erhebung Heinrichs, eines Vetters der Hadwig, auf den Augsburger Bischofsstuhl. Nach dem im selben Jahr erfolgenden Tod des kinderlosen Burchard II.versuchte Kaiser OTTO II., das schwäbische Herzogtum durch die Einsetzung seines gleichnamigen Neffen wieder stärker an die Krone zu binden.

Literatur:
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Ch. F. Stälin, Wirtembergische Gesch. I, 1841 - Th. Mayer, Das schwäb. Hzm. und der Hohentwiel (Hohentwiel, hg. H. Berner, 1957), 88-113 - F. Beyerle, Das Burgkl. auf dem Hohentwiel (ebd.)., 125-135 - Th. L. Zotz, Der Breisgau und das alem. Hzm (VuF Sonderbd. 15), 1974 - H. Maurer, Der Hzg. v. Schwaben, 1978.
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Althoff Gerd: Seite 384
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                                  H 39

Me:     12.11 Burgardus dux     +   973  Burchard II., Herzog von Schwaben

(Es.)   Burkhardwar der Gemahl der Hathwig (H 30), der Tochter Heinrichs I. von Bayern (H 37), gehörte also dem Verwandtenkreis der bayerischen Linie der OTTONEN an.
Ihm wurde das Herzogtum 954 auf Grund des liudolfingischen Aufstands übertragen. Er gilt in der Forschung als treuer Anhänger OTTOS DES GROSSEN; vgl. FW H 7; Zotz, Der Breisgau und das alemannische Herzogtum, passim (Register. Seite 249); Maurer, Der Herzog von Schwaben, passim (Register, Seite 352) mit weiteren Hinweisen.
Zum Todesdatum: Uhlirz, Jbb. Ottos II. und Ottos III., Seite 40 mit Anmerkung 18.
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Burchard wurde nach dem Tode seines Vaters 926 nach Sachsen gebracht und dort mit einer IMMEDINGERIN vermählt, um die Kreise des neuen Herzogs Hermann nicht zu stören. Nach der Absetzung Liudolfs wurdeBurchardauf der Reichsversammlung von Arnstadt im Dezember 954 das Herzogtum Schwaben übertragen. Mit dem Königshaus in doppelter Weise verschwägert, blieb er OTTO I. treu ergeben. Außerdem scheint es, als sollte den Schwaben durch diese Wahl der Friedensschluß erleichtert werden. Er war auch der Führer des schwäbischen Heerbannes in der entscheidenden Schlacht gegen die Ungarn auf dem Lechfeld 955. Burchard weilte 961-965 mit Kaiser OTTO I. in Italien und besiegte am 25.6.965 am Po als Führer des kaiserlichen Heeres die italienischen Aufständischen unter der Führung der Söhne des Königs Berengar. Er gehörte jedoch nicht zu den Vertrauten OTTOS oder zum engeren Führungszirkel. Er übte die volle herzogliche Gewalt nur in den Hausgebieten der Familie aus und stritt viel mit weltlichen und kirchlichen Gewalten.

Rappmann Roland/Zettler Alfons: Seite 443-444
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"Die Reichenauer Mönchsgemeinschaft und ihr Totengedenken im frühen Mittelalter"

BURKHARD III. VON SCHWABEN
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Necr. B 11.11. "Burchardus dux", Herzog von Schwaben 954-973, + 11./12.11.973

Weitere Necrologbelege:
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Einsiedeln, Necr., zum 11.11.: "Burgardus dux" (Seite 361, vgl. Keller Seite 165); St. Gallen, Necr. 2, zum 12.11.: "Obitus ... Purchardi ducis Alamannorum" (p. 346, Seite 58); Weißenburg, Necr., zum 12.11.: "Burghertus dux" (Seite 38); Merseburg, Necr., zum 12.11.: "Burgardus dux" (fol. 7r, Seite 11 b 63); Einsiedeln, Jahrzeitbuch, zum November: "Burkhardus dux iunior obiit, qui ut supra patet, cum matre sua Regelinda dedit Stevegia, Kaltbrunnen et Lindenowa" (Seite 370, vgl. Keller Seite 162).

Literatur:
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Zotz, Der Breisgau, besonders Seite 133 und Seite 148ff.; Maurer, Der Herzog von Schwaben, passim; Biograph. Wörterbuch I Sp. 394f.: Die Klostergemeinschaft von Fulda 2,1 Seite 399 H 7; Althoff, Adels- und Königsfamilien H 39; Zettler, Die frühen Klosterbauten Seite 115 ff. Zum Todestag: Stälin, Wirtembergische Geschichte 1 Seite 459 Anm. 3; Schmid, Die älteste Geschichte 1 Seite 322 Anm. 188; Uhlirz, Jahrbücher 1 Seite 40 mit Anm. 18, BMi 643a; Keller, Einsiedeln Seite 162 Anm. 86.

Burkhard, der heute allgemein als Sohn Herzog Burkhards II. von Schwaben und Reginlinds gilt (vgl. Büttner, Heinrichs I. Südwest- und Westpolitik Seite 43ff.), war mit Hadewig, der Tochter Herzog Heinrichs I. von Bayern und dessen Frau Judith, einer Tochter Herzog Arnulfs von Bayern, vermählt. Die Beziehung Burkhards zur Reichenau sind uns heute besonders durch die Chronik des Gallus Öhem Seite 19 überliefert. Der bedeutende Besitz der Reichenau um Schleitheim (westlich des Randen) geht danach auf Burkhard III. zurück und nicht etwa auf seinen Vater; vgl. Beyerle, Grundherrschaft Seite 470, Ders.; Von der Gründung Seite 112/18, Mayer, Die Anfänge Seite 13 und Maurer, Das Land Seite 51ff.
Hervorzuheben sind die beiden Besuche des Herzogs auf der Insel in den Jahren 965 und 972; es sind die einzigen nachweisbaren Aufenthalte des Herzogs im alemannischen Raum überhaupt; vgl. BO 370/71 und BMi 603 und dazu Zotz Seite 148 mit Anm. 178. Darüber hinaus intervenierteBurkhardfür das Inselkloster ( D O I 277) und wurde schließlich auch dort in der Erasmuskapelle beigesetzt, vgl. Herimanni Aug. Chron. Seite 116 ad a. 973 und dazu Beyerle, Von der Gründung Seite 112/18 Anm. 100b sowie Maurer Seite 171 und neuerdings Zettler, die frühen Klosterbauten Seite 115ff.
Es zeigt sich aber nicht zuletzt an der im jüngeren Teil des Reichenauer Verbrüderungsbuches p. 149A1-5/B1-2 enthaltenen Konventliste des von Herzog Burkhard und seiner Frau Hadewig auf dem Hohentwiel gegründeten Burgklosters, daß sogar eine Beziehung der Reichenau zu der "Herzogspfalz" (Maurer Seite 51) auf dem Hohentwiel bestanden hat; zu dieser Konventsliste, die zu Lebzeiten des Herzogs erstellt worden sein soll, vgl. Beyerle; Das Burgkloster Seite 128ff und Geuenich, Listen. Dagegen muß Franz Beyerle und Hagen Kellers These, Burkhard sei unter anderem auch mit seiner Gemahlin in das Reichenauer Verbrüderungsbuch p. 8X2-4 eingetragen worden, eingehender geprüft werden. Neben dem Reichenauer Necrolog nennt nur das um 1000 entstandene Einsiedler Totenbuch den 11.11. als Todestag des Herzogs, sonst wird der 12.11. genannt.
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Stälin Paul Friedrich: Seite 185-188
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"Geschichte Württembergs"

An Liudolfs Stelle übertrug der König das Herzogtum an Burchard II. (954-973). Vielleicht ein Sohn Herzog Burchards I. und als solcher Oheim der Königin Adelheid, in deren Gemeinschaft er einige Male genannt wird, vermählte sich Herzog Burchardmit der schönen und reich ausgestatteten Hadwig, Tochter Herzog Heinrichs I. von Bayern und Nichte König OTTOS. Das Jahr nach seiner Einsetzung herrschte in Deutschland wieder schwere Ungarnnot. Ein gewaltiges Heer, auf mindestens 100.000 Reiter geschätzt, überall raubend und mordend, überschwemmten die ungarischen Horden Bayern und Schwaben, allein ihre Hauptschar wurde den 10. August des Jahres unter der Führung des Königs selbst, welcher nach einem freilich jüngeren Berichte über Ulm herangezogen kam, in blutiger Feldschlacht aufs Haupt geschlagen. Der Zusammenstoß erfolgte in der Nähe von Augsburg, auf dem linken Ufer des Lech, nach der gewöhnlichen Annahme südlich von der Stadt auf dem Lechfelde. Bei der Aufstellung zur Schlacht, deren Einzelheiten uns allerdings nicht in der erwünschten Weise bekannt sind, bildeten die Bayern die drei ersten Abteilungen, die Franken unter Herzog Konrad die vierte, der König mit den tüchtigsten und zahlreichsten Scharen unter der Fahne des siegspendenden Erzengels Michael, des Feldzeichens des Reichs, die fünfte, die Schwaben unter Herzog Burchard die sechste und siebente Abteilung des deutschen Heeres, während die achte, aus 1.000 Böhmen bestehende, im Nachzug das Feldgerät und den Troß hütete. Allein unvermutet fiel ein Teil der Ungarn dem deutschen Heer in den Rücken und trieb die Böhmen sowohl als die Schwaben in die Flucht, so dass es erst dem heldenmütigen Herzog Konrad gelang, das Treffen wieder zu stellen. An dieses Vorspiel schloß sich der allgemeine heiße Kampf an, in welchem der König, mit der heiligen Lanze des Reiches bewehrt, selbst in den Feind eindrang. Seinem Eidam Konrad wurde durch einen ungarischen Pfeil die Kehle durchbohrt, als er eben die Riemen des Helmes löste, um Luft zu schöpfen; auch der Bruder des Bischof Ulrich, der tapfere Graf Dietbald, sowie Graf Ulrich vom Argengau zählten zu den vielen und schweren Opfern des glorreichen Sieges, der Deutschland für immer von der Ungarngeisel befreite.
Da in der Heimat nunmehr Friede herrschte, unternahm der König seinen zweiten italienischen, zugleich seinen ersten Römerzug (vom Herbst 961 bis Frühjahr 965). Unter der Umgebung OTTOS zu Rom, allwo derselbe am 2. Februar 962 die Kaiserkrone erhielt, erscheint auch unser Herzog. Hatte der Hinweg durch das östliche Schwaben über Augsburg geführt, so wurde dem Kaiser bei der Rückkehr über St. Gallen (18. Januar 965) und Reichenau (23. des Monats) die Freude zuteil, auf der schwäbisch-fränkischen Grenze zu Heimsheim seine Söhne, den Thronfolger OTTO, und Wilhelm, Erzbischof von Mainz, die ihm bis hierher entgegengekommen, zu begrüßen. Aber bald nach der Entfernung des Kaisers erhoben sich in der Lombardei noch im Frühjahr 965 Berengars Sohn, König Adalbert, dessen Bruder Wido und mehrere italienische Große. Diese Unruhen zu dämpfen erhielt Herzog Burchard den Auftrag. Er zog mit einiger schwäbischen Mannschaft über die Alpen, fuhr mit ihr und den treugebliebenen Lombarden den Po hinab, lieferte den Empörern am 25. Juni des Jahres ein Treffen und zwang dieselben, soweit sie nicht, wie Wido, fielen, zur Flucht. So trug er zur Sicherung der kaiserlichen Macht in Oberitalien wesentlich bei. Nachdem er noch mit seiner Gemahlin das Kloster auf dem Hohentwiel, vielleicht einem Erbgut seiner Familie, gestiftet hatte, starb er einige Monat nach Kaiser OTTO I. am 11. oder 12. November 973 und wurde in der St. Erasmuskapelle des Klosters Reichenau beigesetzt.

Uhlirz, Karl: Band I Seite 40
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"Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Otto II. und Otto III."

Angelegenheiten von hoher Bedeutung harrten der Entscheidung durch den Kaiser. Am 11. oder 12. November war Herzog Burkhard von Schwaben gestorben. Wir haben seine Beziehungen zum bayerischen herzogshause, sein Verhalten in der Augsburger Sache kennengelernt. Hatte er da in einer so hohen Untertanen geläufigen Weise das Ansehen des Kaisers für seine Zwecke mißbraucht und dieser sich im Augenblick fügen müssen, so dürfte der Vorgang dem Herrscher doch verstimmt und ihm die Gefahr enthüllt haben, die dem Reich von dieser Seite drohte. Der Tod des Herzogs bot ihm Gelegenheit, ihr vorzubeugen und die Richtung, welche die Entwicklung in S-Deutschland zu nehmen schien abzulenken. Hätte er das Herzogtum der jungen Witwe Hadwig belassen, so wäre die Sekundogenitur zur unmittelbarebn Herrschaft über den ganzen S des Reiches gelangt, ihr Übergewicht hätte die Bischöfe er drückt und sich bald auch der kaiserlichen Gewalt gefährlich erwiesen. Da sich ganz gewiß zu Gunsten Hadwigs mächtiger Einfluß am Hofe geltend gemacht hat, so wird man annehmen  dürfen, daß der Entschluß des Kaisers, sie zu übergehen, vor allem durch politische Erwägungen veranlaßt war. Daneben mag man auch daran Anstoß genommen haben, die Herrschaft über ein weites Gebiet einer kinderlosen Witwe zu überlassen, und sehr schwer mag auch ins Gewicht gefallen sein, daß sich in des Kaisers nächster Umgebung, ihm in treuer Freundschaft verbunden ein für das hohe Amt völlig geeigneter Hofgenosse befand, Otto, der Sohn Liudolfs und der Ida, der Enkel des großen Kaisers und des Schwaben-Herzogs Hermann. Ihm verlieh der Kaiser das Herzogtum Schwaben, während Burkhards Witwe nur die Güter ihres Mannes und die Klostervogteien behielt.

Beumann, Helmut: Seite 76,100,113
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"Die Ottonen"

Im Dezember konnte im thüringischen Arnstadt bei einer großen Reichsversammlung der Schlußstrich gezogen werden. Liudolf und Konrad mußten förmlich auf ihre Herzogsämter verzichten, nicht jedoch auf ihre Eigengüter. Um die Schwaben zurückzugewinnen, verlieh OTTO den Dukat an Burchard III. aus der einheimischen Dynastie der HUNFRIDINGER, deren Ansprüche ebenso berücksichtigt wurden wiedie Verwandtschaft der Königin, wenn er, wie angenommen wird, Sohn Burchards II. und damit Bruder Bertas, der Mutter Adelheids, gewesen ist. Seine Verbindung mit dem Königshaus wurde bald durch seine Ehe mit Hadwig, der Tochter Heinrichs von Bayern, verstärkt. Die Herzogsburg auf dem Hohentwiel ergänzte er zu einer "Herzogspfalz" durch Gründung eines Klosters, wo der heilige Georg als Spezialpatron des Herzogspaares bereits unter Hervorhebung seines Kriegerstandes verehrt wurde - eine auffallende Parallele zum ottonischen Mauritius-Kult im Magdeburger "Pfalzkloster".
Im Juni 965 unterlag Adalbert einem schwäbisch-italienischen Aufgebot Burchards III. und zog sich in die Berge, später auf byzantinisches Gebiet in S-Italien zurück.
Solche Besorgnis fand nur allzubald ihre Bestätigung in einer wachsenden süddeutschen Opposition gegen den jungen Kaiser, der mit knapp 18 Jahren dem Vater an der Seite der griechischen Gemahlin gefolgt war. Schon bei der ersten Bistumsvakanz vermochte er sich nicht durchzusetzen. Der zum Nachfolger Ulrichs von Augsburg, des verläßlichen Helfers seines Vaters, erhobene HUNFRIDINGERHeinrich verdankte sein Amt dem Zusammenspiel des bayerischen und des schwäbischen Herzogshofes, Heinrichs des Zänkers, wie ihn schon Zeitgenossen nannten, und seiner Mutter, der LUITPOLDINGERIN Judith auf der einen, Herzog Burchards III. von Schwaben und seine Gemahlin Hadwig, Schwester des Zänkers und Tochter Judiths, auf der anderen Seite. Als Sohn Burchards, des Markgrafen der bayerischen Ostmark, und einer Schwester Judiths war Bischof Heinrich Exponent der beiden süddeutschen Herzogsdynastien zugleich.
Als im November 973 Burchard III. kinderlos starb, scheint seine Witwe Hadwig nach dem Vorbild Reginlindes, der Witwe Burchards II., und deren Heirat mit dem KONRADINER Hermann  ihrerseits durch eine neue Heirat die Nachfolge im Herzogtum nach eigenen Wünschen haben bestimmen wollen.

Eickhoff, Ekkehard: Seite 46
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"Theophanu und der König"

Schmerzlich erfuhr das junge Herrscherpaar den Eigenwillen des hohen Adels mit dessen schwer überschaubaren Bündnissen und Parteiungen, die sich über das ganze Reich erstreckten. Zwei Monate nach OTTOS Regierungsantritt verstarb der heilige Bischof Ulrich von Augsburg. Eine verwegene Intrige der Herzöge Heinrich II. von Bayern und Burchard III. von Schwaben brachte im Widerspruch zur schon erfolgten, kanonischen Wahl ihren Verwandten Heinrich auf den Augsburger Bischofsstuhl Heinrichs Partner in dieser Manipulierung der Augsburger Bischofswahl, Herzog Burchard III. von Schwaben oder Alemannien, starb wenige Monate später kinderlos.

Wies, Ernst W.: Seite 167,245,249
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"Otto der Große"

Schwaben kam wieder in die Hände der HUNFRIDINGER-Familie zurück. Herzog wurde Burchard II., wahrscheinlich ein Sohn Herzog Burchards I., der 926 vor Novara gefallen war, und ein Bruder der Berta, Mutter der Königin Adelheid. Vielleicht wird hier der Einfluß der Königin sichtbar. Burchardvermählte sich mit der schönen und später sich als willensstark erweisenden Hadwig, der Tochter Heinrichs von Bayern und der Judith. Damit war die Ansippung der schwäbischen Herzöge an die Königsfamilie von zwei Seiten her gegeben.
Die sechste und siebente Schar machten die Schwaben aus, an ihrer Spitze Herzog Burchard, verheiratet mit der Tochter des Bruders des Königs.
Über die Verhältnisse in der Lombardei unterrichtet uns der Continuator Reginonis unter dem Jahr 965:
"In demselben Jahr fallen einige von den Langobarden in gewohnter Weise vom Kaiser ab und führen Adalbert nach Italien zurück. Da sandte der Kaiser den Burchard, Herzog der Alamannen, nach Italien. Der fuhr, um mit ihm zu kämpfen, wo man ihn auch finden möchte, mit den dem Kaiser treuen Langobarden und Alamannen zu Schiff den Po hinab und landete in der Gegend, wo sich, wie er gehört, jener aufhalten sollte. Sofort bei der Landung griff Adalbert sie an, dabei fiel sein Bruder Wido mit vielen anderen. Adalbert aber entkam mit knapper Not durch die Flucht und ging in eine Gebirgsgegend, wo er sich vor dem Kaiser verbergen wollte. Der Herzog aber, froh über deisen Sieg, kehrte in seine Heimat zurück und berichtete dem Kaiser, was ihm begegnet war."
Hier feierte OTTO mit dem Papst am 31. März 967 das Osterfest und berief einen Reichstag und zugleich eine Synode ein. Von den weltlichen Herren treffen wir an des Kaisers Schwager, König Konrad von Burgund, den Herzog Burchard von Schwaben und den Pfalzgrafen Otbert.

Pätzold, Stefan: Seite 9
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"Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221."

Der dritte Ansatz nimmt schließlich die Vermutung wieder auf, daß die WETTINER von einem Spitzenahn namens Burkhard abstammten, sucht allerdings ihrer Heimat in Schwaben, da man der Aussage des Sachsenspiegels folgt, daß die Markgrafen von Meißen nach schwäbischem Recht lebten. Diese Ansicht wird durch zwei Indizien gestützt. Zum einen läßt ein Eintrag im Gedenkbuch des Klosters Pfäfers vermuten, daß um 950 Beziehungen zwischen dem im Jahre 926 gestorbenen schwäbischen Herzog Burkhard I. und seinem Sohn Burkhard II. sowie mehreren sächsischen Adligen aus dem Umfeld der Harzgrafengruppe, der Rikdag-Sippe und der IMMEDINGER bestanden [Libri Confraternitatum, Seite 383, Nr. 109. Vgl. dazu Decker-Hauff, Ottonen und Schwaben, Seite 247ff., G. Tellenbach, Adelsgeschichte, Seite 1744ff., R. Wenskus; Stammesadel; Seite 331f. und zusammenfassend M. Kobuch in den Ergänzungen zu O. Posse Genealogie Tafel 1, Nachträge Seite 2.]. Zum anderen legt das Eindringen der ursprünglich in Sachsen nicht vorkommenden Namen Burkhard und Wieldrut in das Namensgut der immedingischen Liesgaugrafen, die wohl in das Umfeld der Harzgrafen gehörten, eine Verbindung der schwäbischen und der sächsischen Verwandtengruppen nahe. So ist zum Jahre 965 im Liesgau ein Graf Burkhard bezeugt. Daraus leitet man die Vermutung ab, daß die WETTINER von den schwäbischen BURKHARDINGERN abstammten, wobei es als denkbar angesehen wird, daß der Liesgau-Graf Burkhard und Dietrich I. die Söhne von BurkhardII.waren, der in erster Ehe eine Frau aus der immedingisch-harzgräflichen Verwandtengruppe geheiratet hatte [Vgl. dazu R. Wenskus, Stammesadel, Seite 333: "So wie sich die Quellen auf diese Weise zusammenordnen, wird man daher auf folgende Vermutung geführt. Burkhard II. wurde nach dem Tod seines Vaters 926 nach Sachsen verbracht und dort mit einer IMMEDINGERIN vermählt, um die Kreise des neuen Herzogs Hermann in Schwaben nicht zu stören. Der 'Sachse' Burkhard mag sein Sohn gewesen sein, der dann 965 als Graf im Liesgau bezeugt ist. Er ist mit seinem Bruder Dedi (Dietrich), der seinen Namen von der immedingischen Mutter vermittelt erhielt, 982 in Calabrien gegen die Araber gefallen".].
 
 
 
 

  1. oo IMMEDINGERIN Wieltrud
                    -

     954
  2. oo Hadwig von Bayern, Tochter des Herzogs Heinrich I.
      x   940/45-26.8.994
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Bertha
        -

  oo IMMEDINGER Waldered
              -

  Dedi (Dietrich)
         -13.7.982

  Burchard Graf im Liesgau
        -13.7.982

  Hermann
         -

  Hamelrich
         -
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 158,384 H 39 - Beumann, Helmut: Die Ottonen. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln, Seite 76,100,113 - Borgolte Michael: Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit. Vorträge und Forschungen Sonderband 31 Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1984 Seite 82,83,84 - Eickhoff, Ekkehard, Theophanu und der König, Klett-Cotta Stuttgart 1996, Seite 46,186,375,450,519 - Hlawitschka Eduard: Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands. Zugleich klärende Forschungen um „Kuno von Öhningen“, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1987, Seite 50,65,67,74,105,158,164,171 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 156,158, 171,202,205, 241 - Maurer, Helmut: Der Herzog von Schwaben. Grundlagen, Wirkungen und Wesen seiner Herrschaft in ottonischer, salischer und staufischer Zeit, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1978 - Pätzold, Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln 1997 Seite 9 - Rappmann Roland/Zettler Alfons: Die Reichenauer Mönchsgemeinschaft und ihr Totengedenken im frühen Mittelalter. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1998 Seite 434,436, 439,442,447-449,518 - Riche Pierre: Die Karolinger. Eine Familie formt Europa. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1991 Seite 303 - Schneidmüller, Bernd/Weinfurter Stefan/Hg): Otto III. – Heinrich II. Eine Wende?, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1997 Seite 287, 369,371 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 133,146 - Schulze Hans K.: Das Reich und die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler Verlag, Seite 192,194 - Uhlirz, Karl: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Otto II. und Otto III. 1. und 2. Band. Verlag Duncker & Humblot Berlin 1967 Seite 40 - Wies, Ernst W.: Otto der Große, Bechtle Esslingen 1989, Seite 167,169,176,180,195,245,249 -