Bertha von Schwaben                               Königin von Hoch-Burgund
----------------------------                             Königin von Italien
um 907-2.1.961                                        Gräfin von Toulouse
            (nach 2.1.966 Isenburg)

Begraben: Marienkloster Peterlingen

Tochter des Herzogs Burchard II. von Schwaben und der Regilinde im Sülichgau, Tochter von Graf Eberhard
Johannes Fried lehnt Regilinde als Mutter Berthas ab.
 

Nach dem Tode Rudolfs II. führte Bertha die Regentschaft für ihren unmündigen Sohn Konrad. Ihre Tochter Adelheid wurde mit Hugos Sohn Lothar von Italien vermählt, der durch diese doppelte Familienverbindung in den Besitz von Hoch-Burgund gelangen wollte. Als Adelheid OTTO I. gegen Berengar II. von Italien zu Hilfe rief, faßte dieser als Vormund Konrads in Burgund Fuß.

Büttner Helmut:  Seite 161
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"Geschichte des Elsaß"

Im Jahre 953 verlieh ihr ihr Schwiegersohn OTTO I. die dem Reich gehörende Abtei Erstein. Zum erstenmal sehen wir, dass das burgundische Königshaus im Elsaß Fuß faßt und so selbst in seinen Interessen hier im Ober-Rhein-Gebiet verankert wird.
Königin Berta, die im Elsaß Erstein besaß, und OTTOS Gemahlin Adelheid gründeten mitten im Herzen des burgundischen Reiches die Abtei Peterlingen (Payerne). Das Kloster wurde Abt Maiolus von Cluny übergeben und dieser Reformabtei angegliedert. Die Güter, die 959 an Herzog Rudolf übergegangen waren, und deren Mittelpunkt Colmar und das nördlich von Schlettstadt an der Ill gelegene Hüttenheim bildeten, wurden auf Veranlassung OTTOS I. an Peterlingen weitergegeben.

Black-Veldtrup Mechthild: Seite 170
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"Kaiserin Agnes"

Die in Italien gelegenen Besitzungen Marengo und Gamondo sowie der Hof Retorto, die der späteren Kaiserin Adelheid und ihrer Mutter Bertha von ihren Männern, König Hugo und seinem Sohn König Lothar von Italien, als Dotalgüter zugewiesen worden waren, brachte Adelheid in ihre Ehe mit OTTO I.

Eickhoff Ekkehard: Seite 377,414
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"Theophanu und der König"

Die Familienbande der HUNFRIDINGER berührten den ganzen SW Europas. Burchards Schwester Bertha, Königin von Burgund, war die Mutter der Kaiserin Adelheid. Nach dem Tod ihres Gatten Rudolf II. hatte sie sich mit Hugo von Provence, dem König von Italien, vermählt. Sie überlebte auch ihn und wurde als Gemahlin von Raymund Pontius Gräfin von Toulouse und Herzogin von Aquitanien.
Ihre Tochter Adelheid ließ Königin Bertha im von ihr gegründeten Marienkloster in Peterlingen (Payerne) bestatten.

Johannes Fried: Seite 116 Exkurs
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"Prolepsis oder Tod?"

Hermanns II. angebliche, bei Richlind als Mutter möglich erscheinende und von Hlawitschka als Argument gegen Wolfs Richlind-These angeführte 3 : 3 Ehe ist keineswegs erwiesen. Sie setzt voraus, dass die schwäbische Herzogin Reginlind die Mutter der burgundischen und italienischen Königin Berta war, der Mutter der Kaiserin Adelheid. Das ist aber nicht nachweisbar; lediglich Bertas Vater steht mit Herzog Burchard II. von Schwaben fest: Reginlind könnte seine 2. Gemahlin und damit die Stiefmutter der Berta gewesen sein. Hlawitschka selbst rekapituliert Wolfs Argumente gegen das Mutter-Tochter-Verhältnis der beiden Frauen, um sich gegen sie zu entscheiden.
Der einschlägige Reichenauer Memorialeintrag mit Burchard und Reginlind an der Spitze spricht, mit dem nur wenig älteren Eintrag von Reginlinds Familie in St. Gallen verglichen, gegenReginlind als Mutter Bertas, wie folgende Überlegungen ergeben: Der St. Galler Eintrag dürfte an der Spitze Reginlinds beide Eltern namentlich aufführen und sollte, da ReginlindsVater Waltfrid offenkundig als Lebender verzeichnet ist, vor 911 eingetragen sein, in welchem Jahr Reginlinds Mutter Gisela als Witwe erscheint.Burchard ist im St. Galler Eintrag nicht genannt; Reginlind dürfte ihm damals also noch nicht vermählt gewesen sein. Deshalb sind die drei dort nacheinander eingeschriebenen Frauen (8) Kysala, (9) Perhta, (10) Ruollint auch nicht mit TöchternReginlinds gleichzusetzen. Diese 3 Namen ([4] KISILA, [5] Perchta, [6] Rualind begegnen als Gruppe in derselben Reihenfolge im Reichenauer PURCHART-REGINLIND-Eintrag wieder. Die hier genannte Gisela ist trotz der Capitalis-Schreibung damit alsReginlinds Mutter auszuschließen und die neben ihr stehende Berta nicht als Tochter des Herzogspaares anzusprechen, eine weitere Berta weist der Reichenauer Eintrag aber nicht auf; indessen könnte die vor dieser Dreiergruppe und unmittelbar nach dem Herzogspaar genannte LIUTCART als dessen Tochter gelten. Da der Reichenauer Eintrag trotz zahlreicher Überschneidungen mit dem St. Galler Eintrag weder Giselas noch Burchards Eltern nennt, wohl aber Burchards Bruder (10) Odalrich, dürfte er nach der BURCHARDINGER-Katastrophe von 911 entstanden sein, wenn auch nicht allzuviel später; umgekehrt darf wegen der zahlreichen Namensüberschneidungen der St. Galler Eintrag nicht weit vor 911 datiert werden. Burchards Ehe mit Reginlind ist demnach um 911 anzusetzen. Da Burchards Tochter Berta aber bereits 921/22 heiratsfähig war, fällt es schwer, sie als Regilinds Tochter anzusprechen. Zudem begegnet Berta, sehe ich recht, nirgends in engem Zusammenhang mit Reginlind. Zumal in den Memorialquellen von Einsiedeln, Reginlinds Gründung und Begräbnisort, wo sie als postulierte Tochter eigentlich zu erwarten wäre, fehlt Berta. Ist Reginlind aber nicht Bertas Mutter, dann ging Hermann II. auch keine 3 : 3 Ehe ein.

Glocker Winfrid: Seite 24,71,89,104
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"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik"

Nach dem Tode König Rudolfs II. wurde sein Sohn Konrad, der noch "parvus" war, zum König gewählt. Doch Rudolfs Rivale, Hugo von Vienne, witterte Morgenluft und erschien in Hoch-Burgund, um den jungen und machtlosen König zu verdrängen. Um seine Ansprüche zu stützen, heiratete Hugo die Witwe König Rudolfs, die Königin Bertha, und verlobte zugleich seinen Sohn Lothar mit der Tochter König Rudolfs und der Königin Bertha, die Adelheid hieß und später einmal die zweite Gemahlin OTTOS DES GROSSEN werden sollte.
Ida war die Stiefschwester der der Königin Bertha, der Gemahlin König Rudolfs II. von Hoch-Burgund, in zweiter Ehe dann mit König Hugo von Italien vermählt. Aus dieser burgundischen Ehe Berthas war Adelheid hervorgegangen, die von ihrem Stiefvater Hugo mit dessen Sohn, König Lothar von Italien, verlobt und verheiratet worden war.
Die Abtei Erstein wurde 953 an Bertha, die Mutter der Königin Adelheid, übertragen; diese Abtei wurde in der Folgezeit der Lieblingsaufenthalt der OTTONEN im Elsaß.
In jüngerer Zeit trug Gunter Wolf in seinem Aufsatz über die Hintergründe des Liudolf-Aufstandes die recht einleuchtende These vor, Liudolf habe auf Italien Anspruch erheben können, weil seine Gemahlin Ida nicht nur mit den italienischen KAROLINGERN, sondern darüber hinaus mit der Königin Adelheid, der Witwe König Lothars von Italien und jetzt Gefangenen Berengars verwandt war: die Mutter der Adelheid, die Königin Bertha, war eine Tochter Herzog Burchards I. von Schwaben und dessen Gemahlin Reginlind gewesen; Reginlind aber war in zweiter Ehe mit Herzog Hermann I. von Schwaben vermählt worden und hatte mit diesem eine Tochter, eben Liudolfs Gemahlin Ida.

Holtzmann Robert: Seite 76,138-142,225
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"Geschichte der sächsischen Kaiserzeit"

Durch seine Mutter war Rudolf ein Vetter des gleichnamigen Königs Rudolf II. von Hoch-Burgund, der nach dem Scheitern seiner schwäbischen Eroberungspläne sich mit Herzog Burchard II. ausgesöhnt und seine Tochter Bertha geheiratet hatte.
König Rudolf hinterließ bei seinem Tod im Juli 937 zwei Kinder, die noch in jugendlichem Alter standen: Konrad, der höchstens 14 Jahre (vermutlich aber erheblich weniger) zählte, und Adelheid, die gegen 6 Jahre alt war. Alsbald, noch 937, erschien Hugo im Königreich Burgund, vermählte sich mit Rudolfs Witwe Bertha, der Tochter Burchards von Schwaben, und verlobte seinen Sohn, den jungen König Lothar, mit dem Mädchen Adelheid. Kein Zweifel, er wollte sich unter Beseitigung Konrads, der bereits als König anerkannt war, die Herrschaft in Burgund verschaffen.
Daß OTTO ein Widerpart Hugos war, konnte ihm nicht verborgen bleiben. Und wie der deutsche König die Nachrichten aufnahm über die schmähliche Behandlung, die Hugo, im Bann seiner Konkubinen, seiner neuen Gattin, der Schwäbin Bertha, Konrads Mutter, angedeihen ließ, war ebenfalls leicht zu erraten
Hugo starb nach seiner Flucht in die Provence am 10. April 948 in Arles. Seine Gattin Bertha vermählte sich ein drittes Mal mit Raimund Pontius, der ebenfalls bald abgefordert wurde.
Adelheid vollendete die von ihrer Mutter Bertha 962 begonnene Gründung des cluniazensischen Klosters Peterlingen (Payerne) an der Broye.

Schneidmüller Bernd: Seite 83,88,89,91,104
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"Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung."

Der Friede wurde in einer bündnisstiftenden Ehe zwischen Burchards Tochter Berta und König Rudolf II. beschlossen (wohl 22).
Wie bei jedem Herrscherwechsel mußte sich die Festigkeit von Reich und Dynastie bewähren, als Rudolf II. am 12. oder 13. Juli 937 starb und in St-Maurice/Agaune beigesetzt wurde. Wie schon 912 folgte 937 nur ein Sohn im Königtum, nun in deutlicher Parallele auch zur ostfränkischen Thronfolge OTTOS I. von 936. Der minderjährige Konrad (937-993) wurde noch in Lausanne gewählt und gekrönt, als der alte Rivale seines Vaters, König Hugo von Italien, die Hand nach seiner Familie ausstreckte. Über die Alpen kommend, heiratete Hugo Konrads verwitwete Mutter Berta und vermählte deren Tochter Adelheid seinem Sohn Lothar. Die doppelte Verbindung von Vater und Sohn mit Mutter und Tochter reizte Bischof Liudprand zu einer spitzzüngigen Notiz: "Außerdem starb Rudolf, der König der Burgunder. Da Alda, die Mutter seines Sohnes König Lothar verstorben war, vermählte sich König Hugo mit Rudolfs Witwe Berta. Dazu gab er seinem Sohn König Lothar Adelheid, die Tochter Rudolfs und Bertas, zur Frau, herausragend an Schönheit und angesehen durch ihre Sittenreinheit. Den Griechen erscheint dies freilich nicht schicklich; wenn der Vater die Mutter zur Frau nehme, auf daß zwei zu einem werden, könne der Sohn nicht auch noch die Tochter ohne Sünde heiraten."
Die Gründung ging von König Konrad, seinem Bruder Herzog Rudolf, seiner Mutter Königin Berta, die sich nach dem Tod ihres zweiten Gemahls König Hugo (948) offenbar wieder nach Burgund begeben hatte, und seiner Schwester Adelheid aus.
Die Erinnerung an die welfischen Könige erlosch zwar nicht, aber sie verblaßte. Im Spätmittelalter erinnerte man sich ausgerechnet der guten Königin Berta.

Keiser Bruno: Seite 15,29-34,41,48,155
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"Adelheid, Königin, Kaiserin, Heilige. Ein Leben in bewegter Zeit."

Rudolf II. prahlte oft und gern, er sei mit den KAROLINGERN verwandt. Sein Großvater Konrad habe eine Urenkelin KARLS DES GROSSEN geheiratet. Des Urgroßvaters Schwester, die schöne Judith, war die Frau von Kaiser KARLS Sohn LUDWIG gewesen. Von diesem Paar stammte in 5. Generation König Rudolfs Frau Berta ab.
Die Großen Hoch-Burgunds redeten auf Königin Berta ein. Sohn Konrad sollte schleunigst gekrönt werden und zwar in Lausanne. König Hugo hielt um Königin Bertas Hand an. Dann wies er auf seinen Sohn, der neben ihm stand. König Hugo schlug die Verlobung seines Sohnes Lothar mit Bertas Tochter Adelheid vor. Er versagte sich billige Schmeicheleien und machte der Königin Berta doch auf elegante Art den Hof. Sie sei zu jung, um schon der Welt und ihren Freuden zu entsagen. Statt in ein Kloster sich zurückzuziehen, wie es ältere Königin-Witwen zu tun pflegten, könne sie an seiner Seite der Mittelpunkt eines glänzenden Hofes sein. Der eloquente König ließ Geschenke hereintragen. Die kostbaren Gewänder und Kleinodien brachten den Glanz mittelmeerischer Kultur in die rauhe Residenz. Auf einen weiteren Wink Hugos entrollte sein Notar zwei Dokumente und bereitete sie auf dem Tisch vor Königin Berta aus. Der König erläuterte die von ihm vorbereiteten Heiratsverträge. Er sprach von den 21 Höfen und 4 Abteien, die er Berta und Adelheid zu schenken gedenke Mit zusammen 6.640 Mansen besaß die Mitgift fast den Umfang einer Markgrafschaft in Oberitalien. Es entging den burgundischen Hofleuten nicht, daß die Tochter Adelheid reichlicher bedacht wurde als die Mutter. Mehr als doppelt soviel Grund und Boden sollte sie erhalten. Damit zeigte König Hugo, an welcher der beiden Verbindungen ihm besonders lag.
Fünf Monate nach dem Tod König Rudolfs II. läuteten die Glocken von Colombiers am Genfer See. Man feierte die Vermählung der Königin Berta mit König Hugo. Sie ging ihre zweite, er seine dritte Ehe ein. Als er nach Italien zurückkehrte, weil es Zeit wurde, in dem unruhigen Land nach dem rechten zu sehen, verzichtete er darauf, seine neue Frau und ihre Kinder sofort mitzunehmen. Der Winter dauerte noch an, als Königin Berta und ihre Tochter Adelheid nach Italien aufbrachen.
Königin Berta wußte, daß sie tat, was sie mußte. Sie begab sich mit ihrer Tochter in ein Land, um das die Sippe, der sie angehörte, seit langem kämpfte. Jede Generation der WELFEN hatte versucht, dort Besitz unsd Einfluß zu erwerben.
Der ohnehin schon vielen Zwecken dienende Palast entwickelte sich durch König Hugos Lebensstil auch noch zu einem Freudenhaus. Adelheid erlebte den Kummer und die Empörung ihrer Mutter. König Hugo ließ sich von den Reizen zahlreicher Konkubinen betören. Schon bald verweigerte er Königin Berta die ihr zustehende Aufmerksamkeiten. Er genierte sich sogar nicht, sie öffentlich zu verwünschen. Der Königin war es kein Trost, wenn die Frauen des Palastes erzählten, ihrer Vorgängerin Alda sei es nicht anders ergangen. Die neuen Favoritinnen hießen Pezola, Roza und Stefania. Adelheids Mutter Berta fühlte sich verhöhnt, als die Tochter ihrer Rivalin Pezola ausgerechnet ihren Namen erhielt.
Gemeinsam mit ihrem zukünftigen Schwiegersohn Lothar vereitelte Königin Berta einen Anschlag Hugos auf das Leben Berengars II., der mit seiner Familie nach Schwaben an den Hof der Herzogin Reginlindis, Königin Bertas Mutter, floh.
Um diese Zeit traf in Pavia für Adelheid und ihre Mutter Berta folgenschwere Nachricht ein. Adelheids Bruder Konrad wurde 942 mündig gesprochen und kehrte in sein Königreich zurück. König Hugos Versuch, sich durch die Vormundschaft über Konrad Hoch-Burgund anzueignen, war gescheitert. Seine Wut über den Fehlschlag richtete sich abermals gegen Königin Berta. Sie wollte, sie mußte jetzt fort und zögerte doch, die Tochter allein zu lassen. Der König zwang sie zur Abreise.
In den ersten Tagen des Jahres 966 starb Königin Berta, ihre Mutter. Sie wurde in dem von ihr gegründeten Kloster Payerne bestattet. Ihre Grabkammer im Mittelschaiff der Klosterkriche sei rot eingefärbt worden. Man habe sich an die Gepflogenheiten des karolingischen Hauses gehalten.

Haubrich Wolfgang: Seite 178,200
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"Die alemannische Herzogsfamilie des 10. Jahrhunderts als Rezipient von Otfrids Evangelienbuch? Das Spendenverzeichnis im Codex Heidelberg Palatinus lat 52."

Die genannte Berta, Tochter Burkhards II. und Gemahlin des burgundischen Königs Rudolf II. (+ 937), erneuerte nach dem Tode ihres Gatten das karolingische Reichsstift Sankt Ursus zu Solthurn, das vielleicht zu ihrem Witwengut gehörte [Berta war auch die Äbtissin der elsässischen Abtei Erstein, die sie 953 von OTTO I., dem Gemahl ihrer Tochter Adelheid, erhielt. Vgl. Keller, Einsiedeln (wie Anm. 33) Seite 100. In einem Verbrüderungseintrag der rätischen Abtei Pfäfers erscheinen Bertha abb., Bersint, Henchila. In unmittelbarer Nähe sind ihre Verwandten, der dux Burkhard und die zum burkhardingischen Verwandtschaftsverband gehörenden 'NELLENBURGER' eingetragen (MG Confrat. III, Sp. 152,6ff.)]; sieführte in die neuerbaute Kirche eine Reliquientranslation durch.
Das Attachement der burgundischen Königin Berta (+ vor dem 2. I. 961), der Tochter Reginlindes, an das Sankt-Ursusstift zu Solothurn resultiert erst aus der Zeit nach dem Tode ihres Gemahls Rudolf II. (+ 937). Im Jahre 938 folgte sie ihrem zweiten Gemahl Hugo nach Italien, um jedoch schon nach wenigen Jahren nach Burgund zurückzukehren War Solthurn der Witwensitz der Deo in omni humilitate devota, den sie damals mit einer Peterskapelle ausbaute?

Hlawitschka Eduard: Seite 170
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"Lotharingien und das Reich an der Schwelle der deutschen Geschichte"

[Daneben gibt es selbstverständlich auch in den Diplomen anderer Herrscher in Arenegen Bezüge zur momentanen Situation. Die Arengen zweier Urkunden König Hugos von Italien, in denen Hugo seinem Sohn Lothar und dessen Braut Adelheid in den Tagen ihrer Verlobung  und seiner eigenen Vermählung mit Königin Berta von Burgund große Besitzungen am Genfer See zuwies, sind - wie schon Th. Sickel; Das Privilegium Ottos I. für die Römische Kirche (1883) Seite 110, es formulierte - "förmliche Trauerreden". Vgl. hierzu auch H. Fichtenau, Arenga (1957) Seite 151; ebenda Seite 86 zu "Sonderfällen aus aktuellen politischen Lagen."]

Hlawitschka Eduard: Seite 67
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"Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands. Zugleich klärende Forschungen um „Kuno von Öhningen“

Burchards III. ältere Vollschwester Berta ist bereits 921/22 mit König Rudolf II. von Hoch-Burgund vermählt worden und dürfte damals schon ausgesteuert worden sein. Mit ihrer Hochzeit - wenn nicht erst nach dem Tode Herzog Burchards II., ihres Vaters, 926, im Zusammenhang mit der Erwerbung der Heiligen Lanze durch HEINRICH I. und der Überlassung Basels und seines Umlandes an Rudolf II. - verband sich bereits ein Besitz- und Interessenausgleich; vgl. hierzu G. Waitz, Jahrbücher des DR unter Kg. Heinrich I., 4. Aufl. 1963 Seite 65f., und H. Büttner, Heinrichs I. Südwest- und Westpolitik, 1964, Seite 43ff.; (zur Datierung der Lanzenübergabe in das Jahr 926 vgl. zuletzt E. Hlawitschka, Die verwandtschaftlichen Verbindungen zwischen dem hochburgundischen und dem niederburgundischen Königshaus Seite 57). Auch gab es 960 noch eine größere Gütertauschaktion, an der der burgundische König Konrad (Sohn Bertas und König Rudolfs II.), der Bischof Hartbert von Chur, das Kloster Schwarzach und OTTO DER GROSSE beteiligt waren und die offenbar das für den burgundischen König nicht nutzbare Erbgut Bertas betraf; vgl. dazu H. Keller, Kloster Einsiedeln Seite 102. Berta (+ 2.I.961) war also bestimmt längst abgefunden, und beim Tode Herzog Burchards III. (973) hatten Bertas burgundische Nachkommen gewiß keine Ansprüche mehr geltend zu nmachen.

Brühl Carlrichard: Seite 145
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"Die Geburt zweier Völker. Deutsche und Franzosen."

Einen weiteren großen Erfolg errang HEINRICH I., als er die Nachfolge Burchards von Schwaben nach seinem Willen regeln konnte. Dieser hatte sich 922 mit seinem "Erbfeind" Rudolf II. von Burgund ausgesöhnt und diesem seine Tochter Berta zur Frau gegeben, was Rudolfs Italienpolitik erst ermöglichte. Burchard stürzte sich in die Auseinandersetzung, um seinen Schwiegersohn Rudolf zu unterstützen, und kam vor Novara am 29. April 926 ums Leben. Als Rudolf die Todesnachricht erhielt, räumte er kampflos das Feld. Für HEINRICH I. bot sich so - Burchard war ohne Leibeserben geblieben - die einzigartige Chance, in Schwaben einen Herzog seiner Wahl einzusetzen. Dies gelang ihm in der Tat auf dem Reichstag zu Worms im November 926. Die Zustimmung Arnulfs von Baiern konnte offenbar durch Konzessionen im bairisch-alamannischen Grenzraum erkauft werden. Rudolf II. erhob wohl im Namen seiner Frau Berta Ansprüche auf  Teile des Allodialbesitzes Burchards und erschien persönlich in Worms. Man nimmt wohl mit Recht an, daß die berühmte Heilige Lanze, die zuvor in Rudolfs Besitz war, an HEINRICH I. übergeben wurde, womit Rudolf die Oberhoheit HEINRICHS formell anerkannte.
 
 
 
 

    922
  1. oo 2. Rudolf II. König von Hoch-Burgund
               um 880/85-11.7.937

 12.12.937
  2. oo 3. Hugo von Arles König von Italien
               um 880-10.4.947

     948
  3. oo Raimund III. Piontius Graf von Toulouse
                  - nach 961
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Konrad König von Burgund
  um 923-19.10.993

  Adelheid
  931-16.12.999

    947
  1. oo Lothar König von Italien
           929-22.11.950

    951
  2. oo 2. OTTO I. König des Deutschen Reiches
               23.10.912-7.5.973

 Rudolf Graf im Elsaß nach 955
  937/38-26.1. um 973

  Heinrich I. Bischof von Lausanne (985-1019)
       -

  Hugo Bischof von Genf (990-1025)
        -
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 88 - Beumann, Helmut: Die Ottonen.Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln, Seite 37,57,76 - Black-Veldtrup, Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien, Böhlau Verlag Köln 1995, Seite 170,260 - Brühl Carlrichard: Die Geburt zweier Völker. Deutsche und Franzosen Böhlau Verlag GmbH & Cie, Köln Seite 145 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 184,186,207 - Die Zähringer. Schweizer Vorträge und neue Forschungen. Hg. von Karl Schmid; Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1990, Seite 199 - Diwald Helmut: Heinrich der Erste. Die Gründung des Deutschen Reiches, Gustav Lübbe Verlag Bergisch Gladbach 1994, Seite 318,398 - Eickhoff, Ekkehard, Theohanu und der König, Klett-Cotta Stuttgart 1996, Seite 377,408,414 - Ennen, Edith: Frauen im Mittelalter. Verlag C.H. Beck München 1994, Seite 17,63 - Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989 Seite 24,71,80,89,104,169,174,271,287 - Haubrich Wolfgang: Die alemannische Herzogsfamilie des 10. Jahrhunderts als Rezipient von Otfrids Evangelienbuch? Das Spendenverzeichnis im Codex Heidelberg Palatinus lat 52. in: Münchener Historische Studien Abteilung Mittelalterliche Geschichte Band 5 Festschrift für Eduard Hlawitschka Seite 178,200 - Hlawitschka, Eduard: Die verwandtschaftlichen Verbindungen zwischen dem hochburgundischen und dem niederburgundischen Königshaus. Zugleich ein Beitrag zur Geschichte Burgunds in der 1. Hälfte des 10. Jahrhunderts, in: Schlögl, Waldemar und Peter Herde: Grundwissenschaften und Geschichte, Festschrift für Peter Acht; Kallmünz 1976 (Münchener historische Studien: Abteilung geschichtliche Hilfswissenschaften Band 15) Seite 28-57 - Hlawitschka Eduard: Lotharingien und das Reich an der Schwelle der deutschen Geschichte. Anton Hiersemann Stuttgart 1968 Seite 170,189 - Hlawitschka Eduard: Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands. Zugleich klärende Forschungen um „Kuno von Öhningen“, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1987, Seite 47,52,65,67 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 76,138,140-142,156,225 - Keiser Bruno, Adelheid, Königin, Kaiserin, Heilige. Ein Leben in bewegter Zeit. Piper Verlag München Zürich Seite 15,29-34,41,48,155 - Rappmann Roland/Zettler Alfons: Die Reichenauer Mönchsgemeinschaft und ihr Totengedenken im frühen Mittelalter. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1998 Seite 424, 434-436,442,448,517 - Riche Pierre: Die Karolinger. Eine Familie formt Europa. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1991 Seite 268,301 - Schmid Karl: Gebetsgedenken und adliges Selbstverständnis im Mittelalter. Ausgewählte Beiträge, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1983, Seite 135 - Schneidmüller Bernd: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 83,88,89,91,104 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 29,33 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 116,130 - Schulze Hans K.: Das Reich und die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler Verlag, Seite 187,342 -  Wies, Ernst W.: Otto der Große, Bechtle Esslingen 1989, Seite 51,121,143,167 -