Lambert II. der Gegürtete              Graf von Löwen (1041-1062)
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ca. 990-21.9. nach 1062
 

Jüngerer Sohn des Grafen Lambert I. von Löwen und der Gerberga von Nieder-Lothringen, Tochter von Herzog Karl
 

Brandenburg Erich: Tafel 5 Seite 11
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

IX 68. LAMBERT II. (BALDERICH), Graf von Löwen ca. 1041
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* ca. 990, + nach 1062 21. IX.

Gemahlin:
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Oda, Tochter des Herzogs Gozelo von Nieder-Lothringen (siehe X. 124.).
      +

Anmerkungen: Seite 132
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IX. 68 Lambert II. (Balderich)

siehe Knetsch, Brabant Seite 16.

Bemerkungen (Rösch): Oda von Nieder-Lothringen, siehe X. 123.



Glocker Winfrid: Seite 325
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"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik"

VII, 49 LAMBERT II. genannt Balderich
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* c 990, + n 1062 IX 21

c 1041 Graf von Löwen

oo Oda, Tochter des Herzogs Gozelo I. von Nieder-Lothringen

Lambert II. ist als Sohn Graf Lamberts I. von Löwen und als Gemahl der Oda in Huberts Vita S. Gudilae c. 40, SS XV/2 1203, sowie in der Chronica ducum Brabantiae c. 41, SS XXV 407, bezeugt.
Letztmals erwähnt ist Lambert II. in der Maastrichter Fälschung D H IV. 91 auf König HEINRICH IV.



Thiele, Andreas: Tafel 17
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

LAMBERT II. "DER GEGÜRTETE"
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    + 1062

Lambert II. der Gegürtete folgte 1041 dem Neffen Otto, dessen Mitregent er vorher war. Er baute das gesamte Erbe planvoll aus, stand traditionell gegen die deutschen Könige und förderte 1046-1049 stark die große Erhebung in Nieder-Lothringen. Er machte sich in vielen Auseinandersetzungen das Bistum Lüttich abhängig und stritt deshalb mit gleichinteressierten Nachbarn wie Hennegau und Geldern.

  oo ODA VON LOTHRINGEN
               +

Tochter des Herzogs Gozelo I. von Verdun-Lothringen



Hermann von Reichenau: Seite 695
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"Chronicon." in: Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters Band XI

1051.
Um dieselbe Zeit zwang der Kaiser den Grafen Lambert [216 Lambert II. von Löwen (um 1041-1063).], der einen Aufstand plante, zur Ergebung. Im gleichen Sommer wird Bardo, der ehrwürdige Erzbischof des Mainzer Stuhles, der Mönch gewesen und durch alle Frömmigkeit und Heiligkeit bewunderswert war, am 11. Juni dem Licht dieser Welt entrückt und leuchtet nach seinem Tode durch viele Wundertaten. Für ihn setzte der Kaiser den Bamberger Propst Liutpald ein. Weiter erhebt er Rumald an Stelle des Konstanzer Bischofs Dietrich, der am 22. Juni im 5. Jahr seiner Amtszeit nachlanger Krankheit gestorben war. Auch der Erzbischof von Ravenna Hunfried starb plötzlich, wie man sagt, an Gift.

Werner Matthias: Band I Seite 447
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"Der Herzog von Lothringen in salischer Zeit" in: DIE SALIER UND DAS REICH. Gesellschaftlicher und ideengeschichtlicher Wandel im Reich der Salier.

Weniger erfolgreich war die Heirat der zweiten Tochter Gozelos, Uda, mit Graf Lambert II. von Löwen (1041-1062), dessen Vater Lambert I. 1015 gegen Herzog Gottfried I. gefallen war [441
'Genealogia ducum Brabantiae heredum Franciae' cap. 4, MGH SS 25, Seite 389, Zeile 19f.; vgl. Parisse, Genealogie (wie Anm. 14), Seite 36, Nr. 65. Auch diese Eheschließung dürfte am ehesten in den 30-er Jahren des 11. Jahrhunderts anzusetzen sein. Lambert II. folgte seinem Bruder Heinrich I. (1015-1038) und dessen früh verstorbenen Sohn Otto, vgl. Vanderkindere, La formation 2 (wie Anm. 287), Seite 114ff.]. Weder kam es zu der erhofften Einbindung der Grafen von Löwen in die Herzogsherrschaft [442 Die Angabe von E. van Mingroot, Het Leuvens gravenhuis, in: R. van Uyten (Hg.), De geschiedenis van het stadsgewest Leuven tot omstreeks 1600 (Leuven "De beste stad van Brabant", Deel 1), Leuven 1980, Seite 52, Graf Heinrich I. von Löwen, der Bruder Lamberts II., habe 1037 in der Schlacht von Bar auf Seiten Gozelos gekämpft, läßt sich nicht belegen.], noch zu einer dauerhafte Verbindung mit dem Herzogshaus [443 Anders als zu den Grafen von Namur sind so gut wie keine Nachrichten über Beziehungen der Grafen von Löwen zur herzoglichen Familie überliefert. Dies ist umso bemerkenswerter, als es wie bei den Grafen von Namur durch die Nachbarschaft in den Ardennen so auch zu den Grafen von Löwen durch die Nähe der Markgrafschaft Antwerpen durchaus Berührungspunkte gab. Daß Ida, die Tochter Gottfrieds des Bärtigen, mit Eustachius II. von Boulogne einen Neffen Lamberts II. von Löwen heiratete, ist schwerlich als Folge der unter Gozelo I. angeknüpften Eheverbindungen anzusehen.], noch zu stärkerer Reichstreue der als gens ferox  oder genius ... infidum geltenden Familie [444 Nachdem Graf Lambert II. gegen eine 1040 unter anderem auf Intervention der Herzöge Gozelo und Gottfried getroffene Verfügung HEINRICHS III. zugunsten von Nivelles protestiert hatte, kam es 1041 in Aachen zu einem Vergleich, MGH DD H III. 52 und 80.  Nicht zuletzt unter Anspielung auf diesen Protest wird die Familie Lamberts in der Urkunde von 1041, einer Empfängerausfertigung, als gens ferox et dure cervicis bezeichnet und werden die Strafbestimmungen der Poenformel mit den Worten ob duriciam gentis eingeleitet. Wie zuletzt Boshof, Lothringen (wie Anm. 13), Seite 103, zutreffend betont, bezieht sich die Nachricht Hermanns von Reichenau zu 1051, der Kaiser habe in Aachen einen Lanthpertum comitem rebellare molientem zur Strafe des Hundetragens verurteilen lassen, MGH SS 6, Seite 130, auf Graf Lambert II. von Löwen. Auf denselben Vorgang spielt die 1100/10 verfaßte Vita Balderici eo. Leod. cap. 25, MGH SS 4, Seite 734, an, die zur Familie der Grafen von Löwen vermerkt: adhuc genus ut videmus in praesentiarum est infidum ... nec debitam imperatori servat fidelitatem ... Ex quorum obstinato grege dum quidam olim potrestati repugnasset regiae ...; zur Interpreatation vgl. Boshof, ebd., Seite 103; die Motive und Hintergründe der Rebellion sind nicht bekannt, der Zeitpunkt spricht gegen einen Zusammenhang mit der Empörung Gottfrieds des Bärtigen.]; allenfalls die in Lothringen getadelten Heiratsverbindungen der Geschwister Lamberts II. nach Flandern und Boulogne wurden durch diese Ehe neutralisiert [445 Wenn in dem 1041 in Nivelles ausgefertigten D H III. 80, vgl. Anm. 444, die Familie von LÖWEN vornehmlich deshalb als gens ferox et dure cervicis gebrandmarkt wird, weil sie iungitur enim indomitis Francigenis, so bezieht sich dies zweifellos auf die Ehe von Lamberts II. Bruder Heinrich II. mit einer Tochter Graf Balduins V. von Flandern und auf die Heirat seiner Schwester Mathilde mit Graf Eustachius I. von Boulogne.].

Leo Heinrich Dr.: Seite 552-553
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"Zwölf Bücher niederländischer Geschichten."

Da Heinrichs junger Sohn Otto ihn nur kuze Zeit überlebte (er starb auch noch 1038), ging die Herrschaft bald an Heinrichs jüngeren Bruder, Lantbert III. (der auch den Namen Balderich führt), über.
Aus Lantberts III. Regierung haben wir eine Urkunde von 1041, in welcher dem Kloster der heiligen Gertrud zu Nivelles im Bracban, dessen Schirmvogt Lantbert war, Ortschaft und Gerichtsgebiet (burgus et villa) von Nivelles mit allen hörigen Leuten, mit Markt- und Zollrecht mit der Münze, dem Fleischscharren, den Brau-, Mühl-, Wald- und Weide-Gerechtigkeiten durch König HEINRICH versichert wird [1 Miraeus I. p. 661.]. Zugleich sehen wir daraus, daß sich die Grafen von Löwen wohl mehr angemaßt hatten, als ihnen in ihrer Eigenschaft als Schirmvögte zustand; denn dieselbe Urkunde enthält entscheidene Erklärung in dieser Hinsicht zugunsten der Äbtissin. Lantbert selbst muß übrigens ein wenigstens äußerlich frommer Mann gewesen sein; er baute in Brüssel der heiligen Gudula und dem Erzengel Michael eine Kirche, stattete sie aus und ließ der Heiligen Reliquien im November 1047 dahin bringen [2 Er scheint Brüssel überhaupt gehoben und geliebt zu haben, und führt später mehrfach den Titel: Graf von Brüssel. Butkens p. 82.].
Bei den Unruhen, welche in diesen Zeiten durch die Besetzung des Herzogtums Nieder-Lothringen entstanden, und längere Zeit die nordwestlichen Teile des Reiches bewegten, scheint Graf Lantbert eine Zeit lang die Gegenpartei des Königs gehalten zu haben; im Jahr 1051 drängte ihn HEINRICH aber so, daß er sich ihm wieder anschließen mußte [1 Butkens p. 80.].
Im Jahr 1058 zog Lantbert zum Beistand des Bischofs von Utrecht gegen den Grafen von Holland, war aber so unglücklich, in der Nähe von Dortrecht gefangen zu werden und sich durch schweres Geld lösen zu müssen. Nachdem er frei geworden, setzte er den Kampf fort, und nun mit mehr Erfolg, denn der Graf von Holland verlor in einem Treffen, was Graf Lantbert und der Graf von Cuyk ihm lieferten, im Jahr 1061 das Leben. Im Jahr 1062 wird Lantbert noch in Urkunden genannt; bald nachher muß er gestorben sein; doch ist sein Todesjahr nicht genau bekannt.
 
 
 
 

  oo Oda von Nieder-Lothringen, Tochter des Herzogs Gozelo I.
              -23.10.
 
 
 
 

Kinder:

  Heinrich II.
  ca. 1020-   1078/79

  Adela
  1020/25 -   1083

    1060
  1. oo Otto von Weimar, Markgraf von Meißen
                  - Anfang 1067

     1069
   2. oo 2. Dedi II. Graf von Wettin
                      - 10.1075

  Reginar
         -   1077
         Hasbanien
 
 
 
 

Literatur:
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Boshoff, Egon: Lothringen, Frankreich und das Reich in der Regierungszeit Heinrichs III. in: Rheinische Vierteljahresblätter 42 (1978), Seite 103 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 5 Seite 11,132 - DIE SALIER UND DAS REICH. Gesellschaftlicher und ideengeschichtlicher Wandel im Reich der Salier. (Hg.) Stefan Weinfurter. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1991 Band I Seite 447 - Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989 Seite 325 -
Hermann von Reichenau: Chronicon. in: Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters Band XI Seite 695 - Leo Heinrich Dr.: Zwölf Bücher niederländischer Geschichten. Eduard Anton Verlag Halle 1832 Seite 552-553 - Steindorff, Ernst: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich III., Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963 Band II Seite 33 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 17 -