Wigger                                            Markgraf von Zeitz (965-981)
---------                                            Vogt von Drübeck
    -   981
 

Sohn des Grafen N.N.
Nach K. A. Eckhardt Sohn des Grafen Siegfried von Merseburg aus der GERO-Sippe
 

Lexikon des Mittelalters: Band II Spalte 195
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Bilstein, Grafen von
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Ob ein ca. 800 als Tradent an Fulda auftretender Graf Erpho zur Familie der späteren Grafen von Bilstein gehörte, die sich seit Rucher III. 1145 nach der westlichen Albungen (Hessen, Kreis Eschwege) gelegenen Burg Bilstein nannten, ist umstritten. Aufgrund gleicher Leitnamen und der Lage von Grafschaftsrechten und Besitz sind die mit Wigger 967 in Erscheinung tretenden Grafen eines Stammes mit den späteren Grafen von Bilstein. Im 10. Jh. verfügten sie über ausgedehnte Grafschaftsrechte im Eichsfeld, bei Langensalza, Mühlhausen, Schlotheim, Frieda, Eschwege und andernorts.



Thiele, Andreas: Tafel 217
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

WIGGER I.
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    + 981

Wigger war Graf in Thüringen (Germarmark, östlich von Mühlhausen), Graf im Weitagau und Ducharingau (= Raum Zeitz-Naumburg), Vogt des Bistums Zeitz und wurde 965 Markgraf von Zeitz, eines kleinen Teilstücks der Riesenmark Geros I. Er war zeitweise auch Markgraf von Merseburg und wohl auch von Meißen. Er galt als treue Stütze der OTTONEN, nahm an den Kriegen gegen die Slawen teil und wurde auch Graf im Plisnagau und Puonzowagau. Ihn beerbten die Markgrafen Rikdag und Ekkehard I. von Meißen. Er war der Stammvater der Grafen von Bielstein (+ um 1303, beerbt von Hessen, Hessen I).



Die Kerngebiete der gräflichen Amtsbefugnisse Wiggers lagen in thüringischen Gauen. Außer über die Grafschaftsrechte im Altland verfügte Wiggerüber einen ausgedehnten Herrschaftsbereich in der südlich davon gelegenen Thüringer Mark, die unter der geistlichen Obhut des Bistums Zeitz stand. Es ergibt sich also für Wigger ein Herrschaftsgebiet in den Gauen Pleißen, Teuchern, Weta und Puonzowa. Eine Urkunde von 980 bestätigte, dass Graf Wigger dem König das Nonnenkloster Drübeck übereignet hatte.

Rupp Gabriele: Seite 44
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"Die Ekkehardiner"

Für Wigger ergibt die Prüfung der Quellen, dass er im Gebiet um Zeitz tätig war. Er ist als Graf in Thüringen  und in mehreren Gauen Thüringens bezeugt. In allen Urkunden wird Wigger nur als Graf bezeichnet. Gisebrecht kommt zu dem Schluß, dass deshalb auch Wiggers Machtbereich weniger als Mark im engeren Sinn anzusehen sei.

Eckhardt Karl August: Seite 37-40
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"Eschwege als Brennpunkt thüringisch-hessicher Geschichte."

Graf Dedi, der Vater Siegfrieds II. und mutmaßlicher Sohn Siegfrieds, hatte einen Bruder Wigger, der mit ihm zusammen als Gründer des Klosters Drübeck (Kreis Wernigerode) genannt wird. In diesem Falsifikat werden als Gründer und Tradenten von Drübeck Theti er Wikker nostri fidelis comites genannt; als erste Äbtissin erscheint domna Adelbrin soror eorum. Wenn Adelbrin die Schwester beider ist, müssen sie selbst Brüder sein.
Da dieser Wigger zuletzt  am 8. September 980 (als Vogt von Drübeck) genannt wird, ist wohl auf ihn der Sterbeeintrag der Annales necrologici Fuldenses zum Jahre 981 zu beziehen: Obiit Wigger comes (Es starb Graf Wigger). Nachkommen scheint er nicht gehabt zu haben.
Warum Graf Siegfried von Merseburg seine mutmmaßlichen Söhne Dedi und Wigger auf diese Namen taufen ließ, läßt sich nicht mit Sicherheit klären.
Da wir nunmehr damit rechnen dürfen, daß Siegfrieds Vater Dietmar hieß, un da wir wissen, daß sein Schwiegervater Otto der Erlauchte war, ist anzunehmen, daß Siegfrieds Sohn Wigger weder nach dem väterlichen noch nach dem mütterlichen Großvater hieß. Sein Namensvorgänger ist also unter den Seitenverwandten zu suchen. Auch hier müssen wir die Kurzform des Namens mitberücksichtigen. Wigger ist durch Assimilationn aus Witger entstanden (wie die Annales necrológici Fuldenses noch mehrfach schreiben). Die einstämmige Kurzform dazu ist Wido, woraus wieder die diminutive Erweiterungsform Widelo gebildete werden kann. Tatsächlich finden wir einen Wido als mit Siegfried verschwägert. Laut Widukinds Erzählung hatte das am 15. März 933 von HEINRICH I. bei Riade geschlagene Ungarnheer tags vorher eine Burg zu stürmen versucht, in der eine illegitime Schwester des Königs (soror regis ... ex concubina nata) wohnte, die den Thüringer Wido geheiratet hatte. Wie Ottos des Erlauchten illegitimer Sproß Graf Richwin von Verdun einen seiner Söhne nach dem väterlichen Großvater Otto, den zweiten aber nach seinem Halbschwager, dem Merseburger Grafen, Siegfried, nannte [70 Vgl. Genealogische Funde, ²1963, Seite 61f.], so kann Siegfried von Merseburg selbst seinen älteren Sohn Dedi nach dem mußmaßlichen väterlichen Großvater Dietmar und den jüngeren Sohn Wigger nach dem Halbschwager seiner Frau Wido genannt haben.
 
 
 
 

  oo N.N.
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Literatur:
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Eckhardt Karl August: Eschwege als Brennpunkt thüringisch-hessicher Geschichte. Verlag Trautvetter & Fischer Nachfolger. Marburg/Lahn 1964 Seite 37-40,97 - Patze, Hans: Die Entstehung der Landesherrschaft Thüringen, Böhlau Verlag Köln/Graz 1962 - Schölkopf Ruth: Die sächsischen Grafen 919-1024. Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens 22. Göttingen 1957 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 217 -