Wichmann III.                                Graf im Raum von Goslar
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970/80-9.10.1016 ermordet
            Upladen im Gau Hamaland

Begraben: Vreden
 

Sohn des Grafen Ekbert der Einäugige im Derlingau
 

Althoff Gerd: Seite 417
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                              G 136

Lü:  9.10.  Vuichmannus com et occisus  + 1016 BILLUNGER

Wichmann, dessen Herrschaftsbereich im westlichen Sachsen lag, wurde auf Anstiften Adelas, der Mutter Meinwerks von Paderborn, und ihres zweiten Gemahls Balderich ermordet; vgl. Thietmar VII, 47 (weitere Belege bei Hirsch, Jbb. Heinrichs II. 3, S 40 ff.); s. auch Bannasch, Paderborn, S. 175-178.
Nach Thietmar wurde er in Vreden ad patres suos begraben.
Zu diesem westlichen Herrschaftsschwerpunkt der BILLUNGER gehörten auch die Vogteien über Metelen und Borghorst; vgl. Althoff, Borghorst, S. 246 ff.
Eine sichere genealogische Einordnung Wichmanns in die billungische Familie gelingt nicht, er wird jedoch zumeist als Sohn Ekberts des Einäugigen (G 33) angesehen; vgl. Bork, Billunger, S. 86-90; Freytag, Billunger, S. 56.
Im Merseburger Necrolog ist er unter dem 9.10. eingetragen.



Schwennicke Detlev: Tafel 11
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

WICHMANN III.
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    + erschlagen Upladen

Begraben: Vreden

Graf in KÖNIGSDAHLUM
1001/09 (993 Vogt von Metelen)
999 Vogt von Borghorst

  oo (REINMED)
                + 18.IV.

Tochter von Gottfried, Graf im Hattuariergau



Thiele Andreas: Tafel 155
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

WICHMANN III.
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    + 1016 ermordet

Graf im Raum von Goslar, Graf im Padergau und Wehsigau, Vogt von Vreden, Metelen und Borghorst; Graf im Hamaland und Düffelgau (Raum von Kleve)
Beherrscht Bistum Münster; er ist jahrelang bei Kaiser OTTO III. in Italien; gerät wegen der Regentschaft für seinen Schwager gegen Graf Balderich von Drenthe (= Cousin/Wichmanns Frau) und wird von diesem ermordet.

  oo N.N., Tochter des Grafen Gottfried im Hattuariergau/Lothringen
              -

Haben einen Sohn Wichmann IV., nicht weiter greifbar; Nachkommen (?)



Annalen von Hildesheim: Seite 95
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Die Jahre 1016-1021.

Im 15. Jahre seines Königthums, im 3. des Kaiserthums,  in der 14. Indiction, 1016, feierte der Kaiser Weihnachten  in Patherbrunne. Eine große Masse Hagels fiel und sehr viele wurden vom Blitze verbrannt und kamen um. Graf Wigmann wurde am 6. Oktober getödtet.

Annalen von Quedlinburg: Seite 84
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Das Jahr 1016.

Am 11. Februar, dem 30. Monde, einem Sabbat,  stießen die Wolken mit schrecklichem Klange zusammen und  stürzten mit häufigem Blitzen und einem Uebermaß von Regen sehr viele Häuser um.

Der Kaiser feierte die Osterfeste der Ordnung gemäß in Padarbrunnan. Graf Heinrich guten Angedenkens starb. Wigman, ein Graf des westlichen Sachsens, wurde, nachdem zwischen ihm und dem Grafen Baldrich der Frieden hergestellt war, auf Anrathen der verschlagenen, treulosen und  habsüchtigen Gemahlin desselben auf der Reise hinterlistig durch die Nachstellungen schändlicher Menschen ums Leben gebracht.

Trillmich Werner: Seite 53
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"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"

Wichmann auf Burg Monterberg bei Kalkar hatte außer Grafenrechten im Düder-, Amber- und Düffekgau um Cleve die Verwaltung des Hattuariergaus an der Niers um Geldern und Gennep inne, sowie wahrscheinlich die Pfalzgrafschaft Nimwegen. In Sachsen, nach dessen Recht er lebte, war er Vogt von Borghorst, Metelen und Vreden, wo man ihn 1016 begrub. Den an ihm begangenen Mord rächte sein Vetter, Herzog Bernhard II. von Sachsen.

Görich Knut: Seite 68,153,172
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"Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus."

Als defensores patriae bezeichnet Thietmar Gero I., den Markgrafen der sächsischen Ostmark; seinen eigenen Vater, den Grafen Siegfried von Walbeck; Gunzelin, den Markgrafen von Meißen. Die Arneburg an der Elbe dient der defensio patriae, und der BILLUNGER Graf Wichmann ist utilis in omnibus patriae [330 Thietmar, Chronicon VII, 47, MGH SS rer. Germ. NS 9, Seite 456.]
Anfang der Neunziger Jahre kam es auch zum Ausgleich zwischen dem rebellischen Wichmann-Zweig und dem königstreuen Zweig der BILLUNGER-Sippe [172 Vgl. Althoff, Adels- und Königsfamilien, Seite 102.]; über Gegensätze zwischen Egbert und Bernhard I., einem der wichtigsten Anhänger OTTOS III. in Sachsen, ist nichts bekannt. Auch Egberts Sohn Wichmann III. scheint sich dann wie sein Vater königstreu verhalten zu haben [173 Zur genealogischen Einordnung Wichmanns III. als einen Sohn Egberts vgl. Bork, Billunger, Seite 86-90; Freytag, Herrschaft, Seite 54ff.; Althoff, Adels- und Königsfamilien, Seite 417 G 136.].
Ein Teil der früheren Anhänger des Zänkers steht nach 980 auf seiten der ottonischen Partei; das gilt für Ekkehard von Meißen und seinen Vater Graf Gunther von Merseburg, den BILLUNGER Egbert den Einäugigen und seinen Sohn Wichmann III. sowie für die beiden WETTINER Dedi und Dedi-Ziazo.
 
 
 
 

  oo N.N.,Tochter Gottfrieds Graf im Hattuariergau
               -
 
 
 
 

Kinder:

  Wichmann IV.
          -
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 38,102,119, 153, 417 G 136 - Althoff Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 225 - Annalen von Hildesheim SS. III, Seite 95 - Annalen von Quedlinburg SS. III, Seite 84 - Beumann, Helmut: Die Ottonen. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln, Seite 172 - Bork Ruth: Die Billunger. Mit Beiträgen zur Geschichte des deutsch-wendischen Grenzraumes im 10. und 11. Jahrhundert. Dissertation Greifswald 1951 Seite 74, 86-90 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 318/ Band III Seite 297,306,315 - Freytag, Hans-Joachim: Die Herrschaft der Billunger in Sachsen, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1951 Seite 54-56 - Görich Knut: Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995 Seite 68,153,172 - Hirsch, Siegfried: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich II., Verlag von Duncker & Humblot Berlin 1864 Band III Seite 40ff. - Hlawitschka Eduard: Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands. Zugleich klärende Forschungen um „Kuno von Öhningen“, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1987, Seite 45,148 - Holtz Eberhard/Huschner Wolfgang (Hg:): Deutsche Fürsten des Mittelalters. Fünfundzwanzig Lebensbilder, Edition Leipzig 1995 Seite 116 - Schneidmüller, Bernd/Weinfurter Stefan/Hg.): Otto III. - Heinrich II. Eine Wende?, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1997, Seite 92,93130 - Schneidmüller Bernd/Weinfurter Stefan (Hrsg.): Ottonische Neuanfänge. Symposium zur Ausstellung "Otto der Große, Magdeburg und Europa" Verlag Philipp von Zabern Mainz 2001 Seite 135,149 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 11 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 155 - Thietmar von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Seite 360,404,406,448 - Trillmich Werner: Kaiser Konrad II. und seine Zeit. Europa Union Verlag Bonn 1991 Seite 53 - Weinfurter Stefan: Heinrich II. Herrscher am Ende der Zeiten. Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1999 Seite 121,205 -