Annalista Saxo:
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"Reichschronik"

Das Jahr 978.

Markgraf Thietmar, der Bruder des Kölner Erzbischofs Gero, starb und wurde in Nuwenburch begraben. Er hatte zur Gemahlin eine Tochter des Herzogs Herimann, Namens Suanehild, welche ihm den Margrafen Gero gebar. Die Kaiserin Adelheid reiste mit ihrer Tochter, der Aebtissin Adelheid, nach Italien wegen mancher Mißhelligkeiten, welche zwischen ihr und ihrem Sohne entstanden waren.

Das Jahr 1002.

[Herimann empfing die Leiche des Vaters mit außerordentlicher Trauer und ließ sie in seiner Burg Namens Gene bestatten,] in der Mainzer Parochie, an der Stelle, wo Sala und Unstrod zusammenfließen. Nach mehreren Jahren jedoch wurde er mit vielen Anderen von demselben Geschlechte versetzt in die Stadt Nuenburh, nicht weit von dem früheren Platze am weiteren Laufe des Flusses Sala, eine Stadt, welche die nachfolgenden Erben sammt ihrem sämmtlichen Erbgute in Demuth zum Dienste Gottes und seiner Mutter und des heiligen Petrus und anderer Heiligen hergaben, da leibliche Nachkommenschaft fehlte. Seit dieser Zeit ward der Bischofsitz, der bisher in der Stadt Ciz gewesen, in selbige Stadt versetzt. [Nachdem aber der dreißigste Tag vorüber war, reiste Frau Suanehild mit ihren Söhnen nach Misni. Sie war die Tochter Herimanns des Herzogs von Liuniburch, die Schwester des Herzogs Benno oder Bernhard, des Grafen Liudiger und der Gräfin Machtildis, welche den Grafen Baldwin von  Flandern und nach dessen Tode den Herzog Godefrid geheirathet hatte. Suanehild selbst aber hatte zuerst den Markgrafen  Thetmar geheirathet, des Kölner Erzbischofs Gero Bruder, und von ihm gebar sie den Markgrafen Gero, später aber gebar sie von dem genannten Markgrafen Ekkihard den Herimann, Ekkihard und Gunter.

Das Jahr 1029.

Der Kaiser feierte Weihnachten in Palithi. - Kaiser Konrad greift den König Stephan von Pannonien mit einem Heere an, indem er auf einem gefährlichen und mühseligen Wege in das Land desselben eindringt. - In  ebendemselben Jahre beschloß der Kaiser ein Heer nach Polen zu führen. Zur bestimmten Zeit versammelte er jenseits des Albis an dem Orte, der Liezeke heißt, die Menge seines Heeres und eilte auf dem Marsche, den er begonnen hatte, vorwärts. Die Kaiserin aber kehrte um und erwartete in Mersburg den Ausgang der Unternehmung. Denn der Kaiser, hintergangen und mit seinem Heere durch unwegsame Wälder und sumpfige, öde und gefährliche Gegenden gar sehr ermattet, gelangte nicht dorthin, wohin er wollte, sondern auf den Rat einiger Leute belagerte er nur Budasin, eine Stadt, die einst, zu seinem Reiche gehörte. Vor dieser sind viele auf beiden Seiten verwundet worden und umgekommen. Wie also der Kaiser sah, daß die Gegner nicht überwältigt werden konnten, verschob er es auf das nächste Jahr und zog sich in die Gebiete Sachsens zurück. - In diesen Zeiten starb Markgraf Thietmar, des Markgrafen Gero Sohn von der Markgräfin Athelheid, und er wurde begraben, wie man glaubt, in dem Kloster Helmwardeshusen. Sein Sohn war Markgraf Odo, der kinderlos starb. Sein Vater Gero aber hatte zum Vater den Markgrafen Thietmar und zum Oheim den Kölner Erzbischof Gero, von denen das Kloster Nienburg an dem Flusse Sala gestiftet worden ist. Seine Mutter war Suanehildis, die Tochter des Herzogs Herimann, Bernhards Schwester, welche nach dem Tode ihres Mannes den Markgrafen Ekkihard, Guntars Sohn, heirathete und ihm Herimann, Ekkihard, Guntar und Liutgarde gebar.