Immad                                                      Bischof von Paderborn (1051-1076)
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um 1000/05-3.2.1076
 

Einziger Sohn des BILLUNGERS Liudger Graf im Westfalengau und der IMMEDINGERIN Emma, Tochter von Graf Immed IV.
 

Black-Veldtrup Mechthild: Seite 209-212
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"Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien"

Das Bistum Paderborn, das unter HEINRICH III. kaum hervorgetreten war, erhielt am 7. April 1059 einen Forst zurückerstattet, auf den es Anspruch erhoben hatte, und einen Hof geschenkt. Die Schenkung ist, wie Meyer von Knonau annimmt, als Entschädigung für die durch eine Feuerbrunst im Jahre 1058 in der Stadt entstandenen Verluste zu betrachten. Das Diplom ist in Utrecht ausgestellt worden, und es ist wahrscheinlich, dass Bischof Imad auf der Reise von dort nach Goslar den Hof bis Paderborn begleitet hat. Die häufigen Aufenthalte des Königs in Paderborn sind durch die Lage der Stadt am vielbenutzten Hellweg bedingt. Die mehrfach in den Quellen belegten Aufenthalte Imads am Hof sind hingegen eindeutig als Beteiligung am Reichsdienst aufzufassen: Der Bischof ist zu Beginn der Regentschaft über mehrere Monate während des Winteraufenthaltes 1057/58 am Hof in Goslar, und, wie erwähnt, vermutlich auch 1059 in Utrecht nachweisbar. Wie Eilbert von Minden warImad an der Forstverleihung für das Bistum Hildesheim im Frühjahr 1062 in Goslar beteiligt und zog von dort mit dem Hof nach Paderborn. Die häufige Anwesenheit des mutmaßlichen Sohnes des BILLUNGERS Liudger und der IMMEDINGERIN Emma am Hof während der Regentschaft der Erzbischöfe in der Reichspolitik übte. Aber auch unter Agnes tritt er nie in über Sachsen hinausgehenden Belangen hervor. Auch die enge Zusammenarbeit zwischen Agnes und Bischof Imad von Paderborn deutet im Zusammenhang mit Adalberts Territorialpolitik im Bistum Paderborn auf eine Koalition gegen den Erzbischof von Hamburg-Bremen.
Bischof Imad war aus dem Paderborner Domkapitel hervorgegangen und sein Bistum wurde unter der Regentschaft der Kaiserin Agnes mehr als unter HEINRICH III. in den Reichsdienst einbezogen.

Black-Veldtrup Mechthild: Seite 210
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"Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien"

Wegen eines Vergehens einer Schwester von Imad hatte KONRAD II. Gräfin Emma das Gut 1032/33 entzogen, das später zur dos von Kaiserin Agnes gehörte und um das sich, möglicherweise seit dem Besuch HEINRICHS III. 1048 in Bremen und Lesum, Adalbert von Hamburg-Bremen bemühte.

Bork Ruth: Seite 109
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"Die Billunger. Mit Beiträgen zur Geschichte des deutsch-wendischen Grenzraumes im 10. und 11. Jahrhundert."

Nun stößt man allerdings öfter auf die Behauptung, daß der von 1051 bis 1076 in Paderborn amtierende Bischof Immad ein Sohn Emmas und Liudgers gewesen sei [2 Freiherr von Uslar-Gleichen, Aus dem Geschlechte Wittekinds, Seite 81. Auch Tenckhoff zur Vita Meinw. Seite 6 Anmerkung 1, hält es für wahrscheinlich und verweist auf Schraders Schrift über Meinwerk, Leben und Wirken des seligen Meinwerk Seite 12f. Ähnliches findet sich auch schon bei Falke, Trad. Corb. Seite 455; Heydenreich Seite 39 und Wedekind Noten I, Seite 268.]. Abgesehen davon, daß schon der Vergleich der Jahreszahlen Bedenken aufkommen läßt, da zum Beispiel gegenüber dem Todesjahr Immads 1076 dasjenige seines Großvaters Hermann Billung (973) über 100 Jahre zurückliegen würde, ist auch sonst die Begründung hierfür völlig unzureichend. Immad wird nirgends als Sohn dieses Ehepaares überliefert und wir haben keinerlei Belege oder auch nur Hinweise, in denen in irgendeiner Form Bezug genommen wird auf seine etwaige Verwandtschaft mit dem billungischen Hause. Als Grund für eine derartige genealogische Einordnung gibt man lediglich an, daß die Vita Meinwerci ihn einen "sororius" des Bischofs Meinwerk nennt [3 Vit. Meinw. c. 160 Seite 84.], was aber meines Erachtens nicht zu eindeutigen Schlüssen berechtigt, zumal es sich ja in Imamd auch um den Sohn der oben schon erwähnten Schwester Meinwerks Glismod handeln könnte. Dasselbe gilt natürlich für die Urkundenstelle, in der Meinwerk als "avunculus" Immads bezeichnt wird [4 Urkunde vom 3. Februar 1052 Reg. Hist. Westf. (Erhard II, 113 Nr. CXLIII und I, 182) in der Imamd dem Kloster S. Petri und Pauli zu Paderborn das Gut Sturibroch bestätigt, worin es heißt "... tum etiam dilecti nobis avunculi nostri domni Meinwerci venerabilis episcopi ipsius ecclesie fundatoris intuitu ...".], so daß es zwar angehen mag, von einer Verwandtschaft, nicht aber von direker Abkunft Immads von dem Ehepaar Liudger-Emma zu sprechen.
 
 
 
 
 
 

Literatur:
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Black-Veldtrup, Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien, Böhlau Verlag Köln 1995, Seite 206,209-212,218,236,253 - Bork Ruth: Die Billunger. Mit Beiträgen zur Geschichte des deutsch-wendischen Grenzraumes im 10. und 11. Jahrhundert. Dissertation Greifswald 1951 Seite 109 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. 1. - 7. Band, Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 -