Bertha                                            Gräfin von Borghorst
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um 910/15-12.3.989
 

Tochter des Grafen N.N.
 

Althoff Gerd: Seite 392
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                                            G 24

Lü:   12.3. Bertha com   + 989 Gräfin von Borghorst

Bertha, die Gründerin des Kanonissenstiftes Borghorst und Schwester des Magdeburger Erzbischofs Adalbert (B 64) gehört in den Verwandtenkreis der BILLUNGER.
Sie gründete das Stift 968 und sicherte den BILLUNGERN den entscheidenden Einfluß auf die Gründung.
Eine nähere genealogische Einordnung in den Verwandtenzusammenhang der BILLUNGER ist nicht möglich, doch spricht alles dafür, dass ihr Mann Bernhard (G 177), der bereits im Jahre 935 starb, zu den Vorfahren der BILLUNGER gehörte; vgl. dazu Althoff, Borghorst, S. 265f.


Heinzelmann Josef:
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"Spanheimer-Späne"

Dass Adalberts Abtei Weißenburg, zu deren Abt er Anfang 966 erhoben wurde und die 967 vom Kaiser die Immunität verliehen bekam, 968 an Magdeburg geschenkt wurde, fällt in diesem Zusammenhang ebenso auf wie die irgendwie gleichzeitige Schenkung des westfälischen Kanonissenstifts Borghorst, wo das Bertha, nach Althoff seine Schwester, Äbtissin war ebenfalls 968 gründete [Gerd Althoff, Das Neckrolog von Borghorst. Edition und Untersuchung (VeröffHistKommWestf  40), 1981, S. 21765ff. Die aus Annalen und Urkunden gewonnenen Familienverhältnisse sind wohl korrekturbedürftig: Bertha hätte zuerst einen Liutbert geheiratet, von dem eine Tochter Bertheida (mit zwei Kindern Bernhard und Thuring) Bertha überlebte. In zweiter Ehe hätte sie einen 934 Dezember 14 verstorbenen Grafen Bernhard geheiratet. Die 926 Juni 30 geborene Tochter aus dieser Ehe Hathewig wurde die erste Äbtissin von Borghorst. Da Adalbert um 930 geboren sein dürfte, kann er nur ein Sohn oder Neffe Berthas sein oder gar eine Generation später an sie anzuschließen sein.]. Seine familiären Beziehungen werden sehr divergent angegeben. Möglicherweise treffen die alle Vermutungen gleichzeitig zu, die lothringische (einfacher linksrheinische) Herkunft (sein mutmaßlicher Vater Adalbert mit Maximiner Lehen in Remich) und die Verschwägerung nach Sachsen zu den BILLUNGERN Westfalen (seine Schwester in Borghorst). Sein sowie eine besonderes Interesse an Nähe zu den KONRADINERN wurde mehrfach betont. Wenn man aus der Continuatio schließen darf, stand Adalbert den Vertretern des Gebhardiner-Zweigs (Udo (I) und Herzog Hermann I.) besonders positiv gegenüber aber keinen. Die Borghorster Necrolog-Einträge legen eine Beziehung Berthas zur Familie Herzog Hermanns I. nahe; daher auch die engen Beziehungen zu Essen, dessen damalige Äbtissin Mathilde ( 1011 November 5) Enkelin Hermanns war, und zu den OTTONEN, insbesondere Adalberts Wirken in der Königskapelle als Notar des Kanzlers Liudolf. Das schließt die von Althoff betonten Beziehungen zu den BILLUNGERN nicht aus.

Holtz Eberhard/Huschner Wolfgang (Hg:): Seite 78
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"Deutsche Fürsten des Mittelalters. Fünfundzwanzig Lebensbilder"

In einem Necrolog des Klosters Borghorst in der Nähe von Münster, einem Gebetsgedächtnisbuch, in das besonders Personen, die der monastischen Gemeinschaft nahe standen, verzeichnet wurden, gibt es einen weiteren Hinweis auf Adalberts mögliche Herkunft. Das dem Ritus in der Liturgie dienende Buch verzeichnet auch die Klostergründerin Berta. Sie war die Frau eines in Sachsen überaus mächtigen Grafen Bernhard zur Zeit König HEINRICHS I. Sie selbst stammte wohl aus einer Hochadelsfamilie aus dem alemannisch-burgundischen Raum. Als Stifter wurden die BILLUNGER im Kloster besonders verehrt. Völlig unbegründet würde uns die Erwähnung Erzbischof Adalberts im Gebetsbuch erscheinen, wenn er nicht durch eine Familienbeziehung als Bruder der KlostergründerinBerta genannt wäre [5 Vgl. G. Althoff, Das Necrolog von Borghorst, Münster 1978, Seite 220 f.; Ders., Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung, München 1984, Seite 34f.; W. Metz, Adalbert von Magdeburg und die Nekrologe, in: AfD 30 (1984), Seite 68 und Seite 221.]. Als Mitglied eines  südwestdeutschen Hochadelsgeschlechts und Schwager des sächsischen Grafen Bernhard wäre Adalbert tatsächlich prädestiniert für das Amt des Hirten in O-Sachsen.
 
 
 
 

  1. oo Liutbert
                  -

  2. oo Bernhard Graf von Borghorst
                  -14.12.935
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 39,306,392 G 24 - Heinzelmann, Josef: Spanheimer-Späne. Schachwappen und Konradinererbe, in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 25 (1999), Seite 7­68 - Holtz Eberhard/Huschner Wolfgang (Hg:): Deutsche Fürsten des Mittelalters. Fünfundzwanzig Lebensbilder, Edition Leipzig 1995 Seite 78 -