Welf IV.                           als W. I. Herzog von Bayern (1070-1101)
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1030/40-9.11.1101
             Paphos auf Zypern

Begraben: Kloster Weingarten

Einziger Sohn des Markgrafen Albert Azzos II. von Este aus dem Hause der OTBERTINER aus seiner 1. Ehe mit der Kunigunde (Chuniza) von Altdorf, Tochter von Graf Welf II.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 2144
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Welf IV., als Herzog von Bayern Welf I.
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     + 8. November 1101

Begraben: Kloster Weingarten

Sohn des OTBERTINERS Markgraf Azzo II. von Este (997-1096) und der WELFIN Chuniza (Kunigunde)

1. oo Italienerin

2. oo nach 1061 Ethelinde, Tochter des Bayern-Herzogs Otto von Northeim

3. oo Judith von Flandern, Halbschwester Graf Balduins V.
                                         Witwe des Earl Tostig von Northumberland

Welf IV. wurde auf Initiative seiner Großmutter Imiza (Irmintrud), Gemahlin Welfs II., aus Italien nach S-Deutschland gerufen, um die schwäbisch-bayerischen Besitzungen seines verstorbenen Onkels Welf III. zu übernehmen und zu organisieren. Jener hatte bereits laut Testament diese Besitzungen an sein Hauskloster Altdorf vererbt, was aber seine Mutter Irmentrud verhinderte, indem sie ihren Enkel Welf IV. (der nur kognatische ein WELFE war) herbeirief.
Welf IV. verstieß seine Gemahlin Ethelinde, nachdem Otto von Northeim 1070 zum erbitterten Feind König HEINRICHS IV. geworden war. Diese Tat war wohl die Voraussetzung dafür, dass Welf IV. 1070 das Herzogtum Bayern verliehen bekam. Seine Vermählung mit Judith brachte Welf IV. internationale Familienverbindungen, darüber hinaus erstmals Söhne. Welf IV. wurde in der Pfalz Goslar am Weihnachtsfest 1070 ohne Hinzuziehung des bayerischen Großen mit dem Herzogtum Bayern belehnt. Schon 1073/74 gab es Spannungen mit dem König, als die Großen des Reiches die Wiedereinsetzung Ottos von Northeim als bayerischen Herzog forderten. Nach Ausbruch des Investiturstreits trat Welf IV. gemeinsam mit Herzog Rudolf von Schwaben zur päpstlichen Partei über und forcierte in Forchheim (15. März 1077) die Wahl Rudolfs von Rheinfelden zum Gegen-König. Im Mai 1077 auf dem Hoftag zu Ulm geächtete, mußte er ohne bayerische Anhänger nach Ungarn fliehen, 1078 auch die Verwüstung seiner schwäbischen Güter durch Anhänger Kaiser HEINRICHS IV. dulden.Welf IV. scheint bereits vor dem Ausbruch des Machtkampfes zwischen König und Papst kirchliche Reformtendenzen verfolgt zu haben, denn 1073 gründete er südlich seiner Burg Peiting das Klerikerstift Rottenbuch. Der 1077 von einem Reformkreis in Augsburg zum Bischof gewählte Wigold konnte sich gegenüber den königlichen Favoriten Siegfried nur im Schutze Welfs IV. halten. Welf IV. hatte nach seiner Absetzung 1077 freilich in Bayern keinen nennenswerten Anhang mehr. Hier herrschte nun weitgehend der König. Im Umkreis der Bischofsstadt Augsburg vermochte Welf IV. aber mit den übrigen Mitgliedern der süddeutschen Fürstenopposition, langwierige kriegerische Aktivitäten durchzusetzen. Zudem hatte er erheblichen Einfluß auf die Alpenpässe. Der König konnte die Machtposition Welfs IV. nicht erschüttern. Anstelle Bayerns suchte sich Welf IV. eine neue Machtposition in Italien zu schaffen, scheiterte aber an seinen italienischen Stiefbrüdern. Durch päpstliche Vermittlung wurde Welfs IV. gleichnamiger Sohn Welf V. 1089 mit Markgräfin Mathilde von Tuszien vermählt, der sich aber 1095 von ihr trennte. Dies ermöglichte einen erneuten Parteiwechsel Welfs IV. in Deutschland. Er versöhnte sich mit HEINRICH IV. und erhielt das Herzogtum Bayern zurück. Ein neuer Zug gegen die italienischen Stiefbrüder brachte einen letzten Erfolg. Auf der Rückreise von einer Kreuzfahrt nach Jerusalem starb Welf IV. auf Zypern.

Literatur:
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E. König, Die süddt. Welfen als Kl.gründer, 1934 - R. Goes, Die Hausmacht der Welfen in S-Dtl. [Diss. masch. Tübingen 1960] - Spindler I, 1981, 324ff [K. Reindel].



Bosl's Bayerische Biographie: Seite 832
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WELF IV., bayerischer Herzog
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     + wahrscheinlich 9.11.1101
      Paphos auf Zypern

Begraben: Kloster Weingarten

Vater:
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Markgraf Azzo II. von Este (+ 1097)

Mutter:
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Kunigunde (+ vor 1055)
 

1. oo 1070 Ethelinde, Tochter von Otto von Northeim

2. oo Judith von Flandern (+ 1094)

Welf war der Ahnherr des jüngeren deutsch-italienischen WELFEN-Geschlechts
1070 als Nachfolger von Otto von Nordheim als bayerischer Herzog eingesetzt
Begründer der sogenannten jüngeren WELFEN-Linie
1072 Kontroversen mit dem König
1077 Absetzung und Acht. Sein Herzogtum Bayern behielt der König ein
1096 Aussöhnung. Wieder mit Bayern belehnt. Aufhebung der Acht. 1101 Kreuzzug

Literatur:
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ADB 41; BWB 3; Historia Welforum, 1938; W. Giesebrecht, Gesch. d. dt. Kaiserzeit 3-4, 1876-1877.



Brandenburg Erich: Tafel 11 Seite 22
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XI. 53. WELF IV., Herzog von Bayern 1070
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* ca. 1030/40, + 1101 9. XI.

Gemahlin:
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a) Ethelinde, Tochter des Otto von Northeim, Herzog von Bayern

                  geschieden 1070

b) 1071 Judith (siehe IX 52)
                    + 1094 5. III.

Tochter Balduins IV., Graf von Flandern, Witwe des Grafen Tostig von Northumberland

Anmerkungen: Seite 137
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XI. 53. Welf IV.

siehe Riezler, 1,2, 118f.



Schwennicke Detlev: Tafel 18
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

WELF IV.
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* (1030/40) + Paphos auf Cypern 9. XI 1101

Begraben: Weingarten

1070 HERZOG VON BAYERN
gründet um 1078 Kloster Rottenbuch

  I oo um 1070/geschieden 1070
         ETHELINDE VON NORTHEIM

Tochter von Graf Otto I., 1063/7 Herzog von Bayern

(oo II Hermann 1115 Graf von Calvelage, 1105/54)

  II oo um 1070
          JUDITH VON FLANDERN

Tochter von Graf Balduin IV. Pulchrae Barbae (und N von Normandie, Tochter von Herzog Richard II.)
Witwe von Tostig Graf von Northumberland (England)



Nach dem Tode seines kinderlosen Onkels Welf III. trat Welf IV., von seiner Großmutter Imiza herbeigerufen, das gesamte welfische Erbe an, das nach dem Willen Welfs III. an das Kloster Altdorf fallen sollte. Er trennte sich 1070 vom Schwiegervater Otto von Northeim und wurde Herzog von Bayern. Im Jahre 1073 gründete er das Augustinerchorherrenstift Rottenbuch neu. Er half Kaiser HEINRICH IV. 1075 in der Schlacht bei Homburg gegen die Sachsen, geriet später gegen ihn und sagte sich 1076 mit anderen auf der Synode von Tribur von ihm los und unterstützte den Gegen-König RUDOLF VON RHEINFELDEN, dann HERMANN VON SALM. Er galt 1080 sogar selbst als päpstlicher Thronkandidat gegen Heinrich IV., der ihm 1077 in Bayern abgesetzt hatte. Er stritt viel mit königstreuen Grafen und Bischöfen in Bayern, setzte 1088 Bischof Siegfried von Augsburg gefangen und wurde von den STAUFERN in Schwaben bekriegt. Er unterstützte 1090 die Schwiegertochter Mathilde von Tuszien und verwehrte dem Kaiser durch Blockierung der Alpenpässe die Rückkehr aus Italien. Durch Vermittlung des greisen Vaters söhnte er sich 1096 mit dem Kaiser aus und bekam Bayern offiziell zurück. Seit 1097 kam es zum Erbstreit mit seinem Bruder Fulco I. um die italienischen Erbgüter, auf die er letztlich verzichten mußte. Er gewann unter anderem Achalm und Buchhorn, zog 1099 nach Jerusalem und starb auf der Rückkehr vom Kreuzzug in Zypern.

Fleckenstein Josef: Seite 82,86
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"Die Herkunft der Welfen"

Der welfische Besitz im Ammergau ist jedenfalls in seinen Anfängen erst durch Rodung erworbener Besitz: ein Besitz, der wiederum, wie schon im Vintschgau, nach Schwaben graviert! Wir können noch einigermaßen gut verfolgen, wie sich der Ausbau über Jahrhunderte hin erstreckte und wie das Gebiet am rechten Ufer des oberen Lech zunehmend an Bedeutung für das Geschlecht gewann. Dabei wird deutlich, dass es, obwohl längst weithin in welfischem Besitz, doch erst mit den jüngeren WELFEN wirklich in den Vordergrund getreten ist: Erst Welf IV., der Sohn Azzos von Este und der WELFIN Kuniza, der erste welfische Herzog Bayerns, hat dafür den entscheidenden Schritt getan, indem er am Nordrand des Ammergaus nordwestlich von Peiting eine Burg errichtete, die fast einen Stammsitz gleichkam. Der gleiche Welf hat auch um 1074 das Augustinerchorherrenstift Rottenbuch gegründet, dem zum Teil er selbst, zum Teil auch seine Nachkommen umfänglichen Besitz im Ammergau übergaben, so in Böbing, in Wildsteig und in dem erst nach 1100 als novus locus genannten Ried.
Als Welf IV., Herzog von Bayern, im Kampf zwischen HEINRICH IV. und seinem Gegen-König RUDOLF VON SCHWABEN auf die Seite des Gegen-Königs getreten war, entzog ihm HEINRICH im Juni 1077 iusto iudicio seine Lehen, darunter das praedium nomine Moringen, um es der bischöflichen Kirche in Augsburg zu übergeben. Welf hat es später, nach seiner Aussöhnung mit HEINRICH IV., wieder zurückerlangen können. Geht daraus schon hervor, dass Mering kein Stammgut, sondern königliches Lehen war, so erfahren wir aus der Genealogia wie der Historia Welforum noch dazu, dass die villa Moringen erst durch Imiza, die Gemahlin Welfs II.,Tochter des Grafen Friedrich von Luxemburg und Schwester Herzog Heinrichs von Bayern, an das WELFEN-Haus gekommen ist.

Baaken, Katrin: Seite 18
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"Herzog Welf VI. und seine Zeit." in: Welf VI. Wissenschaftliches Kolloquium zum 800. Todestages Welfs VI. im Schwäbischen Bildungszentrum Irsee

Bald nach der Geburt Welfs IV. ist Kuniza gestorben, und nach ihrem Tod hat Azzo wieder geheiratet [48 Muratori I (wie Anm. 46).]. Bei den Streitigkeiten Welfs IV. mit seinen Halbbrüdern, den Kindern aus dieser zweiten Ehe seines Vaters Azzo, hatte er jene Güter, die seine Mutter mit in die Ehe gebracht hatte, zugeteilt erhalten [49 Muratori I Seite 276.]. Der Hof Elisina, der mit 1.100 Mansen wirklich riesig war, dürfte also am ehesten in dem Besitzkomplex südlich von Padua zu sehen sein [50 Muratori I Seite 46ff., der Elisina mit Luisia identifizierte. Es wurde auch an Solesino, vgl. König (wie Anm. 44) Seite 105 gedacht. Nobili Seite 74f.], in dem Este liegt und wo die Rechte der WELFEN nach Azzos Tod zu belegen sind. Hier ist Welf IV., der Begründer der jüngeren süddeutschen WELFEN-Linie, später mit den Söhnen Welf V. und Heinrich dem Schwarzen in der Burg Este zu finden [51 Vgl. die in Anm. 36 genannte Urkunde.]. Dieser einem Zweig der OBERTENGHI den Namen gebende Sitz liegt nahe der Scodosia, die als Gütereinheit im Besitz der ESTE nachzuweisen ist, aber sicher nicht der curtis Elisina entspricht.

Althoff, Gerd: Seite 76
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"Welf VI. und seine Verwandten in den Konflikten des 12. Jahrhunderts." in: Welf VI. Wissenschaftliches Kolloquium zum 800. Todestages Welfs VI. im Schwäbischen Bildungszentrum Irsee

Durch einen Konflikt - um nicht zu sagen durch einen Skandal - erlangten die WELFEN auch die bayerische Herzogswürde. Welf IV. folgte in dieser Würde im Jahre 1070 seinem Schwiegervater Otto von Nordheim, nachdem dieser in Auseinandersetzungen mit König HEINRICH IV. geraten war und von diesem abgesetzt wurde. Der WELFE löste aus diesem Grunde seine Ehe mit Ethelind, der Tochter Ottos von Nordheim, und schickte seine Frau dem Schwiegervater nach Hause zurück. Überdies soll er HEINRICH IV. eine Unmenge an Gold und Silber für das Amt bezahlt haben, wie vor allem empörte sächsische Quellen zu berichten wissen. Die Reaktionen auf diesen Treuebruch und Verrat des WELFEN waren unter den Zeitgenossen jedenfalls beträchtlich, und es ist überliefert, dass man wenig später, als Sachsen und Schwaben sich gegen HEINRICH IV. eidlich verbündeten, Otto von Nordheim und Welf IV. veranlaßte, ihr feindseliges Verhältnis durch eine Schwurfreundschaft gesondert beizulegen. Zu dem Schwurbündnis der Stämme trat also ein persönliches Schwurbündnis der beiden Kontrahenten. Man hielt dies offensichtlich für nötig, um den Konflikt des Jahres 1070 endgültig beizulegen [3 Vgl. dazu K.H. Lange, Die Stellung der Grafen von Northeim in der Reichsgeschichte des 11. und frühen 12. Jahrhunderts, in: Niedersächsisches HJahrbuch für Landesgeschichte 33, 1961, Seite 1-107, besonders 31ff.; neuerdings G. Althoff, Konfliktverhalten im 10. und 11. Jahrhundert, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 41, 1990; Seite 745-751 sowie St. Weinfurter (Hg.) Die Salier und das Reich, Sigmaringen 1991, dort die Beiträge von W. Giese, G. Althoff und Th. Reuter.].

Klaar Karl-Engelhardt: Seite 123-126
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"Die Herrschaft der Eppensteiner in Kärnten"

Die Aussagen des Diploms lassen sich jetzt, soweit sie für die politische Geschichte erheblich sind, etwa so zusammenfassen: In Gegenwart des Kaisers und des Bayernherzogs und unter dem Schutze des ersteren überträgt der Herzog von Kärnten dem Heiligen Stuhl eine von ihm errichtete Abtei zu weitgehend zeitüblichen Bedingungen; anschließend beurkundet der Kaiser eine Übertragung. - Bei der Erklärung des Hintergrundes dieser eigenartigen Konstellation sei von Herzog Welf ausgegangen. Dass seine Anwesenheit keine mehr oder minder zufällige ist, zeigt schon seine Stellung innerhalb der Urkunde; ansonsten hätte er, anstatt neben dem Kaiser, an der Spitze der Zeugen rangieren können. So erscheint er als Mitwirkender, und es ist zu fragen: Warum? und: Auf welche Weise? - Welf IV. war 1077 das Herzogtum Bayern durch HEINRICH IV. entzogen worden. Seither hatte er sich energisch, obschon nicht ohne Eigennutz, für die Sache Gregors VII. und dessen Nachfolger eingesetzt, während das Herzogtum einstweilen beim Reiche geblieben war. Des WELFEN zeitweilig große Erfolge beim Streben nach Ausbau seiner Macht wichen später Mißerfolgen. Die Hoffnung auf reiche Erbschaft hatte sich als verfehlt erwiesen, sobald die (aus welfischer Sicht) zum Behufe ihrer Erlangung geschlossene Ehe des jüngeren Welf mit der Markgräfin Mathilde von Tuszien aufgelöst worden war. Mehr noch: Der abgesetzte Bayern-Herzog hatte um weiteres Erbe nach seinem Vater Azzo zu bangen, hauptsächlich in der Lombardei, da Azzo nach dem Tode von Welfs IV. Mutter Cuniza (+ 1055) wieder geheiratet hatte und Halbbrüder Anspruch auf des alten Markgrafen Besitzungen erhoben [Nr. 77]. So kann es nicht verwundern, wenn sich seit dem Jahre 1095 Bemühungen Welfs abzeichnen, sich mit dem Kaiser zu verständigen und das Herzogtum Bayern zurückzuerhalten. Diese Versuche mußten dem von Oberdeutschland noch immer weitgehend abgeschnittenen Kaiser gleichfalls willkommen sein. So führten sie bald sie bald zum Erfolge - eben 1096 in Verona, zur Zeit der Ausstellung unserer Nr. 76: Der Kaiser nahm Welf wieder in Gnaden auf und gab ihm Bayern zurück. Als selbstverständliche Gegenleistung verzichtete der Herzog auf weitere Umtriebe gegen HEINRICH IV. Das Diplom für St. Lambrecht gibt uns darüber hinaus einigen Einblick in weitere Kompromisse, die dabei gefunden wurden. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat Welf bereits 1096 mit Herzog Heinrich von Kärnten abgesprochen, dass dieser ihm im Falle von Markgraf Azzos Ableben, womit bei dessen hohem Alter in naher Zukunft zu rechnen war, beim Kampf um sein lombardisches Erbe unterstützen würde. Der Fall trat im nächsten Jahr ein, und es gelang Welf mit Unterstützung durch die EPPENSTEINER - Herzog Heinrich von Kärnten und Patriarch Ulrich von Aquiileja -,  sich eines großen Teils der fraglichen Güter zu versichern [Nr. 77]. - Dafür hat sich der Bayern-Herzog, so darf aus seiner Erwähnung in Nr. 76 geschlossen werden, beim Kaiser für eine Sache verwandt, welche dem EPPENSTEINER wichtiges Anliegen war - eben für das Zustandekommen des Klosters St. Lambrecht. Der Kaiser konnte dessen Übertragung an den Heiligen Stuhl, woferne darunter Urban II. verstanden war, schwerlich gutheißen.
Erheblichen Gewinn zog aus dem Veroneser Abkommen zweifellos auch Herzog Welf, der durch das Zusammenhalten seiner Besitzungen in Bayern, Schwaben und Italien die Grundlage für den weiteren Aufstieg seiner Familie sicherte.
 
 
 
 

  1. oo Italienerin
               -

     1062
  2. oo Ethilinde von Northeim, Tochter des Herzogs Otto
   -1070    -

    1071
  3. oo 2. Judith von Flandern, Tochter des Grafen Balduin IV.
              1031/32-5.3.1094
 
 
 
 

Kinder:
3. Ehe

  Welf V.
  1072-24.9.1120

  Heinrich IX. der Schwarze
  um 1075-13.12.1126

  Kunizza
         -6.3.1120

  oo Friedrich Rocho Graf von Dießen
              -12.11.
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff, Gerd: Welf VI. und seine Verwandten in den Konflikten des 12. Jahrhunderts, in Welf VI. Wissenschaftliches Kolloquium zum 800. Todestages Welfs VI. im Schwäbischen Bildungszentrum Irsee, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1991 Seite 75-91 - Ay, Karl-Ludwig/Maier, Lorenz/Jahn Joachim: Die Welfen. Landesgeschichtliche Aspekte ihrer Herrschaft. Universitätsverlag Konstanz GmbH 1998 Seite 13,77,79-85,94,107,111,156,158,197,199 - Baaken, Katrin: Herzog Welf VI. und seine Zeit, in Welf VI. Wissenschaftliches Kolloquium zum 800. Todestages Welfs VI. im Schwäbischen Bildungszentrum Irsee, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1991 Seite 9-29 - Barz Paul: Heinrich der Löwe. Ein Welfe bewegt die Geschichte. Keol Verlag Bonn 1978 Seite 33,35,88,96,102 -
Boshof, Egon: Die Salier. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1987, Seite 150,197,243,251, 253,259,262 - Bosl, Karl: Bosls Bayerische Biographie, Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1983 Seite 382 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 11 Seite 22 - Bruno: Das Buch vom Sächsischen Krieg. Phaidon Verlag, Essen und Stuttgart 1986 Seite 88 - Bühler, Heinz: Adel, Klöster und Burgherren im alten Herzogtum Schwaben. Gesammelte Aufsätze. Anton H. Konrad Verlag 1997 Seite 748,806,822,1004,1008/09,1038,1056, 1126,1127,1155,1162 - Bünemann, Richard: Robert Guiskard 1015-1085. Ein Normanne erobert Süditalien. Böhlau Verlag GmbH & Cie, Köln 1997 Seite 3 - Cardini, Franco: Friedrich I. Barbarossa. Kaiser des Abendlandes, Verlag Styria Graz 1990, Seite 13,15 - DEUTSCHE FÜRSTEN DES MITTELALTERS. Fünfundzwanzig Lebensbilder. Edition Leipzig 1995 Seite 157 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 218,264-266,494,516-518,529, 533,543,547/Band II Seite 135,144,177,179,258-260,386/Band III Seite 507 - Ekkehardi Chronica: Die Chronik des Ekkehards von Aura - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 56 A.156,62, 190,249,326,351 - FRUTOLFS UND EKKEHARDS CHRONIKEN UND DIE ANONYME KAISERCHRONIK; Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt - Giese, Wolfgang: Der Stamm der Sachsen und das Reich in ottonischer und salischer Zeit. Franz Steiner Verlag Wiesbaden 1979, Seite 34,37,42,55,169 - Giesebrecht Wilhelm von: Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Mundus Verlag 2000 Band 3-4 - Golinello, Paolo: Mathilde und der Gang nach Canossa, Artemis und Winkler Düsseldorf 1998, Seite 183,199,247,249,253-255 - Hechberger Werner: Staufer und Welfen 1125-1190. Zur Verwendung von Theorien in der Geschichtswissenschaft Böhlau Verlag-Köln-Weimar Wien 1996 Seite 128,132,150,156,168,175-179,181,185,187,203,278,282,283, 284 - Heine Alexander (Hg.): Geschichte der Welfen. Phaidon Verlag GmbH Essen - Jehl, Rainer: Welf VI., Wissenschaftliches Kolloquium zum 800. Todesjahr vom 5. bis 8. Oktober 1991 im Schwäbischen Bildungszentrum Irse, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995, Seite 18,51,76,92,110, 117,120 - Jordan, Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher Taschenbuch Verlag München, Seite 5,54 - Klauser, Heinrich: Lexikon deutscher Herrscher und Fürstenhäuser, Kiesel Verlag Salzburg 1982 Seite 231 - Lampert von Hersfeld: Annales/Annalen Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 2000 Seite 132,218,290,314,350,376,396,402,418 - Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 65,66 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. 1. - 7. Band, Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978 Seite 341-344,369 - Schneidmüller Bernd: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 30,32,128,129,130,132-150,152, 154,156,158,183,190,198,221 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 149,168-170 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 210, 216,219,221,223,236 - Schulze Hans K.: Das Reich und die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler Verlag, Seite 419,436,445,448,459 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 18 - Spindler Max: Handbuch der bayerischen Geschichte Erster Band Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München Seite 324 - Störmer, Wilhelm: Bayern und der bayerische Herzog im 11. Jahrhundert. Fragen der Herzogsgewalt und der königlichen Interessenpolitik, in: Die Salier und das Reich, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1992 Band 1 Seite 503-549 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 30 - Weinfurter Stefan: Herrschaft und Reich der Salier. Grundlinien einer Umbruchszeit. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1992, Seite 121, 125,141 - Wies, Ernst W.: Kaiser Heinrich IV. Canossa und der Kampf um die Weltherrschaft, Bechtle Esslingen 1996, Seite 63,93,123,159,174,215 -