Leopold IV. der Freigebige             Markgraf von Österreich (1136-1141)
---------------------------------            Herzog von Bayern (1139-1141)
um 1108-18.10.1141
              Kloster Niederaltaich

Begraben: Heiligenkreuz im Wienerwald
 

2. Sohn des Markgrafen Leopold III. der Heilige von Österreich aus dem Hause der BABENBERGER aus seiner 2. Ehe mit der Agnes von Waiblingen, Tochter von Kaiser HEINRICH IV.
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Seite 1899
********************
Leopold IV.
---------------
     + 18. November 1141
      Niederaltaich

Begraben: Heiligenkreuz im Wienerwald

Markgraf von Österreich, Herzog von Bayern aus dem Hause der BABENBERGER

Sohn Leopolds III. und der Agnes, Bruder Heinrichs II., Markgraf/Herzog von Österreich

Vermutlich auf Betreiben der Mutter folgte Leopold IV. unter Umgehung der älteren Brüder Leopold III. als Markgraf in Österreich. König KONRAD III. verlieh das dem WELFEN Heinrich den Stolzen aberkannte Herzogtum Bayern seinem Halbbruder Leopold IV. im Frühjahr 1139. Leopold IV. suchte durch militärische Erfolge im Herzogtum tatsächlich Fuß zu fassen; zunächst besuchte der Großteil des bayerischen Adels seine Gerichtstage, doch verstärkte sich dessen Widerstand zusehends. Leopold IV. starb noch vor einer militärischen oder politischen Entscheidung.

Literatur:
-----------
K. Lechner, Die Babenberger, 1975,143ff. - W. Koch, Zu den Babenbergergräbern in Heiligenkreuz, Jb. für Lk von Niederösterreich NF 42, 1976, 193-215.



Boslís Bayerische Biographie: Seite 474
*************************
LEOPOLD IV., bayer. Herzog, Markgraf von Österreich
---------------------
* um 1110, + 18.10.1141
                   Niederaltaich oder Regensburg

Vater:
--------
Leopold III. von Babenberg (+ 1136)

Mutter:
---------
Agnes, Tochter Kaiser HEINRICHS IV.

  oo Maria von Böhmen

1136-1141 Markgraf von Österreich.
1139-1141 Herzog von Bayern als Nachfolger von Heinrich X. dem Stolzen.
Halbbruder von König KONRAD III.
In Bayern sehr unbeliebt, hielt überall strenges Gericht.
1141 in Regensburg Aufstand gegen Leopold. Straßenkämpfe und Verwüstung der Stadt.
Starb ohne Erben.

Literatur:
-----------
ADB 18, W. Giesebrecht, Geschichte der deutschen Kaiserzeit 4, 1877.



Brandenburg Erich: Tafel 11 Seite 23
****************
"Die Nachkommen Karls des Großen."

XIII. 117b. LEOPOLD IV., Markgraf von Österreich 1137
----------------------------------  Herzog von Bayern 1139
* ca. 1108, + 1141 18. X.

Gemahlin:
-------------
oo 1138
     MARIE, Tochter des Herzogs Sobieslav I. von Böhmen (siehe XII 306)
                + ...

Anmerkungen: Seite 145
------------------
XIII 116-126.
Bollnow 84f., Juritsch 153f. Die Reihenfolge der Geschwister scheint mir auch bei Huber, Mitt. v. Inst. f. Oest. Gf. 2, 382f. nicht richtig zu sein. Die Aufzeichnungem des Mönches von Klosterneuburg (Siehe Seite 9,608) halte ich nicht für maßgebend.

Erzänzung:
-------------
116. Korrektur (Wolf):
Gemahlin: a) Adelheid, angeg. Vater Boleslaw III. von Polen ist zu streichen
117. Korrektur (Brandenburg): I 309, anstatt 306
124. Korrektur (Brandenburg): I. 302, anstatt 299
113.-126. Siehe Stauferkatalog.



Schwennicke Detlev: Tafel 84
*****************
"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

LEOPOLD IV.
--------------------
    + Niederaltaich 18. X 1141

Begraben: Heiligenkreuz

1136 Markgraf vobn ÖSTERREICH
1139/41 HERZOG VON BAYERN

  oo IX 1138
       MARIA VON BÖHMEN
                 +

Tochter von Herzog Sobeslav Udalrich

(oo II Hermann III. Markgraf von Baden und Verona, 1122/53)



Thiele, Andreas: Tafel 115
*************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

LEOPOLD IV. "DER FREIGEBIGE"
-------------------------------------------------
* um 1108, + 1141

Leopold IV. folgt 1136, wird 1139 Herzog von Bayern, ohne sich gegen die WELFEN-Partei durchzusetzen: 1140 Schlacht bei Valley.

  oo 1138
       MARIE VON BÖHMEN

Tochter des Herzogs Sobieslaw I.



Leopold IV. der Freigebige wurde Anfang des Jahres 1139 von seinem Stiefbruder König KONRAD III. mit Bayern belehnt, konnte sich aber gegen den Widerstand der WELFEN nicht durchsetzen.

Engels Odilo: Seite 318-320
***********
"Stauferstudien"

Die Lehnsübergabe des Herzogtums Bayern an den BABENBERGER Leopold IV. von Österreich, Halbbruder KONRADS III., erfolgte erst im Frühjahr 1139. Nach dem Tode Heinrichs des Stolzen (+ 20.10.1139) forderte dessen Bruder Welf VI. die Übertragung des Herzogtums Bayern, die ihm kraft Erbrecht zukomme, doch habe er beim König kein Recht finden können.

Lechner Karl: Seite 138,143-147
**********
"Die Babenberger"

Leopold wird als iuvenis marchio vor seinem älteren Bruder Adalbert in einer Klosterneuburger Tradition von 1125/26 zum ersten Mal genannt. Nach dem Tode seines Vaters auf der Jagd setzte sich Leopold IV. mit Hilfe seiner Mutter Agnes gegen seinen Stiefbruder Adalbert als Markgraf von Österreich durch. Kaiser und Papst setzten sich ebenfalls für ihn ein, so dass auch der erstgeborene Sohn aus Agnes' Ehe, Heinrich, der den Namen des Großvaters und des Ur-Großvaters trug, zunächst zu kurz kam. Eine endgültige Lösung ergab sich erst, als Adalbert Ende 1138 starb, während Heinrich die Hausgüter seiner Mutter am Rhein übernahm. Leopold IV. wurde noch im Jahr 1137 als Nachfolger seines Vaters in der Mark anerkannt. In diesem Jahr schlossen Bischof Regimar von Passau und Markgraf Leopold IV. einen Vertrag über die Pfarrkirche von Wien ab, in dem der Markgraf als Stadtherr und Eigenkirchenherr von Wien auftrat. Der Ort wird erstmals als civitas genannt und war zweifellos bereits unter Leopold III. Residenz der BABENBERGER geworden. Der Markgraf übergab die bisherige stadtherrliche Eigen- und Pfarrkirche von Wien, St. Peter, die seit dem 11. Jahrhundert an die Stelle von St. Ruprecht als Stadtpfarre getreten und wohl erst vor kurzem an den BABENBERGER übergegangen war, an das Hochstift Passau. Er erhielt dafür im Tausch die Hälfte des bei der Stadt gelegenen Ausstattungsgutes (dos) dieser Kirche. Das Rechtsgeschäft erfolgte durch die Hand des Passauer Vogtes Adalbert, des hier zum letzten Mal namentlich genannten Halbbruders des Markgrafen.
Als Ende des Jahres 1137 Kaiser LOTHAR starb, da einigte sich ein Teil der deutschen Fürsten in freier Wahl auf den STAUFER KONRAD, den Halbbruder Leopolds IV., als deutschen König. Bald darauf heiratete Leopold IV. - nicht ohne Mitwirkung des deutschen Königs, der alles Interesse daran hatte, die böhmischen und ungarischen Fürsten ganz nahe an seine Seite zu ziehen - Maria, die Tochter des Böhmen-Herzogs Sobieslav.
Da Herzog Heinrich der Stolze von Bayern dem neugewählten König KONRAD die Huldigung verweigerte, wurde über ihn die Acht ausgesprochen und im Frühjahr 1139 verlieh der König das Herzogtum Bayern dem österreichischen Markgrafen Leopold IV. Nach mehr als 100 Jahren trug damit ein BABENBERGER wieder eine Herzogskrone, nachdem Hermann IV. von Schwaben 1038 und Otto von der Schweinfurter Linie 1057 gestorben war. In Regensburg erfolgte die Huldigung der bayerischen Großen. Nun hielten politische und kriegerische Geschäfte diesen Herzog-Markgrafen vorwiegend in Bayern, in den "oberen Teilen" Bayerns, wie Otto von Freising berichtet, fest. Kurz vorher war noch sein Bruder Otto zum Bischof von Freising bestellt worden. Der bayerische Episkopat stand geschlossen hinter dem König und dem neuen Herzog. Nach dem Tode Heinrichs des Stolzen im Herbst des Jahres 1139 setzte dessen Bruder Welf VI. den Kampf in Bayern fort. Nach schweren inneren Kämpfen und Aufstandsbewegungen in ganz Bayern und nach größeren Waffenerfolgen der BABENBERGER bei Weinsberg schien das Herzogtum für Leopold gesichert. Eine neue Stütze gewann er noch, als ein Jahr später sein älterer Bruder Heinrich, der Besitzungen seiner Mutter am Rhein übernommen hatte, nun auch die Pfalzgrafschaft am Rhein erhielt.
Herzog Leopold sollte sich nicht lange seiner Stellung erfreuen. Krank tritt er im Herbst des Jahres 1141 von Bayern aus den Weg in die Heimat an. Er stirbt im Kloster Niederaltaich am 18. Oktober 1141 und wurde als erster BABENBERGER in der Gründung seines Vaters in Heiligenkreuz bestattet.
 
 
 
 

 1138
  oo Maria von Böhmen, Tochter des Herzogs Sobieslav I.
  x          -
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen Geschichte Konrad III., Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1883 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 11 Seite 23 - Cardini, Franco: Friedrich I. Barbarossa. Kaiser des Abendlandes, Verlag Styria Graz 1990, Seite 31 - Engels, Odilo: Die Staufer. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1972, Seite 33,34,39 - Engels, Odilo: Stauferstudien. Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996, Seite 64,65 A,172,318-320 - Giesebrecht Wilhelm von: Geschichte der deutschen Kaiserzeit, Mundus Verlag 2000 Band 4 - Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 128,130,136,138, 143-147,155,159,224,296,334 A 42;343 A 27;344 A 40;345 A 46;348 A77;350 A 2;352 A10;352 A 22 - Opll Ferdinand: Friedrich Barbarossa. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1998 Seite 22,28 - Pohl Walter: Die Welt der Babenberger. Schleier, Kreuz und Schwert, hg. von Brigitta Vacha, Verlag Styria, Seite 132,139,142, 145,257 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 264,267 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 84 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 115 -