977 April 6
Kaiser Otto II. lässt auf Bitten Herzog Heinrichs
von Kärnten dessen Hörigen, den Kleriker Reginboto, frei.
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Der hier als Herzog von Kärnten genannte
Heinrich, dessen Höriger Reginbato
durch Kaiser OTTO II. freigelassen
wurde, ist der Sohn Herzog Bertholds. Über die Belehnung des
LUITPOLDINGERS mit dieser Würde haben wir keine direkten annalistischen
und chronikalischen Quellen. Wir können sie nur aus Urkunden, wie
der uns vorliegenden, erschließen. Als der erneute Aufstand Heinrichs
II. im Jahre 976 niedergeschlagen worden war, ging er seines
Herzogsamtes verlustig. Mit diesem wurde, nach der Vermutung von Hirsch
noch im Juli 976, als OTTO im eroberten
Regensburg weilte, eine vollständige Umgestaltung vorgenommen. Das
eigentliche Stammland Bayern erhielt Otto von
Schwaben, die davon abgetretene Ostmark der BABENBERGER Luitpold
und Kärnten mit den sich südlich anschließenden
italienischen GrenzgebietenHeinrich,
der Sohn des alten Herzogs Berthold. Dieser Zweig der luitpoldingischen
Familie stand bisher, mit Ausnahme von Heinrichs
Mutter
Biletrud
immer treu auf der Seite der Reichsgewalt. Heinrich
selbst war politisch bislang noch nicht hervorgetreten. Da sein
Vater erst 939 geheiratet hatte, war er, als die Frage der Nachfolge geregelt
wurde noch zu jung, ebenso wie während des großen Aufstandes
seiner Vettern in den Jahren 953/54. Kaiser OTTO
wird in ihm einen treuen Anhänger gesehen und kein Bedenken getragen
haben, ihm Kärnten als Herzogtum zu übertragen. Die Beziehungen
Heinrichs
gerade zu diesem Land mögen ohnehin sehr eng gewesen sein, denn sein
Vater Berthold
scheint früher nicht nur Herzog von Kärnten
gewesen zu sein, sondern hier auch großen Besitz gehabt zu haben.
Kaiser
OTTO II. mögen neben der Rücksichtnahme auf das alte
Herzogshaus auch gewichtige politische Gründe zu dieser Verleihung
bewogen haben. Nach Uhlirz geschah es besonders, um diese dem bayerischen
Herzogtum nur lose angegliederte Landschaft enger mit dem Stammland zu
verbinden, um die Grenze gegen Ungarn und auch um die wichtige Verbindung
nach Italien zu sichern, und schließlich, um die von Salzburg und
Freising ausgehende Neubesiedlung des Landes zu schützen.
Kaiser OTTO II. befand
sich zu Beginn des Jahres 977 auf einer Fahrt rheinaufwärts. In Mainz,
wo er nach Uhlirz wohl schon am Gründonnerstag, den 5. April, eingetroffen
war, nahm er kurzen Aufenthalt. Hier erwartete ihn Herzog
Heinrich und erreichte die Freilassung seines Hörigen.
977 - 978
Herzog Heinrich von Kärnten beteiligt sich an der
Empörung Heinrichs des Zänkers und wird nach der Unterdrückung
des Aufstandes verbannt.
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Heinrich der Zänker
war 976 durch Kaiser OTTO II. aus Bayern
vertrieben und sein Herzogtum an andere Männer gegeben, von denen
der Kaiser erwarten mochte, dass sie ihm treuer dienten. Das traf für
Otto
von Schwaben und den Markgrafen Luitpold von der Ostmark auch
zu, doch in Heinrich von Kärnten
hatte OTTO sich getäuscht. Noch
am Osterfest des Jahres 977 hatte dieser sich in der Umgebung OTTOS
II. befunden, doch als kurze Zeit darauf der vertriebene Heinrich
der Zänker in Bayern einbrach, fand er in dem Kärntener
einen willigen Bundesgenossen. Die beiden Herzöge bemächtigten
sich Passaus, nach Uhlirz wohl deswegen, um eine bessere Verbindung zu
Böhmen herstellen zu können, das mit ihnen im Bunde war. Andererseits
konnten sie so auch dem Heere Ottos von Schwaben,
das auf böhmischen Boden stand, den Rückzug verlegen, zumal der
mit ihnen verbündete Bischof Heinrich von Augsburg, ein Neffe Heinrichs
von Kärnten, mit der Besetzung Neuburgs an der Donau die
andere Straße in dieses Land gesperrt hatte. Doch der Kaiser hielt
die Verschwörer in Passau fest, Böhmen unterwarf sich ihm, und
die Heere Ottos von Schwaben und OTTOS
II. vereinigten sich vor der belagerten Stadt. Heinrich
der Zänker und Heinrich von Kärnten
entwichen aus Passau, der Kaiser eroberte die Stadt und ließ
die Befestigungen schleifen. Das Jahr 978 brachte dann den endgültigen
Niedergang der carmula. Kaiser OTTO
feierte das Osterfest in Quedlinburg und nach Uhlirz noch in der Karwoche
fand die Verhandlung gegen die beiden ehemaligen Herzöge statt, die
sich dem Gericht gestellt hatten. Beide wurden, ebenso wie ihr Anhänger
Graf Ekbert mit Verbannung und ritterlicher Haft bestraft. Heinrich
der Zänker und
Graf Ekbert kamen nach Utrecht in den Gewahrsam des Bischofs
Folkmar, während das Exil des Kärntner-Herzogs unbekannt
ist. - Die Teilnahme des LUITPOLDINGERS
Heinrich
an diesem Aufstand mag nicht nur den Kaiser überrascht haben, sie
erscheint auch uns nicht recht erklärlich. Heinrich,
der jahrzehntelang ohne ein Amt gelebt hatte, ohne sich deswegen zu empören,
erhielt 976 vom Kaiser ein Herzogtum und war zwei Jahre später in
eine Empörung gegen den gleichen Kaiser verwickelt. Welche Vorteile
er sich davon versprach, ist nicht recht klar. Vielleicht erhoffte er sich
das ganze Herzogtum Bayern und rebellierte noch einmal aus dem alten Hass
der verdrängten luitpoldingischen
Herzogsfamilie
heraus [Diese Aussage erscheint mir sehr unlogisch, denn warum sollte
sich Heinrich mit dem Mann verbünden,
dessen Herzogtum er vom Kaiser begehrte!]. Unrichtig ist die Darstellung,
die der sächsische Annalist von seiner Herkunft gab. Berthold und
Eila, als deren Mann er hier erscheint, gehörten zur Familie der BABENBERGER,
während Heinrich von Kärnten ein
Sohn Herzog Bertholds und der Biletrud
war. Sein Herzogtum
erhielt jetzt Otto, ein Sohn Konrads des Roten. - In dem bei Meichelbeck
erwähnten Bertholdus palatinus finden wir noch einen weiteren
LUITPOLDINGER,
der an diesem Aufstand beteiligt war. Es handelt sich höchst wahrscheinlich
um Berthold von Reisensburg, der sich bereits im Jahre der Ungarnschlacht
955 und dann wieder bei dem Aufstandsversuch Heinrichs
des Zänkers im Jahre 974 auf der Seite der Königsgegner
befunden hatte. Die bei der Behandlung dieses Ereignisses ausgesprochene
Vermutung, der von den Altaicher Annalen erwähnte Berthold sei nicht
der königstreue Berthold vom Nordgau, sondern eben Berthold von
Reisensburg gewesen, wird durch die Angabe bei Meichelbeck entscheidend
gestützt. Sein Titel palatinus deutet nach Lintzel darauf hin, dass
dadurch wenigstens der Anspruch auf eine Erblichkeit des Pfalzgrafenamtes
von seinem Vater, dem 954 vor Regensburg gefallenen Pfalzgrafen Arnulf,
aufrechterhalten wurde.
983 Mai
Nach dem Tode Herzog Ottos von Schwaben und Bayern wird
der aus seinem Exil herbeigerufene Luitpoldinger Heinrich auf einem Reichstag
zu Verona zum Herzog von Bayern gemacht.
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Kaiser OTTO II.,
der noch kaum die Niederlage von Cotrone überwunden hatte, erlitt
bald darauf einen neuen schmerzlichen Verlust durch den Tod seines treuen
Freundes, des Herzogs Otto von Schwaben und Bayern.
Für Mitte Mai 983 wurde ein Reichstag nach Verona einberufen, der
die durch diese schweren Schläge entstandene missliche Lage regeln
sollte. Auf diesem Reichstag wurde der im Jahre 978 verbannte LUITPOLDINGER
Heinrich
aus
seinem Exil zurückgerufen und erhielt das Herzogtum Bayern,
nach Tyroller wegen seiner Kinderlosigkeit. Ob aber nicht OTTO
wegen seiner Misserfolge in Italien zu diesem Einlenken gegenüber
den alten immer noch mächtigen Fürstenfamilien gezwungen war?
Kärnten und die italienischen Marken behielt bis 985 aber wohl noch
Otto, der Sohn Konrads des Roten, denn am 1. Juni 983 trat er noch als
Herzog von Kärnten und am 11. Juni 983 als Machthaber von Friaul und
Verona auf. Dem steht zwar das später zu besprechende Zeugnis Thietmars
von Merseburg im Wege, doch kann dieser sich nach Uhlirz bei dem oftmaligen
Wechsel der Herrscher in Bayern leicht geirrt haben, zumal er auch Heinrich
III. als Herzog von Kärnten kannte. Es bestand ja
auch kein Grund, den treuen Otto von Franken jetzt aus dieser Position
zu entfernen, und der Kaiser mochte froh sein, diese wichtigen Grenzgebiete
in seiner Hand zu wissen. Als 985 Heinrich der
Zänker wieder in Gnaden aufgenommen worden war und für
den LUITPOLDINGER
Ersatz geschafft werden musste, hatte sich die
ganze Lage weitgehend verschoben.
984 Oktober 7
Kaiser Otto III. bestätigt auf Bitten seiner Mutter
Theophanu und Herzog Heinrichs III. von Bayern der Kirche von Salzburg
den gesamten Besitzstand
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Der umfangreiche Text dieser Urkunde, eine ausführliche
Besitzbestätigung für das Erzbistum Salzburg, wurde hier fortgelassen,
da er für unsere Zwecke unwesentlich ist. Er beruht im Wesentlichen
auf dem gefälschten Diplom Kaiser ARNULFS
und einem Privilegium
Kaiser OTTOS II.
Heinrich III., für den Rest seines Lebens nun unbedingt
königstreu, findet sich hier als Intervenient für das Erzbistum,
vereint mit der
Kaiserin-Mutter Theophanu.
Diese führte seit dem 29. Juni 984, dem Tage, an dem ihr Heinrich
der Zänker ihren Sohn OTTO III.
hatte ausliefern müssen, die Regentschaft im Reiche. Doch war die
Angelegenheit mit Heinrich dem Zänker
noch nicht bereinigt. Für sein Entgegenkommen hatte man ihm wahrscheinlich
Hoffnungen gemacht, sein altes Herzogtum Bayern wieder zu erhalten und
das mag den LUITPOLDINGER
Heinrich mit
einiger Sorge erfüllt haben. Vielleicht hielt sich dieser gerade deswegen
am kaiserlichen Hofe auf und suchte sich bei Theophanu
und
der hohen Geistlichkeit Anhang zu schaffen, sodass wir bereits in der ersten
Urkunde, die OTTO III. ausstellte,
seinen Namen genannt fanden.
984
Auf Intervention seiner Mutter Theophanu und zahlreicher
geistlicher und weltlicher Fürsten, unter denen sich auch Herzog Heinrich
III. von Bayern, befindet, bestätigt Otto III. dem Bistum Toul den
Besitz der Abteien S. Die und Moyenmoutier, jedoch mit Vorbehalt der der
Herzogin Beatrix und ihrem Sohne auf Lebenszeit zuerkannten Rechte.
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Dieses Diplom OTTOS III.,
das außerhalb der Kanzlei verfasst wurde, ist zwar ohne Datierung
überliefert, gehört aber auch wohl noch in das Jahr 984. Es ist
die zweite von OTTO III. ausgestellte
Urkunde und wieder finden wir in ihr den Namen des LUITPOLDINGERS Heinrich.
Dieser befand sich immer noch am kaiserlichen Hof und war mit ihm von Mainz
nach Speyer gezogen. Dieser Aufenthalt am Hofe und seine Interventionen
für die hohe Geistlichkeit geschahen wohl aus Sorge um sein Herzogtum
Bayern. Besonders wohl die Gefahr, dass man hinter seinem Rücken ein
Abkommen mit Heinrich dem Zänker
schlösse, das nur auf seine Kosten gehen konnte, mag ihn dazu veranlasst
haben.
984
Herzog Heinrich III. von Bayern kämpft gegen Heinrich
den Zänker.
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Der LUITPOLDINGER Heinrich
hatte sich nach seiner im Jahre 983 in Verona erfolgten Erhebung zum Herzog
von Bayern bedingungslos auf die Seite der Anhänger des sächsischen
Kaiserhauses geschlagen. Mehrmals hat er im Interesse des jungen Königs
OTTOS III., von dessen Erfolg auch sein eigenes Schicksal abhing,
mit Heinrich dem Zänker die Waffen
gekreuzt. Zu einem ersten Zusammenstoß scheint es noch vor dem 29.
Juni 984 gekommen zu sein, zu einer Zeit also, als Heinrich
der Zänker den königlichen Knaben noch bei sich hatte
und selbst Anspruch auf den Königsthron erhob. Die königlichen
Truppen in Sachsen waren daran gegangen, hier die Anhänger des
Zänkers, der sich selbst gerade in Bayern aufhielt, zu
bekriegen. Sie eroberten die Burg Ala, nach Giesebrecht Alach bei
Erfurt, nach Holtzmüller ein bei Goslar gelegener Ort. Es war der
Stammsitz Graf Ekberts des Einäugigen,
eines Bruders Wichmanns II.
und Neffen Hermanns von Sachsen, eines der treusten Anhänger Heinrichs
des Zänkers. Dieser wollte seinen Freunden von Bayern aus
zu Hilfe kommen, doch verlegte ihm der LUITPOLDINGER
Heinrich mit Erfolg den Weg. Die
Stelle bei Thietmar, die uns davon Kunde gab, sprach von ihm als von dem
Herzog von Bayern und Kärnten. Sie war Anlass zu der Annahme,
Heinrich habe 983 auch schon Kärnten
erhalten. Doch sprach sich dagegen Uhlirz aus, der die Angabe bei Thietmar
auf einen Irrtum zurückführte, hervorgerufen durch den häufigen
Wechsel der Herrscher in Bayern und Kärnten.
Heinrich III. musste
auch noch um seinen eigenen Besitz, um das Herzogtum Bayern kämpfen.
Hatte er bisher befürchten müssen, dieses durch ein Einlenken
der Reichsgewalt gegenüber dem abgesetzten Herzog zu verlieren, so
machte sich Heinrich der Zänker
gegen Ende des Jahres 984, als sich der Kaiserhof einer gütlichen
Einigung weniger geneigt zeigte, daran sein vermeintliches Recht mit Waffengewalt
zu holen. Er griff Heinrich III. in
Bayern an und dieser scheint sich im Kampf nicht recht behauptet zu haben.
Auf die Bürgerkriege, die damals in Bayern tobten, deutet nach Riezler
die Nachricht der Annalen von St. Gallen zum Jahr 995 hin, und vielleicht
kann man hier auch die Angabe des Nekrologs von Niedermünster einfügen,
die zum 24. und 26. August vom Tod einer großen Menge berichtet.
Jedenfalls wird der Ausgleich, den ein Graf Hermann (vielleicht
der 954 von den Königlichen vor Augsburg gefangene Bruder des Pfalzgrafen
Arnulf?) das Ergebnis gehabt haben, dass sich der LUITPOLDINGER
zum Verzicht auf Bayern bereit erklärte und in eine Abfindung mit
dem Herzogtum Kärnten einwilligte. Zu Anfang des Jahres 985
wurde in Frankfurt diese Regelung dann auch offiziell von der Reichsgewalt
durchgeführt.
985 September 30
Auf Bitten Bischof Pilgrims von Passau und auf Intervention
der Kaiserin-Mutter Theophanu sowie der Herzöge Heinrich von Bayern
und Heinrich von Kärnten erhält das Bistum Passau durch Otto
III. eine Verleihung in der Ostmark.
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Hier liegt uns ein urkundlicher Beleg vor für die
wohl bereits 984 getroffene Vereinbarung zwischen den beiden Heinrichen
über die gegenseitige Abgrenzung ihrer Herrschaftsgebiete. Der
gleichnamige Sohn Heinrichs I. von Bayern und
seiner Gemahlin Judith hatte Bayern erhalten, während Heinrich,
der Sohn Bertholds, auf Kärnten beschränkt wurde. Diesem
mag der Verzicht leichter gefallen sein, weil ihn gerade mit Kärnten,
über das schon sein Vater und sein Großvater geherrscht hatten,
luitpoldingischen Familientraditionen verbanden. Von Groll oder Empörung
hören wir bei ihm nichts mehr und auch in dieser Urkunde tritt er
ja mit seinem ehemaligen Gegner, Heinrich den
Zänker, vereint auf. Otto, ein Sohn Konrads des Roten,
der bisher über Kärnten geboten hatte, wurde zum Verzicht bewogen.
Der Inhalt der uns vorliegenden Urkunde ist ein umfangreicher Gunstbeweis
für die Passauer Kirche. Sie erhielt die Abgaben, welche die auf ihren
Gütern in der Mark des Grafen Luitpold angesiedelten freien Kolonen
bisher dem Fiskus zu entrichten hatten, und unterstellt diese Kolonen der
Gewalt des bischöflichen Vogtes.
985 September
Auf einem Hoftag in Bamberg erscheinen die Herzöge
Heinrich der Zänker und Heinrich der Jüngere versöhnt vor
Otto III.
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Die beiden waren noch im Winter 984/85 wegen des Herzogtums
Bayern im Kampf miteinander gelegen, und söhnten sich erst auf dem
Frankfurter Hoftag im Juni 985 miteinander aus. Damals verzichtete Heinrich
der Jüngere zu Gunsten des
Zänkers auf das bayerische Herzogtum und wurde dafür
mit Kärnten belehnt. Die Ausführung dieser Beschlüsse scheint
dann auf dem Hoftag in Bamberg vom September des gleichen Jahres stattgefunden
zu haben, wo uns die beiden Heinriche bereits bei einer gemeinsamen Intervention
begegneten.
985 Oktober 17
Auf Intervention Herzog Heinrichs von Kärnten schenkt
Otto III. dem Grafen Rachwin 15 Königshufen in Roßwein.
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Herzog Heinrich intervenierte
hier für sein eigenes Herrschaftsgebiet. Ein Graf Rachwin erhielt
durch ihn von OTTO III. 10 Königshufen
zu Roßwein südlich Marburg in der Steiermark. Rachwin wird in
dieser Marburger Gegend nur noch einen Teil Kärntens als Grafschaft
verwaltet haben, auf Grund der Annahme von Jaksch, dass bis zur ersten
Belehnung des LUITPOLDINGERS Heinrich
im Jahre 976 ganz Kärnten ein ungeteiltes Verwaltungsgebiet des jeweiligen
Markgrafen oder Herzogs gewesen sei und dass erst mit diesem Jahr in Kärnten
die Grafschafts-Einteilung durchgeführt wurde.
985 - 989
Herzog Heinrich von Kärnten schenkt 2 Huben zu Aufhofen
und S. Georgen nördlich Bruneck.
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Diese Urkunde zeigt uns einmal Heinrich
von Kärnten auch selbständig in seinem Herzogtum wirken.
Auf Bitten des Bischofs Albuin von Brixen schenkte er diesem zwei Huben
zu Aufhofen und S. Georgen. Die Urkunde ist undatiert, doch kommt nach
Redlich nicht die Zeit vor der Enthebung Herzog Heinrichs, also
von 976-987 in Frage, da er zu dieser Zeit zu Bischof Albuin, dem treuen
Anhänger
Kaiser OTTOS II. nicht
in freundlichen Beziehungen gestanden haben könne; er datierte sie
daher in die Zeit nach seiner Wiedereinsetzung, also zwischen 985 und 989,
dem Jahr seines Todes. Auch von seiner Gemahlin
Hildegard
erfahren
wir hier, doch ist die Ehe offenbar kinderlos geblieben.
986 April 4
Am Osterfest des Jahres 986 ist Heinrich von Kärnten
zusammen mit den übrigen deutschen Herzögen am königlichen
Hof anwesend.
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Dieser Hoftag in Quedlinburg, wo die königliche
Familie am 4. April 986 das Osterfest feierte, war gleichsam ein äußeres
Abbild der nun wieder errichteten Einheit des Reiches. Wie schon einst
bei der Krönung OTTOS I. dienten
auch jetzt wieder die Herzöge an der königlichen Tafel: Bernhard
von Sachsen als Marschall, Konrad von Schwaben als Kämmerer, Heinrich
von Bayern als Truchseß und Heinrich
von Kärnten, der hier Hezilo genannt wurde, als
Schenke.
989 Oktober 5
Herzog Heinrich von Kärnten stirbt.
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Im Jahre 989 starb beinahe unbeachtet im fernen
Kärnten der Letzte der älteren LUITPOLDINGER und mit ihm
trat dieses Geschlecht von der politischen Bühne ab. Über sein
angebliches Grab in Niederaltaich ist das oben zum Tode seines Vaters Berthold
Gesagte
zu vergleichen. 1769 wurde das Grab geöffnet und eine Bleitafel mit
dem Todesjahr 955 darin gefunden, die ihn also offensichtlich mit Heinrich
I. verwechselte. Deswegen und wegen der darauf abgebildeten
Fahnen mit Halbmond zweifelte Riezler daran, ob hier überhaupt ein
Heinrich begraben liege. Allerdings ist zu bedenken, dass es gerade
nur Aufzeichnungen aus dem Kloster Niederaltaich sind, die uns seinen Tod
berichten.