Reindel Kurt:
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"Die bayerischen Luitpoldinger 893-989"  1953

977 April 6
Kaiser Otto II. lässt auf Bitten Herzog Heinrichs von Kärnten dessen Hörigen, den Kleriker Reginboto, frei.
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Der hier als Herzog von Kärnten genannte Heinrich, dessen Höriger Reginbato durch Kaiser OTTO II. freigelassen wurde, ist der Sohn Herzog Bertholds. Über die Belehnung des LUITPOLDINGERS mit dieser Würde haben wir keine direkten annalistischen und chronikalischen Quellen. Wir können sie nur aus Urkunden, wie der uns vorliegenden, erschließen. Als der erneute Aufstand Heinrichs II. im Jahre 976 niedergeschlagen worden war, ging er seines Herzogsamtes verlustig. Mit diesem wurde, nach der Vermutung von Hirsch noch im Juli 976, als OTTO im eroberten Regensburg weilte, eine vollständige Umgestaltung vorgenommen. Das eigentliche Stammland Bayern erhielt Otto von Schwaben, die davon abgetretene Ostmark der BABENBERGER Luitpold und Kärnten mit den sich südlich anschließenden italienischen GrenzgebietenHeinrich, der Sohn des alten Herzogs Berthold. Dieser Zweig der luitpoldingischen Familie stand bisher, mit Ausnahme von Heinrichs Mutter Biletrud immer treu auf der Seite der Reichsgewalt. Heinrich selbst war politisch bislang noch nicht hervorgetreten. Da sein Vater erst 939 geheiratet hatte, war er, als die Frage der Nachfolge geregelt wurde noch zu jung, ebenso wie während des großen Aufstandes seiner Vettern in den Jahren 953/54. Kaiser OTTO wird in ihm einen treuen Anhänger gesehen und kein Bedenken getragen haben, ihm Kärnten als Herzogtum zu übertragen. Die Beziehungen Heinrichs gerade zu diesem Land mögen ohnehin sehr eng gewesen sein, denn sein Vater Berthold scheint früher nicht nur Herzog von Kärnten gewesen zu sein, sondern hier auch großen Besitz gehabt zu haben. Kaiser OTTO II. mögen neben der Rücksichtnahme auf das alte Herzogshaus auch gewichtige politische Gründe zu dieser Verleihung bewogen haben. Nach Uhlirz geschah es besonders, um diese dem bayerischen Herzogtum nur lose angegliederte Landschaft enger mit dem Stammland zu verbinden, um die Grenze gegen Ungarn und auch um die wichtige Verbindung nach Italien zu sichern, und schließlich, um die von Salzburg und Freising ausgehende Neubesiedlung des Landes zu schützen.
Kaiser OTTO II. befand sich zu Beginn des Jahres 977 auf einer Fahrt rheinaufwärts. In Mainz, wo er nach Uhlirz wohl schon am Gründonnerstag, den 5. April, eingetroffen war, nahm er kurzen Aufenthalt. Hier erwartete ihn Herzog Heinrich und erreichte die Freilassung seines Hörigen.

977 - 978
Herzog Heinrich von Kärnten beteiligt sich an der Empörung Heinrichs des Zänkers und wird nach der Unterdrückung des Aufstandes verbannt.
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Heinrich der Zänker war 976 durch Kaiser OTTO II. aus Bayern vertrieben und sein Herzogtum an andere Männer gegeben, von denen der Kaiser erwarten mochte, dass sie ihm treuer dienten. Das traf für Otto von Schwaben und den Markgrafen Luitpold von der Ostmark auch zu, doch in Heinrich von Kärnten hatte OTTO sich getäuscht. Noch am Osterfest des Jahres 977 hatte dieser sich in der Umgebung OTTOS II. befunden, doch als kurze Zeit darauf der vertriebene Heinrich der Zänker in Bayern einbrach, fand er in dem Kärntener einen willigen Bundesgenossen. Die beiden Herzöge bemächtigten sich Passaus, nach Uhlirz wohl deswegen, um eine bessere Verbindung zu Böhmen herstellen zu können, das mit ihnen im Bunde war. Andererseits konnten sie so auch dem Heere Ottos von Schwaben, das auf böhmischen Boden stand, den Rückzug verlegen, zumal der mit ihnen verbündete Bischof Heinrich von Augsburg, ein Neffe Heinrichs von Kärnten, mit der Besetzung Neuburgs an der Donau die andere Straße in dieses Land gesperrt hatte. Doch der Kaiser hielt die Verschwörer in Passau fest, Böhmen unterwarf sich ihm, und die Heere Ottos von Schwaben und OTTOS II. vereinigten sich vor der belagerten Stadt. Heinrich der Zänker und Heinrich von Kärnten entwichen aus Passau, der Kaiser eroberte die Stadt und ließ die Befestigungen schleifen. Das Jahr 978 brachte dann den endgültigen Niedergang der carmula. Kaiser OTTO feierte das Osterfest in Quedlinburg und nach Uhlirz noch in der Karwoche fand die Verhandlung gegen die beiden ehemaligen Herzöge statt, die sich dem Gericht gestellt hatten. Beide wurden, ebenso wie ihr Anhänger Graf Ekbert mit Verbannung und ritterlicher Haft bestraft. Heinrich der Zänker und Graf Ekbert kamen nach Utrecht in den Gewahrsam des Bischofs Folkmar, während das Exil des Kärntner-Herzogs unbekannt ist. - Die Teilnahme des LUITPOLDINGERS Heinrich an diesem Aufstand mag nicht nur den Kaiser überrascht haben, sie erscheint auch uns nicht recht erklärlich. Heinrich, der jahrzehntelang ohne ein Amt gelebt hatte, ohne sich deswegen zu empören, erhielt 976 vom Kaiser ein Herzogtum und war zwei Jahre später in eine Empörung gegen den gleichen Kaiser verwickelt. Welche Vorteile er sich davon versprach, ist nicht recht klar. Vielleicht erhoffte er sich das ganze Herzogtum Bayern und rebellierte noch einmal aus dem alten Hass der verdrängten luitpoldingischen Herzogsfamilie heraus [Diese Aussage erscheint mir sehr unlogisch, denn warum sollte sich Heinrich mit dem Mann verbünden, dessen Herzogtum er vom Kaiser begehrte!]. Unrichtig ist die Darstellung, die der sächsische Annalist von seiner Herkunft gab. Berthold und Eila, als deren Mann er hier erscheint, gehörten zur Familie der BABENBERGER, während Heinrich von Kärnten ein Sohn Herzog Bertholds und der Biletrud war. Sein Herzogtum erhielt jetzt Otto, ein Sohn Konrads des Roten. - In dem bei Meichelbeck erwähnten Bertholdus palatinus finden wir noch einen weiteren LUITPOLDINGER, der an diesem Aufstand beteiligt war. Es handelt sich höchst wahrscheinlich um Berthold von Reisensburg, der sich bereits im Jahre der Ungarnschlacht 955 und dann wieder bei dem Aufstandsversuch Heinrichs des Zänkers im Jahre 974 auf der Seite der Königsgegner befunden hatte. Die bei der Behandlung dieses Ereignisses ausgesprochene Vermutung, der von den Altaicher Annalen erwähnte Berthold sei nicht der königstreue Berthold vom Nordgau, sondern eben Berthold von Reisensburg gewesen, wird durch die Angabe bei Meichelbeck entscheidend gestützt. Sein Titel palatinus deutet nach Lintzel darauf hin, dass dadurch wenigstens der Anspruch auf eine Erblichkeit des Pfalzgrafenamtes von seinem Vater, dem 954 vor Regensburg gefallenen Pfalzgrafen Arnulf, aufrechterhalten wurde.

983 Mai
Nach dem Tode Herzog Ottos von Schwaben und Bayern wird der aus seinem Exil herbeigerufene Luitpoldinger Heinrich auf einem Reichstag zu Verona zum Herzog von Bayern gemacht.
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Kaiser OTTO II., der noch kaum die Niederlage von Cotrone überwunden hatte, erlitt bald darauf einen neuen schmerzlichen Verlust durch den Tod seines treuen Freundes, des Herzogs Otto von Schwaben und Bayern. Für Mitte Mai 983 wurde ein Reichstag nach Verona einberufen, der die durch diese schweren Schläge entstandene missliche Lage regeln sollte. Auf diesem Reichstag wurde der im Jahre 978 verbannte LUITPOLDINGER Heinrich aus seinem Exil zurückgerufen und erhielt das Herzogtum Bayern, nach Tyroller wegen seiner Kinderlosigkeit. Ob aber nicht OTTO wegen seiner Misserfolge in Italien zu diesem Einlenken gegenüber den alten immer noch mächtigen Fürstenfamilien gezwungen war? Kärnten und die italienischen Marken behielt bis 985 aber wohl noch Otto, der Sohn Konrads des Roten, denn am 1. Juni 983 trat er noch als Herzog von Kärnten und am 11. Juni 983 als Machthaber von Friaul und Verona auf. Dem steht zwar das später zu besprechende Zeugnis Thietmars von Merseburg im Wege, doch kann dieser sich nach Uhlirz bei dem oftmaligen Wechsel der Herrscher in Bayern leicht geirrt haben, zumal er auch Heinrich III. als Herzog von Kärnten kannte. Es bestand ja auch kein Grund, den treuen Otto von Franken jetzt aus dieser Position zu entfernen, und der Kaiser mochte froh sein, diese wichtigen Grenzgebiete in seiner Hand zu wissen. Als 985 Heinrich der Zänker wieder in Gnaden aufgenommen worden war und für den LUITPOLDINGER Ersatz geschafft werden musste, hatte sich die ganze Lage weitgehend verschoben.

984 Oktober 7
Kaiser Otto III. bestätigt auf Bitten seiner Mutter Theophanu und Herzog Heinrichs III. von Bayern der Kirche von Salzburg den gesamten Besitzstand
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Der umfangreiche Text dieser Urkunde, eine ausführliche Besitzbestätigung für das Erzbistum Salzburg, wurde hier fortgelassen, da er für unsere Zwecke unwesentlich ist. Er beruht im Wesentlichen auf dem gefälschten Diplom Kaiser ARNULFS und einem Privilegium Kaiser OTTOS II. Heinrich III., für den Rest seines Lebens nun unbedingt königstreu, findet sich hier als Intervenient für das Erzbistum, vereint mit der Kaiserin-Mutter Theophanu. Diese führte seit dem 29. Juni 984, dem Tage, an dem ihr Heinrich der Zänker ihren Sohn OTTO III. hatte ausliefern müssen, die Regentschaft im Reiche. Doch war die Angelegenheit mit Heinrich dem Zänker noch nicht bereinigt. Für sein Entgegenkommen hatte man ihm wahrscheinlich Hoffnungen gemacht, sein altes Herzogtum Bayern wieder zu erhalten und das mag den LUITPOLDINGER Heinrich mit einiger Sorge erfüllt haben. Vielleicht hielt sich dieser gerade deswegen am kaiserlichen Hofe auf und suchte sich bei Theophanu und der hohen Geistlichkeit Anhang zu schaffen, sodass wir bereits in der ersten Urkunde, die OTTO III. ausstellte, seinen Namen genannt fanden.

984
Auf Intervention seiner Mutter Theophanu und zahlreicher geistlicher und weltlicher Fürsten, unter denen sich auch Herzog Heinrich III. von Bayern, befindet, bestätigt Otto III. dem Bistum Toul den Besitz der Abteien S. Die und Moyenmoutier, jedoch mit Vorbehalt der der Herzogin Beatrix und ihrem Sohne auf Lebenszeit zuerkannten Rechte.
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Dieses Diplom OTTOS III., das außerhalb der Kanzlei verfasst wurde, ist zwar ohne Datierung überliefert, gehört aber auch wohl noch in das Jahr 984. Es ist die zweite von OTTO III. ausgestellte Urkunde und wieder finden wir in ihr den Namen des LUITPOLDINGERS Heinrich. Dieser befand sich immer noch am kaiserlichen Hof und war mit ihm von Mainz nach Speyer gezogen. Dieser Aufenthalt am Hofe und seine Interventionen für die hohe Geistlichkeit geschahen wohl aus Sorge um sein Herzogtum Bayern. Besonders wohl die Gefahr, dass man hinter seinem Rücken ein Abkommen mit Heinrich dem Zänker schlösse, das nur auf seine Kosten gehen konnte, mag ihn dazu veranlasst haben.

984
Herzog Heinrich III. von Bayern kämpft gegen Heinrich den Zänker.
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Der LUITPOLDINGER Heinrich hatte sich nach seiner im Jahre 983 in Verona erfolgten Erhebung zum Herzog von Bayern bedingungslos auf die Seite der Anhänger des sächsischen Kaiserhauses geschlagen. Mehrmals hat er im Interesse des jungen Königs OTTOS III., von dessen Erfolg auch sein eigenes Schicksal abhing, mit Heinrich dem Zänker die Waffen gekreuzt. Zu einem ersten Zusammenstoß scheint es noch vor dem 29. Juni 984 gekommen zu sein, zu einer Zeit also, als Heinrich der Zänker den königlichen Knaben noch bei sich hatte und selbst Anspruch auf den Königsthron erhob. Die königlichen Truppen in Sachsen waren daran gegangen, hier die Anhänger des Zänkers, der sich selbst gerade in Bayern aufhielt, zu bekriegen. Sie eroberten die Burg Ala, nach Giesebrecht Alach bei Erfurt, nach Holtzmüller ein bei Goslar gelegener Ort. Es war der Stammsitz Graf Ekberts des Einäugigen, eines Bruders Wichmanns II. und Neffen Hermanns von Sachsen, eines der treusten Anhänger Heinrichs des Zänkers. Dieser wollte seinen Freunden von Bayern aus zu Hilfe kommen, doch verlegte ihm der LUITPOLDINGER Heinrich mit Erfolg den Weg. Die Stelle bei Thietmar, die uns davon Kunde gab, sprach von ihm als von dem Herzog von Bayern und Kärnten. Sie war Anlass zu der Annahme, Heinrich habe 983 auch schon Kärnten erhalten. Doch sprach sich dagegen Uhlirz aus, der die Angabe bei Thietmar auf einen Irrtum zurückführte, hervorgerufen durch den häufigen Wechsel der Herrscher in Bayern und Kärnten.
Heinrich III. musste auch noch um seinen eigenen Besitz, um das Herzogtum Bayern kämpfen. Hatte er bisher befürchten müssen, dieses durch ein Einlenken der Reichsgewalt gegenüber dem abgesetzten Herzog zu verlieren, so machte sich Heinrich der Zänker gegen Ende des Jahres 984, als sich der Kaiserhof einer gütlichen Einigung weniger geneigt zeigte, daran sein vermeintliches Recht mit Waffengewalt zu holen. Er griff Heinrich III. in Bayern an und dieser scheint sich im Kampf nicht recht behauptet zu haben. Auf die Bürgerkriege, die damals in Bayern tobten, deutet nach Riezler die Nachricht der Annalen von St. Gallen zum Jahr 995 hin, und vielleicht kann man hier auch die Angabe des Nekrologs von Niedermünster einfügen, die zum 24. und 26. August vom Tod einer großen Menge berichtet. Jedenfalls wird der Ausgleich, den ein Graf Hermann (vielleicht der 954 von den Königlichen vor Augsburg gefangene Bruder des Pfalzgrafen Arnulf?) das Ergebnis gehabt haben, dass sich der LUITPOLDINGER zum Verzicht auf Bayern bereit erklärte und in eine Abfindung mit dem Herzogtum Kärnten einwilligte. Zu Anfang des Jahres 985 wurde in Frankfurt diese Regelung dann auch offiziell von der Reichsgewalt durchgeführt.

985 September 30
Auf Bitten Bischof Pilgrims von Passau und auf Intervention der Kaiserin-Mutter Theophanu sowie der Herzöge Heinrich von Bayern und Heinrich von Kärnten erhält das Bistum Passau durch Otto III. eine Verleihung in der Ostmark.
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Hier liegt uns ein urkundlicher Beleg vor für die wohl bereits 984 getroffene Vereinbarung zwischen den beiden Heinrichen über die gegenseitige Abgrenzung ihrer Herrschaftsgebiete. Der gleichnamige Sohn Heinrichs I. von Bayern und seiner Gemahlin Judith hatte Bayern erhalten, während Heinrich, der Sohn Bertholds, auf Kärnten beschränkt wurde. Diesem mag der Verzicht leichter gefallen sein, weil ihn gerade mit Kärnten, über das schon sein Vater und sein Großvater geherrscht hatten, luitpoldingischen Familientraditionen verbanden. Von Groll oder Empörung hören wir bei ihm nichts mehr und auch in dieser Urkunde tritt er ja mit seinem ehemaligen Gegner, Heinrich den Zänker, vereint auf. Otto, ein Sohn Konrads des Roten, der bisher über Kärnten geboten hatte, wurde zum Verzicht bewogen. Der Inhalt der uns vorliegenden Urkunde ist ein umfangreicher Gunstbeweis für die Passauer Kirche. Sie erhielt die Abgaben, welche die auf ihren Gütern in der Mark des Grafen Luitpold angesiedelten freien Kolonen bisher dem Fiskus zu entrichten hatten, und unterstellt diese Kolonen der Gewalt des bischöflichen Vogtes.

985 September
Auf einem Hoftag in Bamberg erscheinen die Herzöge Heinrich der Zänker und Heinrich der Jüngere versöhnt vor Otto III.
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Die beiden waren noch im Winter 984/85 wegen des Herzogtums Bayern im Kampf miteinander gelegen, und söhnten sich erst auf dem Frankfurter Hoftag im Juni 985 miteinander aus. Damals verzichtete Heinrich der Jüngere zu Gunsten des Zänkers auf das bayerische Herzogtum und wurde dafür mit Kärnten belehnt. Die Ausführung dieser Beschlüsse scheint dann auf dem Hoftag in Bamberg vom September des gleichen Jahres stattgefunden zu haben, wo uns die beiden Heinriche bereits bei einer gemeinsamen Intervention begegneten.

985 Oktober 17
Auf Intervention Herzog Heinrichs von Kärnten schenkt Otto III. dem Grafen Rachwin 15 Königshufen in Roßwein.
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Herzog Heinrich intervenierte hier für sein eigenes Herrschaftsgebiet. Ein Graf Rachwin erhielt durch ihn von OTTO III. 10 Königshufen zu Roßwein südlich Marburg in der Steiermark. Rachwin wird in dieser Marburger Gegend nur noch einen Teil Kärntens als Grafschaft verwaltet haben, auf Grund der Annahme von Jaksch, dass bis zur ersten Belehnung des LUITPOLDINGERS Heinrich im Jahre 976 ganz Kärnten ein ungeteiltes Verwaltungsgebiet des jeweiligen Markgrafen oder Herzogs gewesen sei und dass erst mit diesem Jahr in Kärnten die Grafschafts-Einteilung durchgeführt wurde.

985 - 989
Herzog Heinrich von Kärnten schenkt 2 Huben zu Aufhofen und S. Georgen nördlich Bruneck.
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Diese Urkunde zeigt uns einmal Heinrich von Kärnten auch selbständig in seinem Herzogtum wirken. Auf Bitten des Bischofs Albuin von Brixen schenkte er diesem zwei Huben zu Aufhofen und S. Georgen. Die Urkunde ist undatiert, doch kommt nach Redlich nicht die Zeit vor der Enthebung Herzog Heinrichs, also von 976-987 in Frage, da er zu dieser Zeit zu Bischof Albuin, dem treuen Anhänger Kaiser OTTOS II. nicht in freundlichen Beziehungen gestanden haben könne; er datierte sie daher in die Zeit nach seiner Wiedereinsetzung, also zwischen 985 und 989, dem Jahr seines Todes. Auch von seiner Gemahlin Hildegard erfahren wir hier, doch ist die Ehe offenbar kinderlos geblieben.

986 April 4
Am Osterfest des Jahres 986 ist Heinrich von Kärnten zusammen mit den übrigen deutschen Herzögen am königlichen Hof anwesend.
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Dieser Hoftag in Quedlinburg, wo die königliche Familie am 4. April 986 das Osterfest feierte, war gleichsam ein äußeres Abbild der nun wieder errichteten Einheit des Reiches. Wie schon einst bei der Krönung OTTOS I. dienten auch jetzt wieder die Herzöge an der königlichen Tafel: Bernhard von Sachsen als Marschall, Konrad von Schwaben als Kämmerer, Heinrich von Bayern als Truchseß und Heinrich von Kärnten, der hier Hezilo genannt wurde, als Schenke.

989 Oktober 5
Herzog Heinrich von Kärnten stirbt.
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Im Jahre 989 starb beinahe unbeachtet im fernen Kärnten der Letzte der älteren LUITPOLDINGER und mit ihm trat dieses Geschlecht von der politischen Bühne ab. Über sein angebliches Grab in Niederaltaich ist das oben zum Tode seines Vaters Berthold Gesagte zu vergleichen. 1769 wurde das Grab geöffnet und eine Bleitafel mit dem Todesjahr 955 darin gefunden, die ihn also offensichtlich mit Heinrich I. verwechselte. Deswegen und wegen der darauf abgebildeten Fahnen mit Halbmond zweifelte Riezler daran, ob hier überhaupt ein Heinrich begraben liege. Allerdings ist zu bedenken, dass es gerade nur Aufzeichnungen aus dem Kloster Niederaltaich sind, die uns seinen Tod berichten.