Balduin VII. mit dem Beil              Graf von Flandern (1111-1119)
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um 1095-17.1.1119 (17.6.1119 Berg)
               Rousselaere
 

Sohn des Grafen Robert II. von Flandern und der Clementia von Burgund, Tochter von Graf Wilhelm II.
 

Brandenburg Erich: Tafel 19 Seite 38
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XII. 148 a. BALDUIN VII., Graf von Flandern 1111
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* 1093, + 1119 1.VII..

Gemahlin:
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1110
Hedwig, Tochter des Herzogs Alains IV. von Bretagne (siehe XIII. 40.)
        + ....

               geschieden wegen Verwandtschaft

Anmerkungen: Seite 142
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XII. 147-148.

Vanderkindere I, 303 f.
Angaben über weitere Kinder und eine angebliche zweite Frau Balduins VII. (Margarete Gräfin von Boulogne) sind nicht genügend begründet.



Thiele, Andreas: Tafel 26
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

BALDUIN VII. "MIT DEM BEIL"
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    + 1119 gefallen

Balduin VII. mit dem Beil folgte 1111 in Flandern/Reichsflandern, war sehr streitbar, bekriegte den Adel und versuchte die Bauern zu schützen. Er stritt mit Holland und Hennegau, half Frankreich gegen die Normandie, gegen die er fiel. Da er kinderlos starb, hinterließ er das Land seinem Vetter Karl von Dänemark.

  oo HEDWIG VON DER BRETAGNE
                 +

Tochter des Herzogs Alain IV. (2. Ehe wohl mit Geoffrey, Vicomte von Porhoet)



Meyer von Knonau, Gerold: Band VI Seite 103,217/Band VII Seite 134,277
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"Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V."

1109
HEINRICH V. hatte sich inzwischen aus dem polnischen Feldzug nach Oberdeutschland begeben und feierte da in Bamberg das Weihnachtsfest [16 Den Weihnachtsaufenthalt erwähnen Ekkehard, a. 1109 (wegen der Meldung aus Böhmen vergl. zu 1110 n. 1), die Annalen Patherbrunnenses, a. 1110. Die Annal. Pegaviens., I.c.: Rege verro in partes Teutoniae usque Nuenburc veniente haben augenscheinlich - irrig - Nürnberg im Auge; dagegen weiß auch Cosmas, c. 32, richtig, daß HEINRICH V. in urbe Bamberk das Fest beging. Auch die Angabe der Annal. Blandiniens. a. 1110: Balduinus puer a patre Rotberto (dem Grafen von Flandern) ad curiam Bavenberg mittitur (SS. V, 27) muß hierher gehören.].
1111
Aber noch in diesem Jahre starb Graf Robert, am 5. Oktober, als er dem Rufe des französischen Königs Ludwig zum Kriegszug gegen den festen Platz Damamrtin gefolgt war, wobei er wieder durch Tapferkeit hervortrat, jedoch eine schwere körperliche Verletzung sich zuzog; der Tod erfolgte zu Chelles an der Marne, nach einer Krankheit von nur drei Tagen, und die Leiche wurde in ehrenvollster Weise durch den König und die Großen des französischen Reiches zur Bestattung in das Kloster St. Vaast bei Arras gebracht. Weithin, bis nach Arabien, wie erzählt wurde, fand der Hinschied des berühmten Kreuzfahrers schmerzhafte Teilnahme. Auf ihn folgte sein Sohn Balduin, der aber erst in ganz jungen Jahren war.
1119
Noch mehrere Dinge kamen da zur Verhandlung, und von der Schwester Calixtus' II., der Clementia, Gräfin von Flandern, lief die Nachricht vom Tode ihres Sohnes Balduin ein, worauf die Versammlung ihre Gebete für den Verstorbenen darbrachte.
Der im Jahre 1119 verstorbene Graf Balduin VII. von Flandern, vom Mannesstamm ein Enkel Robert Frisos, hatte seinen Verwandten Karl von Dänemark als seinen Erben eingesetzt, da er ihn, der seit seiner Kindheit am flandrischern Hofe gelebt hatte, als einen tüchtigen Mann kannte.

Ehlers Joachim: Seite 95
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"Geschichte Frankreichs im Mittelalter"

Unter diesen auf Dauer schwer erträglichen Umständen überrascht es nicht, daß die Kämpfe drei Jahre später wieder ausbrachen; mit dem Schwerpunkt im Vexin sucht Ludwig seine Lage zu bessern. Der Erfolg blieb aber aus, und durch den Tod Graf Balduins VII., der im September 1118 kämpfend gefallen war, verlor das capetingische Lager einen starken Bundesgenossen.

Jäschke Kurt-Ulrich: Seite 171,172,174
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"Die Anglonormannen"

Wohl stäker als Vater und Bruder entwickelte Heinrich I. das Mittel des Geldlehens, um Vasallen außerhalb der Normandie anzubinden. Ein besonders kostspieliges Beispiel war Flandern: Am 17. Mai 1110 erneuerte Heinrich I. den Vertrag von 1101; er lautete jetzt auf 400 Mark Geldlehen, die allerdings für nur noch die Hälfte der militärischen Hilfe aufzubringen waren, die vorher zugesagt worden war - mit zweifelhaftem Erfolg, da Graf Robert II. bereits 1111 starb, als ausgerechnet beim Kampf gegen Heinrichs I. Verbündeten Graf Theobald IV von Blois auf der Brücke zu Meaux vom Pferd geworfen wurde. Ohnehin waren es nur wirtschaftliche Erwägungen, die flandrische Grafen zum Abgehen von ihrer Politik einer Trennung Englands von der Normandie bestimmten, und entsprechend schwenkte Roberts Sohn und Nachfolger Balduin VII. wieder auf nachdrückliche Gegnerschaft gegen die Normandie ein.
Als König Heinrich I. sich seines Neffen Wilhelm Clitos bemächtigen wollte, brachte dessen Vormund Elias von Saint-Saens ihn in Sicherheit, und ausgerechnet Balduin VII. von Flandern schlug Wilhelm Clito in seinem 14. Lebensjahr zum Ritter.
Im April 1116 kam es zum Krieg, bei dem Heinrich I. seine Neffen Theobald und Stephan von Blois unterstützte, während Fulko der Junge von Anjou und Balduin VII. von Flandern auf kapetingischer Seite standen. Nach bewährtem Muster wurden auch innere Gegner aktiviert, indem die kapetingische Partei und einige normannische Barone Wilhelm Clito als Herzog der Normandie anerkannten. Hauptkriegsschauplatz waren das Vexin, die Picardie und die Brie, aber auch die Umgebung von Alencon und Chartres wurde gekämpft; im September 1118 wurde Balduin VII. sogar im Grenzgebiet der Normandie tödlich verwundet. Das bedeutete das Ausscheiden Flanderns aus diesen Auseinandersetzungen.

Leo Heinrich: Seite 32-33
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"Zwölf Bücher niederländischer Geschichten"

Robert II. folgte in der Markgrafschaft sein Sohn Balduin Hapkin oder die Axt, der diesen Namen wohl erhielt, weil er mit unerbittlicher Strenge die Blutrache unter den adeligen Familien auszurotten, und vor allem die ärmeren Freien gegen den Adel zu schützen suchte [Dies ist wahrscheinlicher, als daß er den Namen von der Streitaxt erhalten, welche er stets führte; denn die letztere war Auszeichnung der Fürsten, und ihm nicht eigentümlich.]. Das Raubwesen des Ritterstandes, was seit der Abwesenheit seines Vaters im Heiligen Lande außerordentlich zugenommen hatte, unterdrückte er mit aller Gewalt, und machte die Landstraßen den Kaufleuten wieder sicherer. Immer reiste er im Lande umher, kümmerte sich um Recht und Gericht, und strafte treulose Amtleute, ungerechte, das Volk unterdrückende Richter ohne Ansehen der Person. Im Kampf zwischen England und Frankreich war er seinem Lehnsherrn stets treu und gewärtig.
Eine Fehde mit Hugo Haberfeld (Champdavaine), Grafen von St. Pol (dem Sohne des Grafen Anselm), fällt in die Jahre 1115 bis 1117; sie scheint von ähnlicher Art gewesen zu sein, wie die früher von Balduin zur Demütigung des Adels unternommen, und wurde durch Vermittlung des Grafen Eustachius von Boulogne verglichen.
Zwei Jahre später, im September 1119, wurde Balduin in dem Krieg, der noch zwischen Frankreich und England dauerte, verwundet, und starb im Junius des folgenden Jahres zu Rousselaere in Folge davon.

Berg Dieter: Seite 19
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"Die Anjou-Plantagenets. Die englischen Könige im Europa des Mittelalters."

Doch gelang es Heinrich, nach dem Tode Balduins VII. von Flandern (+ 17. Juni 1119) und dem Entschluss Fulcos von Anjou, am Kreuzzug teilzunehmen, die gegnerische Koalition zu zerschlagen und mit dem ANGEVINEN im Juni 1119 Frieden zu schließen.
 
 
 
 

  oo 1. Hedwig von der Bretagne, Tochter des Herzogs Alain IV.
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Literatur:
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Alvermann, Andrea: Geschichte der Grafschaften, Ländereien & der Stadt Saint Pol. Übersetzung aus dem Mittelfranzösischen Kapitel 16 - Berg Dieter: Die Anjou-Plantagenets. Die englischen Könige im Europa des Mittelalters. Verlag W. Kohlhammer 2003 Seite 18 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 19 Seite 38, 142 - Ehlers Jochim: Die Kapetinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 101 - Ehlers Joachim: Geschichte Frankreichs im Mittelalter. W. Kohlhammer GmbH 1987 Seite 77,95 - Favier, Jean: Frankreich im Zeitalter der Landesherrschaft 1000-1515. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1989 Seite 43 - Jäschke Kurt-Ulrich: Die Anglonormannen. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln Mainz 1981 Seite 171,172,174 - Leo Heinrich: Zwölf Bücher niederländischer Geschichten, Eduard Anton Verlag Halle 1832 Seite 32-33 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V., Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 Band VI Seite 103,217,253,284/Band VII Seite 109,134,277 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 26 -