Irmgard von Turin                           Gräfin von Braunschweig
-----------------------                          Markgräfin von Schweinfurt
um 1020 28.1.1078
 

Tochter des Markgrafen Manfred II. Odelrich von Turin und der Bertha d'Este, Tochter von Markgraf Otbert II., Schwester der Markgräfin Adelheid von Turin
 

Brandenburg Erich: Tafel 32 Seite 65
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"Die Nachkommen Karls des Großen."

IX. 74. OTTO IIII., Markgraf im Nordgau, Herzog in Schwaben
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* ca. 1000, 1057 28.IX.

Gemahlin:
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1036
Irmgard, Tochter des Markgrafen Meginfreds von Susa

     1078 21.I.


Schwennicke Detlev: Tafel 88
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

OTTO VON SCHWEINFURT
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    18.IX.1057

1014 Graf an der UNTEREN ALTMÜHL
1024-1031 Markgraf auf dem NORDGAU
1034 Graf an der UNTEREN NAAB
1040 Graf an der OBEREN NAAB
1048/57 HERZOG von SCHWABEN

  oo 1036
       IRMGARD VON SUSA
              1078 vor 29.IV.

Tochter von Markgraf Ulrich Manfred und Berta degli Obertenghi
(II. oo 1058 Ekbert I. Graf von Braunschweig Markgraf von Meißen 11.I.1068)


Thiele, Andreas: Tafel 395
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

IRMGARD
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    1078

  1. oo 1036
           OTTO II. VON SCHWEINFURT HERZOG VON SCHWABEN
                    1057

  2. oo 1058
           EKBERT I. MARKGRAF VON MEISSEN
                  1068


Lampert von Hersfeld: Seite 112
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"Annales/Annalen."

Das Jahr 1068.

1068 feierte der König nach noch nicht völlig erlangter Genesung die Geburt des Herrn zu Goslar. Hier trennte sich von ihm nach beendigten Festtagen der Markgraf Egbert, und als er in die Heimat zurückgekehrt war, ergriff ihn ein mäßiges Fieber, welches seinem Leben ein Ziel setzte. Die Markgrafschaft aber hatte er, noch  lebend, seinem Sohne, einem Kinde vom zartesten Alter, erworben, das ihm die Witwe des Herzogs Otto von Swinefurt geboren, welcher er jedoch selbst wenige Tage vorher, ehe er die Welt verließ, einen Scheidebrief zu schreiben gedachte, um wider die Gesetze und kanonischen Verordnungen mit der Witwe des Markgrafen Otto sich ehelich zu verbinden, weil diese schöner von Gestalt und seinen verwilderten Sitten angemessener zu sein schien; aber der zu rechter Zeit dazwischen tretende Tod hinderte sein gottloses Vorhaben.

Black-Veldtrup Mechthild: Seite 239
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"Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien."

Auch in Bayern erhob die Kaiserin Agnes, wie in Schwaben, einem dem salischen Haus verschwägerten Mann zum Herzog: War RUDOLF der zukünftige Mann ihrer Tochter Mathilde gewesen, entschied sie sich mit Otto von Northeim [743 Otto war mit Irmgard (Immula), einer Schwester von Berthas Mutter Adelheid, verheiratet, siehe Annalista Saxo, Seite 679; vgl. Stein, Markgräfliches Haus, Seite 39. Lange, Stellung Seite 13 begründet die Wahl Ottos ohne Quellenbelege mit seiner angeblichen Ehe mit der EZZONIN Richenza, einer Verwandten der OTTONEN, die auch Isenburg N. F. 8, Tafel 132, angibt.] für einen Verwandten ihrer zukünftigen Schwieger-Tochter Bertha.

Ich halte eine Ehe mit Otto von Northeim für nicht möglich!

Fenske Lutz: Seite 35,74 A 267
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"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen"

Noch kurz vor seinem überraschenden Tode habe sich der BRUNONE Markgraf Ekbert I. 1067 von seiner Gemahlin Irmingard trennen wollen, um sich mit Adela von Löwen, die Witwe des Markgrafen Otto von Meißen, verheiraten zu können.
Hinter ihrem politisch unselbständigen jungen Sohn Ekbert II. müssen andere Personen gestanden haben, die stellvertretend für ihn seine Handlungsfähigkeit ermöglichten. Es liegt nahe, dabei zunächst an seine Mutter Irmingard, Tochter des Markgrafen Meginfried von Turin und der Bertha von Este, zu denken. Nach dem Tode ihres ersten Gatten, Ottos von Schweinfurt, des Markgrafen vom bayerischen Nordgau und späteren Herzogs von Schwaben, war sie mit dem BRUNONEN Ekbert eine zweite Ehe eingegangen. Als Ekbert starb, zog sich Irmingard vermutlich jedoch nach Italien zurück. Hier ist sie zwischen 1077 und April 1078 gestorben. Vgl. H. Bresslau, Jbb. unter Konrad II. 1, 1879, Seite 378.

Rockrohr Paul:
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"Die letzten Brunonen"

Ekberts Ländergier war durch diesen neuen Erwerb (Mark Meißen) nicht befriedigt worden, ja dieser gab ihm nur den Anstoß zu neuen Plänen. Um nämlich sich im Besitze seines Lehens noch mehr zu sichern und namentlich die reichen Allodien seines Vorgängers und die zahlreichen Lehen, die dieser von verschiedenen Herren getragen hatte, zu gewinnen, fasste er den Entschluss, seine Gattin, die ihm zwei Kinder, Ekbert und Gertrud, geboren, zu verstoßen und Ottos Witwe Adelheid zu heiraten. Dass Adelheid an Formschönheit seine Gemahlin weit übertraf und ihm selbst, dem tatendurstigen, tollkühnen Manne, geistesverwandter erschien, mochte ihm die neue Heirat bedeutend angenehmer erscheinen lassen, wenn auch dieser Umstand sicherlich nicht der Hauptgrund war, wie Floto im Anschluss an Lambert meint. Auch scheint sich Ekbert in bezug auf den Reichtum und die Mitgift seiner Gemahlin Irmingard sehr getäuscht zu haben; wenigstens können wir nirgends nachweisen, dass Irmgards Kinder, weder aus der Ehe mit Otto von Schweinfurt noch aus der mit Ekbert irgend einen Teil ihrer Erbschaft erhalten haben [Dafür spricht auch, dass sie 1073 in Italien über einen Teil ihres Erbgutes verfügt, ohne ihrer Kinder zu gedenken.], während doch HEINRICH IV. durch seine Vermählung mit Bertha in den Diözesen von Turin und Asti eine Menge Pfalzservitien erhielt. Es ist darum anzunehmen, dass Ekbert nicht so über das Erbgut seiner Gemahlin verfügen konnte, wie er wollte, selbst dann nicht, als er von ihr einen Sohn und Erben besaß, und dass dieser Umstand nicht wenig dazu beitrug, sich von Irmgard zu trennen: Politik hatte ihn mit ihr verbunden, Politik bewog ihn auch, sich nach fast 10-jähriger Ehe wieder von ihr zu trennen.

Bresslau Harry: Band I Seite 378
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"Jahrbücher der deutschen Geschichte unter Konrad II."

Eine offenbar jüngere Schwester Adelheids ist dann Irmgard oder Immula, die sich Annal. Saxo 1036 mit Otto von Schweinfurt vermählte und nach dessen Tode den Markgrafen Ekbert von Meißen aus dem Hause BRAUNSCHWEIG heiratete (Annal. Saxo 1067,1068) Wir wissen, dass letzterer noch kurz vor seinem 1068 erfolgten Tode an eine Scheidung von seiner Gemahlin, die ihm einen Sohn, Ekbert II., geboren hatte, dachte, und dass nur sein frühes Ende die Ausführung dieses Planes verhinderte (Lamb. Hersfeld 1068). Irmgard scheint sich danach zunächst an den Hof ihrer Schwieger-Tochter, der Königin Bertha, begeben zu haben, in deren Begleitung sie 1071 erwähnt wird (Ann. Saxo 1071); bald nachher muß sie aber nach Italien zurückgekehrt sein. Schon 1073 verfügt sie hier über einen Teil ihres Erbgutes; bereits am 29. April war sie tot. Ihre Erbschaft scheint dann an Adelheid übergegangen zu sein; wir haben wenigstens keinen Anhalt dafür, dass die zahlreichen Nachkommen aus ihren beiden deutschen Ehen Teile von derselben erhalten hätten.

Hellmann S.: Seite 21
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"Die Grafen von Savoyen" (1900)

Zunächst heiratete Adelheids Schwester Irmgard oder Immula, deren Gemahl Otto von Schweinfurt im September 1057 verschieden war, den Grafen Ekbert von Braunschweig, einen nahen Verwandten des königlichen Hauses.

Böttger H.: Seite 182-184
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"Geschichte der Brunonen-Welfen vom Urbeginne derselben in Hochasien der Wiege des Menschengeschlechts bis Herzog Heinrich den Löwen."

Egbert I. war vermählt mit Irmingard, einer Tochter des Markgrafen Meginfried von Suasa (starb um 1036) und Witwe des Markgrafen Otto von Schweinfurt, Herzogs in Alemannien, und auch durch diese Ehe dem König HEINRICH IV. verwandt geworden.
Egbert I. verließ Goslar, nachdem ihm in jener unzurechnungsfähigen, weil geistesverwirrten Nacht der König das Versprechen abgenommen hatte, seiner Gemahlin Irmengard einen Scheidebrief zu geben, nach dem Festtagen des Weihnachtsfestes 1067. Als ihn, in Braunschweig angelangt, von den Armen seiner ihm treu ergebenen, innigst geliebten Irmengard umschlungen, der Liebreiz und das Lächeln seines und ihres etwa achtjährigen Sohnes vergessen ließ, was während seiner Trennung von ihnen er im Hofleben ertragen hatte; als ihm so das volle häusliche Glück entgegenstrahlte, da entbrannte das dem König in jener Nacht gegebene Wort, durch welches er dieses Glück zerstören, sein teures Weib entehren, seinem geliebten Kinde die sorgsame Mutter rauben sollte, voll bittrer Reue in ihm, dem leicht Erkrankten; eine immer zunehmende Fieberglut, die seinen Lebenshauch erstickte. Er starb am 8. Januar 1068. Er hinterließ, außer dem einzigen Sohn Egbert, auch eine einzige Tochter Gertrud. Seine Witwe lebte noch im Jahr 1071; sie war damals mit ihrer Schwester-Tochter Bertha, der Königin und der Schwester des Königs, der Quedlinburger Äbtissin Adelheid, in Halberstadt.

Posse, Otto: Seite 115,158-160
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"Die Markgrafen von Meissen und das Haus Wettin bis zu Konrad dem Grossen."

Zwar wurde Berthold nach Herzog Konrads Tode (1058) mit Kärnten entschädigt, aber auch Ekbert scheint sein Auge auf das Herzogtum Schwaben geworfen zu haben. Nach dem Hinscheiden Ottos von Schweinfurt hatte er sich mit dessen Witwe Irmingard vermählt und glaubte daraufhin wohl Ansprüche auf das Herzogtum erheben zu können.
Wohl dem Einflusse Annos von Köln und seiner nahen Verwandtschaft mit dem Könige, die durch die Vermählung HEINRICHS - Ekberts
Gemahlin Irmingard war eine Schwester der Mutter der Königin Bertha - noch enger geknüpft wurde [15 Ann. Saxo a. 1067, SS. 6. 695.], hatte es Ekbert zu danken, daß ihm HEINRICH nach dem Tode Ottos die Markgrafschaft Meißen übertrug (1067).

Schon war Ekbert im Begriff, seine Gemahlin Irmingard zu verstoßen, um sich mit Adela, der reichen Witwe seines Vorgängers zu vermählen, weil, wie Lambert sagt, diese interessanter, schön und hochfahrenden Sinnes war [18 Lamberti Ann. a. 1068. SS 5, 173.], da wurde Ekbert plötzlich vom Fieber ergriffen und bereits am 2. Januar 1068 erfolgte sein Tod.

Rockrohr, Paul: Seite 177-178
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"Ekbert II. Markgraf von Meißen"

Da Ekbert noch in zu jugendlichem Alter stand, so leitete jedenfalls seine Mutter Irmgard im Verein mit den Vertrauten ihres verstorbenen Gemahls die Regierung. Irmgard wird sich zu ihrer Schwester-Tochter Bertha, der Gemahlin König HEINRICHS IV. begeben haben, in deren Begleitung sie im Jahre 1071 im Juni erwähnt wird [4 Ann. Saxo 1071 (Mon. Germ. SS VI, 698.].
Urkundlich erwähnt finden wir unseren Ekbert als marchio in einer Urkunde vom 4. Dezember 1069 sowie in der schon erwähnten vom 11. Dezember 1071, in welcher HEINRICH und seine Gemahlin Bertha zum Seelenheil Ekberts mehrerer Güter stiften. Vielleicht war schon damals Ekberts Mutter nicht mehr am Hofe, da eine solche Urkunde, wenn man die letzten Pläne Ekberts I. erwägt, sie immerhin schmerzlich hätte berühren müssen, und namentlich ihre Nichte Bertha schwerlich in ihrer Gegenwart als Fürsprecherin fungiert hätte. Bestimmt sehen wir sie bereits 1073 in Italien, wo sie über einen Teil ihres Erbgutes verfügt [8 Terraneo, La Principessa Adelaide, II, 321. Die letzte Urkunde, die wir von Ekberts Mutter kennen, ist vom Dezember 1077 (das. Seite 328); bereits am 29. April 1078 weilte sie nicht mehr unter den Lebenden, wie dies eine Urkunde Adelheids: pro remedio animae Immillae quondam germanae meae (das, Seite 531) beweist. Vergleiche Bresslau, Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II., I, 378.].
 
 



    1036
  1. oo Otto Markgraf von Schweinfurt
           um 995 28.9.1057

    1058
  2. oo Ekbert I. Markgraf von Meißen
                 2.1.1068
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe 

  Bertha-Alberata
        1101

  1. oo Hermann II. Graf von Kastl
                 um 1074

  2. oo Friedrich I. Graf von Kastl
                1103

  Gisela Erbin des Bereiches Kulmbach-Plassenburg
         22.2.

 oo Berthold III. Graf von Andechs
            um 1095

  Judith
        1104
 

  1. oo Konrad I. Herzog von Bayern
                 15.12.1055

  2. oo Botho Graf von Pottenstein
          1027/28 1.3.1104

  Eilika Äbtissin von Niedermünster in Regensburg
      

  Beatrix Erbin von Schweinfurt
        1104

  oo Heinrich II. Graf von Hildrizhausen
             1078

2. Ehe

  Ekbert II.
  um 1061 3.7.1090

  Gertrud Erbin der brunonischen Güter
  um 10609.12.1117

  Amelung Vogt zu Paderborn
          
 
 
 
 

Literatur:
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Annalista Saxo: Reichschronik. Seite 51,74,78 a.1036,1067,1071 - Black-Veldtrup Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1995 Seite 239,297 - Böttger H.: Geschichte der Brunonen-Welfen vom Urbeginne derselben in Hochasien der Wiege des Menschengeschlechts bis Herzog Heinrich den Löwen Arnold Weichelt Verlag Hannover 1880 Seite 182-184 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 32 Seite 65 - Bresslau, Harry: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II. 3 Bände Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1879 Band I Seite 378 - Brüsch, Tania: Die Brunonen, ihre Grafschaften und die sächsische Geschichte. Herrschaftsbildung und Adelsbewußtsein im 11. Jahrhundert. Matthiesen Verlag Husum 2000 Seite 32,54,68,131,137,271,274 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 35,74 A. 267 - Hellmann, S.: Die Grafen von Savoyen und das Reich bis zum Ende der staufischen Epoche, Verlag der Wagnerschen Universitäts-Buchhandlung Innsbruck 1900 Seite 21 - Lampert von Hersfeld: Annales/Annalen. Wisssenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 2000, Seite 112 - Posse, Otto: Die Markgrafen von Meissen und das Haus Wettin bis zu Konrad dem Grossen. Giesecke& Devrint Verlag Leipzig 1881 Seite 115,158-160,220 - Rockrohr, Paul: Die letzten Brunonen, Dissertation Halle-Wittenberg 1885 - Rockrohr, Paul: Ekbert II. Markgraf von Meißen, NASG. 7, 1886 Seite 177-178 - Schütz Alois: Die Andechs-Meranier in Franken und ihre Rolle in der europäischen Politik des Hochmittelalter. In: Die Andechs-Meranier in Franken. Europäisches Fürstentum im Hochmittelalter. Verlag Philipp von Zabern Mainz 1998, Seite 3,4,14 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 88 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 395 - Weller Tobias: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2004 Seite 701 - Wolfram Herwig: Kaiser Konrad II. Kaiser dreier Reiche. Verlag C.H. Beck München 2000 Seite 146 -