Agnes von Baden                                      Herzogin von Kärnten
----------------------                                     Gräfin von Heunburg
1249
2.1.1295
 

Einzige Tochter der Gertrud von Österreich, Tochter von Herzog Heinrich dem Gottlosen aus dem Hause BAENBERG aus ihrer 2. Ehe mit Markgraf Hermann VI. von Baden

 
T
hiele, Andreas: Tafel 116
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

AGNES, Präsumptiv-Erbin
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1295

Agnes von Baden war die letzte BABENBERGERIN.

  1. oo 1263
           ULRICH III., Herzog von Kärnten
                 
1269

  2. oo 1270/71
           ULRICH III., Graf von Heunburg
                 
um 1308


Lechner Karl: Seite 304,307
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"Die Babenberger.
Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246 "

Aus der Ehe mit Gertrud waren zwei Kider hervorgegangen: Friedrich, der sich später "Herzog von Österreich und Steier" nannte und als Markgraf von Verona in Neapel 1268 hingerichtet wurde, und Agnes, die später Herzog Ulrich III. von Kärnten und Krain heiratete.
Gertruds Tochter Agnes hatte sich nach 1263 mit dem SPANHEIMER Herzog Ulrich III. von Kärnten verheiratet [55
Herzog Ulrich war in erster Ehe mit der 1240/43 geschiedenen und verwitweten zweiten Gemahlin Herzog Friedrichs II., Agnes von Meranien, verheiratet gewesen (1250 zuerst genannt), die kinderlos 1263 verstorben und in Sittich begraben ist. Vgl. F. Tyroller, Genealogie, T. 10/1, Nr. 74, S. 164. Sie hatte ihrem Gemahl, Herzog Ulrich, den Anspruch auf die Herrschaft Krain zugebracht, die dieser im Kampf gegenüber Meinhard II. von Görz gewann. 1250 nennt er sich dominus Carniole; vgl. Hausmann, Kaiser Friedrich II. 305, Anm. 365 u. 366. Aber Herzog Ulrich heiratete darauf Agnes, die Tochter der Herzogin Gertrud und Großnichte Herzog Friedrichs von Österreich (ihr propatruus). In der Literatur sind diese beiden Agnes als Gemahlinnen Ulrichs öfter verwechselt worden.]. Herzog Ulrich III. war der letzte regierende Kärntner Herzog aus dem Hause SPANHEIM und starb 1269. Im Jahr darauf heiratete Agnes den Kärntner Grafen Ulrich von Heunburg. Sie erhoben gemeinsame Erbansprüche auf babenbergische Hinterlassenschaften, auf die sie erst 1279 gegen Ablöse in Geld verzichteten [56 56 BUB II, Nr. 466; A. v. Jaksch, Geschichte Kärntens 2. Bd. 40 ff. Graf Ulrich von Heunburg und Agnes stellten gewisse Forderungen an König RUDOLF VON HABSBURG. Agnes ging es um einen Anteil an Gütern ihrer Vorfahren und besonders Herzog Friedrichs, in Österreich, Steiermark, Krain und Mähren, und in Kärnten als Dotationsgüter seitens ihres früheren Gatten, Herzog Ulrichs von Kärnten. Ihr Mann, Graf Ulrich von Heunburg, aber ersuchte um Übergabe des comitatus von Pernegg mit der Stadt Drosendorf und einigen anderen Gütern, die ihm erbmäßig zustehen. König RUDOLF sicherte ihnen gegen Verzicht auf diese Ansprüche 600 Mark Silber zu. „Da der königliche Fiskus aber kein Geld zur Verfügung hatte", verpfändete ihnen König RUDOLF Güter und Einkünfte in der Steiermark, darunter auch „Marchdienst", mit aller rechtlichen Zugehör bis zur Auszahlung der versprochenen Summe.]. Mit Agnes, der Gräfin von Heunburg, die 1295 starb, verschied der letzte Spross aus babenbergischen Hause in den österreichischen Ländern.

Franzl Johann: Seite 194
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"Rudolf I.
Der erste Habsburger auf dem deutschen Thron."

1279 lebte noch eine BABENBERGERIN, Agnes, eine Großnichte Friedrichs des Streitbaren und Tochter jener Gertrud, die einst zu Verona sich mit Kaiser FRIEDRICH II. hätte vermählen sollen. Agnes hat offenbar den Trotzkopf ihrer Mutter geerbt. Starrsinnig machte sie ihre Rechte geltend auf den BABENBERGER-Besitz, der ja nach allgemeiner Ansicht ein "Weiberlehen" ist. Auch dem König Ottokar von Böhmen war sie einst mit ihren Forderungen in den Ohren gelegen, doch der löste dieses lästige Problem auf seine Weise, zwang Agnes, die Fürstin, zu einer nicht standesgemäßen Ehe mit dem Grafen von Heunburg und dann das junge Paar zum Verzicht auf dessen vermeintliche oder wirkliche Rechte. Nun, da der Böhmen-König tot ist, erheben der HEUNBURGER und seine Frau neuerlich Ansprüche auf  Teile des babenbergischen Erbes. Persönlich erscheinen sie in Judenberg und wollen vor König RUDOLF ihr Anliegen vortragen. Der HABSBURGER kann die lästigen Bittsteller nicht so leicht abschmettern wie einst Ottokar, wo er doch selber auf das feierlichste erklärt hat, dass alles, was unter dem Böhmen-König durch Zwang geschehen, null und nichtig sei. Vorerst versucht er, seine hartnäckig auf ihr Recht pochenden Kontrahenten hinzuhalten. Der Verzicht, so dekretierten die königlichen Amtleute, sei rechtens, doch kann RUDOLF aus Rücksicht auf die mächtigen Freunde, die Ulrich von Heunburg unter den steirischen Adeligen hat, diese für ihn so vorteilhafte Rechtsmeinung nicht durchsetzen. Er hat sich in den Fußangeln verheddert, die er selbst ausgelegt. Zähneknirschend entschließt er sich zu einem Kompromiss. Er wird der BABENERGERIN ihre Rechte ablösen. Die geschäftstüchtige Dame verlangt 6.000 Mark, kein Pappenstiel angesichts der Tatsache, dass ihre Ansprüche Fiktion sind und sie kaum Chancen hat, sie durchzusetzen, wenn es hart auf hart geht. Der HABSBURGER aber hat aus Ottokars trübem Beispiel gelernt, er wird sich dieser eher läppischen Causa wegen den steirischen Adel nicht zum Feind machen und sich schon gar nicht dem Verdacht aussetzen, auch er beuge das Recht und trete alte Rechte mit Füßen. Die verlangten 6.000 Mark freilich trägt er nicht bei sich im Geldbeutel herum, er, der schon viel geringere Summen nicht aufzubringen vermag, was er auch freimütig zugibt: "Quia fiscusregalis paratam ad manus pecuniam non habet", greift er zum altbewährten Mittel der Verpfändung und überschreibt dem Ehepaar Einkünfte und Besitzungen in der Süd-Steiermark.  
 

H
oensch, Jörg K.: 
Seite 39,138,156,159,162,165
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"
Premysl Otakar II. von Böhmen. Der goldene König."

Nachdem er wegen der ausufernden militärischen Verwicklungen seine Frau Gertrud mit den beiden Kindern Friedrich und Agnes dem Schutz ihrer Verwandtschaft in Meißen anvertraut hatte, starb - angeblich an Gift - am 4. Oktober 1250 völlig überraschend Hermann von Baden.
Er schaltete dazu Bischof Bruno von Olmütz als Vermittler ein, der am 29. Mai 1263 mit Herzog Ulrich zusammentraf, um dabei aber nicht nur über den Salzburger Kirchenstreit, sondern auch über eine neue Ehe des immer noch erbenlosen SPANHEIMERS zu sprechen, zumal dessen erste Frau Agnes, Tochter des Herzogs Otto I. von Meran, von der er sich eigentlich hatte scheiden lassen wollen, kurz zuvor verstorben war. Ulrich von Kärnten hatte schon eine Nachfolgerin im Auge: die noch keine 14 Jahre alte Agnes, Tochter Gertruds von Babenberg aus ihrer Ehe mit dem Markgrafen Hermann von Baden. Premysl Otakar wurde durch diese Heiratspläne insoweit tangiert, daß sein Vetter Ulrich III. berechtigte Erbansprüche auf die PREMYSLIDEN-Krone besaß, sollte der König keinen legitimen Erben hinterlassen; aber auch Premysl Otakar konnte, sollten Ulrich und Philipp ohne aus einer gesetzmäßigen Ehe stammende Kinder sterben, seinerseits Forderungen auf die Nachfolge in Kärnten anmelden.
Auch gegen seine ehemalige Schwägerin Gertrud von Babenberg, die Mutter des Prätendenten Friedrich und die zweite Frau Herzog Ulrichs von Kärnten, Agnes, ist Premysl Otakar zu dieser Zeit vorgegangen. Die ihr im Frieden von Ofen 1254 übertragenen, im Frieden von Wien 1261 bestätigten steirischen Ämter Judenburg und Voitsberg dürften ihr vom König bereits bei seinem Besuch im Herzogtum im Januar 1267 entzogen und ihr dafür die Summe von 400 Mark als Leibrente und als Nutzung das zum neuen Wohnsitz bestimmte Amt Windisch-Freistritz angewiesen worden sein. Der Tod ihres Sohnes Friedrich (29. Oktober 1268), der seiner Mutter testamentarisch sogar das Herzogtum Steier überschrieben hatte, wird ihre politische Bedeutung eher herabgesetzt haben; Verwicklungen dagegen hatte der König von der Heirat ihrer jüngeren Tochter Maria mit Joachim von Guthkeled, dem Sohn des früheren ungarischen Landeshauptmanns in der Steiermark, des Banus Stephan von Slavonien, zu befürchten, der ein enger Vertrauter des magyarischen Thronfolgers Bela (
1269) war. Im Sommer 1269 scheint Premysl Otakar dann eine Ausweisungsverfügung gegen Gertrud erlassen zu haben, die sie zwang, bei ihren Verwandten in der Markgrafschaft Meißen Zuflucht zu suchen. Von ihrem Schwiegersohn Ulrich von Kärnten ist ihr anscheinend keine wirkungsvolle Unterstützung in der Auseinandersetzung mit dem König zuteil geworden. Gertrud ist schließlich um das Jahr 1288 im Klarissinnenkonvent Seuslitz gestorben, den Heinrich der Erlauchte 1268 zum Andenken an seine zweite Gemahlin Agnes, der Schwester Premysl Otakars II., gestiftet hatte.
Der König konnte Ulrich - vielleicht unter Verweis auf die bei den ständigen Militäraktionen Philipps angerichteten Schäden und die schon damals geäußerten Zweifel an der Echtheit des Wilhelm-Diploms von 1249/51 - so weit auf seine Seite ziehen, daß der Herzog ihn in dem Podiebrader Vermächtnis als Dank „für ,eine vielen Beweise der Liebe und Freundschaft" zum Erben „Unserer Länder, die Unser Eigentum sind, sowie der Lehen oder Unserer anderen Güter, unter welcher Form des Besitzes dieses auch immer sein mögen (... terras nostras proprietatis ac pheoda seu alia bona nostra quocumque ipsa possessionis titulo ...)" einsetzte. In diesem Testament, das wegen der Anwesenheit Bischof Brunos in der Steiermark unter dem Einfluß des böhmischen Kanzlers Magister Peter zustande gekommen war, wurde Philipp überhaupt nicht erwähnt; der Inhalt ist vor ihm auch streng geheimgehalten worden. Premysl Otakar hatte außer der Zusage einer Seelgerätstiftung für Ulrich im Wert von mindestens 100 Mark Silber und der Achtung des Witwenguts für Agnes dem Herzog wohl auch das Versprechen gegeben, sich um eine angemessene Kompensation für den ehemaligen Elekt Philipp zu bemühen; vielleicht ist dem in dauernder Geldverlegenheit stehenden Ulrich das Erbversprechen auch mit einer größeren Geldsumme schmackhaft gemacht worden. Unter den Zeugen des Podiebrader Vermächtnisses finden sich neben Ulrich von Heunburg und Heinrich von Hardegg auch Name und Petschaft des Grafen Albrecht von Görz, der im Streit mit dem Patriarchen von Aquileia auf das Wohlwollen Premysl Otakars bei der laufenden Schlichtung angewiesen war.
Angesichts der verworrenen Lage in der neugewonnenen Provinz scheint Premysl Otakar auf die bei dem Wechsel der Dynastie eigentlich notwendige und selbstverständliche förmliche Einsetzung zum Herzog verzichtet zu haben; offensichtlich leitete er auch keine Schritte ein, um sich wenigstens von König RICHARD VON CORNWALL, der im August 1269 nach einjährigem Aufenthalt im Reich die Rückreise nach England angetreten hatte, das durch den Tod Ulrichs III. heimgefallene Reichslehen Kärnten übertragen zu lassen. Diese fehlende Bestätigung diente nach 1273 König RUDOLF I. VON HABSBURG als willkommener Anlaß, um die Herrschaft Premysl Otakars über das Herzogtum Kärnten in Frage zu stellen. Im Spätjahr 1270 dürfte der König auch der Vermählung seines Landeshauptmanns Ulrich III. von Heunburg mit der Herzogs-Witwe Agnes, Tochter der bereits aus der Steiermark vertriebenen Gertrud von Babenberg, zugestimmt haben. Folgt man Agnes' späteren Beschuldigungen aus dem Jahr 1279, so war sie zuvor unter Bruch einer der Klauseln des Podiebrader Erbvertrags durch massive Einschücherung zum Verzicht auf ihr Witwengut gezwungen worden [12 In einer urkundlichen Erklärung der beiden Eheleute wird behauptet: „Was wir nur irgend mit dem Böhmen-Könige abmachten oder im Vorhergehenden vereinbarten, das Alles erpreßte von uns seine gewaltthätige Unredlichkeit und die in uns erregte Furcht". Deutsche Übersetzung zit. nach Krones, Die Herrschaft König Ottokars II. von Böhmen in Steiermark, S. 93.
]. Da Premysl Otakar ein großes Interesse besessen haben dürfte, die Auseinandersetzung um Kärnten rasch zu beenden, ist ihm bei seinem energischen Vorgehen dieser Schachzug, die Ausschaltung der Großnichte des letzten babenbergischen Herzogs und damit einer potentiellen Rivalin durch ihre Eheschließung mit einem nicht ebenbürtigen Ministerialen (reichsmittelbaren Dienst- und Lehnsmannes), durchaus zuzutrauen; andererseits weiß Otacher ouz der Geul aber auch in bewegten Worten von den Tugenden des Bräutigams und der von tiefer Liebe und zahlreichem Nachwuchs gesegneten Ehe zu berichten.
Dem König war nach dem für ihn insgesamt unbefriedigend verlaufenen Ungarn-Feldzug keine lange Ruhepause vergönnt. Mitte Juli 1271 ist er in Begleitung von Bischof Bruno und dessen Truchseß Herbord von Füllstein nach Kärnten
geritten, wo die von Landeshauptmann Ulrich von Neunburg angestrebte Konsolidierung der böhmischen Herrschaft wohl nicht so recht vorankam [18 Dieser Besuch Kärntens ist nur in der Steirischen Reimchronik, V. 11.830-79, belegt; auffällig erscheint, daß Herr Otacher ouz der Geul das capitaneus-Amt Ulrichs von Heunburg verschweigt und an seiner Stelle den mährischen Adligen Albrecht von Fren als Landeshauptmann nennt. Siehe dazu Ogris (wie Anm. 6), S. 123 ff.]. Vielleicht hat der erst kurz zuvor mit der Herzogs-Witwe Agnes vermählte HEUNBURGER allein oder im Einvernehmen mit dem einflußreichen Siegfried von Mahrenberg einen Ausgleichsversuch im Interesse einer Befriedung des Herzogtums bei Philipp von Spanheim unternommen und sich dadurch das Mißfallen des Königs zugezogen.






    1263
  1. oo Ulrich III. Herzog von Kärnten
           1220
27.10.1269

  1270/71
  2. oo Ulrich III. Graf von Heunburg
               
um 1308
 
 
 
 

Kinder:
2. Ehe

  Katharina von Heunburg
       
um 1316

  oo Ulrich II. Freier von Sannegg, Vogt von Oberburg
            
1315

     Stammeltern der Grafen von Cilli

  Friedrich
       
1317

  Hermann
       
28.6.1322

  Margarete
        
8.2.

  1. oo Liutold von Sannegg
              
1286

  2. oo Ulrich III. Graf von Pfannberg
                
um 1318

  Elisabeth
      
29.9.1329

  1. oo Hermann von Pfannberg
                 

 vor 1300
  2. oo Heinrich von Hohenlohe
              
25.10.1329

  Tochter
       

  oo Konrad zu Rixingen
            
1297




Literatur:
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Franzl Johann: Rudolf I. Der erste Habsburger auf dem deutschen Thron. Verlag Styria Graz Wien Köln 1986 Seite 194 - Hoensch, Jörg K.: Premysl Otakar II. von Böhmen. Der goldene König. Verlag Styria Graz Wien Köln 1989 Seite 39,138,156,159,162,165 - Lechner, Karl: Die Babenberger Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Köln 1985 Seite 304,307,415 A. 55 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 116 -