Burchard von Avesnes                   Bailli von Hennegau
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    -   1244
 

4. und jüngster Sohn des Grafen Jakob von Avesnes und der Adele von Guise, Tochter von Seigneur Burchard
 

Lexikon des Mittelalters: Band VI Seite 239
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Margarete (Margaretha) von Konstantinopel, Gräfin von Flandern und Hennegau
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* 1202, + 10. Februar 1280

Tochter des Grafen Balduin IX. von Flandern (Balduin VI. von Hennegau, Balduin I., Kaiser von Konstantinopel und der Maria von Champagne

Margaretes erste Ehe mit dem mächtigen Hennegauer Burchard von Avesnes (1212) wurde auf Betreiben ihrer älteren Schwester, Gräfin Johanna, für ungültig erklärt (1215).



Brandenburg Erich: Tafel 29 Seite 59
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"Die Nachkommen Karls des Großen."

XIV. 689. BURCHARD, Herr von Avesnes
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* ca. 1175, + 1244

Gemahlin:
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1212 VII
MARGARETE, Tochter Balduins IX. Graf von Flandern
           + 1280 10. II.

verläßt ihn 1221

  oo II. Wilhelm von Dampierre
                  +



Schwennicke, Detlef: Tafel 50
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"Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band III Teilband 1, Herzogs- und Grafenhäuser des Heiligen Römischen Reiches und andere europäische Fürstenhäuser"

BURCHARD D'AVESNES
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    + 1244

Begraben: Clairefontaine

Dr. iur.
Bailli von Hennegau

  oo vor 23.VII.1212
       MARGARETA
       * 1202, + 10.II. 1280

1244/78 Gräfin von Flandern und Hennegau

geschieden 1221

Tochter von Graf Balduin VI. (IX.), 1204 Kaiser von Konstantinopel

(II. oo 18.VIII./15.XI.1223 Guillaume de Dampierre, + 3.IX.1231)



Thiele, Andreas: Tafel 10
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

BURCHARD D'AVESNES
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    + 1244

Dr. iur.; Bailli von Hennegau

Burchard von Avesnes wurde der große Günstling des Grafen Philipp I. von Flandern-Namur und der Gräfin Johanna von Flandern, daher seine aufsehenerregende Ehe, denn er war Vasall von Flandern, ein unbedeutender Geck und Lebemann.

  oo 1212-1221
       MARGARETE, Gräfin von Flandern-Hennegau
                  + 1280

Tochter Graf Balduins IX.



Winkelmann Eduard: Band II Seite 456
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"Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig"

Margarethe weilte seit 1206 gemeinsam mit ihrer Schwester Johanna am französischen Hof in Paris.
Burkhard von Avesnes, Domkantor von Laon und Sundiakon, verließ 1211 den geistlichen Stand, befehdete seinen Bruder und wurde von dem Grafen Ferrand von Flandern mit der Statthalterschaft über Hennegau, von der Gemahlin desselben, der Gräfin Johanna, nachher mit der Hut ihrer jungen Schwester Margarethe betraut, die er dann aber entführte und als seine Gemahlin ausgab, um durch sie dereinst Anrechte auf Flandern geltend machen zu können. Er wurde auf dem römischen Konzil gebannt und das über seinen jeweiligen Aufenthaltsort verhängte Interdikt sollte die Auslieferung Margarethes und Burkhards Rückkehr in den geistlichen Stand erzwingen: Letzterer fand trotzdem in den Diözesen von Laon, Cambrai und Lüttich immer wieder freundliche Aufnahme und nicht bloß bei Weltlichen. Margarethe sagte sich zwar später von ihm los, nachdem sie ihm zwei Söhne geboren hatte.

Favier, Jean: Seite 225
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"Frankreich im Zeitalter der Lehnsherrschaft 1000-1515"

Balduins Tochter Margarete hatte nämlich zunächst mit Bouchard von Avesnes eine Ehe von zweifelhafter Legitimität geschlossen, da Bouchard als geweihter Subdiakon unter Heiratsverbot stand, was der Gräfin erst bewußt wurde, als sie von ihm bereits zwei Kinder hatte. Ihrer zweiten Ehe mit Wilhelm von Dampierre entstammten drei Söhne, deren Legitimität nunmehr von der Scheidung von Bouchard abhing, da, anders ausgedrückt, beider Väter Nachkommenschaft nicht gleichzeitig legitim sein konnte. Jede Seite aber konnte Gründe ins Treffen führen und besaß Verbündete unter den Baronen.

Le Goff Jacques: Seite 220-222
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"Ludwig der Heilige"

In Flandern, einem der größten und vermutlich dem reichsten Lehen des französischen Königreichs, waren die Frauen nach lehnsherrlicher Gewohnheit - und im Gegensatz zu der ausschließlich männlichen Nachfolgetradition der KAPETINGER-Könige - vollgültige Erbinnen der Grafschaft, sofern das Erstgeburtsrecht ihnen den Vorrang gab. Doch wegen der Eheverhältnisse der Gräfin, Margarete von Flandern, herrschte fast dreißig Jahre ein kompliziertes Durcheinander, das schon mehrfach für Aufruhr gesorgt und erheblichen Unfrieden gestiftet hatte. Von diesen Verwicklungen will ich nur das erzählen, was uns erlaubt, die Intervention Ludwigs IX. zu verstehen.
Gräfin Johanna, Witwe des in der Schlacht bei Bouvines besiegten Ferrand von Portugal war 1244 kinderlos gestorben und hatte die Grafschaft ihrer jüngeren Schwester Margarete hinterlassen. Margarete war in erster Ehe mit Bouchard von Avesnes, Bailli des Hennegau, verheiratet gewesen. Doch da Bouchard, ursprünglich für die kirchliche Laufbahn bestimmt, die Weihen des Subdiakons empfangen hatte, besaß seine Ehe keine Gültigkeit, und Johanna hatte schon 1216 für den Bund ihrer Schwester die Nichtigkeitserklärung der römischen Kurie erwirkt. Margarete und Bouchard von Avesnes hatten sich indessen nicht sofort getrennt und zwei Söhne bekommen. 1223 schloß Margarete eine zweite Ehe mit Wilhelm von Dampierre, dem sie drei Knaben gebar. So begann der Konflikt zwischen den Brüdern AVESNES, die auf ihr Erstgeburtsrecht pochten, und den DAMPIERRE, die ihren Halbgeschwistern, Sprößlingen einer illegitimen Ehe, das Erbrecht absprachen und denen die Gunst ihrer Mutter galt.

Leo Heinrich Dr.: Seite 90,100
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"Zwölf Bücher niederländischer Geschichten."

Ihre Schwester Margaretha übergab Johanna Herrn Bouchard d'Avesnes zu Schutz und Aufsicht, welcher ihr in Hennegau einen glänzenden Hofstaat einrichtete [1 Bouchard war als Knabe in der Zeit, wo sein Vater Jacques sich gegen seinen Lehnsherrn, den Grafen von Hennegau, an Flandern anschloß, am flämischen Hofe geblieben, und Graf Philippp hatte ihn in Paris und Orleans studieren lassen. Bouchard war beider Rechte Doctor geworden.]. Er gewann das Fräulein so für sich, daß sie sich mit ihm vermählte. Er hatte aber früher einmal die Weihe als Subdiakon erhalten, und da Johanna dieser Heirat zuwider war, mußte er 1215 fliehen und suchte bei Innocentius III. Dispensation; dieser legte ihm auf als Buße, das Weib zu verlassen und einen Kreuzzug zu unternehmen. Als er nach dem Kreuzzug Margarethen und seine beiden Söhne wieder sah, erklärte er, er wolle sich lieber lebendig schinden lassen, als von ihr gehen [1 Meyer fol. 65.b. Nach anderen hätte die Heirat mit Johannas Bewilligung stattgefunden. Delawarde p. 395 und nichts habe im Wege gestanden. Auf jeden Fall fand die Heirat statt.].
Inzwischen gaben ihre Schwester Margareetha und Bouchard d'Avesnes doch den dringenden Vorstellungen nach, die gemacht und durch die Strenge der Kirche fortwährend noch in ihrer Wirkung verstärkt wurden. Sie trennten sich, und Margaretha heiratete einige Zeit hernach einen edlen, aber wenig begüterten Mann von burgundischem Adel, Guillaume de Dampierre.
 
 
 
 

  1212
    oo Margarete I. von Flandern, Tochter des Grafen Balduin IX.
- 1221 1202-10.2.1280
 
 
 
 

Kinder:

  Johann I. von Avesnes Graf von Hennegau
   4.1218-24.12.1257

  Balduin Seigneur de Beaumont und Beaufort
  1219-10.4.1295
 
 
 

Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 29 Seite 59 - Erbe Michael: Belgien, Niederlande, Luxemburg. Geschichte des niederländischen Raumes. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1993 Seite 38 - Favier, Jean: Frankreich im Zeitalter der Lehnsherrschaft 1000-1515. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1989 Seite 225 - Le Goff Jacques: Ludwig der Heilige, Klett-Cotta Stuttgart 2000 Seite 220 - Leo Heinrich Dr.: Zwölf Bücher niederländischer Geschichten. Eduard Anton Verlag Halle 1832 Seite 90,91,100 - Schwennicke, Detlef: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band III Teilband 1, Herzogs- und Grafenhäuser des Heiligen Römischen Reiches und andere europäische Fürstenhäuser, Verlag von J.A. Stargardt Marburg 1984 Tafel 50 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 10 - Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig. Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873 Band II Seite 456 -