Uta von Ballenstedt                      Markgräfin von Meißen
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um 1000-23.10. vor 1046
 

Nach Lutz Partenheimer Tochter eines unbekannten Vaters und einer namentlich unbekannten Tochter von Markgraf Hodo von der säschischen Ostmark
Tochter des Grafen Adalbert I. von Ballenstedt und der Hidda von der Ostmark, Tochter von Graf Hodo
 

Thiele Andreas: Tafel 217
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

UTA
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  oo Ekkehard II. von Meißen
              + 1046



Glocker Winfried:  Seite 335
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"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik"

VIII, 5 EKKEHARD II., Graf im Gau Chutici und im Burgward Teuchern, 1038 Markgraf von Meißen
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* ..., + 1046 I 24

  oo Uta (von Ballenstedt)

Vgl. Schölkopf, Grafen Seite 68 und Althoff, Adelsfamilien G 11



Black-Veldtrup Mechthild: Seite 151-156
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"Kaiserin Agnes"

Wir kennen Uta nur aus der Überlieferung des 13. und 14. Jahrhunderts. Sie wird in der Naumburger Urkunde von 1249 genannt; ferner ist sie zu ihrem Todestag am 23. Oktober eingeschrieben im Mortuologium. Ihr Standbild im Westchor des Naumburger Doms trägt nicht, wie das Ekkehards II., eine Schildumschrift. Die Zuordnung ist aber nach ihrem Platz im Chor eindeutig. Ihr Heiratsgut fällt nach dem Tode ihres Gatten Ekkehard II. im Jahre 1046 teils an das Stift Gernrode, wo ihre Schwester Hazecha 1043 zur Äbtissin erhoben worden war, und teils an die Kaiserin Agnes.
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass im Laufe des Jahres 1043 weitreichende Absprachen zwischenHEINRICH, Ekkehard und Esicho von Ballenstedt erfolgten, die darin gipfelten, dass Ekkehardden König zu seinem Erben einsetzte und dass Esicho auf den nach Ekkehards Tod zu erwartenden Rückfall von Utas Heiratsgut an seine Familie unter der Bedingung verzichtete, dass dieses zum Teil an das Stift Gernrode fiel, in dem gerade zu dieser Zeit seine Schwester Hazecha vom König als Äbtissin eingesetzt wurde.

Partenheimer Lutz: Seite 22,207
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"Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt."

Auch die Heirat der mutmaßlichen Schwester Uta mit dem Markgrafen Ekkehard II. deutet auf ein recht hohes Ansehen desUrgroßvaters Albrechts des Bären - natürlich nur für den Fall, daß Uta und Esico tatsächlich Geschweister waren [Zeitgenössische Quellen erwähnen ein solches Verwandtschaftsverhältnis nicht, und es müßte daher eigentlich verwundern, daß die Markgräfin in der Literatur immer wieder als Uta von Ballenstedt - so wird Uta in den Schriftzeugnissen nicht genannt - und Schwester Esicos bezeichnet wird. Selbst Otto von Heinemann: Albrecht der Bär (wie EN 1), Seite 303, Anm. 47, führt als Beleg nur Johann Georg Eccard: Historia genealogica principum Saxoniae superioris. Leipzig 1722, Sp. 504, an, auf dessen Unzuverlässigkeit er selbst an anderer Stelle (Seite 295, Anm. 7) hinweist. Bei J.G. Eccard heißt es: "Uxorem Eccardi II. Marchionis Misniae VTAE nomen habuisse discimus ex Theoderici Episcopi Numburgensis Diplomate anno 1249 ... (Urkundenbuch des Hochstifts Naumburg 2, Nr. 236 - L.P.). Ibi enim funatores & dotatores Ecclesiae Numburgensis nominantur: Hermannus Marchio; Regelindis Marchionissa; Eccehardus Marchio; Uta Marchionissa, Syzzo Comes etc. VTAM vero hanc Esiconis ... sororem fuisse indicat Hoppenrodius in Annalibus Gerenrodanis p. 428. Ubi enim de caede Eccardi Marchionis Misniae loquitur, eundem, ut clarum est, cum Eccardo II. confunditit, ad quem & non ad primum, haec ejus verba pertinent: 'Et cum (also Ekkehard II. - L.P.) e conjuge sorore Esici Ursi, cimitis Ascaniae, conditoris arcis in Berneburg & Anhalt, masculum sobolem non suscepisset, provinciam ejus, concessione & beneficio Caesaris occupavit Bruno Marchio Saxoniae ..." J.G. Eccard zitiert hier den um 1570 schreibenden Andreas Popperod (oft fälschlich Hoppenrodius), Pastor am Stift Gernrode, dessen Annales Gernroendes ich nur bei J.C. Beckmann: Accessiones Historiae Anhaltinae (wie EN 48), Seite 27-82, hier Seite 41, abgedruckt fand.]. Ekkehard erhielt wohl zwischen 1032 und 1034 nach dem Aussterben der CHRISTIAN-Sippe die Ostmark, dazu nach dem Tod seines Bruders Hermann (1038) auch die bisher von diesem verwaltet Mark Meißen und genoß hohe Wertschätzung bei Kaiser HEINRICH III. Die Markgräfin ist den Kunsthistorikern wahrscheinlich besser bekannt als Uta von Naumburg, wo sie im dortigen Dom gemeinsam mit ihrem Gatten als vorzüglich gearbeitete Steinskulptur des 13. Jahrhunderts unter den Stifterfiguren steht.
Ekkehard und Uta hinterließen keine Kinder, und so übertrug der Markgraf als der Letzte seines Hauses allen Besitz dem Herrscher, bevor er 1046 das Zeitliche segnete. Da Uta nicht als Witwe und Erbin erscheint, wird sie vor ihr gestorben sein - falls sie nicht ins Kloster ging [Siehe zu Markgraf Ekkehard II. G. Rupp: Ekkehardiner (wie EN 40), Seite 141-156. - Helmut Beumann: Albrecht der Bär und der  deutsche Osten. In: Bernburger Kalender 1938; Seite 90-102, hier Seite 102, spannte auch Uta im Sinne nationalsozialisticher Ideologie ein: "... aus seinem (Albrecht des Bären - L.P.) Geschlecht stammte Uta von Ballenstedt, die der Naumburger Meister als germanisch-nordische Gestalt der slavischen Reglindis, einer Tochter des Polen-Herzogs Boleslav Chrobry, mit feinstem Rasseempfinden gegenüberstellen wird."]. Esico, der sich als Sohn der Tochter des Markgrafen Hodo beim Erlöschen der CHRISTIAN-Sippe sicher auch Hoffnungen auf die Ostmark gemacht hatte, reichte an die Machtstellung seines Schwagers Ekkehard nicht heran, aber die Heirat Utas legt neben den Ehen von Esico und dessen Vater Zeugnis für ein nicht geringes Ansehen dieser beiden frühen ASKANIER ab - selbstverständlich nur unter der Voraussetzung, daß sie wirklich dem Geschlecht entstammte.

Rupp, Gabriele: Seite 151,178
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"Die Ekkehardiner, Markgrafen von Meißen, und ihre Beziehungen zum Reich und zu den Piasten."

Das hat vielleicht mit dem Umstand zu tun, daß Ekkehard, dessen Ehe mit Uta von Ballenstedt kinderlos geblieben ist, alle seine Besitztümer HEINRICH III. vermacht hat. Daraus läßt sich schließen, daß Uta schon vor 1046 gestorben ist, denn sonst wäre sie als Witwe und eventuelle Erbin genannt worden. Wir kennen zwar ihren Todestag, den 23. Oktober [Lepsius, C.P.: Ueber das Alterthum und die Stifter des Domes zu Naumburg und deren Statuen im westlichen Chor. Mittheilungen aus dem Gebiet historisch-antiquarischer Forschungen. Erstes Heft, Naumburg 1822, Seite 58: "X. Kal. Novembr. obiit Vtha Marchionissa et ponetur candela."], nicht aber das Todesjahr, doch muß es vor 1046 liegen.
Ekkehard II. heiratet hingegn wieder "innersächsisch", nämlich Uta von Ballenstedt.
Ekkehards gutes Verhältnis zum Herrscherhaus wurde sicher auch durch seine Verbindung mit Uta begünstigt. Esiko, der Bruder der BALLENSTEDTERIN, war nämlich mit einer Vollschwester der Kaiserin Gisela, der Mutter HEINRICHS III., verheiratet [Es handelt sich um dabei um Mathilde, die - wie die Kaiserin Gisela - eine Tochter der burgundischen Königs-Tochter Gerberga aus deren zweiter Ehe mit dem schwäbischen Herzog Hermann II. war. Mathilde war zuerst mit Herzog Konrad I. von Kärnten und dann mit Herzog Friedrich II. von Ober-Lothringen verheiratet, bevor sie um das Jahr 1026/27 die Frau Esikos von Ballenstedt wurde.]. Es ist denkbar, dass Uta dadurch in den Kreis der Damen um die Kaiserin Gisela geführt worden ist, wodurch sich die Gunst, der sich Ekkehard II. bei KONRAD II. und HEINRICH III.erfreute, noch verstärkt hat.
 
 
 
 

  oo Ekkehard II. Markgraf von Meißen
  x            -24.1.1046
 
 
 
 
 

Literatur:
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Black-Veldtrup, Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien, Böhlau Verlag Köln 1995, Seite 151-313 - Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989 Seite 335 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 22,207 - Rupp, Gabriele: Die Ekkehardiner, Markgrafen von Meißen, und ihre Beziehungen zum Reich und zu den Piasten, Peter Lang GmbH Frankfurt am Main 1996 Seite 151,178 - Schwarzmaier, Hansmartin: Von Speyer nach Rom, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1992 Seite 94 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 217 -