Sophie von Winzenburg              Gräfin von Ballenstedt
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um 1105-7.7.1160
             (25.3.1160 Lutz Partenheimer)

Begraben: Klosterkirche zu Ballenstedt
 

Tochter des Grafen Hermann I. von Winzenburg und der Hedwig von Assel-Woltingerode, Tochter von Graf
 

GENEALOGISCHES HANDBUCH ZUR BAIRISCH-ÖSTERREICHISCHEN GESCHICHTE
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Dungern Prof. Dr. Otto: Seite 49
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42. SOFIE
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Schwester der Äbtissin Beatrix, heiratet zur gleichen Zeit wie Mechthild (Beleg dort) Albrecht den Bären, Herzog von Sachsen, der 18.XI.1170 starb.
+ 25.III.1160 (MG.SS. 16.92; 191; Leibnitz SSr. Brunsv. III. 348; Nec. Neuenheerse, Westf. Zeitschrift 36/2. 47).



Brandenburg Erich: Tafel 26 Seite 53
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XIII. 417. ALBRECHT DER BÄR, Markgraf der Nordmark 1120, Markgraf von Brandenburg
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           * ca. 1100, + 1170 18. XI.

Gemahlin: ca. 1125 Sophie, wahrscheinlich Tochter des Grafen Hermann von Winzenburg
                                    + 1160 ca. 8. VII.



Thiele Andreas: Tafel 172
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

SOFIE (Abstammung ist unsicher)
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    + 1160

  oo Albrecht der Bär, Markgraf von Brandenburg
      * 1100, + 1170



Partenheimer Lutz: Seite 68,72,122,129,140,142,146,158,183,229
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"Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt"

Vielleich ist anläßlich des Aufenthalts von König und Herzog in Quedlinburg Beatrix, die Schwester von Albrechts Gemahlin Sophia, als neue Äbtissin des dortigen Reichsklosters eingesetzt worden. Darüber hinaus gibt es Indizien dafür, daß Albrechts Gemahlin Sophia, die neue Herzogin, eine Schwester Hermanns von Winzenburg war [H. Krabbo hält in KW, Nr. 18, Albrechts Frau "vermutlich", in KW, Nr. 62 "wahrscheinlich" für eine WINZENBURGERIN. In KW, Nr. 64 a, läßt er die Frage wieder offen. Dabei beruft er sich stets auf Adolf Cohn: Beiträge zur älteren deutschen Geschlechtskunde. I: Zur Geschichte der Grafen von Reinhausen und Winzenburg, in: Forschungen zur Deutschen Geschichte 6. Göttingen 1866, Seite 529-584, der wahrscheinlich zu machen sucht, daß Graf Hermann II. von Winzenburg der Bruder von Albrechts Gemahlin Sophia und deren Schwester Beatrix, Ätissin von Quedlinburg, war.]. Sollte das stimmen, kann dies natürlich auch ein Motiv für dessen Parteinahme gewesen sein.
Albrecht erhob anscheinend Anspruch auf das WINZENBURGER Erbe aufgrund seiner Ehe mit Sophia, die vermutlich eine Schwester Hermanns war.
Inzwischen war in Leitzkau der Klosterneubau auf dem Berg mit Unterstützung Albrechts des Bären vorangekommen. Anfang September 1155 fand im Beisein des Markgrafen, seiner Gemahlin Sophia sowie der sechs Söhne Otto, Hermann, Siegfried, Heinrich, Adalbert und Dietrich die Weihe statt.
Weiter bestätigt der ASKANIER dem Leitzkauer Kloster eine Hufe zu Wolmirsleben (an der Bode, östlich von Engeln), die seine Gemahlin Sophia dem Stift bei dessen Weihe zur Beschaffung von Kerzen geschenkt hatte [Das ist der einzige Hinweis auf Güter Sophias, wobei wir nicht wissen, ob es sich dabei um Erbbesitz oder einen Teil des ihr von Albrecht vielleicht schon zugewiesenen Wittums handelte, über den sie mit Zustimmung ihrer Söhne verfügt hatte.], und eine Hufe in Wellen (westlich von Madeburg).
Da wir nach seinem Regensburger Aufenthalt am 18. Januar 1158 bis zum 2. Juni des folgenden Jahres nichts von dem alten ASKANIER hören, scheint er die Wallfahrt von der Donaustadt aus angetreten zu haben Dabei begleiteten ihn Markgräfin Sopia, Bischof Ulrich von Halberstadt und viele andere.
Im Jahre 1160, wohl am 25. März, verschied die Gemahlin Albrechts des Bären, Sophia [KW, Nr. 302; Magdeburger Annalen (MG SS 16), Seite 191, zu 1160: Sophia marchionissa obiit. Pöhlder Annalen (MG SS 16), Seite 2: Anno Domini 1160 domina Sophia marchionissa obiit, quam pie memoris soro eius Beatrix, abbatissa Quedilingeburgensis, octavo die moriendo subsecuta est. Die spätere Grabinschrift der Äbtissin von ihrer Ruhestätte im von ihr neu gegründeten Kloster Michaelstein (Blankenburg/Harz), die Otto von Heinemann: Albrecht der Bär (wie EN 1), Seite 412, älterer Literatur entnommen hat, gibt an: ... Orta de stemmate regali Friderici ... Per XXIII annos abbatissa praefui. Incarnationis Domini MCLXI anno, ind. VIII, Jd. Julii. - Das Jahr wird durch die Indikation und die eben genannten Quellen auf 1160 korrigiert, zur Richtigstellung des Todestages siehe W. Petke: Kanzlei (wie EN 184), Seite 37f. mit Anmerkung 136, der dort darauf verweist, daß im Necrologium Herisiense unter dem 25. März steht: Obiit Sophia marchionissa. - Siehe auch Marita Kremer: Die Personal- und Amtdaten der Aebtissinnen von Quedlinburg bis zum Jahre 1574. Diss. Leipzig 1924, Seite 30. Der durch den 1860 gehobenen Frecklebener Münzfund bekannte Brakteat Albrechts des Bären, der den Markgrafen und eine offenbar weibliche Person - anscheinend seine Gemahlin -  nebeneinanderstehend zeigt (Umschrift: ADELBERT(V)S MARCHIO), ist unter anderem abgebildet in: Matthias Puhle (Hg.): Erzbischof Wichmann (1152-1192) und Magdeburg im hohen Mittelalter. Stadt - Erzbistum - Reich. Magdeburger Museen 1992, Seite 266.]. Sie war vermutlich wie die Äbtissin Beatrix von Quedlinburg eine Schwester des 1152 erschlagenen Grafen Hermann II. von Winzenburg [Siehe EN 528, 554. Otto von Heinemann: Albrecht der Bär (wie EN 1), Seite 413, meint, daß - die Richtigkeit der Abstammungsangabe (siehe vorige EN) vorausgesetzt - Sophia und Beatrix dann Töchter Herzog Friedrichs I. von Schwaben und seiner Gemahlin Agnes (deren Vater Kaiser HEINRICH IV. war), also Schwestern Herzog Friedrichs II. und König KONRADS III., gewesen sein müßten. Doch bezeichnet weder der erste staufische Herrscher Albrecht als Schwager, noch nent der zweite ihn Oheim. Außerdem bemerkt W. Petke: Kanzlei (wie EN 184), Seite 38 mit Anmerklung 136, wohl zurecht, daß die Erhebung einer STAUFERIN zur Äbtissin in dem westfälischen Stift (Neuen-)Heerse schlecht zur politischen Lage der Jahre vor 1125 passe. Beatrix übernahm das Amt 1123.]. Abgelehnt werden muß die Vermutung, Albrecht der Bär sei zweimal verheiratet gewesen [Das behauptet ohne Beleg - aber offensichtlich auf Grund sehr alter Literatur (siehe Otto von Heinemann: Albrecht der Bär (wie EN 1), Seite 411-413) - jetzt wieder G. Schlenker: Die Rolle des Askanier und Albrechts des Bären (wie EN 3), Seite 12, indem sie angibt, daß der Markgraf erst mit Sophie von Rheineck, dann mit Sophie von Assel vermählt war.]. Die Quellen sprechen dagegen. Da Otto, der älteste Sohn des Markgrafen und Sophias, wahrscheinlich zwischen 1123 und 1125 getauft wurde, muß die Verbindung damals bereits bestanden haben. Albrecht wird seine Gemahlin, die spätestens 1110 geboren sein dürfte, also nach über fünfunddreißigjähriger Ehe verloren haben.
Am 1. Januar 1158 war Albrecht noch bei Hofe, und zwar zu Goslar, ebenso am 18. Januar in Regensburg, dann trat er mit seiner Gemahlin eine Wallfahrt nach Jerusalem an, wobei er durch das byzantinische Kaiserreich zog.
Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit wurde der ASKANIER neben seiner Gemahlin Sophia in der Nikolaikapelle im Westwerk der Klosterkirche zu Ballenstedt am Harz beigesetzt.
[R L III, Nr. 266; KW, Nr. 19. Vielleicht bestanden Verbindungen zwischen der damals vom König geahndeten Widersetztlichkeit Hermanns (II.) von Winzenburg (R L III., Nr. 255,257,259) und der Albrechts, dessen Gemahlin vermutlich Hermanns Schwester war, siehe EN 54.]

Assing Helmut: Seite 18
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"Die frühen Askanier und ihre Frauen"

Albrecht der Bär starb am 18.11.1170. Der Begräbnisort ist nicht überliefert, doch sprechen Indizien dafür, dass er im Kloster Ballenstedt neben seiner Frau bestattet wurde. Von ihr kennen wir nur den Vornamen Sophie, doch bleibt ihre Abstammung von den Grafen von Winzenburg eine Vermutung. Sie starb 1160 und war mit hoher Wahrscheinlichkeit die einzige Frau Albrechts.
 
 
 
 

 1125
  oo Albrecht I. der Bär Markgraf von Brandenburg
       um 1100-18.11.1170
 
 
 
 

Kinder: 7 S, 2 T

  Otto I. Markgraf von Brandenburg
  1128-8.7.1184

  Bernhard III. Herzog von Sachsen
  1140-9.2.1212

  Hermann I. Graf von Weimar-Orlamünde
         -   1176

  Dietrich Graf von Werden
        -   1183

um 1155
  oo Mechthild von Thüringen, Tochter Ludwigs I.
               -

  Heinrich Domherr zu Magdeburg
         - nach 1185

  Adalbert III. Graf von Ballenstedt
         -   1171

  Siegfried Erzbischof von Bremen (1179-1184)
         -24.10.1184

  Hedwig
          - Ende März 1203

  oo Otto II. der Reiche Markgraf von Meißen
       1125-18.2.1190

  Gertrud
        -

  oo Diepold I. Herzog zu Jamnitz
             -14./15.8.1167
 
 
 

Literatur:
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Assing Helmut: Die frühen Askanier und ihre Frauen. Kulturstiftung Bernburg 2002 Seite 18 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 26 Seite 53 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 68,72,107,122,129,136,140,142, 144,146,149,158,183,186,222,229,247,249,260,262,305,313,315,317,320,324,327,329, 344 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 172 -