Siegfried II.                                   Graf zu Orlamünde und Ballenstedt
---------------                                  Pfalzgraf bei Rhein (1113-1124)
um 1107-19.3.1124                      Graf von Weimar-Orlamünde
 

Älterer Sohn des Grafen Siegfried I. von Ballenstedt und der Gertrud von Northeim, Tochter von Graf Heinrich dem Fetten
 

Brandenburg Erich: Tafel 26 Seite 53
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XIII. 419. SIEGFRIED, Graf von Orlamünde
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           * ..., + 1125 (?)



Thiele Andreas: Tafel 158
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

SIEGFRIED II.
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    + 1124

Bekommt Grafschaft zu Orlamünde



Siegfried II. folgte seinem Vater als Kind.

Patze Hans/Schlesinger Walter: Seite 156
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"Geschichte Thüringens"

Der jüngere Sohn, Siegfried, gehörte zur Fürstenopposition gegen HEINRICH V. In der Würde des rheinischen Pfalzgrafen folgte ihm sein Sohn Siegfried II. (+ 1124). Nach der Schlacht am Welfesholz dürfte Siegfried II. die Nachfolge Ulrichs II. von Weimar angetreten haben, wenn er auch erst 1121 als Herr des Landes in Erscheinung getreten ist. Ihm ist die Stiftung der Kirche in Herrenbreitungen zuzuschreiben. Als Pfalzgraf am Rhein und als Graf in Thüringen folgte auf Siegfried II. dessen Bruder Wilhelm, für dessen Herrschaftstätigkeit am mittleren Rhein sich Nachweise erbringen lassen.

Partenheimer Lutz: Seite 29,31,216
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"Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt."

Auch die beiden unmündigen Söhne Siegfrieds traf es hart: Die Pfalzgrafschaft am Rhein erhielt Gottfried von Calw. Außerdem ließ sich der Kaiser durch ein Fürstengericht die Weimarer Allode zusprechen. Obendrein wurde Siegfried II. und Wilhelm wohl große Teile der väterlichen Eigengüter vorenthalten.
Leider ist unbekannt, worauf sich Kaiser und Papst 1119 bezüglich der askanischen Rechte an der Pfalz und an Weimar-Orlamünde geeinigt hatten. Offenbar kamen jetzt aber Siegfrieds Söhne Siegfried II. und Wilhelm wenigstens in den Genuß der Eigengüter ihres Vaters [1119 bezeichnet Erzbischof Adalbert I. von Mainz Siegfried den Jüngeren als Vogt der Erfurter Marienkirche (Mainzer Urkundenbuch 1, Nr. 482; CDA 1, nr. 186). Wann und auf welchem Wege der ASKANIER dieses Amt erhalten hatte, ist damit allerdings nicht gesagt.Voraussetzunge zu seiner Ausübung war aber sicher Besitz in Thüringen. - Es muß damit gerechnet werden, daß in den Wirren inzwischen Teile der Hinterlassenschaft der Grafen von Weimar-Orlamünde in andere Hände gekommen waren, so vermutet A. Tille: Weimar (wie EN 106), Seite 56, daß der Erzbischof von Mainz und Graf Hermann I. von Winzenburg (Burg nordwestlich von Bad Gandersheim) davon profitiert hätten. Er zählt auch die Eckartsburg (nördlich von Apolda) zu den Reichslehen oder Allodien der WEIMARER. Die Burg gehörte zu den ekkehardinischen Besitzungen, die das 1046 ausgestorbene Geschlecht - wie schon gesagt - dem König vermacht hatte. 1066 befand sich HEINRICH IV. auf der Burg (D H IV., Nr. 183). Ob sie davor oder später an die Weimarer Grafen gelangt ist, bleibt unklar. 1112 hat der Kaiser die Burg nach den Pegauer Annalen (MG SS 16, Seite 251) an den jüngeren Wiprecht von Groitzsch verlehnt. Das könnte allerdings ein Hinweis darauf sein, daß der Monarch die Feste damals als Teil der heimgefallenen WEIMARER Reichslehen neu vergab. Wiprecht der Jüngere - noch 1115 genannt, als er in der Schlacht am Welfesholz den kaiserlichen Feldherrn Graf Hoyer von Mansfeld erschlug ( R L III., Nr. 36) -, starb in einem nicht bekannten Jahre, doch vor seines Vaters Tod (1124). Wohl 1122 entschädigte HEINRICH V. Ludwig den Springer mit der Übergabe der Eckartsburg für den Verlust der Wartburg (siehe dazu H. Assing: Aufstrieg (wie EN 138), Seite 288). - Zur Eckartsburg generell jetzt Boje Schmuhl in Verbindung mit Konrad Breitenborn (Hg.): Die Eckartsburg (Schriftenreihe der Stiftung Schlösser, Burgen und Gärten des Landes Sachsen-Anhalt 1). Halle/Saale 1998.]. Der erste starb bereits 1124/25 ohne Nachkommen; ob er die Pfalzgrafenwürde erlangt hat, bleibt unklar.
 
 
 
 

Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 26 Seite 53 - Giesebrecht Wilhelm von: Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Band 1- Band 6, Mundus Verlag 2000 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. 1. - 7. Band, Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 29,31,216 - Patze,Hans/Schlesinger, Walter: Geschichte Thüringens, Böhlau Verlag Köln/Graz 1967 Seite 156 - Schaab Meinrad: Geschichte der Kurpfalz. Verlag W. Kohlhammer 1988 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 158 -