Rudolf I.                                        Herzog von Sachsen-Wittenberg (1298-1356)
-----------
um 1285-11.3.1356
 

Ältester Sohn des Herzogs Albrechts II. von Sachsen-Wittenberg und der Agnes von Habsburg, Tochter von König RUDOLF I.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 1080
********************
Rudolf I., Herzog, Kurfürst von Sachsen-Wittenberg
------------
     + 21. März 1356

Sohn Herzog Albrechts II.

War beim Tod des Vaters noch nicht mündig, so daß die Mutter Agnes von Habsburg die Vormundschaft führte. In die Anfangsjahre seiner Regierungszeit fiel der Streit mit den verwandten Herzögen von Sachsen-Lauenburg um die sächsische Kurstimme, den Rudolf I. durch Teilnahme an der Wahl König HEINRICHS VII. 1308 für sich entschied. Seine Beteiligung an der Königswahl FRIEDRICHS VON ÖSTERREICH 1314 brachte ihn in Spannungen zu LUDWIG DEM BAYERN, vor dem er aus der eigenmächtig besetzten Alt- und Mittelmark weichen mußte. Den 1329 erworbenen Pfandbesitz der Nieder-Lausitz konnte er nicht auf Dauer halten. 1338 nahm er am Kurverein von Rhense teil, 1348 anerkannte er den 'falschen Woldemar' in der Mark Brandenburg. Kaiser KARL IV. bestätigte ihm 1355 den Besitz der sächsischen Kurstimme (in der Goldenen Bulle von 1356 erneut festgelegt). Mit den benachbarten Fürsten von Anhalt und dem Markgrafen Friedrich II. von Meißen schloß er 1326 ein Bündnis zum Schutz des Landfriedens. 1330 stiftete er das Kollegiatstift Allerheiligen an der Schloßkapelle zu Wittenberg.

Literatur:
-----------
G. v. Hirschfeld, Gesch. der Sächs.-Askan. Kfs.en (1180-1422), VjsHSG, 1884, 39-50.



Thiele Andreas: Tafel 160
*************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

RUDOLF I.
----------------
* um 1274, + 1356

Sohn des Herzogs Albrecht III. von Sachsen-Wittenberg

Folgte 1298 zu Wittenberg-Brehna und setzte die Auseinandersetzungen mit den LAUENBURGER Vettern um Kurrechte und Lehensrechte fort, blieb habsburgischer Parteigänger, wählte 1314 König FRIEDRICH III. mit gegen LUDWIG IV. VON BAYERN, den Sachsen-Lauenburg mitwählte. Er stritt auch mit dem BRANDENBURGER Vetter Markgraf Waldemar um Besitz und Lehensrechte, versuchte 1319 sein Erbe anzutreten und scheiterte an Kaiser LUDWIG IV. Er ging später trotzdem mit ihm zusammen, war dessen Gesandter und 1338 Mitglied des Kurvereines von Rhense, dem Höhepunkt antipäpstlicher deutscher Haltung. Er schloß verschiedene Landfriedensbündnisse mit den Nachbarn gegen das sich verstärkende Raubritterunwesen, ohne viel dagegen zu erreichen. Er ging eng mit den anhaltinischen Vettern zusammen und versuchte in deren Streitigkeiten zu vermitteln. Er unterstütze zusammen mit diesen 1348 den "Falschen Waldemar" in Brandenburg und anerkannte ihn gegen die WITTELSBACHER, erhoffte sich dadurch doch noch Erbansprüche und erhielt sie auch von diesem Waldemar bestätigt. Er unterstützte 1346 Kaiser KARL IV., verlor trotzdem die sächsischen Lehensansprüche über Pommern und Mecklenburg, gewann Teile der sächsischen Pfalzgrafschaft mit Allstedt/Kyffhäuser und hielt etliche Jahre Pfalzgraf Ruprecht II. gefangen, der Waldemar bekämpft hatte. Er war auch Vogt von Quelinburg.

 um 1300
  1. oo Judith von Brandenburg, Tochter des Markgrafen Otto V. zu Salzwedel
                + 1331

 1333
  2. oo Agnes von Lindau, Tochter des Grafen Ulrich I. von Lindau-Ruppin
                  + 1343



   um 1300
  1. oo Judith von Brandenburg, Tochter des Markgrafen Otto V. zu Salzwedel
                 -9.5.1328

    1329
  2. oo Margarete von Polen, Tochter des Königs Wladyslaw I.
                   -9.4.1331

    1333
  3. oo Agnes von Lindau, Tochter des Grafen Ulrich I.
                   -9.5.1343
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Rudolf II.
          -6.12.1370

  Agnes
          -4.1.1338

  oo Bernhard III. Fürst von Anhalt
               -20.8.1348

  Beatrix
        -

  oo Albrecht II. Fürst von Köthen
             -   1362

  Otto Mitregent
        -18.5.1350

  Elisabeth
       -   1353

  oo Waldemar I. Fürst von Zerbst
              -3.9.1367

3. Ehe

  Wenzel
          -15.5.1388

  Helene
         -2.4.1367

 1353
  oo Johann I. von Hardegg-Plain Burggraf von Magdeburg
             -   1394
 
 
 

Literatur:
-----------
Benker Gertrud: Ludwig der Bayer. Ein Wittelsbacher auf dem Kaiserthron. Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seite 57,83,113, 115,197,228 - Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000 Seite 30,56,100,111,151 - Hundt, Barbara: Ludwig der Bayer. Der Kaiser aus dem Hause Wittelsbach Bechtle Verlag Esslingen München 1989 Seite 89,92,234,274,330 - Seibt Ferdinand: Karl IV. Ein Kaiser in Europa 1346 bis 1378 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH&Co. KG München 1994 Seite 143,160,224,225,254,321 - Stoob Heinz: Kaiser Karl IV. und seine Zeit. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 64,67,93,198 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 160 -