Esiko                                            Graf von Ballenstedt
--------                                          Vogt von Nienburg und Hagenrode
um 990/1000-   1059/60
 

Nach Lutz Partenheimer Sohn eines unbekannten Vaters und einer namentlich unbekannten Tochter von Markgraf Hodo von der säschischen Ostmark
Sohn des Grafen Adalbert von Ballenstedt und der Hidda von der sächsischen Ostmark, Tochter von Markgraf Hodo I.
 

Brandenburg Erich: Tafel 32 Seite 65
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X. ? 112. MATHILDE
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           * ca. 990, + ...

Gemahl:
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Esico Graf von Ballenstedt
        + nach 1059 (wohl 1059/60)

Anmerkungen: Seite 157
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X. 107.-112.

Bollnow, Werl. Daß Mathilde (112), deren Existenz nur der Annalista Saxo bezeugt, nicht die Stiefschwester der Kaiserin Gisela gewesen sein kann, sondern, falls sie aus dem Hause WERL stammte, nur die Tochter ihres Stiefbruders, ist nach den Altersverhältnissen klar.



Thiele Andreas: Tafel 217
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

ESIKO
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    + um 1060

Folgt dem Vater, erbt 1032 bedeutende Allodien von Hodo II.; Graf im Schwaben-, Harz- und Hardagau; Vogt von Hagenrode und Nienburg

  oo MATHILDE VON WERL, Tochter des Grafen Bernhard II. zu Hoevel



Esiko, der erste namhafte bekannte Ahnherr des anhaltinischen Hauses, folgte dem Vater und erbte 1032 nicht nur bedeutende Allodien vom Markgrafen Hodo II., einem Verwandten seiner Mutter, sondern auch ein Teil der von diesem verwalteten Grafschaften ging auf ihn über. Er war Graf im Schwaben- und Harz- und Hardagau und Vogt von Hagenrode und Nienburg. Man schreibt ihm die Gründung eines Kollegialstiftes auf seiner Burg Ballenstedt zu und bei der Einweihung der neuen Kirche am 10. Juni 1046 war sogar Kaiser HEINRICH III. anwesend. Durch seine Ehe stand er zum salischen Kaiserhaus in nahen verwandtschaftlichen Beziehungen.

Trillmich Werner: Seite 79,294
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"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"

Graf Esiko von Ballenstedt und Aschersleben im Schwabengau, von dem die ASKANIER abstammten, versuchte, es den Nachbarn gleichzutun. Seine Schwester Uta war die Frau Ekkehards II. von Meißen. Durch Vermählung mit Mathilde von Werl verfügte er über verwandtschaftliche Beziehungen zu Königin Gisela. Auch die nordsächsischen Grafen von Stade besaßen als Erben der Herren von Alvensleben allodiale Grundherrschaften an der Slawengrenze. Als Äbtissinnen leiteten Töchter des Hauses das Familienkloster Alsleben.
In den deutschen Marken gelangte damals ein großer Teil der Güter Markgraf Hodos im Erbgange und durch Belehnung an den Grafen Esiko von Ballenstedt, den Ahnherrn der ASKANIER, einen entfernten Verwandten der Kaiserin Gisela.

Black-Veldtrup Mechthild: Seite 134,154-156
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"Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien"

Zur Finanzierung seiner beiden Schenkungen an das Bistum Naumburg bestimmte HEINRICH III. Güter, die ihm von seinem Verwandten, Graf Esicho von Ballenstedt, übertragen worden waren.
Die Beziehung Ekkehards II. von Meißen zum Kloster Gernrode resultiert vielmehr mit größter Wahrscheinlichkeit aus seiner Ehe mit Uta, wohl einer Schwester des Grafen Esicho von Ballenstedt, der seinerseits ein angeheirateter Onkel des Königs war. Ballenstedt, der Stammsitz der Familie Esichos, liegt in unmittelbarere Nachbarschaft von Stift Gernrode, dessen enge Beziehungen zur Ballenstedter Grafenfamilie aus dem Jahr 1043 datieren, in dem HEINRICH III. Hazecha, höchstwahrscheinlich eine Schwester Esichos und Utas, zur Äbtissin von Gernrode erhob. Dass der König direkt nach dem Tode Ekkehards eine Reihe von Orten, die in der Nähe des Stifts und gleichzeitig des Stammsitzes der Grafen von Ballenstedt liegen, dem Willen des Markgrafen entsprechend an Gernrode schenkte, deutet darauf hin, dass es sich bei ihnen nicht um Allodialbesitz der EKKEHARDINER handelt, sondern um Güter, die über Ekkehards aus dem Hause der BALLENSTEDTER stammende Frau an sein Geschlecht gelangt war, dass wir hier also Heiratsgut der Uta vor uns haben. Nun erhielt aber nicht Esicho die besagten Orte, sondern HEINRICH gab sie im Jahre 1046 als Erbe und Nachlaßverwalter Ekkehards in dessen Namen dem Reichsstift Gernrode. In diesem Zusammenhang ist es höchst interessant, dass HEINRICH im Juni und im November 1043, also gut zwei Jahre zuvor, dem Bistum Naumburg Güter tradierte, die aus Esichos Erbgut stammten, nämlich den Hof Fulkmeresroth sowie das predium nomine Rogaz... ab Esicone comite secundum Saxonicum morem legali traditione nobis concessum, also etwa zu der Zeit, als die BALLENSTEDTERIN Hazecha Äbtissin von Gernrode wurde und - auch das sei erwähnt - HEINRICHS Heirat mit Agnes unmittelbar bevorstand. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass im Laufe dieses Jahres 1043 weitreichende Absprachen zwischen HEINRICH, Ekkehard und Esicho erfolgten, die darin gipfelten, dass Ekkehard den König zu seinem Erben einsetzte und dass Esicho auf den nach Ekkehards zu erwartenden Rückfall von Utas Heiratsgut an seine Familie unter der Bedingung verzichtete, dass dieses zum Teil an das Stift Gernrode fiel, in dem gerade zu dieser Zeit - und auch dies gehört offenbar in den Rahmen der Vereinbarungen - seine Schwester Hazecha vom König als Äbtissin eingesetzt wurde. Für die BALLENSTEDTER bedeutete die Erlangung der Äbtissinnenwürde durch ein Mitglied ihrer Familie einen enormen Prestigegewinn. Für den König bedeutete der Übergang der Güter Utas an Gernrode letztlich, dass er nach den EKKEHARDINERN und den GOSECKERN mit den BALLENSTEDTERN eine weitere Adelssippe im ostsächsisch-nordthüringischen Raum fester an das Königshaus band. In diesem Zusammenhang ist daher auch der Besuch der Herrscherfamilie in Ballenstedt am 10. Juli 1046 anläßlich der Einweihung der dort von Esicho gegründeten Kollegiatstiftskirche ebensowenig als Zufall anzusehen wie die an diesem Tag ausgestellte Schenkungsurkunde HEINRICHS für das Stift, in der Agnes als Intervenientin auftritt und die möglicherweise als Entschädigung für Utas Heiratsgut anzusehen ist.

Pätzold, Stefan: Seite 239
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"Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221."

Im Sommer 1046 ist Dedo zudem als Graf im Schwabengau bezeugt, der im Norden an den Hassegau angrenzte. Da dort zur gleichen Zeit Esiko von Ballenstedt ebenfalls Grafenrechte ausübte, ist anzunehmen, daß sich in diesem Gau zumindest phasenweise zwei oder mehr Komitate befanden.

Assing Helmut: Seite 6-7
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"Die frühen Askanier und ihre Frauen"

Wann wird dieser Esicus erstmalig erwähnt? Es gibt eine Urkunde Kaiser KONRADS II. von 1030, die als Namen eines kaiserlichen Getreuen nur noch "...iconis" erkennen lässt. Eine Ergänzung zu "Esiconis" wäre zunächst möglich, doch reicht der freie Platz nur für einen Buchstaben, so dass "Eiconis" bevorzugt werden müßte, falls ein "E" dort gestanden haben sollte. Diese Urkunde dürfte somit ausscheiden. Mitunter wird das Jahr 1030 - neben 1026 - aber genannt, weil jener Chronist des 12. Jahrhunderts, dem wir verwandtschaftliche Beziehungen der ersten bekannten ASKANIER verdanken, diese Genealogie in Ereignisse aus den beiden Jahren einflicht. Solche Informationen müssen jedoch als Erwähnungen der Zeit zugeordnet werden, in der sie entstanden sind, und das wäre in diesem Fall das 12., nicht aber das 11. Jahrhundert.
In Frage kommt daher als älteste Nachricht über einen ASKANIER eine Urkunde vom 26.10.1036, die ebenfalls Kaiser KONRAD II. ausstellen ließ. Er schenkte darin seiner Gemahlin den in Kölbigk (heute Ortsteil von Ilerstedt westlich von Bernburg) gegründeten Markt, der in der Grafschaft eines Esico lag. Er wird hier - wie auch in den anderen Urkunden dieser Jahre, die ihn nennen - nur als Graf bezeichnet; ein Bezug zu Ballenstedt fehlt. Doch da Kölbigk und die übrigen Orte bzw. Regionen, in denen er nach den Urkunden Grafenrechte ausübte, nicht weit von Ballenstedt entfernt sind und für diesen Raum in jener Zeit kein anderer Esico ausgewiesen ist, dürfte es sich um den Urgroßvater Albrechts des Bären handeln. Trotzdem ist nicht sicher, dass er wirklich im Oktober 1036 dort die Grafenrechte besaß. Denn der Text der Urkunde, die im Original erhalten geblieben ist, wies bei "Esico" zunächst eine Lücke auf, die ein anderer Schreiber später füllte. Die Gründe sind nicht bekannt. Vielleicht war der Kaiser gerade entschlossen, einen neuen Grafen zu berufen, und hatte sich noch nicht entschieden, so dass der Name Esicos mit einer Zeitverzögerung unbekannten Ausmaßes eingesetzt worden wäre. Möglich ist natürlich auch, dass der erste Schreiber den Namen des zuständigen Grafen nicht wusste und ein anderer ihn ergänzte. Wie dem auch sei: Die am 26.10.1036 ausgestellte Urkunde nennt mit an Gewissheit grenzender Wahrscheinlichkeit erstmalig einen ASKANIER. Das Geschlecht gehört damit zu den ältesten noch lebenden deutschen Hochadelsgeschlechtern - wobei das Alter an der Ersterwähnung gemessen wird - und ist von einer Millenium-Feier nicht mehr weit entfernt.
Graf Esico, der älteste bekannte ASKANIER, dürfte einen mittleren Platz in der damaligen Adelshierarchie eingenommen haben. Seine Grafenrechte erstreckten sich offenbar auf einige Gegenden beiderseits der unteren Saale, während die überlieferten Grundbesitzungen weit gestreut lagen. Wir erfahren von solchen im S-Harz und im Raum Delitzsch-Eilenburg, wohl Randbesitzungen, da er sie verschenkte bzw. verschenken wollte. Der Stammsitz könnte sich in Ballenstedt befunden haben; in Frage kommt auch der engere Raum Köthen, zumindest für den nicht näher bekannten Vater Esicos. Unbedeutend war das Geschlecht damals also nicht, und die Heiratsverbindungen zeigen, dass der Aufstieg in den Hochadel ins Auge gefasst war. Esicos Vater hatte die Tochter eines Markgrafen geehelicht, und Esico selbst war es sogar gelungen, die Schwester oder Halbschweswter der Gemahlin Kaiser KONRADS II. zu heiraten, die als Enkelin des Königs von Burgund höheren Geblüts war
 
 
 
 

nach 1026/27
  oo 3. Mathilde von Schwaben, Tochter des Herzogs Hermann II.
          ca 988-29.7.1031/32

      oder nach Bollnow und Trillmich Mathilde von Werl
 
 
 
 

Kinder:

  Otto
        -

  Adalbert II.
  ca 1030-   1076/80

  Adelheid
  ca. 1030-

  oo Thiemo Edler von Schraplau
             -
 
 
 
 

Literatur:
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Annalista Saxo: Reichschronik a. 1030 - Assing Helmut: Brandenburg, Anhalt und Thüringen im Mittelalter. Askanier und Ludowinger beim Aufbau fürstlicher Territorialherrschaften. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997 Seite 112,177-180,182-188 - Assing Helmut: Die frühen Askanier und ihre Frauen. Kulturstiftung Bernburg 2002 Seite 6-7 - Black-Veldtrup, Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien, Böhlau Verlag Köln 1995, Seite 134-195 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 32 Seite 65 - Holtz Eberhard/Huschner Wolfgang (Hg:): Deutsche Fürsten des Mittelalters. Fünfundzwanzig Lebensbilder, Edition Leipzig 1995 Seite 222 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 15-23,35,48,202-208,218,257,293 - Pätzold, Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln 1997 Seite 239 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 217 - Trillmich Werner: Kaiser Konrad II. und seine Zeit. Europa Union Verlag Bonn 1991 Seite 79,294 - Wäschke, H.: Geschichte Anhalts von den Anfängen bis zum Ausgang des Mittelalters, Otto Schulze Verlag Cöthen 1912 Seite 70 -