Albrecht III. der Arme                 Kurfürst von Sachsen-Wittenberg (1419-1422)
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um 1375-27.11.1422
Wittenberg Wittenberg

Begraben: Wittenberg in der Fürstengruft der mittelalterlichen Franziskanerkirche
 

Jüngerer Sohn des Kurfürsten Wenzel von Sachsen-Wittenberg und der Cäcile von Carrara, Tochter von Fürst Franz
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 323
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Albrecht III., Kurfürst von Sachsen-Wittenberg
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* vermutlich um 1375/80, + 27. November 1422
Wittenberg                        Wittenberg an Brandverletzugen

Begraben: Wittenberg in der Fürstengruft der mittelalterlichen Franziskaner-Kirche

Seine Lebensdaten sind zum Teil nur erschließbar.

Sohn des Kurfürsten Wenzel und der Cäcilie von Carrara

  oo Offka (Euphemia) von Schlesien-Oels

Albrecht III. wurde seit Mitte der 90-er Jahre von seinem Bruder Rudolf III. zur Regierung herangezogen. Die wirtschaftliche und politische Bedeutung von Sachsen-Wittenberg war im letzten Halbjahrhundert seines Bestehens gering. Dem glanzvollen Titel (Kurfürst, Erzmarschall, Pfalzgraf von Sachsen, Herzog in Sachsen, Graf zu Brehna, Burggraf zu Magdeburg) stand ein ärmliches, durch Kriegsaufwand im 14. Jh. geschwächtes Land gegenüber. Als Albrecht III. 1419 die Regierung antrat, waren die Einkünfte infolge der Politik seines Bruders so stark zurückgegangen, dass sich Albrecht III. nur 4 Diener halten konnte und bald noch die Ämter der Magdeburger Burggrafschaft der Stadt für 5.000 Schock böhmische Groschen verpfändete. Streit mit Wittenberg mußte sein Schwager, Kurfürst Friedrich I. von Brandenburg, 1421 schlichten. Seinerseits wirkte Albrecht III. als Schiedsrichter bei schweren Auseinandersetzungen zwischen Magdeburg und Brandenburg (1420/21) und beteiligte sich an der Landfriedenspolitik, jedoch nicht an den Hussitenfeldzügen. Der Versuch Friedrichs I. von Brandenburg, Sachsen-Wittenberg nach dem Tod des kinderlosen Albrecht III. seiner Herrschaft einzugliedern, scheiterte. Friedrich I. wurde von Kaiser SIGISMUND wegen seiner Pläne eines Bündnisses mit Polen und fehlender Geldmittel nicht belehnt. Indem SIGISMUND dem WETTINER Friedrich den Streitbaren von Meißen das Lehen übertrug, wurde eine wesentliche Voraussetzung für den wettinisch-hohenzollernschen Machtkampf um den Mittelelberaum geschaffen, der für die weitere Territorialgeschichte von Mitteldeutschland bedeutungsvoll wurde. Erst nach vier Jahrhunderten vermochte der brandenburg-preußische Staat die Entscheidung SIGISMUNDS zu revidieren und das Gebiet des Landesherrschaft Kurfürst Albrechts III. zu übernehmen.

Quellen:
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Staatsarchiv Magdeburg, Weimar, Dresden

Literatur:
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Eine Gesch. d. Hzg.e v. Sachsen-Wittenberg sowie Biograph. der letzten Kfs.en fehlen - G. v. Hirschfeld, Gesch. der sächs.-askan. Kfs.en, VjsHSG 12, 1884 - E. Brandenburg, Kg. Sigismund und Kfs. Friedrich v. Brandenburg, 1891.


Albrecht III. der Arme war Mitregent und folgte seinem Bruder Rudolf III. in der Regierung. Er verschuldete durch zahlreiche Fehden weiter, mußte unter anderem Gommern, Ranies und Gottau an die Erzbischöfe von Magdeburg verpfänden und half den HOHENZOLLERN beim Machtantritt in Brandenburg. Beim Brand seines Jagdschlosses Annaburg in der Lochauer Heide erlitt er tödliche Brandwunden, denen er in Liebenwerda oder - nach anderer Überlieferung - in Wittenberg erlag. Albrecht III. war der letzte in Sachsen-Wittenberg regierendeASKANIER. Kursachsen fiel nach seinem Tode gegen das Erbrecht durch Kaiser SIGISMUND an die WETTINER.
 
 
 
 

14.1.1420
  oo 1. Eufemia von Schlesien-Oels, Tochter des Herzog Konrad III.
  x       1390/1405-   1444
 
 
 
 

Literatur:
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Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000 Seite 272 - Hoensch, Jörg K.: Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit 1368-1437. Verlag C.H. Beck München 1996 Seite 290,308 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 -