Poppo II.                                                 Bischof von Bamberg (1239-1242)
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um 1180-11.12.1245
 

Einziger Sohn des Grafen Berthold V. von Andechs aus seiner 2. Ehe mit der Luccardis von Dänemark, Tochter von König Sven III.
 

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 161
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50. Poppo II.
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Aus der 2. Ehe Bertholds V. SS 23, 228, MB 25, 108;
1185-1201 Propst von St. Jakob in Bamberg (21. Ber. d. Hist. Ver. v. Bamberg 640 f)
1190 Propst von St. Stephan ebendort MB 25, 554 f
1225-1237 Dompropst ebendort RB 2, 19, Österreicher, Denkwürdigkeiten 3, 27;
1239 Okt. Erwählter von Bamberg
+ 1245 2/12 Dießen: Poppo maior prepositus Bab. anno 1, 31;
Bamberg Dom (4/12) Poppo electus Jaffe 5, 560.
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GENAELOGISCHES HANDBUCH ZUR BAIRISCH-ÖSTERREICHISCHEN GESCHICHTE
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Dungern Prof. Dr. Otto: Seite 25
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60. Poppo II.
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Aus der 2. Ehe Bertolds II. (MG. SS. 23. 228 und Mb. 25. 108).
1185 Propst von St. Jakob in Bamberg (21. Ber. d. hist. V. v. Bamberg 640/1) bis 1201
Propst von St. Stefan ebendort 1190 (Mb. 25. 554/5)
Dompropst von Bamberg 1205 (Rb. II. 19) bis 1237 (Österreicher. Denkw. III. 27)
X 1239 Erwählter Bischof von Bamberg.
+ 11.XII. (Jaffe bibl. germ. V. 560)
11. XII. 1245 Nec. I. 31 (Diessen).
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Poppo II. wurde Domherr und Propst zu Bamberg. Er war ein gebildeter, einflussreicher Prälat seiner Zeit. Er beherrschte zusammen mit seinem bischöflichen Neffen Ekbert das Bistum Bamberg völlig und folgte da 1239 dem Bischof Siegfried von Oettingen als Bischof von Bamberg. Er stritt viel mit den Herzögen von Kärnten, wo das Bistum vielen Besitz hatte (Wolfsberg und Villach), da die Herzöge Vögte des bischöflichen Besitzes waren. Er ging zur päpstlichen Seite über und wurde 1242 abgesetzt. Er war eine Stütze seiner Neffen.

Ausstellungskatalog Kloster Andechs:
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Herzöge und Heilige:

Über die Nachfolge Ekberts scheinen im Domkapitel von Bamberg Unstimmigkeiten geherrscht zu haben. Es gab offenbar 2 Parteien, die sich nicht einigen konnten, so dass man schließlich auf den Ausweg verfiel, einen älteren Geistlichen zum Bischof zu erheben, um nach dessen vermutlich nicht allzu langer Regierungszeit erneut zur Wahl schreiten zu können. Die Leitung des Bistums wurde dem Propst von St. Gangolf, Siegfried, aus dem Haus der Grafen von Öttingen, anvertraut. Siegfried wurde die bischöfliche Würde aber bald zur Bürde. Bereits wenige Wochen später verzichtete er auf sein Amt. Sein Nachfolger wurde Dompropst Poppo, der Onkel Bischof Ekberts. Poppo stand, als er das Bischofsamt annahm, bereits in fortgerücktem Alter; er war den Aufgaben, die die Leitung des Bistums mit sich brachte, zweifellos nicht mehr gewachsen. Sein Hochstift litt unter einer erdrückenden Schuldenlast, die nicht nur vom Dombau, sondern auch von Ekberts langjähriger Tätigkeit im Reichsdienst herrührte. So mussten hochstiftische Güter verpfändet werden, um Zins und Tilgung der hinterlassenen Schulden sicherzustellen.
Poppos Schwierigkeiten mehrten sich, als der Kaiser im Frühjahr 1239 erneut vom Papst gebannt wurde. Der Ausschluss aus der Kirche war diesmal - eindeutiger als 12 Jahre zuvor - allein um politischer Ziele willen verhängt worden. Wieder brauchte der Kaiser verlässliche Leute, die wie zu König PHILIPPS Zeiten dem staufischen Herrn die Treue hielten. Jüngere Kräfte mochten dieser Aufgabe gewachsen sein, Poppo fühlte sich dazu nicht mehr imstande. Als feindliche Truppen im Herbst 1239 den Durchzug durch das hochstiftische Land forderten, ließ er sie gewähren. Ein Teil der Domherren verzieh ihm das nicht und wandte sich vielleicht schon damals an König KONRAD IV. mit der Bitte um Abhilfe.
Im Laufe des Jahres 1241 muss Poppo sich entschlossen haben, das bischöfliche Amt niederzulegen. Um die Jahreswende fand er sich noch einmal beim König in Nürnberg ein, verpfändete bei dieser Gelegenheit die Stadt Amberg an den Markgrafen von Hohenburg und legte wohl zur gleichen Zeit den BOGENER Besitz seiner Kirche, den Ekbert 1228 an Herzog Ludwig I. von Bayern gegeben hatte, in König KONRADS IV. Hände; befand sich doch Ludwigs Nachfolger, Herzog Otto II., wieder einmal auf päpstlicher Seite. Die Überlassung der BOGENER Lehen an den STAUFER mochte eine der letzten Amtshandlungen des Bischofs gewesen sein. Es folgte der Verzicht auf das Bistum, und wenige Monate später bestieg ein Vertrauter FRIEDRICHS II., der kaiserliche Notar und Dekan von Aachen, Heinrich, den Bamberger Bischofsstuhl. Poppo, der am 2. Dezember 1245 starb, hat sich nie darum bemüht, die bischöfliche Weihe aus den Händen des Papstes zu erlangen. Er war als Kirchenfürst kein Feind der STAUFER gewesen, auch wenn er den kaiserlichen Befehlen nicht in allem Folge geleistet hatte.
Was die Motive für seinen Rücktritt angeht, so hatte ihn vielleicht sein Neffe Berthold von Aquileja, dessen Lage damals in manchem jener seines Onkels glich, bestärkt.
 
 
 

Literatur:
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Die Andechs-Meranier in Franken. Europäisches Fürstentum im Hochmittelalter. Verlag Philipp von Zabern Mainz 1998 Seite 26,30,37, 43,45,62,99,145-148,153,186,189,212,215,220,248,251,283,285,311,325,374 -