Berthold I. von Reisensburg                       Graf von Geisenfeld
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um 935-26.8. um 999
 

Einziger Sohn des Pfalzgrafen Arnulf von Bayern aus dem Hause der LUITPOLDINGER
 

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 78
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19. Berthold I.
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Pfalzgraf in Bayern, Graf an der oberen Isar, Stammvater der ANDECHSER, s. diese n 1.
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 148
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1. Berthold I. (LIUTPOLDINGER n 19)
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Sohn des Pfalzgrafen Arnulf (+ 954) und Enkel des Herzogs Arnulf (+ 937);
eV 955 als Führer der Ungarn vor der Schlacht auf dem Lechfeld, Gerhardi Vita s. Udalrici SS 4, 401 f
976 21/7 Peretoldus Arnoulfi filius in kaiserlicher Ungnade DD 2, 149 f n 133
von dem Vf. Mausolaei s. Emmerami Bertholdus Palatinus genannt. Meichelbeck, Histor. Frising. 1, 182
vermutlich der Spitzenzeuge Berthold bei Gutsveränderungen an der oberen Isar in den letzten Jahrzehnten des 10. Jh. nQ 5, 94 f n 1173, 140 n1231, 156 n 1256, 171 n 1280, 183 n 1296;
+ (kurz vor 1000) 26/8 Notae necrol. des Freis. Doms Eintrag des 10. Jh. Perahtoldus comes,
                                                                 Niedermünster: Bertholt (nicht vor 986) Necr. 3, 83, 292.

Gemahlin:
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NN, vermutlich Tochter des Herzogs Friedrich I. von Lothringen und der Beatrix, Tochter Hugos von Franzien, zu erschließen aus den Namen der Söhne.
Berthold war Nachfolger seines Vaters in der Pfalzgrafenwürde und Graf an der oberen Isar, nach 976 wahrscheinlich nie mehr ganz rehabilitiert.
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GENAELOGISCHES HANDBUCH ZUR BAIRISCH-ÖSTERREICHISCHEN GESCHICHTE
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Dungern Prof. Dr. Otto: Seite 18
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7. Bertold = Perahtold I.
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977/94 (nQ. V. 1255) 1. Zeuge für Gutsvergebung in Deining.
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HERKUNFT UND GESCHICHTE FÜHRENDER BAYERISCH-ÖSTERREICHISCHER GESCHLECHTER IM HOCHMITTELALTER
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Gewin Dr. J.P.J.: Seite 105
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9. Berthold
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957/72-c. 990.  957/72; 972/76; 977/94; 977/81; 981/94. 1. Zeuge bei Traditionen der Freisinger Kirche: F. nr. 1173, 1231, 1256, 1280, 1296.
955. Verräter in der Ungarnschlacht, nachdem er sich angeblich schon 953/54 in dem Kampf gegen König OTTO I. gewickelt hat: Reindel S. 219 f.
974. Beteiligte sich an dem Aufstand Herzog Heinrichs II. von Bayern (F. 4.) gegen König OTTO II.: Reindel S. 232.
976. Juli 21. Auf Intervention des Bischofs Heinrich von Augsburg und des Markgrafen (E. II. 4.) gibt Kaiser OTTO II. dem Kloster Metten den diesem von Berthold, dem Sohne Arnulfs geschenkten Besitz in Wischlburg (G. Deggendorf) zurück: Urk. OTTOS II. nr. 133, Reindel S. 236 f.
C. 990 i.d. 26. August. Perhtoldus comes obiit. (Eintrag des 10. Jh.): M. G. Necr. III. 83.

Gemahlin:
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Tochter des Herzogs Friedrich von Ober-Lothringen.

Note:
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Berthold, der schon 953/54 bei dem Aufstand des Pfalzgrafen Arnulf gegen König OTTO I. im Kampf stand, entschloss sich öffentlich im Jahre 955 zum Verrat, den er von seiner Burg Reisensburg (bei Günzburg) leitete (Reindel S. 219 f.). Sein Hass gegen den König war tief gewurzelt, weil die LIUTPOLDINGER von der Herzogswürde ausgeschlossen worden waren.
Nach dem Bericht Ottos von Freising (E. II. 31) soll die Niederlage Bertholds von Reisensburg das Leben gekostet haben. Reindel ist - nach unserer Meinung mit Recht - der Ansicht, dass die diesbezüglichen Angaben Ottos von Freising mit großer Vorsicht aufzunehmen sind, zumal da doch die obenerwähnten Urkunde vom Jahre 976 dem Bericht, der übrigens erst aus der Mitte des 12. Jh. datiert, widerspricht.
Bekanntlich war zwischen dem LIUTPOLDINGER Bischof Otto von Freising E. II. 31. und den damaligen Vögten von Freising - den Grafen von Wittelsbach - kein gutes Verständnis. Diese Verhältnisse können sehr gut zum feindlichen Urteil über Berthold mitgewirkt haben, weil er - unserer Meinung nach irrtümlich - Berthold für den Stammvater der Scheyerner Grafen hielt.
Sind unsere Darstellungen richtig, dann entstammen die Grafen von Scheyern zwar weiblicherseits dem Grafen Berthold, doch war letzterer ein LIUTPOLDINGER und mit dem aus einer Nebenlinie entsprossene Bischof Otto von Freising stammverwandt.
In einer Note unter der Urkunde vom 21. Juli 976 S. 236 sieht Reindel nach unserer Meinung mit Recht einen Beweis, dass Berthold nach dem Verrat von 955 beim deutschen König wieder Gnade gefunden hat, sich aber im Jahre 974 wieder an dem Aufstandsversuch Herzog Heinrichs II., beteiligt hat. Es ist bemerkenswert, dass die Rückgabe des von Berthold an das Kloster Metten geschenkten Gutes auf Intervention Bischof Heinrichs von Augsburg, eines Verwandten der LIUTPOLDINGER und des Markgrafen Liutpold E. II. 4., selbst ein LIUTPOLDINGER, stattfand.
Wir finden Berthold nach 976 wiederholt als Zeugen bei Freisinger Traditionen im Codex erwähnt. Laut einem Eintrag des 10. Jh. starb er um 990. Nach dem Nekrologium ist Berthold, der mit dem Grafentitel erscheint, am 26. August gestorben.
Wie es scheint, hat Berthold sich nach dem Verrat, den er im Jahre 955 von seiner Burg Reisensburg aus geleitet hat, nach Lothringen begeben. Dort heiratete er eine Tochter Herzog Friedrichs von Ober-Lothringen. Gerade um diese Zeit sind seine Kinder geboren: Berthold E. I. 10., der den Namen des Vaters trug, Friedrich E. I. 11., der wohl nach seinem Großvater mütterlicherseits Herzog Friedrich benannt wurde und eine Tochter E. I. 12., die, wie wir im Kapitel F darlegen, eine uneheliche Verbindung mit Herzog Heinrich II. von Bayern F. 4. hatte. Der aus dieser Verbindung geborene Sohn Arnolf F. 6. gab einem seiner Söhne F. 10. den Namen des ebengenannten Herzogs Friedrich. Diese Namengebung geschah genau nach dem mittelalterlichen Gebrauch, während die Geburtsjahre auch gänzlich mit den Lebenszeiten der genannten Kinder stimmen.
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Berthold I., der nach seinem Stammsitz Reisenburg bei Günzburg benannt wurde, machte 953 wie alle LUITPOLDINGER den Liudolfingischen Aufstand mit, wurde nach dessen Niederwerfung aus Bayern verbannt und zog sich damals auf seine Feste Reisensburg in Schwaben zurück. Er verriet den Augsburg bestürmenden Ungarn die Nachricht vom Anmarsch des königlichen Heeres und kämpfte auf ungarischer Seite in der Schlacht auf dem Lechfeld mit (10.8.955). Dass er sich zu diesem Verrat entschloss, zeigt auch wie tief der Hass gegen die Reichsgewalt, die seine Familie von der Herzogswürde in Bayern ausgeschlossen hatte, gewesen sein muss. Er wurde später Graf von Geisenfeld und von Wasserburg und im Raum Andechs und war auch zeitweise Pfalzgraf von Bayern. Er rebellierte 973 erneut und wurde am 21. Juli 976 auf geringe Herrschaftsreste beschränkt. Anschließend verschwand er aus der Geschichte.

Reindel K.:
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"Die bayerischen Luitpoldinger 893-989"  1953

955 August 10

Berthold von Reisensburg überbringt den Ungarn, die Augsburg bestürmen, die Nachricht vom Heranrücken König Ottos I.
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Dass auch mit dem Tode des Pfalzgrafen die LUITPOLDINGER den Kampf gegen den König noch nicht aufgegeben hatten, zeigt das Verhalten des Grafen Berthold in der Ungarnschlacht des Jahres 955. Dieser Berthold, der in Gerhards Lebensbeschreibung des heiligen Ulrich nach seinem Stammsitz Reisensburg bei Günzburg benannt ist, wird hier als filius Arnolfi bezeichnet. Die Tatsache, dass in den vorausgehenden Kapiteln mit Arnulf immer nur der Pfalzgraf gemeint ist, wie auch die einfache Anführung des Namens ohne Zusatz dux zeigt, dass wir es mit einem Sohn des Pfalzgrafen, nicht des alten Herzogs zu tun haben. Der Stammbaum bei Günter, der zwischen die beiden noch einen weiteren Arnulf einschob, ist wohl so zu berichtigen. Er stand sicher auch schon 953/54 beim Aufstand der LUITPOLDINGER im Kampf gegen den König. Die Annalen zu St. Emmeran berichten zu 951, dass er aus Bayern verbannt wurde, doch dürfte dieses Datum wohl falsch sein. Tyroller war der Ansicht, dass die Verbannung aus Bayern nach der Niederwerfung des Aufstandes im Jahre 954 erfolgte und dass Berthold sich damals auf seine Feste Reisensberg in Schwaben zurückzog. Dass er sich zu diesem Verrat entschloss, zeigt uns wie tief sein Hass gegen die Reichsgewalt, die seine Familie von der Herzogswürde in Bayern ausgeschlossen hatte, gewesen sein muss. Auch die guten Beziehungen zu den Ungarn, die der Zweig der luitpoldingischen Familie, dem auch er angehörte, immer unterhalten hatte, mögen ihm bei der Ausführung seines Planes nützlich gewesen sein. Mit Recht wandte sich Lüttich gegen die Annahme von Delbrück, der diese Nachricht überhaupt ablehnte, da Berthold (der von ihm fälschlich Konrad genannt wurde) zu sehr die typischen Züge des Verräters trüge. Dazu ist der Bericht Gerhards, auch wenn er der Familie der LUITPOLDINGER feindlich gesinnt war, zu bestimmt und die Rolle Bertholds zu wichtig.
Die Ungarn hatten bereits am 9. August Augsburg bestürmt, waren aber von den Verteidigern, an deren Spitze Bischof Ulrich stand, abgewiesen worden. In der Frühe des folgenden Tages erneuerten die Scharen, nun schon von den Geiselhieben ihrer Anführer angetrieben, den Sturm, als plötzlich ein Hornsignal den Ungarn die Einstellung des Kampfes gebot. Berthold von Reisenburg war beim Befehlshaber der Ungarn eingetroffen und hatte ihm die Ankunft des deutschen Königs unter König OTTO I. gemeldet.
Die Niederlage, die den Ungarn durch das Heer des Königs beigebracht wurde, soll nach dem Bericht Ottos von Freising auch dem LUITPOLDINGER das Leben gekostet haben. Die Ungarn hätten ihm an ihrer Niederlage die Schuld gegeben und ihn als einen Verräter getötet. Doch die Angaben des Freisinger Bischofs sind hier mit großer Vorsicht aufzunehmen. Er sah, ob zu Recht ist nicht ganz sicher, in dem Vater Bertholds den Stammvater der Scheyerner Grafen, der späteren WITTELSBACHER, die ihm als Vögte von Freising schwer zu schaffen machten. Die Nachricht, dass Berthold von den Ungarn erschlagen wurde, ist sicher falsch. Nach dem Bericht Konrads von Scheyern wurde er von seinem Taufpaten Bischof Ulrich von Augsburg gerettet. Vor allem zeigt uns aber eine Urkunde von 976, dass Berthold noch am Leben war und Verzeihung gefunden hatte. Auch auf ...., der ihm mit dem Aufstand Herzog Heinrichs II. von Bayern in Zusammenhang brachte, sei verwiesen. Wohl aber ist anzunehmen, dass er, wie Otto von Freising berichtete, jetzt seine Güter verlor. - In späteren Chroniken herrscht noch größere Verwirrung über seine Person. Die Passauer und Kremsmünsterer Geschichtsschreibung nannte in Conrad und Konrad von Scheyern Wernher. Dem letzten folgend wurde er mit Berthold, dem Bruder Herzog Arnulfs, gleichgesetzt. Auch wurde der Verlauf der Dinge so dargestellt, als habe er, mit dem Herzog Heinrich um das Herzogtum Bayern in Streit liegend, die Ungarn überhaupt erst ins Land geführt. Bemerkenswert ist auch die Stelle bei Aventin, die vielleicht schon von Conradus Sacrista gemilderten scharfen Angriffe Ottos von Freising gegen die WITTELSBACHER nun mit Rücksicht auf das Herzogshaus ganz fortließ. Aventin lehnte die Nachrichten über den Verrat eines Scheyerner Grafen überhaupt ab.

974

Berthold, der Sohn des Pfalzgrafen Arnulf, beteiligte sich an dem Aufstand Herzog Heinrichs II. von Bayern
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Bereits das 2. Jahr seiner Herrschaft brachte OTTO II. eine schwere Belastung durch einen Aufstandsversuch, der wieder von Bayern, diesmal aber von dessen sächsischem Herrscher ausging. Die Verschwörung, an der auch Bischof Abraham von Freising, Herzog Boleslaw II. von Böhmen und Herzog Mieszko von Polen beteiligt waren, braucht uns im Einzelnen hier nicht zu interessieren. Der Plan wurde früh entdeckt, der Kaiser sandte Bischof Poppo von Würzburg und den Grafen Gebhard an den Herzog, die ihn aufforderten, an den königlichen Hof zu kommen. Der Herzog leistete dem Gebot Folge, wahrscheinlich, weil er sich noch nicht mit seinen Freunden aus Böhmen und Polen vereinigen konnte und kam nach Ingelheim in Haft.
Für uns ist dieser Aufstandsversuch nur wichtig wegen des Berahtold, der daran beteiligt gewesen sein soll. Allerdings ist gerade der Satz der Altaicher Annalen si... ingenium Berahtoldi non disperderet sehr dunkel und man kann ihn auf verschiedene Weise deuten. Soll es heißen, dass die Einsicht des Berthold den verräterischen Plan zunichte gemacht habe, so kann es sich hier nur um den königstreuen Markgrafen Berthold vom Nordgau handeln; man muss dann ein Objekt, etwa machinationem ergänzen. Hingewiesen sei hier wieder auf die Behauptung Tyrollers, nach der auch er ein Sohn des alten Herzogs Arnulf von Bayern gewesen sei. Eine andere Deutung schlug Uhlirz vor. Nach ihm finden wir das Subjekt des Satzes in divina miseratio und das Objekt in ingenium, so dass er übersetzte: "Wenn die göttliche Barmherzigkeit nicht vorgesehen und den Anschlag Bertholds zunichte gemacht (den Geist Bertholds zerrüttet) hätte. In diesem Falle müßten wir in Berthold einen Königsgegner sehen und finden diesen nach Uhlirz in Berthold von Reisenburg, dem Sohn des Pfalzgrafen Arnulf, der uns bereits in der Ungarnschlacht des Jahres 955 als Verräter begegnete. Mir scheint die letzte Deutung mehr Wahrscheinlichkeit zu besitzen. Ich möchte mich dabei einmal auf die später zu besprechende Urkunde stützen, durch die OTTO II. am 21. Juli 976 dem Berthold, da er nicht mehr in der Gnade des Königs war, Besitz absprach. Es ist doch eher anzunehmen, dass dadurch der jüngst vergangene Verrat gesühnt werden sollte, als eine Tat, die schon mehr als 20 Jahre zurücklag. Zum anderen zeigt aber eine zu 976 anzuführende Quellenstelle, dass auch dann wieder ein Bertholdus palatinus auf der Seite der Königsgegner stand, den ich mit unserem Berthold gleichsetze. Seine Schicksale zwischen 953 und 974 sind in Dunkel gehüllt und nach 976 verschwindet er endgültig aus der Geschichte. ich möchte ihn nicht, wie Tyroller es tat, mit einem Grafen gleichen Namens, der später an der oberen Isar erscheint, gleichsetze.

976 Juli 976

Auf Intervention des Bischofs Heinrich von Augsburg und des Markgrafen Luitpold gibt Kaiser Otto II. dem Kloster Metten den diesem von Berthold, dem Sohne Arnulfs, geschenkten Besitz in Wischlburg zurück.
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Heinrich II. von Bayern mit dem Beinamen "der Zänker", der seit der Thronbesteigung OTTOS II. fast ununterbrochen gegen den jungen Herrscher im Kampf stand, war im Jahre 976 aus der Haft in Ingelheim entkommen und hatte sich nach Regensburg geworfen. OTTO rückte ihm nach und unterstützt von dem Bannfluch, den die Kirche gegen den Rebellen schleuderte, konnte er die Stadt sehr leicht nehmen. Mitte Juli muss er sich bereits in Regensburg befunden haben, denn unsere Urkunde ist am 21. Juli in der Stadt ausgestellt. Mannigfache große politische Entscheidungen scheinen schon hier getroffen worden zu sein, so vor allem die Zerschlagung des Herzogtums Bayern. Daneben wurden auch die Anhänger des Kaisers belohnt und die Gegner bestraft, und in die Reihe dieser Erlasse gehört auch die uns vorliegende Urkunde. Durch sie wurde dem Kloster Metten das Gut Wischlburg bei Deggendorf, also im Donaugau, neu bestätigt, das dem Kloster einst von Berthold, dem Sohne Arnulfs, geschenkt worden war. Nach der Ausdrucksweise des Diploms kann es sich dabei nur um Berthold von Reisensburg, den Sohn des Pfalzgrafen Arnulf gehandelt haben. Uns kann es zum Beweis dienen, dass dieser Berthold sich wirklich an dem Aufstandsversuch Herzog Heinrichs II. von Bayern im Jahre 974 beteiligt hatte. Die Schenkung Bertholds an Metten muss aber schon länger zurückliegen, denn er wird als adhuc in gratia manens imperatoris erwähnt, wohl auch ein Beweis dafür, dass er nach dem Verrat von 955 beim deutschen König wieder Gnade gefunden hatte. Warum diese neuerliche Bestätigung für das Kloster vorgenommen wurde, ist nicht recht ersichtlich. Vielleicht war das Gut bei der Konfiskation von Bertholds Besitz versehentlich mit eingezogen worden oder den Mönchen schien eine Verbriefung durch den Kaiser sicherer als durch einen verbannten Rebellen. Tyroller erklärte den späteren großen Besitz der Markgrafen von Österreich in dieser Gegend damit, dass das im Donaugau eingezogene Gut Bertholds später an die beiden Intervenienten kam.

Einsle Hans:
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"Die Ungarnschlacht im Jahre 955 auf dem Lechfeld"

War es Verrat oder nur die Rache der Familie, die Berthold (Berchtold), einen Sohn des Pfalzgrafen Arnulf, zwang, von der Reisensburg kommend, den Ungarn zu melden, dass König OTTO von Ulm her zum Entsatz der Stadt heranziehe?
In der Reisensburg saßen die Nachkommen der vertriebenen LUITPOLDINGER Herzöge, lebten hier in der Verbannung.
Führt vom Verrat Bertholds ein geheimnisvoller "roter Faden" zur Christianisierung der Ungarn, die durch jene bayerischen Großen ermöglicht wurde, deren Familien seit Generationen in engstem Kontakt mit den Magyaren standen?
Berthold berichtete den Ungarn, dass der König mit seiner Streitmacht in der Frühe des 7. August in Ulm zum Entsatz der Stadt Augsburg aufgebrochen war.
 
 
 
 

  oo NN von Lothringen, Tochter des Herzogs Friedrich I.
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Kinder:

  Dietrich I. Graf von Wasserburg
        - um 1020

  Friedrich I. Graf von Andechs
        - um 1030

  Tochter
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 oo Rapoto III.- Razo Graf von Diessen
            -19.6. um 1050