Berchthold II.                                            Graf in der Baar
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    -21.1.917 hingerichtet
     Aldingen

Sohn des Pfalzgrafen Berchthold I. von Schwaben und der NNw. von Schwaben-Elsaß, Tochter von Graf Erchanger
 

Berchthold II. unterstützte seinen Bruder Erchanger, machte 913 die Schlacht bei Ulm gegen die Ungarn und 915 die Schlacht bei Wahlwies gegen KONRAD I. mit und wurde wie sein Bruder vom König hingerichtet.
 
 
 
 
 
 

Kinder:

  Adalbert Graf von Marchtal
         -6.2.954 gefallen
 
 
 
 
 
Literatur:
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Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band III Seite 321,486 - Hans K. Schulze: Das Reich und die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler Verlag, Seite 120,122,125 -
 
 
 
 

Michael Borgolte
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"Die Grafen Alemanniens"

BERTOLD (V)
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(?909 XII 28 - 912 III 5, + 917 I 21)

Belege mit comes-Titel:
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W II Nr. 761 (= UB St. Gallen Süd I Nr. 58, BU I Nr. 89, ThUB I Nr. 163), D KI Nr. 3

Belege ohne comes-Titel:
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D K I Nr. 11, Annales Sangallenses maio-res 279f. ad aa. 913,916 (= MGH SS I 77f.), LENDI, Untersuchungen 190 (= Annales Alamannici ad aa. 913,915,916), Synodus Altheimensis 626 capp. 34f., Annales Einsidlenses 141 ad a. 916, Annales Augienses 68 ad a. 917, Reginonis Abbatis Prumiensis Chronicon, Continuatio 155 ad a. 917, Annalista Saxo 594 ad a. 917, Annales Quedlinburgenses 52 ad. a. 917 (Name: Berthardus), Ekkehardi IV. Casus Sancti Galli 36-52 capp. 11-20 (= Ekkeharti TV. Casus sancti Galli 42-78 capp. 11-20; MGH SS II 83-87), Herimanni Augiensis Chronicon 112 ad a. 917, St. Galler Gedenkbuch pag. 73 (= PIPER, Libri Confrat. 94 col. 306, 4)

Literatur:
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STÄLIN, Geschichte I 266-272 - ROTH VON SCHRECKENSTEIN, Erchanger und Berchtold - MEYER VON KNONAU, Geschlechtskunde 72 A. 2 - DÜMMLER, Ostfrk. Reich III 566,578,591,597,609-611 - KRÜGER, Zähringer II/III 493 - BAUMANN, Erchanger und Berchtold - ZELLEK, Salomo III. 75-99 - MEYER-MARTHALFR, Rätien 88-90 - JÄNICHEN, Baar und Huntari 115, Tafel 2: "Die Bertholde" im Anhang - DOBLER, Gedenkeintrag - BÜHLER, Richinza von Spitzenberg 319 - ZOTZ, Breisgau 65-70, 166f. - BILGERI, Geschichte Vorarlbergs 1 92 - GOETZ, "Dux" und "Ducatus« 17, 328f.,373 - WALTHER, Fiskus Bodman 263-265 - BORST, Pfalz Bodman 212-214,219 - MAURER, Herzog von Schwaben 37,42,46 - CLAVADETSCHER, Wolfinus Cozperti palatini comitis filius 157f.

Als Zeuge einer St. Galler Urkunde von ?909 (W II Nr. 761) und als Intervenient in 2 Diplomen KONRADS I. aus dem Jahr 912 (DD K I Nrn. 3 und 11) wird ein (Graf) Bertold aufgeführt. Dass es sich um eine und dieselbe Person handelt, geht aus einem Vergleich von Zeugenreihe und Intervenientengruppen hervor (KONRAD II). Da Bertolt jeweils in der Umgebung alemannischer Grafen erscheint, darf man seinen Wirkungsbereich ebenfalls im Südwesten des Reiches vermuten; ein Comitat ist für ihn aber nicht nachgewiesen. Bertolt muß sicher von einem gleichnamigen Großen unterschieden werden, der bereits 892 als Pfalzgraf und 893/96 als einer der primates von Alemannien belegt ist, da er in vergleichbar hervorgehobener Position nicht vorkommt (s. Art. BERTHOLD (IV).
In der Forschung wird Bertolt durchweg mit dem Gefährten ERCHANGARs (II), des "Herzogs" von Schwaben, identifiziert. Für diese Annahme spricht, dass Bertolt zur selben Zeit wie Erchangar als Intervenient am Königshof nachgewiesen ist. Nach einem ersten Konflikt zwischen Erchangar und KONRAD I. trifft man Bertolt und Erchangar noch einmal im Königsdienst an. Im Jahr 913 haben Arnolfus filius Liupoldi et Erchangerus cum Perahtoldo et Oadalrico die Ungarn besiegt (LENDI 190, vgl. Annales Sangallenses maiores 279f. bzw. 77). 915 gewann dann Erchangar cum Purchardo et Perahtoldo cum ceteris patriotis suis eine Schlacht bei Wahlwies und wurde darauf zum dux erhoben (Annales Alamannici, ed. LENDI 190). Als der "Herzog" und seine Genossen im folgenden Jahr von der Synode von Hohenaltheim wegen ihrer Vergehen gegen den König und Bischof Salomon verurteilt wurden, ut seculum relinquant, arma deponant, in monasterium eant, ibi iugiter peniteant omnibus diebus uitae suae (Synodus Altheimensis 623 c.21), war Bertolt mit betroffen (ebd. 626 c.34); allerdings ist nicht ganz klar, ob er bei der Kirchenversammlung selbst zugegen war (zu ebd. c.35 s. DÜMMLER 609 A. 1; allgemein vgl. HELLMANN, Synode von Hohenaltheim). Gleichwohl ereilte ihn 917, nach Hermann dem Lahmen am 21. Januar, dasselbe Schicksal wie Erchangar. Nach einer durch zeitgenössische Quellen nicht aufgehellten und spätere Erzählungen (Ekkehard) eher verdeckten Zuspitzung der Lage wurden Erchangar und Bertolt sowie Liutfrid getötet.
Erchangar und Bertolt, die Ekkehard von St. Gallen als "Kammerboten" charakterisiert hat, erscheinen erstmals in den Annales Sangallenses maiores als Brüder (vgl. HENKING, Die annalistischen Aufzeichnungen 360f.). Diese Angabe wird durch einen Eintrag im St. Galler Gedenkbuch bekräftigt (pag. 73), in dem die beiden zwischen anderen Verwandten stehen dürften (ERCHANGAR 11). Nach einer von BAUMANN entwickelten These, die sich durchgesetzt hat, sind Bertolt und Erchangar (II) aus dem besonders im östlichen Baarengebiet begüterten Geschlecht der ALAHOLFINGER oder BERTOLDE hervorgegangen (s. Art. ERCHANGAR II). Vielleicht ist der Pfalzgraf  BERTOLD (IV) Erchangars und Bertolts Vater gewesen (so BAUMANN 270-273).
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