Liutgard von Windberg-Ratelnberg            Domvögtin von Regensburg
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    -16.1.1157
 

Einzige Tochter des Grafen Udalrich V. von Windberg-Ratelnberg und der Mathilde von Vohburg-Cham, Tochter von Graf Rapoto IV.
 

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 146
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45. Liutgard
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Gemahl Domvogt Friedrichs II. von Regensburg (+ 1120);
F. u. eV. c 1121 siehe 33 unter Mathilde
+ 16/1 c 1157 siehe Domvögte n 6.
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GENEALOGISCHES HANDBUCH ZUR BAIRISCH-ÖSTERREICHISCHEN GESCHICHTE
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Dungern Prof. Dr. Otto: Seite 47
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37. Liutgard
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Mit ihrer Mutter Mathilde bei der Seelenheilsschenkung für Vater und Bruder (fra. II/8. 35/6. 139)
+ 16.1. nach 1150 (Q. I. 88; Nec. Mallersdorf III. 261, 268; Obermünster III. 335, Windberg III. 385).
Gatte:
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Domvogt Friedrich II. von Regensburg., + 29.X. 1134
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Moritz Joseph: Seite 66-76  (1803)
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Graf Hermann I. von Windberg, Hedwig, seine Gemahlin, Konrad I., der Bruder des Grafen Hermann und Graf Ulrich II. und Luitgard von Windberg, ihre Schwester
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6) Luitgard ist uns besonders durch ein Fragment des Klosters St. Blasien im Schwarzwald bekannt. Hier wird gesagt, dass Luitgard einen Bruder Konrad von Wirtenberg hatte und noch mehrere von ihrem Sohn Albert I. und Enkel Albert II., welche die norische, d. i. bayerische Grafen genannt werden, erzählt; besonders aber verdient Aufmerksamkeit, dass dort gemeldet wird, ihr Sohn Albert I. wäre dem Konrad ihrem Bruder in den Beinamen und in der Burg nachgefolgt. Herr Scholliner und andere haben diese Stelle mit der Geschichte der Grafen von Bogen zusammengehalten und gefunden, dass sie genau in der Luitgard, der Tochter des Grafen Meginhards und Schwester des Grafen Ulrichs II., Hermanns I. und Konrad I., eintreffe. Da der Autor von bayerischen Grafen redet, so muss man das Wort Wirtenberg für das Windberg in Bayern lesen, weil nur in diesem, nicht aber in jenem Grafen des Namens Adalbert oder Albert zur eintreffenden Zeit gesessen und also dem Konrad nachgefolgt sind, ja, da wir in dem Jahre 1130 und den folgenden in Bayern einen Grafen Albert von Windberg lesen; so kommt in eben dieser Zeit in Schwaben ein Graf Heinrich und bald darauf ein Graf Ludwig und sein Bruder Emmerich in der Reihe der Grafen von Wirtenberg vor. In der Tat treffen wir in Bayern nicht nur die Grafen Adalbert I. und Adalbert II. samt ihrer Nachkommenschaft in Windberg oder Windenberg, sondern sogar auch die Mutter des Grafen Adalbert I., nämlich die Gräfin Luitgard zur eintretenden Zeit an. Die Stiftungse Erneuerung von Kloster Oberaltaich ist ein auffallender Beweis hiervon. Luitgard wird daselbst ausdrücklich von Windberg genannt und ihr Sohn Adalbert I. der eben da vorkommt, schreibt sich hernach teils von Windberg, teils von Bogen.
7) Es ist einigen ein Zweifel entstanden, ob man diese Luitgard nicht vielmehr für eine Tochter des Grafen Ulrich II. von Ratelnberg und eine Schwester des Grafen Konrad II. von Ratelnberg halten sollte, weil dann leichter zu erklären wäre, wie die Luitgard und ihre Söhne von diesem Konrad II. Windberg erben konnten; allein das Alter des Grafen Konrad II. und seine Geschichte heben den Zweifel auf, denn
a) Graf Konrad II. war sicher noch ganz jung, als sein Vater im Jahre 1079 starb, er war gewiss nicht älter als die Söhne des Gräfin Luitgard, welche schon im Jahre 1104 in Stiftungserneuerung von Oberaltaich teilnahmen.
b) Hätte Graf Ulrich II. eine verheiratete Tochter gehabt, so hätte seine Gemahlin Mathilde für ihren Tochter-Mann gesorgt oder wenigstens bei der Schenkung des Wittum in Eholfing, welche eine förmliche Verzichtleistung ist, den Tochter-Mann und die Enkel aus der Tochter beigezogen. Keines aber ist geschehen, also muss auch Konrad II. keine Schwester gehabt haben. Diese letztere Urkunde gibt vielmehr zu erkennen, dass die Erbschaft des Grafen Konrad II. nicht an die Söhne der Luitgard kam, sondern an den Hermann I., seinen Onkel, und von diesem an Graf Dietrich von Viechtenstein.
c) Luitgard  und auch ihre Söhne schrieben sich schon von Windberg, ehe noch Graf Hermann I. von Windberg und seine Sohn Hermann II. verstorben waren, ja man kann sagen, ehe noch Graf Konrad II. starb: also muss ein anderer und älterer Anspruch vorhanden sein. Vom Grafen Konrad II. kann der nächste Ankunftstitel für die Luitgard niemals hergeholt werden.
d) Die eigentliche Burg, wovon sich Konrad II. schrieb, war das Ratelnberg; diese aber kam nicht an die Luitkard, also rührt auch von ihm der Ankunftstitel nicht her,
e) endlich wer immer Windberg geerbt hätte, müsste den Grafen Hermann I. und seinen Sohn Hermann II. geerbt haben; allein diesen erbte weder die Luitgard, noch ihre Söhne, weil ihre Söhne, weil sie sich schon früher von einem Windberg schrieben; ja es ist aus Urkunden gewiss, dass Windberg mit der Grafschaft, dem Schloss und den Ministerialen beim Hauptstamm Formbach und Neuburg blieb und nach dem Tode des Grafen Ekbert III. an dessen Erben, den Berthold III. von Andechs überging.
8) Man kann also keinen anderen Bruder der Luitgard finden, der Konrad hieße und den ihre Söhne beerbt hätten, als den Konrad I., den jüngsten Sohn des Grafen Meginhard. Luitgard und ihre Söhne kommen zwar niemals in den formbachischen Urkunden vor; sie wollten aber selbst Stifter von Oberaltaich, Windberg usw. sein. Dabei haben doch weder Luitgard, noch ihre Söhne jemals ihre Ansprüche außer Acht gelassen. Man findet den Ascuin von Feldlarn und Pogen, so hieß der Gemahl der Luitgard, fest in der Gegend vom heutigen Windberg, Pogen, Oberaltaich und Niederaltaich sitzen; man sieht ihn nach seinem Schwiegervater Graf Meginhard in der Advokatie von Niederaltaich eintreten und dieses Recht üben alsdann seine Söhne und Nachkommen beständig aus. Wenn man betrachtet, dass die Grafschaft der Grafen von Bogen mit jener der Grafen von Formbach sowohl bei Reichersperg als bei Niederaltaich und sonst öfter zusammentreffen; wenn man bedenkt, dass noch im Jahre 1207 und den folgenden Jahren die Grafen von Bogen die eigentliche Grafschaft Windberg samt dem Schlosse, wie sie von den herzogen von Meran an das Hochstift Passau verkauft worden, an sich gezogen und hernach selbst in dem herzoglichen Rechtsspruch vom Jahr 1228 einen Teil davon überkommen haben, so wird man wohl nicht in Abrede sein, dass sie auch vorher allzeit ihre Rechtsansprüche gemacht und ausgeführt haben werden, wiewohl man nur wenige Stellen findet, die uns hierüber einen wichtigen Schluss zu machen erlaubten.
9) Luitkard war Ursache, dass Oberaltaich wiederhergestellt wurde. Sie zeigte sich deutlich genug als Eigentümerin von dem Orte selbst, als sie es für ihre und für die Person ihres Sohnes, Grafen Adalbert I.,  um das Jahr 1104 zu einem Kloster widmete. Die Güter, die sie in Bogen hergab, scheinen euch von ihr gewesen zu sein. Geradeso verhält es sich mit dem, hernach von ihrem Sohn Albert I. ums Jahr 1140 gestifteten Kloster Windberg. Der Hauptort Windberg muss von ihr herkommen. Sie ging aber nach der Stiftung von Oberaltaich nach Schwaben in das Frauenkloster in Berow und starb dort um das Jahr 1120, wie uns das st. blasische Fragment berichtet.
 
 
 
 

  oo Friedrich III. Domvogt von Regensburg
             -29.10.1120
 
 
 
 

Kinder:

  Friedrich IV.
        -11.4.1148

  Adelheid
        -

  oo Ernst Graf von Sulzbach-Poigen-Hohenburg
             - nach 1126