Konrad II.                                             Graf von Windberg-Ratelnberg
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    -28.8.1121
 

Einziger Sohn des Grafen Udalrich V. von Windberg-Ratelnberg und der Mathilde von Vohburg-Cham, Tochter von Graf Rapoto IV.
 

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 145
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44. Konrad II.
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F. u. eV.
(1095/97) siehe 33
c 1100 Chunradus puer advocati Oudalrici filius FRA II, 69, 208 f n 67;
c 1120 Vogt Chounrad von Göttweig FRA II 69, 417 f n 279;
+ c 1121 siehe 33 unter Mathilde;
(1121/22) weiland Graf Chounrad von Ratlinberge hat (letztwillig) Vornbach durch die Hand seines Vaters-Bruders Hermann, Grafen von Windberge, bedacht, da Hermann inzwischen stirbt, vollzieht seine Witwe, Gräfin Hedwig, mit ihrem Sohn Hermann die Schenkung, udZ. Dietricus comes de Viechtenstein OÖ UB 1, 632 f n 18
+ 1121 18/8 Oberaltaich: Chounradus comes Necr. 3, 234.
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GENEALOGISCHES HANDBUCH ZUR BAIRISCH-ÖSTERREICHISCHEN GESCHICHTE
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Dungern Prof. Dr. Otto: Seite 47
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36. Konrad
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Sohn von Udalrich (OÖ. UB. I.779) und der Mathilde (OÖ. UB. I. 628. 2 und 3);
puer advocati Oudalrici (fra. II/8. 17. 55);
Vogt von Göttweih (fra. II/8. 30. 113).
+ vor der Mutter Mathilde und vor seinem Oheim Hermann I. (fra. II./8. 25/6. 139 und 53/4. 208; Mb. 4. 21) 1121/22??
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Moritz Joseph: Seite 122-125 (1803)
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"Kurze Geschichte der Grafen von Formbach, Lambach und Pütten"

Graf Konrad II. von Ratelnberg und Windberg, ein Sohn des Grafen Ulrichs II. von Ratelnberg
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1) Dieser Konrad II. ist uns aus den formbachischen Urkunden bekannt. Dort wird er deutlich ein Sohn des Grafen Ulrich II. von Windberg und Ratelnberg und der Mathilde genannt. Er war zwar nicht gar alt, als sein Vater starb; er folgte ihm aber doch ganz gewiss in der Grafschaft nach. Er bestätigte nicht nur mit seiner Mutter und seinem Vaters-Bruder, dem Grafen Hermann I., die von seinem Vater nach Formbach gemachten Schenkungen, sondern er vermehrte sie auch noch mit einem beträchtlichen Vermächtnis, nämlich mit der Hofstatt Chalheim, welche er durch die Hände seines Vaters-Bruder des Grafen Hermann I. dahin opferte.
2) Er unterscheidet sich in vielen Stücken von dem Konrad I., seinem Vaters-Bruder.
a) In dem Alter, indem die Schwester des Konrads I. Söhne hatte, die älter als Konrad II.
b) In dem Beinamen zum Erbschlosse, weil dieser sich von Ratelnberg, jener aber von Windberg schrieb
c) Selbst in dem gräflichem Amte, da Konrad II. gewiss seinem Vater in der Grafschaft folgte; von Konrad I. aber vielmehr das Gegenteil behauptet werden kann
d) in den Erben, den älteren, erbte sein Schwester-Sohn Albert I. von Bogen, den jüngeren aber sein Vaters-Bruder Hermann I. von Windberg und die anderen väterlichen Verwandten,
e) endlich in den übrigen Merkwürdigkeiten von Konrad I. wird gelesen, dass er viele Schenkungen nach dem Kloster St. Blasien machte, wo doch Graf Konrad I. augenscheinlich ganz für Formbach gestimmt war, und so von anderen Umständen, die wir oben §. XIV. schon angeführt haben.
3) Graf Konrad II. muss übrigens nicht lange gelebt haben und ohne Erben gestorben sein. Zu dieser Behauptung gibt mir die Urkunde vom Jahr 1122 doppelten Anlass. Erstlich heißt es dort: Felicis memoriae Conradus Comes de Ratilingberge; diese Worte kündigen hier in der Tat seinen Tod an, denn außer besonders erweislichen Ursachen zeigen diese Worte Felicis memoriae in den Urkunden allzeit den vorher gegangenen Todesfall einer Person an; es wurde zwar dieser Ausdruck bisweilen erst nach Verfertigung der Originalurkunde von den Kopisten oder Urkundensammlern den Urkunden bei vorzüglich geachteten Personen beigefügt und da zeigt er an, dass die Urkunde nach dem Tode solcher Personen erst kopiert wurden; sonst aber und in der Regel zeigt er an, dass diese Personen schon zur Zeit der Ausfertigung der Originalurkunde gestorben waren, und dies zweitens besonders in dem gegenwärtigen Falle, wo es in der Urkunde heißt, dass Graf Konrad II. die hier übergebenen und bestätigten Güter schon lange vorher in die Hände seines Oheims, des Grafen Hermann I., delegiert und nach Formbach gegeben habe, ohne dass nur die mindeste Anzeige von der Dazwischenkunft oder Gegenwart des Grafen Konrad II. die doch notwendig geworden wäre, geschieht, da vielmehr sein Name bei den gewiss schon verstorbenen Grafen, Ulrich II. und Hermann I., gelesen wird. Aus Zusammenhaltung der beiden Urkunden vom Jahr 1097 und 1122 schließe ich auch, dass seine Erbschaft auf den Hauptstamm von Formbach wieder zurückfiel, denn ich nehme in der Delegation des Grafen Konrad II. an seinen Oheim Hermann I. ein wahres Familienfideikomiss ab und schließe, dass alle übrigen Familiengüter ohne Einwilligung der nächsten Agnaten so wenig durften veräußert werden, als das Gut Chalheim, das Graf Ulrich II. und Konrad II. nach Formbach vermachen wollten. Gewiss hat sich Graf Hermann I. als Erben des Grafen Konrad II. betrachtet und eben deswegen die ihm anvertraute Delegation des Guts bis zu seinem Tode verschoben. War er aber sein Erbe in diesem Gute, so kann man schließen, dass er es auch von mehreren Gütern des nämlichen Grafen Konrads gewesen; kurz, dass Konrad keinen näheren Erben gehabt hat.