Ekbert II.                                                  Graf von Formbach-Pütten (1109-1144)
-------------
um 1080-24.11.1144
 

Sohn des Grafen Ekbert I. von Formbach und der Mechthild von der Karantanischen Mark, Tochter von Markgraf Gottfried
 

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
----------------------------------------------------------------------------------------------------
Wegener Dr. Wilhelm: Seite 143
*******************
39. Ekbert II.
-----------------

F. u. eV. (1095) siehe 30
(1097) siehe 33
c 1100 siehe 30; siehe 38
1113 Freising Ekkebertus comes bei Bischof Heinrich Hundt, Schliersee Obb. Archiv 31, 138
(1113 Freising) comes Ekkipreht nQ 5, 515 n 1/15 (damals durch Berengar II. von Sulbach aus seiner Grafschaft verdrängt) 1120 10/2 Ekkebret de Putine siehe 42
c 1120 Graf Ekkebert und seine Gattin Willibirga beschenken Vornbach mit der Schlosskapelle Neuburg OÖ UB 1, 634 f n 25
Graf Ekkebert beschenkt mit Zustimmung seiner Gattin Willipirga und seiner Tochter Chunigunda Vornbach, unter den unfreien Zeugen Liupoldus filius Eberhardi comitis OÖ UB 1, 634 n 56
c 1125 Vogt von Vornbach OÖ UB 1, 641 n 49; siehe 42
1130 comes Ekkebertus MB 4, 521 n 8
1134 comes Ekkebertus iunior, uxor eius domina Willibirga, filius Ekkebertus OÖ UB 1, 643 f n 58
1136 Klosterneuburg siehe 42
1136 13/6 Graf Ekebert, Gattin Willibirch, beider Sohn Ekebert, Dietricus comes, Dietricus de Adelgerspach FRA II 4, 104 f n 482
1141 (vor Mitte Juli) Regensburg König KONRAD III. gewährt seinem consanguineus Grafen Ekkebert Markt und Münze in dessen Dorf Neunkirchen (NÖ) MB 4, 132 n 5, Stumpf 3431
1142 23/10 Salzburg das praedium Pitten des Grafen Ekkebert MB 4, 411 n 6
1142 15/12 Regensburg Kloster Reichersberg liegt in der Grafschaft des Grafen Ekkebert MB 4, 410 n 5, Stumpf 3448;
IV. (1143 vor 18/4) Ekkebertus comes de Butin Salzb. UB 1, 407 n 288
+ 1144 24/11 Jahr: Annales Reichersberg. Ekkebertus comes obiit SS 17, 460
                    Tag: St. Lambrecht: Ekkebertus comes et monachus Necr. 2, 340
                    Oberaltaich: Eggibertus conversus et monachus comes Necr. 3, 238

Gemahlin:
-------------
Williburg, Tochter des Markgrafen Otakar II. von Steier, ohne Beleg als solche allgemein angenommen, schon wegen ihres Namens, der auch sonst bei den OTAKAREN vorkommt; aber diese Abkunft kann allein erklären, warum Otakar III. sich nach 1158 das Ländchen Pitten aneignete, das wohl innerhalb der politischen Grenzen der steirischen Mark lag, auf das er aber keine Erbansprüche hatte siehe 46; siehe oben c 1220 (zweimal), 1134, 1136 13/6;
ferner (1144 nach 24/11) Willipirga, Witwe des Grafen Ekkebert, gibt mit ihrem Sohne Ekkebert nach Vornbach ein Seelgerät, udZ. Dietricus comes de Viechtensteine, Ekkebertus comes, Wernhardus de Jugilbach et filii eius Heinricus et Gebhardus OÖ UB 1, 661 f n 120
+ c 1145 siehe 46 zu c 1145;
  8/1 Admont: Willibirch conversa nostra ex comitissa de Puten 12. Jan. Necr. 2, 289;
25/1 St. Lambrecht: Willibirch comitissa Necr. 2, 313;
        Traunkirchen 21/1 Willibirgis comitissa Necr. 4, 427.
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
GENEALOGISCHES HANDBUCH ZUR BAIRISCH-ÖSTERREICHISCHEN GESCHICHTE
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Dungern Prof. Dr. Otto: Seite 47
*******************
32. Eckbert II.
------------------

junior comes 1108/27 (OÖ.UB. I.631); 10.II.1122 (Arch. ö.G. 9. 256) "von Pütten" (de Büten) in Nieder-Österreich; 1141 consanguineus König KONRADS III. (Mb. 4.132).
+ 1144 (MG.SS. 17. 460-487).
Er war mit Willibrig, Tochter des Markgrafen Ottokar von Steyr, verheiratet (Mb. 4. 32 und 57).
+ 18.1. nach 1144 (Mb. 4. 59 und Nec. II. 289 Admont als conserva, II. 427, 429 Traunkirchen z. 21.I.; II. 313 St. Lambrecht z. 25.I.).
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Lechner Karl: Seite 150,363 A 3
***********
"Die Babenberger"

1141 verleiht König KONRAD III. an Graf Ekbert von Formbach-Pitten ein Markt- und Münzprivileg für den Ort Neunkirchen in der steierischen Mark, der schon Ende des 11. Jahrhunderts dem gleichnamigen Hauskloster der FORMBACHER geschenkt worden war. Das Kloster hat für seinen Markt bereits 1136 von Kaiser LOTHAR das Markt- und Münzrecht erhalten, was schon 3 Jahre später von Papst Innocenz II. bestätigt wurde.
Berthold I., Graf von Andechs-Dießen, sicherte sich durch seine 3. Ehe mit der Tochter Graf Ekberts II. von Formbach-Pitten, Anteile an der Erbschaft der aussterbenden Grafen von Formbach-Pitten.

Moritz Joseph: Seite 102-113 (1803)
************
"Kurze Geschichte der Grafen von Formbach, Lambach und Pütten"

Graf Eberhard II., Ekbert II. von Pütten, Söhne des Grafen Ekbert I.
------------------------------------------------------------------------------------
1) Alle Söhne des Grafen Ekbert I., die im Jahre 1094 am Leben waren, gaben zur Stifts-Erneuerung, die in diesem Jahr geschah, ihre Einwilligung. In dem formbachischen Geschlechtsverzeichnis werden uns 4 Söhne genannt. Alle müssen schon erwachsen gewesen sein, sowohl die Einwilligung selbst, als das schon hohe Alter ihrer Eltern zeigen dieses an. Die ältesten davon mögen schon bis 30 Jahre gezählt haben. Eine formbachische Urkunde, die noch vor dem Jahre 1097 ausgefertigt  ist, enthält als 1. Zeugen die Söhne des Grafen Ekbert I., nämlich Ekbert II. und Eberhard. Die Urkunde war selbst von  Graf Ekbert I. ausgefertigt. Hier ist also kein Zweifel vorhanden, dass man sie nicht als Söhne des Stifters ansehen müsse. Wer aber davon älter sei, das fragt sich erst. Die eben herangezogene Urkunde setzt Ekbert II. vor dem Eberhard II.; aber 3 andere Urkunden, die noch vor dem Tode des Grafen Ekberts I. ausgefertigt sind, setzen allzeit den Eberhard am 1.Platze. Wir können hier gerade so wenig zweifeln, dass nicht von den männlichen Personen die Rede ist, weil der Vater, Graf Ekbert I., und die Mutter Mathilde ausgedrückt stehen. Wir halten also den Eberhard II. für älter und legen die ersteUrkunde so aus, dass die Brüder dort selbst unter sich keinen Rang behaupten wollten oder dass das Gut Inching, welches der Vater dort opferte, größtenteils dem jüngeren Bruder zugedacht war.
2) Eberhard II. erscheint vor dem Tode seines Vaters allzeit mit seinem Bruder Ekbert II. Eine  einzige Urkunde meldet etwas näheres von ihm und stellt ihn uns ohne seinen Bruder dar; nämlich als Heinrich der Sohn des Gerold von Ezzenbach sein Gut Tegernbach nach Formbach opferte und einen Teil davon in die Hände eines Ministerialen des Huth von Luiprechtesheim, den anderen Teil in die Hände des Eberhards, des Sohnes des Grafen Ekbert delegierte. Dies geschah aber doch noch vor dem Tode seines Vaters, des Grafen Ekbert I., weil unter den Zeugen auch Graf Ulrich II. vorkommt, der schon im Jahre 1097 starb. Diese Handlung beweist gewiss, dass Eberhard II. mit Formbach zu schaffen  gehabt hat; sie beweist auch, dass er in Formbach seinem Vater in den anderen Besitzungen nachgefolgt sei.
3) Dieser Eberhard II. wird in 2 anderen Urkunden, die unter dem Grafen Ekbert II. ausgefertigt wurden, ausdrücklich ein Graf genannt; er hat also von seinem Vater auch eine Grafschaft ererbt, die wir gemäß dem bisher Gesagten im Quinzigau suchen können, weil diese seinem Vater gewiss zustand. Er hinterließ auch gewiss einen Sohn namens Liupold, welcher noch ums Jahr 1140 vorkommt. Übrigens ist seine Geschichte sehr dunkel, weil er nach dem Tode seines Vaters niemals selbst in Formbach sichtbar wird. Nur aus dem allein, weil sein Bruder, Graf Ekbert II., sich zweitens in Pütten aufhält, wie er wenigstens allzeit von Pütten genannt wird, schließe ich, dass er sich mit ihm in die väterlichen Besitzungen geteilt und in einem anderen Erb-Schlosse niedergelassen habe.
4) Ekbert II. kommt zwar bei Lebzeiten seines Vaters öfters in den formbachischen Urkunden vor: aber nachher treffen wir ihn bis ins Jahr 1122 daselbst nicht mehr an. Da er ferner in den Urkunden sowohl vor, als nach dem Jahre 1122, allzeit Graf von Pütten genannt wird: so schließe ich mit Grunde, dass er mit seiner Gemahlin und Familie da meistens gewohnt habe.
5) Nach dem Tode seines Vaters, des Grafen Hermann I. von Windberg im Jahre 1122 wurde er der 6. Advokat von Formbach, wie es viele formbachische Urkunden beweisen, wo er ausdrücklich Advokat genannt wird. Von dieser Zeit erscheint er sehr oft in Formbach, denn nicht nur sehr viele Schenkungen anderer Personen gehen durch seine Hand,  sondern er bezeigt selbst oft seine Freigebigkeit gegen das Kloster Formbach. Dabei ziehen sowohl der alles wohlkundige Lebensbeschreiber des seligen Abt Wirnto, Probst Gerhoch von Reichersperg, als auch die Urkunden selbst einen Schleier über die Unruhen in diesem Hause, die seit dem Tode des alten Grafen Ekbert I. bis ins Jahr 1134 und noch bis 1140 sich zugetragen haben. Ferner eine Urkunde vom Jahre 1134 unter Abt Dietrich sagt uns, der alteGraf Ekbert I.habe schon fast vor 50 Jahren das ganze Gut Gloggnitz bis Klam zu seinem Seelenheile übergeben. Das Kloster war auch bis zu dieser Zeit im ruhigen und freien Besitz geblieben, bis der jüngere Graf Ekbert auf Anstiften böser Ratgeber einen großen Teil von diesem Gut dem Kloster mit Gewalt weggenommen hat; daher dann ein langer Streit zwischen den Dienstleuten des Grafen und des Klosters entstanden ist. Der Streit wurde endlich unter eben diesem Grafen im selben Jahre 1134 beigelegt, da der Abt Dietrich dem Grafen 22 Talente Silber dafür bezahlte und so das Gut auslöste. Auf dieses ließ der Graf das Gut Gloggnitz wieder fahren und machte eine neue feierliche Übergabe desselben durch seine eigene, seines Sohnes EkbertsIII. und seiner Gemahlin Willibirga Hände, nebst einer neuen Grenzbeschreibung.
6) Sowohl aus der eben erwähnten Urkunde, als aus mehr anderen Umständen ist offenbar, dass man nicht mehr als 3 Ekberte   unterscheiden könne. In der Urkunde vom Jahre 1134 werden sie alle 3 angeführt; Ekbert I., als der Stifter des Klosters Formbach, der aus der Erbschaft seiner Gemahlin Mathilde das Gut Gloggnitz zur Stiftung schenkte; der Graf Ekbert II. samt seiner Gemahlin Willibirg, welcher einen Teil des Gutes einzog und endlich Ekbert III., welcher in diesem Jahre noch jung war. Der Name der Gemahlin des Sohnes bezeichnet uns unwidersprechlich den Vater des Ekbert III., des letzten,  von  dem hernach im XX.§. ein mehreres geredet wird. Da man aber in der Erzählung des Streites wegen Gloggnitz die  ganze Geschichte seit dem Jahre 1084 zusammenfasst; so wäre der Vater des letzten Ekbert sehr uneigentlich durch das Prädikat Comes Ekkebertus junior von dem Grafen Ekbert dem Stifter unterschieden worden, wenn es zwischen beiden noch einen Ekbert gegeben hätte. Wenn man in allen Urkunden Deutlichkeit suchen kann, so ist sie in der gegenwärtigen um so mehr zu fordern, weil sie den ganzen Zeitraum durchgeht, in welchem alle Ekberte dieses Geschlechtes lebten. Weiter hatte der Stifter, Graf Ekbert, gewiss einen Sohn gleichen Namens; dieser durfte von dem Notarius in der Zahl der Ekberte  um so weniger übergangen werden, weil er als Sohn des Stifters sich öfters noch bei Lebzeiten seines Vaters dem Kloster Formbach einfand und  besonders weil er seinem Vater in der Burg und Herrschaft Pütten nachfolgte, in deren Bezirk mehrere Hauptstiftsgüter des Klosters lagen; er wäre aber übergangen worden, wenn er von Ekbert dem Jüngeren, dem Vater des letzten Ekberts, in der Tat unterschieden gewesen wäre, weil der Unterschied mit keiner einzigen Silbe kenntlich gemacht wird. Zudem müssen wir unwidersprechlich den Ekbert, den Vater des letzten, der im Jahre 1134 lebte, vom Grafen Ekbert I .herleiten, weil er allzeit von Pütten genannt wird, welches nur vom 1. Ekbert auf ihn gekommen sein  konnte;  nun ist keine solche Abstammung erweislich, wenn er nicht dessen Sohn war; und dieser Grund erhält seine  besondere Stärke durch jene Urkunden, wo Luitpold der Sohn des Grafen Eberhard II. gewiss noch zur Zeit jenes Grafen Ekbert vorkommt, welcher der Vater des letzten Ekberts und der Kunigunde, auch Gemahl der Willipirch war; denn da wird Luitpold auch in Gegenwart des Grafen Ekbert teils der Sohn des Grafen Eberhard II., teils der  Bruder-Sohn des gedachten Grafen Ekberts genannt. Diese Bezeichnungen des Luitpold waren sowohl an sich selbst als  besonders in Gegenwart des Grafen Ekbert widersprechend gewesen, wenn nicht sowohl dieser Graf Ekbert, als  Graf Eberhard II., Söhne des Grafen Ekbert I., sie beide also leibliche Brüder gewesen wären. Endlich finden wir eine  Urkunde, wo der letzte Ekbert, der im Jahre 1158 sein Leben verlor, mit dem bestimmtesten Prädikat: der 3. Ekbert: Ekkebertus tertius belegt, und von allen vorigen unterschieden wird. Hätte es in diesem Geschlecht seit der Stiftung im  Jahre 1094 bis 1158 mehr als 3 Ekberte gegeben, so hätte der Notarius, dem die Geschichte dieses Jahres und das  Geschlecht des Stifters gar wohl bekannt war, gewiss dem letzten Ekbert den Beinamen, der 3. Ekbert nicht gegeben.
7) Unter den Gütern, die Graf Ekbert II. nach Formbach vermachte, sind:
a) Rechwank bei Gloggnitz, worüber er erstlich eine feierliche Urkunde ausstellte und hernach wieder bestätigte
b) der Wald bei Chotelach und Wörth ebenfalls bei Gloggnitz, wie er ihn von seinen Eltern ererbt hat
c) ein Stück Wald bei Formbach
d) die Kapelle im Schloss Neuburg samt Zubehör an Withume Dienstleuten und Zehnt.
8) In den bayerischen Unruhen vom Jahre 1139 hielt er es mit König KONRAD III. wider das herzoglich-welfische Haus; man trifft ihn öfter beim Markgrafen Leopold von Österreich und Markgrafen Otachar von Steier an, denen er allzeit gleich zur Seite steht. In einer Urkunde König KONRADS III. für das Kloster Formbach vom Jahre 1141 wird er vom König ein  Blutsfreund genannt.
9) Eine Grafschaft des Grafen Ekbert wird in einem königlichen Diplom für das Kloster Reichersperg um die Gegend dieses     Klosters hingesetzt. Dass er dabei sowohl die Grafschaft seines Ur-Ahnherrn Graf Thiemo I. in Quinzigau als die Grafschaft Neuburg besessen habe, schließe ich aus dem, weil sich auch Graf Ekbert III. innehatte. Ekbert III. konnte beide nur von seinem Vater erhalten haben; wenigsten hat sich bei dem letzten kein anderer Fall einer Erbschaft gezeigt.
10) Graf Ekbert II. starb endlich im Jahre 1144, wie uns die aldersprachische Chronik versichert. Seine Gemahlin hieß Willipirg. Sie gebar ihm einen Sohn, Ekbert III., und eine Tochter Kunigunde.Willipirg war nicht nur bei Lebzeiten des Grafen Ekbert II. gegen das Kloster Formbach freigebig, weil sie in mehreren Schenkungsurkunden dieses Grafen ihre Einwilligung gab, ja selbst von ihrem Eigentum Dienstleute und Güter opferte, sondern sie setzte ihre Freigebigkeit auch nach dem Tode ihres Gemahls fort. Ihre Tochter Kunigunde wird in einem Fragment des Abtes Ang. Rumpfler eine Amita des Markgrafen Otachar V. genant; man muss hier das Wort Amita für Amitina auslegen, weil sonst ein Widerspruch im  Fragment enthalten wäre, welches die Kunigunde ebenfalls ausdrücklich eine Tochter des Grafen Ekbert nennt. Folglich  war die Willibirg eine Schwester des Markgrafen Leopold des Starken von Steier. Wegen dieser Willibirg machte Markgraf Otachar V. nach dem Tode des Grafen Ekbert III. Anspruch auf seine Erbschaft. Daher kamen ihre Schenkungen in Steiermark zwischen den Flüssen Forau und Lavenz, wo hernach die dem formbachischen Munichwald benachbarte Canonie Vorau im Jahr 1163, auch einen großen Teil zur Stiftung bekommen hat, der eben von dieser Willipirg herrühren kann. Ich glaube auch, dass sie hernach zu Admont das Klosterleben erwählte und die nämliche Gräfin Willipirg sei, die im Admontischen Totenregister auf den 14. Januar angekündigt wird.
11) Das formbachische genealogische Verzeichnis gibt dem Grafen Ekbert I. noch mehrere Söhne als einen Diethmar, Gottfried, einen Ordensmann und eine Tochter Kunigunde, welche somit vorkommen. Gewiss zwar gehört zu diesem Geschlecht jener Diethmar, von dem in der Lebensbeschreibung des Gebhard, Erzbischofs von Salzburg gesagt wird, dass  er ein Vaters-Bruder, patruus, des alten Grafen Ekberts von Pütten, dass er unter der Regierung des Abtes Wolvold von Admont zwischen den Jahren 1114 bis 1137 in diesem Kloster Profess gewesen und hernach Abt von Ossiach in Kärnten geworden. Es hat aber der Verfasser dieser Lebensbeschreibung ums Jahr 1190 geschrieben und wenn er seine Nachricht auch von einen älteren admontischen Geschichtsschreiber geborgt hat, so hat er doch keinen anderen als den Ekbert II. verstehen können, dessen Vaters-Bruder dieser Dietmar gewesen wäre. Da nun diese Beförderung des Dietmar zur  abteilichen Würde zu Ossiach gewiss erst nach 1137, ja erst nach 1149 geschehen konnte, weil sonst in der Reihe der Äbte zu Kloster Ossiach kein leerer Platz für ihn ist und da auch gewiss ist, dass nicht mehr als 3 Ekberte von Formbach und Pütten zu unterscheiden sind, so könnte man mit besserem Grunde sagen, dass man das Wort patruus für fratruelis oder nepos ex fratre auslegen und also diesen Diethmar für einen Sohn des Grafen Eberhard II. gelten lassen müsse, so, dass Graf Ekbert II. vielmehr des Abtes Diethmar, als dass Abt Diethmar der Grafen Ekbert II. Vaters-Bruder gewesen.
 
 
 
 

  oo Willibirg von Steiermark, Tochter des Markgrafen Otakar II.
             -18.1.1145
 
 
 
 

Kinder:
  Ekbert III. Graf von Pütten und Neuenburg
         -5.8.1158

  Kunigunde
        - c 1170

  oo Berthold I. Graf von Andechs
            -27.4.1151

  Benedikta
         -

  oo Wernhard Graf von Julbach
             -

  Mathilde
         -7.2.1160

  oo Berthold II. Graf von Bogen
              -21.3.1167
 
 
 
 

Literatur:
------------
Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246,Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 150, 363 A 3 -